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Die Stimme · 1937-08-24 · Heft 671 (24.8.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 671 (24.8.1937)
Date
1937-08-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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y. fc. b. 20 g JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 671 Wien, Dienstag, 24* August 1937 17. Eltil S697 10. Jahrgang Jewish Agency für jüdisch-arabische Verständigung ZüricherTagungabgeschlossen Zürich, 22. August. Die fünfte Tagung des Council der „Jewish Agency“ fand in einer Nachtsitzung auf heute ihren Abschluß. Der Council bestätigte die vom XX. Zionistischen Kongreß angenommenen Beschlüsse und nahm ferner einstimmig (bei 16 Stimmenenthaltungen) die Entschließung an, in der die Behauptung der Königlichen Kommission, daß das Palästina-Mandat sich als undurchführbar erwiesen habe, schärfstens zurückgewiesen und die Exekutive beauftragt wird, sicii jeder Beeinträchtigung der ersten Balfour-Deklaration und der durch sie garantierten internationalen Rechtedes jüdischen Volkes zu widersetzen. Ferner verurteilte der Council die von der Königlichen Kommission vorgeschlagenen Alternativmittel, welche eine willkürliche Einschränkung der jüdischen Einwanderung und eine scharfe Beschränkung der jüdischen Kolonisierung verursachen. Für ein ungeteiltes Palästina Der Council beauftragte die Exekutive, weiter ihre Bemühungen zur Schaffung eines Friedens Übereinkommens mit den Arabern in Palästina fortzusetzen und die britische Regierung zu ersuchen, eine Konferenz am runden Tisch von Arabern und Juden zustandezubringen, damit ein friedliches Übereinkommen zugunsten eines ungeteilten Palästina auf der Grundlage der Balfour-Deklaration und des Palästina-Mandates gefunden werden möge. * Der Council betrachte den von der Königlichen Kommission vorgeschlagenen Teilungsplan für unvereinbar mit den Interessen des jüdischen Volkes und bevollmächtigt die Exekutive, in Verhandlungen mit der britischen Regierung einzutreten, um den genauen Inhalt des von der britischen Regierung vorgeschlagenen Planes zur Schaffung eines Juden Staates testzustellen. - i . »fc, . * * Die neue Exekutive kStimme Die andere Seite Der XX. Zionisbenkongreß war fast ausschließlich mit dem Problem der Teilung Palästinas befaßt. Uber die außenpolitischen Rückwirkungen der politischen Resolution und der Politik des Präsidenten Weizmann haben wir letzthin berichtet. Heute soll über die „andere Seite“ gesprochen werden, worunter die inneren Probleme der Zionistischen Organisation zu verstehen sind, und zwar in ihren Beziehungen sowohl zur Außenpolitik als zur Innenpolitik. In außenpolitischer Hinsicht sei neuerlich gesägt, daß die Organisation durch die Stellungnahme der Exekutive überrascht wurde. Die Exekutive hat es unterlassen, die zionistische Öffentlichkeit rechtzeitig mit dem wahren Stand der Dinge vertraut zu machen. Nicht einmal die Mitglieder des Aktions-Komitees erhielten auch nur die geringste Information. Bei dieser Sachlage klang es einigermaßen wie Hohn, wenn von „Demokratie“ und von „Souveränität“ des Kongresses“ gesprochen wurde. Noch mehr! Die geschlossenen Sitzungen des Kongresses waren nichts anderes als die Fortsetzung einer Politik, die von jeder Demokratie weit entfernt ist. In den geschlossenen Sitzungen des Plenums wurde kaum etwas gesagt, was nicht auch in aller Öffentlichkeit hätte gesagt werden können. Die Jasager und Neinsager hielten Monologe oder sprachen Artikel für ihre Zeitungen daheim. Wer aber glaubt, daß wenigstens die Mitglieder der Exekutive ihre politischen Maßnahmen immer nach vorangegangener Beschlußfassung trafen, irrt. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Mitglieder der Exekutive und allem Anschein nach auch die mit der Führung der Politik befaßten Mitglieder — nicht immer wußten, was vorging. Wir haben den tiefsten Respekt vor der Person des Präsidenten Weizmann. Wenn wir aber wünschen, daß die Konstitution der Organisation beobachtet und den Instanzen die Möglichkeit gegeben wird, mitzuberaten und nicht vor vollzogene Tatsachen gestellt zs werden, so ist dies vor allem in dem Umstand begründet, daß es sich hier nicht um. irgend eine politische Angelegenheit, sondern um die lebenswicht i g s t e Frage handelt, die das jüdische Volk seit zweitausend Jahren zu entscheiden hatte. Es geht nicht nur um die Weltgeltung, sondern um die Existenz des Volkes. Die legalen Instanzen der Organisation wollen dem Präsidenten und der Exekutive die ungeheure Verantwortung, die uns alle belastet, mit tragen helfen. Es wäre daher besser gewesen, wenn dem Wunsche der Neinsager Rechnung getragen worden wäre snd eine Verstärkung der Exekutive in London stattgefunden hätte. Leider wurde dies von der Mehrheit abgelehnt, und so kam es nur zur Bildung einer Politischen Kommission. Wir wollen hoffen, daß nichts geschieht, ohne daß vorher das Votum dieser Kommission eingoholt wird. Nun zur inneren Politik. Der Kongreß hatte weder Zeit, noch war er in der Stimmung, das zionistische Haus zu bestellen. Nach wie vor harren die schwierigsten Probleme der Lösung. Die Frage des Schekels, der Arbeitsbeziehungen, der Wirtschaftsrat, das Kontrollamt — alles blieb unerledigt. Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten hat wieder einmal vergebens gekämpft. Aber er ist am besten Wego, sich durchzusetzen. In der Gruppe A der Allgemeinen Zionisten wächst der Widerstand gegen den Miß)) r a u c h d c r M a c h t d u r e h die Arbeiterpartei, die alles tut, Nach der Annahme der Resolution wunde die Neuwahl der Exekutive vorgenommen. Zum Präsidenten wurde Dr. Chadm Weizmann gewählt. Zum Mitglied wurde mit vollem Stimmrecht Ussißohkin gewählt. Zionistische'Mitglieder: David ben G u r i o n, Prof. S. B r 0 d e t s k y, Jizchak Grüubaum, Rabbiner F i s hm an n, Eliieser Kaplan, Du Fische! Rutenstreich und Mosche T e c h e r t. o k. Ni ch t zi ö n i s tis c h e Mitglieder: Dr. Moritz Hexter, Dr. Werner Senator, Dr. Moritz K a r p f, Dr. R u p p i n und Frau M. Jacobs. — Für Amerika: Louis Lipsky (Zionist), Dr. Karpf (Nicktzionist). In die vom Kongreß gewählte politi- Jerusalem, 22. August. (JTA.) Nach dem neuesten Bulletin der Statistischen Abteilung der Palästinaregierung betrugen die Einnahmen der Palästinaverwaltung im ersten Vierteljahr des laufenden Rechnungsjahres (April bis Juni) 1,164.000 Pfund gegen 932.000 Pfund In der gleichen Zeit des Vorjahres. Ausgegeben wurden 1,087.000 Pfund, um die Erstarkung der Allgemein-zionistischen Arbeiterbewegung zu hindern. Hier knüpfen sich Fäden zwischen den Grap* pen A und B, die verstärkt werden müssen und hier sind die Ansätze einer erfolgversprechenden Politik zu sehen, die der Präsident des Weltverbandes, Doktor Schwarzbart, im Einvernehmen mit der Palästina-Zentrale des Weltverbandes führt. Das Wachstum unseres Irgun und die große Zahl von Kongreßdelegierten aus dem Irgun und den Jugendbünden war erfreulich. Unerfreulich ist die Tatsache, daß die Leitung der Gruppe A trotz wiederholter Schritte des Präsidenten Dr. Schwarzbart nicht einmal eine V e rs tändigun gsk o mm ission nominierte. Die vom Weltverband vertretenen Prinzipien gewinnen in der Gruppe A immer mehr Anhänger. Es wächst dort die Zahl derer, die nicht Agenten der Arbeiterpartei sein wollen. Die Zeit, wo ein ideo- •ß ch e K o an m i ß s i o n mit denn Sitz in London wurden die folgenden Vertreter der Nichtzionisten entsendet: Liane! Cohen, Sir Osanoud d‘Avigdor Goldsmid, Lond R e a d i n g, Felix W a r b u ig (New York), Profeßsor Speyer (Brüssel) und Dr. Wilbilm Filderman (Bukarest). Zu .Vorsitzenden des Rates der . Jewish Agency wurden gewählt: Lord M e i c h e 1t unid Morris R o th e n b e r g (New York). Als Viri'list wurde ehrenamtlich Leonard Stein (London) in den Rat berufen. Ferner wurde ein ans 40 Mitgliedem bestehendes Verwaltungskomitee gewählt. Nach einem Schlußwort Weizmanns fand die Tagung mit der Absing.ung der Tikwäh ihr Ende. 210.000 Pfund mehr als jm vorigen Jahr. Die Ausgaben im Mai betrugen allein 427.000 Pfund; in ihnen ist der erste Zuschuß zu den Verteidigungskosten des Empire enthalten. Der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung hat sich damit Ende Juni auf 4,924.000 Pfund erhöht. mus seine Friedensmission wird erfüllen können, ist näher als man annimmt. Noch ein Problem dier „anderen Seite“ sei Mer erwähnt. Man spricht von Teilung, Mandatskommission und Völkerbund und tut so, als ob der Jischuw nicht da wäre. Er ist aber da und macht durch die Unsicherheit der politischen Lage eine Krise mit. In Krisenzeiten ist privates Kapital nicht oder nur schwer zu haben. Jeder muß begreifen, daß die Fonde, der Keren Kajemoth und der Keren Hajessod — unser nationales Kapital — jetzt eine Historische Aufgabe zu erfüllen haben. Das Land ist im Aufbau, viele Siedlungen sind noch weit, voai der Selbsterhaltung’sfähigkeit, Industrie, Gewerbe und Handel benötigen Kredite. Brunnen müssen gebohrt und Boden muß bezahlt und erlöst werden. Die Sicherheit erfordert, weitere Vorkehrungen. Die beste Politik würde Für die nationalen Fonds Die Beschlüsse der Fondskommission des XX. Kongresses Die vom XX. Zionistenkongreß eingesetzte Fondskommission erläßt den folgenden Aufruf: In dieser Entscheidungsstunde für das jüdische Volk und seine historische Heimat betont der XX. YJonistenkongreß die besondere Wichtigkeit, der Fortsetzung des Aufbauwerkes in Erez Israel, in erster Reihe mit, Hilfe der beiden nationalen Fonds — Keren Kajemeth LejIsrael und Keren Hajessod. ln jeder Situation und unter allen Umständen waren und bleiben die nationalen Fonds unsere wichtigsten Instrumente des Aufbaues. Ihre Bedeutung wird sich steigern in dem Maßet als die Notwendigkeit wachsen wird-, durch Leistungen des praktischen Aufbaues eine feste Basis für die politische Lage im Zionismus zu schaffen. Die Schaffung von neuen, großen und, starken Tatsachen im Aufbau, von Erez Israel wird die Aufgabe der nationalen Fonds in der nächsten Zukunft sein. Aufgabe des Keren KajemetJi wird es sein, für die rasche und energische Erwerbung von neuen Bodenßächen zu sorgen, um so eine feste Grundlage für den Aufbau der jüdischen Heimat zu schaffen. Aufgabe des Keren Hajessod wird es sein, die bestehenden Siedlungen auszubauen und neue Siedlungspunkte zu gründen, neue wirtschaftliche Positionen zu schaffen und überhaupt die ökonomische Lage des Jischuw im Lande zu befestigen. Für die energische und ununterbrochene Verwirklichung dieser Grundaufgaben werden die Aufbaiifonds weit größere Mittel als bisher benötigen. Deshalb ruft der XX. Zionistenkongreß das jüdische Volk in der ganzen Welt auf, sich mit erhöhten Anstrengungen und O pf er Willigkeit in den Dienst des Keren Kajemeth Lejisrael und Keren Hajessod zu stellen, um sie in vollem Maße instand zu setzen, die zentralen Aufgaben des Aufbaues zu verwirklichen, die in der heranrückenden entscheidungsschwerem, Stunde von Urnen verlangt werden. Ziffern zum Judenstaat Dem Referat, das Dr; Artur Ruppin in der Sitzung der Jewish Agency erstattet hat, entnehmen wir die folgenden Ausführungen: Die Gesamtfläche Palästinas beträgt bekanntlich 26 Millionen Dunam, etwa 26.000 Quadratkilometer. Fast die Hälfte davon entfällt auf den Negew. Von den übrigbleibenden 13 Millionen Dunam entfällt auf den jüdischen Staat nach den Vorschlägen der Königlichen Kommission eine Fläche von 4'9 Millionen Dunam, auf den Korridor 900.000 Dunam, auf den arabischen Staat 8 Millionen Dunam,' wozu vielleicht noch der Negew kommt. Wir erhalten also prozentmäßig, wenn wir den Negew mit einreehnen, 35%, sonst 18% der Gesamtfläche Palästinas. Von den 4'9 Millionen Dunam Fläche des vorgeschlagenen Judenstaates gehören zur Zeit den Juden etwa 1'3 Millionen, der Rest ist noch in den Händen der Araber oder (Bawaldungsflächen) in den Händen der Regierung. Gegenwärtig leben hier 819.000 Juden versagen, weam der Jischuw zusammenbreeben würde. Mit Recht hat daher Präsident Weizmann in der Schlußsitzung des Kongresses die Zionisten an ihre Pflicht gegenüber den Fonden gemalmt. Die Erfüllung dieser Pflicht ist das oberste Gebot für jeden Zionisten. Die Führung der Politik ist die Sache derer, die von unserer Verfassung dazu berufen sind. Wir sind in der Etappe, der Jischuw ist an der Front. Unsere Aufgabe ist es, ihn zu alimentieren. Die beste Armee muß zusammenbrechen, wenn sie ohne Nachschub bleibt. „Die Kunst zu siegen, besteht in der Kunst des guten Nachschubes“, sagte Napoleon. Das gilt auch für uns. Niemand darf sich seiner Pflicht entziehen. Auch von unseren Sparkreuzorn, die wir den Fonden geben, hängt es ab, ob der Zionismus siegt oder unborgelit. mmmmmammmmmmmmmmmmmwmmamm \ Fast 5 Millionen Pfund Überschüsse in Palästina' logisch einheitlicher Allgemeiner Zionis¬

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