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Die Stimme · 1937-09-03 · Heft 674 (3.9.1937) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 674 (3.9.1937)
Date
1937-09-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Freitag, 3. September 1987. — Nr. 674. Dtfi STIMME Sott» H foyedUUc QescUUUU Von Sammy Gronemann (Tel-Aviv) . Se war, um sich die Ohren zuzuihalten, fwetin man zufällig um die Stunde des Schulschlusses für die Vorklassen des ^chiller-Gymnasiums an dem Schulgebäude .vorbeikam, — mit solch gewaltigem Gekreische stürmten die blonden und braunen J&edohen über den Vorhof auf die Straße, «was dem stundenlangen Zwange zwischen den engen Schulbänken hinaus in die Freiheit. Die Tomisterchen wirbelten am Riemen lustig durch die Luft, daß die winzigen Schwämme an den Bindfäden der kleinen Schiefertafeln nur so zappelten. Mützen und Frühstückskapseln flogen als Spielbäile durch die Luft, ohne Veranlassung und in schönster Freundschaft fiel einer von den Jungens über den anderen her und beide begannen einen lustigen Faustkampf. Einer drehte sich mit außgestreckten Armen tanzend wie ein Kreisel, ein anderer sprang plötzlich von hinten einem Kameraden auf den Rücken, so daß der hinfiel und nun wälzten sich die beiden auf dem Bürgersteig, so daß manch würdiger Bürger wohl zu schelten Lust bekam, der, seinen Geschäften nachsinnend, unsanft durch den Krawall aufgeschreckt wurde. Aber der Zorn verging ihm, wenn er in die lachenden, glühenden, lustigen Gesichter guckte. Das war ein Lachen, Kreischen, Jubeln, Tollen — oder wissenschaftlicher ausgedrückt: ohne des eigentlichen Zweckes ihrer Handlungen oder irgend welcher Motive sich bewußt zu sein, taten aus dem Gedächtnis dier Generationen heraus rein triebhaft und instinktiv die Kinder alles das, was für ihre weitere Entwicklung, überhaupt für ihr Fortkommen im Leben das Zweckmäßige war. Aus solch einem unbewußten Trieb heraus, das für das Fortkommen im Leben Zweckmäßige zu tun, ohne sich irgend welcher Gründe bewußt zu sein, geschah es vielleicht auch, daß der Tatendrang der übermütig-lustigen kleinen Gesellschaft sich ein Ziel in der Gestalt jenes alten Juden suchte, den sein Unstern gerade in solch einem Momente an der anderen Seite der Straße vorbeiführte. Den zusammengeklapp ten Hausierkasten mit beiden Händen vor sich hertragend, hastete er eilends daher. Einer von den Jungens riß seine Schulmappe herum, preßte sie komisch, dem Alten nachäffend, vor dem Bauch und tänzelte nun, drollig den schleifenden Schritt des Alten nachahmend, hinter ihm her. Das gab nun ein Gejuchze unter den Kameraden und alle wetteiferten darin, sich ärn Hänseleien des alten Juden hervorzutun. Tänzelnd und schreiend gab man ihm das Geleit und ein paar ganz Kecke wagten es, ihn an dem langen Rock zu zupfen, nach solcher Heldentat freilich sich stets ins letzte Treffen zurückziehend. Dagegen suchte jeder den anderen mit starkem Schwünge auf das unfreiwillige Objekt des allgemeinen Interesses zu stoßen. Einer aber stimmte plötzlich ein Lied an, wohl eigener Dichtung und eigener Komposition: Jude Itzig! Jude Itzig! Mach’ dich nicht so witzig! und erzielte damit die ersten, vielleicht einzigen künstlerischen Erfolge seines Lebens. Text und Melodie wurden begeistert aufgenommen und mit jubelndem Gesänge wogte der Kriegstanz um den alten Juden. Der schenkte dem Ganzen scheinbar nicht viel Beachtung; er war wohl mit anderen Sorgen beschäftigt und, vielleicht auch schlimmere Dinge gewöhnt! Aber auf einmal gab es einen ernsteren Zwischenfall; einer der Jungens, ein hübscher, braungelockter kleiner Matrose — „S. M. S. Germania“ stand auf der Mütze mit langen Bändern — der vor ihm hertanzte, das lachende Gesiebt ihm zugewendet und sich nach rückwärts bewegend, glücklich und strahlend sein „Jude Itzig!“ singend, erhielt plötzlich von einem der Kameraden rücklings einen so starken Stoß, daß er direkt auf den Hausierer zuflog und sein runder Knabenkopf, während die Mütze zur Erde flog, unter dem Hausierkasten gegen den Bauch des Alten stieß. Der Knabe schrie entsetzt und suchte sieh irgendwie festzuhalten, dabei den Kasten packend. Der alte Mann hob erschreckt den Kasten, um nicht den Kinderkopf zu verletzen, kann selbst von dem Anprall ins Taumeln, dabei rutschte der Kasten ihm aus der Hand und zerbrach auf dem Pflaster. Der Inhalt, Knöpfe, Bänder, Kämme, billige Schmuoksaohen und was ein solcher Kasten in seiner Mannigfaltigkeit alte enthält, ergoß sich auf die Straße. Die kleine Gesellschaft bekam einen gewaltigen Schreck, der kleine Matrose stand verwirrt da und hielt sich den Kopf, und die anderen machten Miene, schleunigst das Weite zu suchen, während der Alte ächzend aber wortlos sich bildete, um die Sachen aufzuklauben, als den kleinen Übeltätern das graue Verhängnis nahtei, Es war wie gesagt grau — das Verhängnis — es trug einen langen grauen Rock mit zu kurzen Ärmeln, die Manschetten drohten wegzufliegen, wie die Arme aufgeregt herumschlenkerten. Es hatte die Gestalt des Oberlehrers Stieler angenommen: hochrot vor Wut kam er vom Schulportal her über die Straße gestelzt und sein krächzendes „Halt!“ genügte, um die fluchtbereite Schar an den Boden zu bannen. Ganz verängstigt und verschüchtert standen die eben so ausgelassenen Jungens herum und ängstlich zupften die Finger an den jetzt trübselig herabhängenden Schwämmchen. Herr Oberlehrer Stieler aber, wie er jetzt die Hände auf dem Rücken unter dem Rockschoß zuisammenlegtie, so daß dieser sich im Takt seiner Entrüstung hob und senkte, und mit seinen langen Beinen unter den eingeschüchterten kleinen Missetätern herumstelzte, glich ganz und gar dem Storche im Kinderteich. „Das ist ja eine nette Horde von Knäblein!“ sagte er grimmig, einen nach dem anderen ansehend. „Das sind also nun die künftigen Humanisten! Gegen den alten Mann geht ihr los und zerbrecht ihm se' Utensilien! — Das ist wohl Tapferkeit? Wenn der Mann nun einen packt, kann er ihm ja alle Knochen im Leibe zerschlagen! — Und warum? — Na — Herr Biermann wird euch Mores lehren! Marsch — marsch — zurück in die Klasse!“ Gehorsam und eine böse Zukunft ahnend, schlich die ganze Gesellschaft durch das eben so fröhlich verlassene Tor, während Stieler dem Hausierer bedeutete, mit seinem Kram zu folgen. Der folgte ergeben, in der Hand neben seinem Kasten noch die Mütze „S. M. S. Germania“ tragend. Herr Biermann, mit Korrigieren beschäftigt und einen großen Pack blauer Hefte vor sich, war nicht wenig überrascht über den Aufzug, der sich zur Tür hereinbewegte. „Lieber Kollege Biermann!“ begann Stieler, nachdem der ganze Kondukt hereingelangt war — der Hausierer blieb am Ofen stehen, während die Kinder gewohnheitsgemäß ihre Plätze aufsuchten —, „ich war eben Zeuge eines sehr traurigen Vorfalles, der beschämend für unsere Schule ist und böse Folgen haben könnte, hätte ich. nicht mit schnellem Entschluß eingegriffen. — Es scheint denn doch, daß in Ihrer Klasse der Geist religiöser Duldsamkeit, wie wir ihn zu pflegen suchen, nicht eingezogen ist.“ „Also was ist denn los?“ fragte Biermann unwirsch, „religiöse Duldsamkeit bei ABC- Schützen?“ Stieler berichtete das Vorgefallene, und nach seiner Darstellung war es eine jener fanatischen Ausschreitungen übergroßen religiösen Eifers gegenüber Andersgläubigen, wie sie die Geschichte der Menschheit vor und nach Nero so häufig zu berichten hat, und waren die kleinen Frechlinge insgesamt vom Geiste Torquemadas erfüllt. „Ach, Unsinn!“ sagte Biermann. „Entschuldigen schon, Herr Kollege! — Was für einen Schaden haben Sie gehabt?“ wandte er sich an den Hausierer. „Ich weiß — was für einen Schaden kann ich gehabt haben“, sagte der, dem es ziemlich unbehaglich zu Mute war. „Wer wird mich bezahlen?“ „Eure Väter müssen für eure Ungezogenheit zahlen“, sagte Biermann, strafend die Jungens ansehend, die mit gesenkten Köpfen dasaßen. „Alle zusammen — wenn der Schuldige sich nicht meldet!“ Alles blieb stumm. „Entschuldigen Sie“, sagte der Hausierer und legte die „S.-M.-S.-Germania“-Mütze au! das Katheder. „Da ist noch eine Mütze —“ „Ha!“ rief Stieler und schwenkte die Mütze. „Jetzt weiß ich — ein Knabe im Matrosenanzug mit solcher Mütze sang laut das pöbelhafte Lied vom Juden Itzig! Wo ist dieser Knabe, der mit fremdem Glauben seinen Spott treibt?“ Erleichtert blickte hie und da ein Junge in die Höhe. „Adler — Adler“, summte es erst, rief es dann laut. „Gehört dir die Mütze?“ fragte Stieler inquisitorisch den kleinen Harold, der sich blutrot erhoben hatte. Harold nickte nur stumm. „Na also“, rief Biermann sehr erleichtert. „Da sehen Sie, auf welchem Holzweg Sie waren, Herr Kollege! — Dann wird gleich alles in Ordnung sein! — Aber konfessionelle Unduldsamkeit —“ Er lachte und sagte Stieler etwas ins Ohr. Der sah betroffen aus. „Wahrhaftig?“ fragte er. „Der einzige in meiner Klasse“, lachte Biermann gut gelaunt. Er öffnete die Tür zum Treppenhaus und schaute sich draußen m* ääoa oben km eine Sohar Tertianer eben die Treppe herunter. Einen von ihnen winkte er heran. „Fritz — du kannst mir mal einen Gefallen tUD, du wohnst ja in der Nähe von Adlers. Nimm mal den Harold hier an der Hand — ihr anderen könnt gehen, aber rasch —“ Das ließ sich die Bande nicht zweimal sagen, lautlos diesmal, entrannen sie dem Joch. Aber draußen warteten sie auf den angekündigten Aufzug. „Also du gehst mit Harold zu seinen Eltern und bestellst eine Empfehlung von mir. Und Harold hätte hier vor der Schule diesen alten Mann beschimpft und Spottlieder auf ihn gesungen — mit Jude Itzig — vergiß das nicht — Jude Itzig — und ihm seinen Kasten zertrümmert. Ich überließe Herrn Adler die Bestrafung, und er möchte doch den alten Mann entschädigen. Hast du verstanden?“ „Jawohl, Herr Biermann“, sagte Fritz, beglückt ob der Mission. „Komm, Harold!“ Und zog vergnügt ab, Harold fest an der Hand haltend, sich ganz als Detektiv fühlend, der einen Schwerverbrecher abgefaßt hat. Der Hausierer folgte, einige Schritte sich zurückhaltend. Vor der Tür aber standen all die Kameraden und sahen schreck- und abscheuerfüllt den Transport des Verbrechers an. Sie fühlten einen ungeheuren sittlichen Abstand zwischen sich und Harold. Und Fritz rief ihnen zu, voll tugendsamer Entrüstung: „Und dabei ist er selbst ein Jud!“ Bei Adlers gab es einigermaßen betretene Gesichter, als Fritz, vor Erregung von einem Bein auf das andere trippelnd, seinen Bericht erstattete, während Harold, mit gesenktem Blick die Mütze drehend, sich hinter den mächtigen Bären mit der Visitenkartenschale zu drücken suchte, der die Adlersche Diele beherrschte. Frau Adler hatte geistesgegenwärtig schleunigst die Tür zum Küchengang ins Schloß gedrückt, öffnete sie aber mit einem Ruck noch einmal, um sich zu vergewissern, daß Martha nicht lauschte. Herr Adler stand vor der geöffneten Tür seines Arbeitszimmers, beide Hände in den Hosentaschen und die erloschene Zigarre im Mundwinkel, während der Hausierer mißtrauisch das braune Bärenungetüm betrachtete. „Na —“, sagte Herr Adler, als Fritz endlich geendet hatte. „Also — dann lasse ich Herrn Biermann schön danken — und — ja — ich würde schon alles Notwendige besorgen. Schönen Dank!“ Fritz guckte sich neugierig, halb verlegen, um, nicht recht wissend, wie der Rückzug zu bewerkstelligen sei. Frau Adler kam ihm zu Hilfe, indem sie ihm die Hand reichte, gleichzeitig die Flurtür öffnend. „Sind Sie nicht der Sohn von Herrn Geheimrat Keller? — Ja? — Wir waren ja vor einigen Jahren Nachbarn an der See! Aber groß sind Sie geworden! — Guten Morgen.“ Bevor der errötende Fritz noch seine Erklärung, daß er als Untertertianer noch keinen Anspruch auf das „Sie“ habe, hervorgebracht hatte, befand er sich schon, eine prachtvolle Blutorange in der Hand, auf der Treppe, und bevor er sich die Frage, ob die Annahme dieses Gastgeschenkes nicht eigentlich gegen seine Würde verstoße, recht zu Ende überlegt hatte, war die schöne, goldene Frucht schon den Weg alles Fleisches gegangen. Dem Hausierer steckte Herr Adler mit feindseliger Miene eine, übrigens reichlich bemessene, Entschädigung zu und schob ihn zur Tür hinaus. — Harold aber wurde in sein Zimmer geschickt und zu seiner Verwirrung setzte es keine Strafe, ja, außer einigen unbestimmten Bemerkungen über ungezogenes Gassenbubenbenehmen nicht einmal einen Verweis. Es dämmerte nämlich den Eltern denn doch, daß letzten Endes bei dieser ärgerlichen Geschichte Harolds Schuld nicht allzu groß sei und man beschloß, ihn allmählich über seine Zugehörigkeit zum Judentum aufzuklären. Und so kam es, daß das Thema „Religionsunterricht“ im Hause Adler aktuell wurde. Es mußte etwas geschehen und so wurde beschlossen — nicht etwa, daß Harold schon jetzt solchen Unterricht empfangen sollte — das arme Kind ist so überlastet; es muß auch mit dem Klavierunterricht beginnen — aber, daß es von Michaelis ab dem christlichen Religionsunterricht fernbleiben solle, an dem er bis dahin teilgenommen hatte. So bekam Harold Adler den ersten Begriff von Religion; Religion ist, wenn man Montag und Donnerstag eine Stunde länger schlafen und später zur Schule kommen kann. So erschien ihm denn zunächst die Zugehörigkeit zum Judentum nur Vorteil zu bringen. Und „Stille Nacht, heilige Nacht“ lernte er schließlich auch in der, Gesangsstunde, Jüdische Künstlerspiele Zum Saisonbeginn am 7. September. Unser Programm: Wir hatten Gelegenheit mit dem verantwortlichen Leiter der „Jüdischen Künstlerspiele“, Dir. J. G o 1 <1 f 1 i e s, über die bevorstehende Theatersaison zu sprechen und entnehmen seinen Ausführungen das Folgende: Bekanntlich haben die „Jüdischen Künstlerspiele“ im April d. J. das Fest des 10jährigen Bestandes begangen. Dieses Jubiläum sollte jedoch nicht bloß eine einmalige FestvoTstellung bringen, sondern darüber hinaus das ganze Jubiläumsjahr Aufführungen von besonderem künstlerischen Niveau bieten. Ich verweise bei dieser Gelegenheit auf das Gastspiel Leo Reuß-Brandhofers und die allseits gewürdigten künstlerischen Vorstellungen. Vom gleichen Gesichtspunkte ließ ich mich leiten, als icli mich entschloß, zum Saisonbeginn Künstler vom Range eines M. L i pmann, weiters Eny Li ton, Natalia Lipmann und Jizchok Grudberg-Turkow vom amerikanisch-jüdischen Kunsttheater zu verpflichten, um den treuen Stammgästen unseres Theaters, aber auch den vielen durch das Reuß-Gastspiel hinzugekommenen neuen Interessenten bestes jiddisches Theater zu bieten. Über die genannten Schauspieler, die der jüdischen Öffentlichkeit vom letzten Wiener Gastspiel Morris Schwartz* bekannt sind, brauche ich wohl nicht viel Worte zu verlieren. Ihre Namen haben in der ganzen Welt Ansehen und Klang; sie kommen aus Warschau, wo sie bis in die letzten Tage an den Schlußaufnahmen der Filme „Dybuk“ und „Tkias-Kaf“ mitgewirkt haben. Mehr möchte ich über das Repertoire sprechen. Von diesem werden „J o s c h e Kalb“ und „Gott, Mensch und Teuf e 1“ in der Morris Schwartzsohen Inszenierung zu sehen sein. Als Premierennovität (Moze Rosch-Haschonoh am 7. September) wird eines der berühmtesten Stücke der jiddischen Literatur, Berko witsch’ „Moschke Chase r“, gegeben Werden. Ein Stück jüdischen Lebens, das leider heute angesichts der Pogrome in Polen eine traurige Aktualität besitzt. (Ähnlich wie dies bei „Semaels Sendung“ der Fall war.) Das jüdische Theater soll ein Spiegel des jüdischen Lebens unserer Zeit sein. Es soll durch künstlerische Leistungen Argumente der Gegner des Judentums entkräften und ihre Grausamkeiten aufzeigen. Jüdisches Theater und jüdisches Leben lassen sich nicht auseinanderhalten. Das haben die „Jüdischen Künstlerspiele“ auch durch die zahlreichen, im Dienste der nationalen Sache stehenden Aufführungen bewiesen. Was das bevorstehende Gastspiel besonders auszeichnen wird ist, daß in der Person von M. Lipmann einer der Mitarbeiter von Morri* Schwartz und einer der besten jüdischen Regisseure für Wien gewonnen wurde. Die Inszenierungen Lipmanns (Goldfadens „Kischewri maoherin“ wird hier in seiner berühmten Warschauer Regieleistung zu sehen sein) sind für ein großes Ensemble berechnet, und wir haben' daher ein dem Gastspiel würdiges Ensemble zusammengestellt. Lora Glücksmann und Dolly Nachbar werden wieder auf treten, aber auch Cilli Bell, Mina Deutsch und die Herren Bell, Meiseis, Sigal, Tunis und andere sind mit von der Partie. Selbstredend wird das Ensemble für die einzelnen Stücke vergrößert. Auch die heitere Muse wird bei diesem Gastspiel zur Geltung kommen. Ferner fallen in den Rahmen dieses Gastspieles auch einige Abende mit Leo Reuß-Brandhofer, der sich' von Europa auf der jüdischen Bühne verabschieden wird. Über die weiteren Pläne will ich mich vorderhand nicht näher auslassen. Wir haben das Unsrige getan, um das jüdische Theater in Wien auf besonderer Höhe zu halten. Das Wort bat das Publikum. Die Aufführungen von „Joschke Chaser“ mifl den Mitgliedern des Morris-Schwartz-Ensembles finden ab Dienstag, den 7. September, täglich um %9 Uhr abends, Sonntag, den 12. d.* auch nachmittags um % 4 Uhr, bei kleinem Preisen statt. Der Kartenvorverkauf hat am der Theaterkasse (H, Praterstraße 34) auch telephonisch (R 45-4-94) bereite begonnen. Jung-Wizo „Mirjam“. Die regelmäßigen Zusammenkünfte finden ab Donnerstag, den 16. September, statt. An diesem Tag beginnen auch die Hebräiseh-Kurse für Kinder und Erwachsene, sowohl für Anfänger als auch für Vorgeschrittene, geleitet durch Prof. D. Z. Weinstein. Die Einteilung der Kurse erfolgt Donnerstag, den 16. September, um 7 Uhr abends. Sowohl für „Mirjam“-Mitglieder, als auch für Neueintretende ist der Unterricht unentgeltlich. Die Französisch- und Englisch-Kurse beginnen am 1. Oktober.. Einschreibungen in die „Mirjam“ von Montag bis Donnerstag im Sekretariat der Jung-Wizo „Mirjam“ (I., Jordangasse 7) von 5 bis 6 Uhr nachmittags. Die Hebräische Schule, H., Praterstraße 13, 1. Stiege, Mezzanin, veranstaltet anläßlich der hohen Feiertage einen feierlichen Gottesdienst. Für gute Vorbeter ist gesorgt. Karten im Heime, II., Praterstraße 13, täglich von 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Samstag abends von %8 bis 10 Uhr, Sonntag ganztägig, Kollegentag der Maturanten der Maturaschule „Universum“. Für die Abiturienten der Maturaschule „Universum“ (Jahrgänge 1931 bis 1936) wird ein Treffen im Laufe des Monates Oktober in Aussicht genommen. Sie werdeu eingeladen, ihre Adresse der Maturasobule „Universum“, Wien, IX., Garnisongasse 8, mitzu*

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