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Die Stimme · 1937-08-27 · Heft 672 (27.8.1937) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 672 (27.8.1937)
Date
1937-08-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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«•He S DIB «TIMMI Nr. 872. — Wien, Freitag, 27. August 1937* asassaasBaMaaBi; DIE KINDER-STIMME REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD Hans Christian Andersen und die Juden (Aus einem demnächst erscheinenden Buch: „Juden im Spiegel nordischer Dichtung“ von Lilian Grünwald.) Glückspeter (Schluß.) Mutter und Großmutter sahen sich an, sprachen aber kein Wort mehr. Auf der Straße ertönte Wagengerassel; es waren die Leute, die aus dem Theater kamen. Die beiden Frauen blickten zum Fenster hinaus; Leute gingen voniber und sprachen laut; sie kamen aus dem Theater; sie wußten nicht, was Lebensfreude oder große Betrübnis dort hinauf in die Dachwohnung im Hause des reichen Großhändlers bringen konnte. Endlich kam jemand die Treppe herauf. Herein stürzte Madam Hof und hinterher ihr Gatte. Sie flog Mutter und Großmutter um den Hals, sagte jedoch kein Wort; sie weinte und schluchzte. „Herrgott!“ sagten Mutter und Großmutter, „wie ist es Peter ergangen?“ „Laßt mich weinen!“ sagte Madam Hof; sie war ganz überwältigt, so tief bewegt. „Ich kann es nicht aushalten! Ac-h, ihr guten Menschen, ihr hättet es auch nicht ausgehalten!“ und nun flössen ihre Tränen in Strömen. „Haben sie ihn ausgepfiffen!?“ rief die Mutter. „Nein, das nicht!“ sagte Madam. „Sie haben — ach, daß ich das erleben mußte!“ Da -weinten sowohl Mutter wie Großmutter. „Mäßige dich, Emilie!“ sagte Herr Hof. Peter hat gesiegt! Triumphiert! Das Haus war nahe daran zusammenzustürzen, so wurde geklatscht. Ich spüre es noch in meinen Händen. Es war ein Beifallssturm vom Parkett bis hinauf zur Galerie; das ganze Königshaus klatschte mit. Das war mehr als Talent, das war Genie!“ „Ja, Genie!“ sägte Madam Hof. „Das sind meine Worte! Gott segne dich, Hof, daß du sie ausgesprochen hast. Ihr prächtigen Menschen! Nie und nimmer hätte ich geglaubt, daß man so singen und Komödie spielen kann, und ich habe doch diie ganze Theatergeschichte mit durchlebt!“ Sie weinte wieder. Mutter und Großmutter lachten, während die Tränen ihnen noch über die Wangen perlten. Wiener KINDER-LIDO 25 Minuten vom Zentrum, hochgelegen. Beim Hause: Schwimmbad, kalte u. warme Duschen, Sport- und Spielplatz, Liegewiesen. Heller, 180 m1 großer Saal bei Schlechtwetter. Inkl. reicht. Mittagessen, Jause und Fahrt S 18*50 pro Woche. Sorgfältige Aufsicht. Auskunft: Telephon U 14-908 nur von 8 bis 9 Uhr abends. „Schlaft nun gut darauf!“ sagte Herr Hof. „Und nun komm, Emilie! Gute Nacht! Gute Nacht!“ Sie verließen das Bodenzimmer und zwei glückliche Menschen blieben zurück. Lange waren die beiden nicht allein. Die Tür wurde geöffnet und Peter, der nur versprochen hatte, am nächsten Vormittag zu kommen, stand im Zimmer. Er wußte ja, mit welchen Gedanken die beiden Alten ihn begleitet hatten, in welcher Ungewißheit sie möglicherweise noch schweben konnten, und da er mit seinem Gesangsmeister an dem alten Heim vorüberfuhr, ließ er halten; er sah, daß sie oben noch Licht hatten, und nun mußte er hinauf zu ihnen. „Herrlich, glücklich, prächtig, alles ist gut gegangen!“, jubelte er und küßte Mutter und Großmutter. Der Meister nickte, mit freudestrahlendem Gesicht und drückte den beiden Alten die Hände. „Und nun muß er nach Hause und zur Rubel“ sagte er, und damit hatte der Abendbestioh ein Ende. „Guter Gott im Himmel, wie gnädig und gütig du bist!“ sagten die beiden armen Frauen. Bis tief in die Nacht hinein spra oben sie von Peter. Und überall, in der ganzen großen Stadt, wurde von ihm, dem jungen, schönen, wunderbaren Sänger gesprochen. * Hier nehmen wir Abschied vom Glückspeter. Wir haben seine Kinderzeit, den dornenvollen Anfang seines künstlerischen Strebens miterlebt, und die Gestalten, die ihn umgaben: die hellsichtige Großmutter, den guten Ballettmeister, die bösen Tanzkinder, den finstern Gesangsmeister, der in Wirklichkeit sein hilfreichster und ehrlichster Freund war, kennengelernt. Hans Christian Andersen hat in diesem Glückspeter den Anfang seines eigenen Lebens dargestellt. Nur war es in Wirklichkeit viel härter und die guten Freunde kamen viel später, als er schon des öfteren ganz gebrochen war. Aber sie kamen. Unter diesen Freunden waren auch Juden, und im Hause eines solchen jüdischen Freundes und Gönners, Etatsrat Melchior, ist Hans | Christian Andersen auch gestorben. Nachdruck verboten. Wir spielen und lernen ein wenig Hebräisch 26. Spiel: Ballschule. Auf den Boden werden in einem Abstand von zirka je drei Schritten vier lange Striche gezogen. (Man nimmt dazu einen Stock oder einen größeren' eckigen Stein, um die Schuhabsätze, mit denen es leider meist gemacht wird, zu schonen.) Auf den ersten Strich stellen wir uns alle (hinter uns sind die übrigen drei Striche), eine von uns ist die Lehrerin; diese steht in einiger Entfernung, vier oder fünf Schritte nach Belieben, uns gegenüber und wirft nun einem jeden den Ball zu. Der Ball darf den Boden nicht berühren. Der Ball wandert jedesmal zur Lehrerin zurück. Wer ihn auf diese Weise zehnmal ohne Fehler aufgefangen hat, darf „aufsteigen“ in die nächst höhere Klasse, I Text HI. Text il. Du hast den Ball fallen lassen bippälta hakkadflr das ist der zweite Strich, also die zweite Klasse. Dorthin ist die Entfernung demgemäß weiter und der Ball schwerer zu fangen. In den letzten Klassen kann man das Fangen noch schwieriger machen, indem nur mit einer Hand geworfen und aufgefangen werden darf oder wenn schließlich mit -zwei Bällen gespielt wird, das heißt in dem Augenblick, wenn die Lehrerin den Ball zuwirft, wirft die Schülerin gleichfalls einen Ball ihr zu, so daß sich die beiden Bälle kreuzen und ohne aufzufallen gefangen werden müssen. Die Schülerin gibt dann ihren Ball ihrer Nachbarin weiter. Bis zehn könnt ihr ja schon alle zählen. (Siehe Spiel 19.) du kannst aufsteigen in die zweite, in die dritte Klasse, in die vierte du bleibst sitzen der Wurf gilt nicht du bist jetzt Lehrer er spielt ausgezeichnet du bist Vorzugsschüler du hast keinen einzigen Fehler gemacht genug, wir sind müde die vierte Klasse ist mir zu schwer. ättah ..jachöl da-alöt el hakkittah hasohsch’nijjah el -hakkittah hasch’schlischit, el har’wnt \ attah nischär hakkittah lö saräkta k’hogen ' achschaw attab moreh ho m’ßachek jafeh m’od attah talmid m’zfljan 1ö ta-itah af pä-am achafc daj, k’war ajäfnü hakkittah ha-r’wi-it kaschäh biachwili ad m’od. \ Text I. iwsn nSsn — T: " .Tjitffi nnsn Sk JviSyS Sb» nnK T* 5 " T * - V * r T T “ . nnsn Sk . ... T. - n'jwyi Sk nraa “iKt^i nn« T - T : T" jalna ngnt tfS mie nn« vutay v t “ t : “ nfcö w pnfea kw ™ TöSn HP1K 'tv: TflFfK *)K tfS Wfijy "OS ft zifeö 'S'atfta rws n'yoin nnsn . - s t't * «T T* " Was Ich In den Ferien tue Nun rücken die Ferien ihrem Ende zu. Da winken bedrohlich die schweren Fächer, allen voran die Mathematik. Oh, wie grauslich, und doch ist das Wiederholen oft so nötig! Du gebe ich euch ein ganz merkwürdiges Rechenexempel auf: Ihr könnt machen, was ihr wollt, es kommt immer das gleiche heraus: nämlich 363. Nur darf die Zahl, die ihr nehmt, nicht mehr als d r e is t c 11 i g und die Schlußziffer kleiner als die Anfangsziffer der Zahl sein. Zum Beispiel: 734 Wir kehren diese Zahl um, ziehen die 437 von der Ursprungszahl ab, so bleibt 297 Diese Zahl, umgedreht, gibt 792 Diese, zu der vorigen addiert, gilbt 1089 dividiert durch 3 363. Nun probiert es aus, ob es mit jeder Zahl wirklich so ausgeht. Vergeßt aber nicht, daß die Endziffer immer kleiner als die Anfangsziffer sein muß und die Summe durch drei geteilt wird. * Rätselecke Hebräisches Buchstabenrätsel. Alle Welt sieht man hinlaufen Für die Küoho einzukaufen; Voll ist Tasche, Korb mit Henkel, — Ander’ den Vokal, heißt’s ...? (Suche das entsprechende hebräische Wort!) * Biblisches Rätsel. Welchen Menschen hat Neugierde zum Mineral gemacht? * Magisches Quadrat. Von Samuel Jäger. 12 3 4 Ädelstitel. 2. Vogel. 8. Sohn Adams. 4. Pelz. * Auflösung der Rätsel aus der vorigen Nummer. Saul — Alle — Ulan — Lenz. * Briefkasten. Ernst Wlllner: Beaten Dank für deine Hebe Karte. Wir freuen uns auf deinen Besuch. — Arjeh Pohoryles: Ich habe mich gefreut, daß du mich, obwohl du in Tel-Aviv lebst, doch kennst und gern hast; wenn du nach Wien kommst, besuchts du mich, ja? Ist. Synagogen-Vereln „Beth Israel“. Der Unterricht in der Talmud Thora des polnischen Tempels, II., LeopolcLsgass-e 29, beginnt Donnerstag, den 16. September. Es wird Lesen, Tefilah Thora, Nach, Hebräisch und Talmud unterrichtet. Der Unterricht wird von bewährten Kräften geleitet. Einschreibungen täglich zwischen 6 bis 8 Uhr abends ab 9. September im Sekretariat des Tempels. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5, Tel. U 29-1-29, Postsparkassen-Konto A 100.208. Juni-Leerung. I. Bezirk: Dr. Mair Pais 2.32; Arch. Eugen Schiller 3.36; Dr. Erwin Klein 2.20; Anna Schauer 11.20; Stella Trieger 2.—. II. Bezirk: Gyula Neumann 2.50; L. Klapper 2.13; Dr. Samuel Engelmann 2.—; Riesel 2.30; Fanni Zloczower 2.—; Berta Singer 2.30; Stockmann 5.—; Israel Jelen 3.10; Benno Mohliwer 2.—; Max Koppe 2.—; Nuchim Lanczener 2.—; Dr. Chaim Schieber "3.17; Otto Bernstein 2.15; Abraham Selzer 6.87; Erna Engelberg 2.54; „Jeschuath Achim“ 2.34; Polnischer Tempel 2.04; Franziska Feuerstein 2.—; Markus Fels 5.40; Berta Ehre 4.46; M. Tauber 5.—; K. Buttermann 11.81; M. O. Welt 2.24; Rosa Gorwitz 4.19; Dr. Ernst Rum- Stein 2.—; Esther Seharge 2.07; Emil Lagstein 2.73; Heinrich Stern 3.80; Blum-Schwarzwald A. 11.41; Dr. Heinrich Gottlieb 3.; Adele Pau- JÜDISCHE» KALENDER 27. Aus. bis 2. Sept. 1937. 29. Us 2*. Elul 5697 Freitag (27.) Sabbath-Elngang 645 Samstag (28.) Sabbath-Ausgang 735 Wodienabsdinltt: Tawo ker 2.72; Jakob Klapholz 2.10; Dora Brandeistein 2.—; Fritzi Seidner 10.93. UI. Bezirk: Dir. Ißidor Einsebruch 3.50; Leopold Krämer 2.46; Tempel Untere Viaduktgasse 5.20; Max Rothblum 2.—; Dr. Kurt Epler 3.97; Alice Naß 3.24; Dr. E. Hirschhorn 2.23; Hermann Glück 2.60; Dr. Emil Krasny 54.61; Arch. Ernst Meller 5.50; Isser Habermann 2.05. IV. Bezirk: Sara Schlesinger 4,83; Sidonie Zwirn 2.24; Dr. Robert Weil 3.12; Heinrich Offenberger 3.—; Alma Scvhäfler 4.—; Dr. J. Roll 2.—; Anna Grabkowicz 2.—; Brith Zion IV/V 2.43. V. Bezirk: Elias Apfelgrün 3.—; Siegfried Klausner 9.24; Dr. Lina Kantor 2.59. VI. B e z i r k: B. Haipern 2.—; Geza Pollak 2.03; Armin Pollak 3.10. VH. Bezirk: Alke Goldenberg 5.45; Arch. Ing. Hermann Neumann 4.15. VIII. Bezirk: Josef Goldner 9.—; Karl Schwarz 3.—; Elisabeth Felber 6.—. IX. Bezirk: Dr. J. Gottesmann 2.—; Samuel Abeies 2.—; Leo Deutsch 2.—; Heinrich Trieger 4.14; Max Rosenstock 2.60; Arthur Weiß 19.—; Adolf Rosenhek 2.30; Baum Kaßner 2.—; Karoline Kohn 2.01; Zellermayer 2.50; Hans Joachim Tischler 2.—; Ing. Josef Stäuber 2.—; Arnold Feuer 2.63; Käthe Kürbh 3.32; Dr. Tulo Nüssen bl att 5.40; Dr. N. Blauer 2.50; Sektion VIII/IX 5.77. X. Bezirk: Dr. N. Diamant 10.—; Paula Hausner 10.—. XU. Bezirk: Oskiar Rosenrauch 3.—; Walter Kurz 6.16; Dr. W. Blaustein 3.—; Ing. Liechtenstein 3.—. XIII. Bezirk: Otto Pachner 3.—; Hugo Orienter 2.11; Egon Kalb 3.65; Med.iRat Dr. Josef Kinsbrunner 2.—; Hietzinger Tempel 3.95; Ob.-Ing. Emil Taub 8.—; Familie Rabb, Dr. M. Lewin 10.73; Isidor Löwy 2.—;. Ignatz Schneider 3.—; Risa Pollak 9.26; Moritz Balter 2.94; Samuel Braun 2.—; Heinrich Löwinger 5.30; Elias Mann 2.82. XVI. Bezirk: Huber-Tempel 11.97. XVIII. Bezirk: Schopenhauer-Tempel 3.19. XIX. Bezirk: Rudolf Langer 12.—; Ernst Gutfleisch 3.—; Wilhelm Löw 5.—; Dir. Siegfried Altmann 5.—; Gustav Taussig 4.31; Max Zylinder 5.—; Moritz Silberstern 3.10; Hofrat Dr. Philipp Silberstern 10.30; K. E. 4.—; Doktor Adolf Leser 3.—; Dr. Chaim Tartakower 4.—. XX. Bezirk: Moses Aron Tauber 4.62; Dr. Arje Fränkel 2.12. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1*50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—• Fäf das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.-9 Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50. Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Le) 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Redaktion und Administration: Wien, I., Marc- Aurel-StraOe 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktionsschluß Montag und Mittwoch vormittags. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. 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