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Die Wahrheit · 1899-01-01 · Heft 1 (1.1.1899) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1899
Issue
Heft 1 (1.1.1899)
Date
1899-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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/ A~ ' - -. ~b.! Nrdartion u. Admiuistrakion j! Wien, II/1. j K. k. öftclT. Postl'parcassa. j (5hcck-Conto Nr. 846.251.! Inserate 10 Kreuzer per Nonpareille-Zeile. j Abonnements- und Jnsertions- > betrage sind in Wien zahlbar. XI- - V ikglge SeiLschrift für jüöische Erscheint jeden achten Tag. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit.'" Bezugspreis: Ganzjährig.fl. 6.— Halbjährig.fl. 3.— Für Lultusbeamte: jj Ganzjährig.fl. 5.— Für Ausland:! Ganzjährig.12 Mart i'j 6 Rubel oder lö FrS. - Nr. 1. Wien» I. Jänner mm. Inhalt: Unser Programm. — Die confessionelle Trennung der Schulkinder. — Zum Bericht des Vorstandes der Wiener Cultusgcmeinde. — Die Ethik des Judenthums. — Die Situation in Frankreich. — Gemeindebote. — Vcreinsbote. — Tempel- und Synagogenmufik. — Entstehung der Synagoge. — Etwas für den Kore. — Vermischte Nachrichten. — Aphorismen. — Feuilleton: Ter Nihilist. Abonnements-Einladung. Indem wir „Die Wahrheit" der Oeffeutlichkeit übergeben, ersuchen wir unsere verehrten Glaubensgenossen, die Bestrebungen unseres Blattes durch Abonnement zu unterstützen. Bezugspreis: Ganzjährig . . fi. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Für Eultusbeamte: Ganzjährig . . fl. 5.— Halbjährig . . fi. 2.50 Für das Ausland: Ganzjährig. . 12 Mark, 6 Rubel oder 16 Frs. Bei Einsendung des Abonnementsbetraa es wolle mau sich im Jnlande der beiliegenden Postchecks, resp. Postanweisungen bedienen. Die Administration. Unser Programm. Nicht in gerader, stetig aufsteigender Linie, sondern in wellenförmigen Bewegungen mit Berg und Thal schreitet die Entwicklung der Menschheit vorwärts, und so sehen wir uns am. Ende des 19. Jahrhnndertes, das die Juden in allen civilisirten Ländern Enropa's von den untersten Stufen gesellschaftlicher Stellung zu vollster bürgerlicher Gleichberechtigung geführt hat, einer mächtigen, rückwärts laufenden Strömung ausgesetzt, die von unseren staatlichen Nachbarn zur Rechten und zur Linken vor ungefähr zwei Jahrzehnten ausgehend, auch in unserem Vaterlande bereits große Verheerungen angerichtet hat. Von gewissenlosen Hetzern und Dunkelmännern werden Vorurtheil und Gehässigkeit unter die großen Massen des Volkes gestreut, die Begriffe von Recht und Unrecht verwirrt, die Beziehungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens vergiftet und so künstlich die Vorbedindungen geschaffen, üm den Juden die mühsam errungenen bürgerlichen Rechte zu schmälern oder gar ganz zu ' ntreißen. In solch' gefahrvollen, dunklen Zeiten ist es nothwendig die Fackel der Wahrheit zu entzünden und unter ihrem strahlenden Lichte nicht nur die Außenwelt über die wahre Gestalt und das Wesen des Judenthnms zu belehren, sondern auch die eigenen, durch Jndifferentismus vom Judenthmn losgelösten Glieder zu sammeln und ihnen die Mittel und Wege anzudeuten, wie sie ihre Kräfte und Fähigkeiten im Dienste und zum Wohleder Gemeinschaftverwerthenkönnen.Wahrheit und Klar- . heit möge unsere gegenwärtige Lage beleuchten, denn nur durch > das richtige Erkennen der Lebensbedingungen und Verhältniße und durch den ernsten Willen, sie zu verbessern, wächst die moralische Kraft und Thätigkeit des Einzelnen, wie der Gesammtheit. Kräftigung nach Innen ist die nothwendigste Voraussetzung ., für erfolgreiche Stellungnahme nach Außen, und darum wird in unserem Blatte alles Förderung finden, was jüdisches Leben zn erwecken und zu erhalten geeignet ist. Einen natürlichen Mittelpunkt des jüdischen Lebens bilden die israelitischen Cultusgemeinden. Durch wahrheitsgetreue Berichte über die wichtigsten Ereigniße des Gemeindelebens, durch objective unb streng sachliche Discussion der schwebenden Fragen des Cultus, des Unterrichtes, der Armenpflege, der Administration rc. soll die große Oeffentlichkeit mit den einzelnen Gebieten der Gemeindeverwaltung vertrauter gemacht und die Juteresienahme an den jüdischen Institutionen erhöht werden. Offenbare Uebelstünde erheischen dringende Abhilfe, und unter den mannigfachen Fällen dieser Art verweisen wir auf die materielle Nothlage der jüdischen Cultnsbeamten. Wenn wir Gerechtigkeit nach Außen fordern, müssen wir dieselbe auch im eigenen Hause walten lassen und es darf uns nicht gleichgiltig sein, dass Rabbiner, Cantoren mib Religionslehrer in den meisten Cultusgemeinden mit kärglichem Solde eine dauernde Anstellung entbehren und für die Tage des Alters und der Berufsunfähigkeit sich aller Hoffnungen auf PensionsberechtHnng entschlagen müssen. Das ist eine himmelschreiende UngerechtWM»

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