Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 656 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8#!t# 8 Oll STIMMI Nr. 656. —• .Wien, Donnerstag, 1. Juli 1Ö3ff* (jM(|f|pj|]n Ul UUlJlCIlIC üw. i, Seitenstittngim Kr. 2 X!., Zeniralfrledhof, neben den I. T«. Seaifig lestklestea Uclau&vzeit Beim Ein’paoken Ihres Urlaubegepäcks — sei es nun ein großer Koffer oder ein bescheidener Rucksack — dürfen Sie Ihre Iti-Büchse nicht vergessen. Sie ist Ihr selbstverständlicher und unwegdenkbarer Begleiter in allen Tagen, bo wie Judennot und Judenleid, und der Gedanke daran, und der Gedanke an Ende dieser Not Begleiter ihrer, unserer Tage sind; Sie können, wenn Sie auf Urlaub gehen, alles von sich abwerfen, persönliche und Berufssorgen; aber nicht abscbüttelbar bleibt, nicht aufschiebbar bleibt der Gedanke an den Bodenfonds des jüdischen Aufbauwerkes. Bedenken Sie, daß Ihnen vergönnt ist, auf kurzen oder längeren. Sommerurlaub zu gehen, aber Judennot kennt keine Sommer* ferien Lösen Sie sich von dem Druck, den sie auf unsere Tage und Nächte ausübt. denken Sie a.uch in den Urlaubstagen daran und lassen Sie die Iti-Büchse — in sinnvollem Verständnis ihres Namens — auch in Urlaubs- und Sommertagen ständig mit Ihnen sein. * Semester* und Schlußzeugnis bieten dankbaren Eltern wieder einen Anlaß, eich des KKL zu erinnern; sei es, daß ihr Kind eie mit einem besonders guten Zeugnis überraschte, sei es, daß es dem Kind gelang — ohne den Eltern und sich den Sommer durch den Gedanken an eine Nachprüfung zu verderben — in die nächste Klasse aufzubteigen, sei es, daß es gelang, eine Klassifizierung in einem kritischen Gegenstand zu verbessern, immer besteht die Möglichkeit, die Dankbarkeit nicht in vergänglicher, sondern in unvergänglicher Form durch entsprechendes Gedenken an den KKL auszudrücken. Als Schulschlußaktion haben wiir uns vorgenommen, eine entsprechende Zahl neuer Eintragungen ins Sefer Hajeled zu erreichen; jüdische Eltern, denen dieser Betrag momentan nicht erreichbar erscheint, steht die Möglichkeit . der Schollenspende offen; in Irgend einer dieser Formen aber müßten jüdische, bewußte Eltern ihre Anerkennung zum Ausdruck bringen; vergessen Sie nicht, die erste Monatshälfte Juli steht im Zeichen dieser Schul Schlußaktion!! Wiener-Kinder-Iido vom Vorjahr bestens bewährt HEUER IM GEBIRGE bietet Ihrem Kind n. d. Schuljahr voll Arbeit und Zimmerluft: Körperl. Betätigung, Jugend!. Gemeinschaftsleben bei geordnetem Tagesablauf. Eig. Föhrenwald, Tennisplatz, Spielwiese beim Haus. Schwimmbadnähe. Arzt. Ren. Küche. (Rein» ButterkUche). Sorgsamste u. erziehliche Leitung. Auskunft: ü 14-908 nur von 1 bis 2 Uhr. „Kleines Bezirksgericht" im Theater Reklame Die Popularität, die die Jüdischen Künstlerspiele im Theater Reklame in der Praterstraße Nr. 34 durch die sehenswerten Aufführungen mit Leo Reuß sich nicht nur beim jüdischen, sondern beim gesamten Wiener Theaterpublikum erworben haben, geht daraus hervor, daß ab 1. Juli das Erfolgstück ,.Kleines Bezirksgericht“ vom Theater in der Josefstadt in dieses kleine Theater übersiedelt. Ein ausgezeichnetes Ensemble von Schauspielern des Burgtheaters, des Theaters in der Josefetadt, des Deutschen Volkstheaters, des Ratmundtheaters und der Kammerspiele wird die lustige Komödie von Otto Bielen auch im Theater Reklame zum Erfolg führen. Beginn täglich Uhr. Sonntag nachmittag H4 Uhr. Preise von 1 bis 4 Schilling. In jedes jüdische Haus „Die Stimme" ea Das Kinderheim in Stuppach-Gloggnitz ' \ ‘V j Dieses Bild zeigt die Front des neuen Kindererholungsheimes der Kultusgemeinde I in Stuppach-Gloggnitz- Von Jahr zu Jahr erweitert die Kultusgemeinde ihre Füri Sorgetätigkeit, wobei sie ihre besondere Sorgfalt der heranwachsenden Genera-! tion zuwendet. Der katastrophale Geburtenrückgang macht es uns zur Pflicht, zur Erhaltung und Pflege der Kinder, die wir haben, alle Opfer zu bringen. Niemand darf sich ausschließen, de?in niemand kann mit ruhigem Gewissen auf Urlaub gehen, solange er nicht seinen Beitrag für die Kinder geleistet hat, die nur mit Hilfe der Kultusgemeinde Erholung und Kräftigung finden können. Mehr als 4000 arme Kinder wurden im Jahre 1936 in den Erholungsheimen der Kultusgemeinde verpflegt oder mit Hilfe von Beiträgen der Kultusgemeinde aufs Land geschickt. Heuer müssen es noch mehr sein. Die Gemeinde braucht viel Geld für die armen Kinder — gebt reichlich für die Aktion „Kinder aufs Landet SPENDEN NIMMT DIE FÜRSORGEZENTRALE /., SEITEN STETTENGASSE 2, ENT¬ GEGEN. Postscheckkonto B 29.659. Oie Arbeit des Keren Kafemeth Letzte Warnung! Wir fordern hiemit den unbefugten Büchsen- Ieerer, der sich Dr. Roll, Rosenzweig, Schlesinger usw. nennt, auf, die unbefugte Leerung der Keren-Kajemeth-Büchsen einzustellen. Sollte er diese Warnung unberücksichtigt lassen, so wird gegen ihn auf Grund des Beschlusses des Präsidiums des Keren Kajemeth die Straferstattet werden. Wir machen unsere Freunde darauf aufmerksam, daß obgenannter unbefugter Büchsenleerer etwra 35 Jahre alt ist, gelbliche Hautfarbe hat und auffallend schwarz und hager ist und absqhit kein Recht hat,.. Keren-Kajpmteth- Bücbsen zu leeren und überhaupt Keren-Käjemeth-Gelder entgegenzunehmen. Zur Leerung der Büchsen sind nur diejenigen Personen befugt, die eine besondere, auf diese Leerung bezügliche (jedesmal andersfarbige) Legitimation des Keren Kajemeth aufzuweisen in der Lage sind. Diese Legitimation ist auf dem Leemmgsbogen aufgeklebt. Auch diese Leerungsbögen bilden ein notwendiges Requisit der Büchsenleerung. Nur befugte Büchsenleerer sind im Besitze dieses Leerungsbogens. Juni-Büchsenleerung. Alle Gruppen und Selbstkontingentler werden dringendst ersucht, die Juni-Büchsenleerung abzuschlteßen und mit dem Büro zu verrechnen. Kurorteaktion des Keren Kajemeth. Die Gesinnungsgenossen werden dringendst gebeten, dem Keren Kajemeth bekanntzugeben, in welche Kurorte, respektive Sommerfrischen Österreichs sie sich begeben, damit sie dem Keren Kajemeth bei der Durchführung seiner Arbeit (Veranstaltung von Gartenfesten, Akademien) behilflich sein können. Materialien-Verrechnung. Alle Gruppen werden gebeten, vor den -Ferien die bei ihnen befindlichen Materialien abzurechnen. Sefer Hajeled des Keren Kajemeth. Z wl Perez Verständig anläßlich seiner Geburt. Karl Sternschuß, Groß-Enzersdorf, anläßlich seiner Bar Mizwah. Bisher wurden in Österreich 59 Sefer-Hajeled- Eintragungen durohgeführt. Felix Marcus (Nr. 704). Richtigstellung. Beim Pidjon Haben Herbert Eckerling'wurde die Keren-Kajemebb-Sammlung durch die Herren Dir. M. Meier und Efraim Goldfeld durchgeführt. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Toni und Paul Blutreich durch die Höchzeitsgäste (Nr. 703). Schlußstunde im Bibelkurs des Bundesrealgymnasiums ln der Albertgasse Von einem Schüler dieses Gymnasiums erhalten wir folgenden Bericht: Wie alljährlich, feierten wir auch diesmal am 22. Juni die letzte Stunde des Bibelkurses, den unser Religionsprofessor, Dr. Klarmann, abhält, mit einer schönen Schlußstunde. Zu Beginn der Feier, zu der sich außer den Kursteilnehmern der Großteil der jüdischen Schüler der Anstalt und eine große Zahl von Eltern eingefunden hatten, sangen wir die Bundeshymne, dann begrüßte Dr. Klarmann die Anwesenden, unter denen sich auch Herr Doktor Klaber und der Leiter des Keren Kajemeth, Dr. Tartakower, befanden. Hierauf berichtete Dr. Klarmann, was wir bisher im Bibelkurs erlernt hatten und daß wir stete bemüht waren, unsere Kenntnis aus Bibel und Gebetbuch durch Pflege des nenhebräiseben Liedes und durch Behandlung aktueller jüdischer Fragen zu ergänzen. Dr. Klarmann sagte, daß wir bemüht seien, das Judentum von allen Seiten genau kennenzulernen. Die Parole lautet: Die Gegenwart des Judentums soll an seine Vergangenheit angeknüpft werden! Nachdem Dr. Klarmann die Rede beendet hatte, sangen die Schüler des Kurses eines der gelernten Lieder, das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Anschließend daran trug der Schüler Benedikt ein Gedicht in hebräischer Sprache und in der deutschen Übersetzung vor. Nun hielt der Schüler ■ Landau eine Ansprache, in der er ausführte, wie wichtig gerade jetzt die Pflege des Judentums ist und sprach im Namen der Schüler Professor Klarmann den Dank für seine Bemühungen aus. Nach diesen Ausführungen ergriff Dr. Klaber das Wort und hob das große Verdienst Doktor Klarmaans um die Einrichtung und Leitung des Bibelkurses hervor. Zum Abschluß spielten die Schüler Isserlis und Geiger ein Duo für zwei Violinen von KREUZ-KINO Uraufführung Clark Gabla( Jean Harlöw in; ..DIE GEHEIMEN 6 1IIGO“ Beginn: 4. \6, '/a8, %10 (Jhr IMPERIAL-KINO I.. Rotenturmötraße 19 Telephon : U 22-1-12 Neu* Auf f Uhrung I Gary Cooper In: „Mt. DEEDS GEHT IN DIE STADT“ Beginn: 880, ß“. 7‘°, 910 Uhr._ SCHVggEN „Es geschah «ra«. zu ¥orv«rkauf ab 10 Ufir vonn. Täglich 10 bis 19 Uhr : Lebende Zeitung» Kursfilme und Intereeeante Wochenschauen* Allelnauff Ohrung für nana Wien, M* O* M* YaisaehenberlohtO JÜDISCHER KALENDE» 2. Juli bis 8. Juli 1937. 23. bis 29. Tamus 5697 Freitag (2.) Sabbath-Elngang?30 Samstag (3.) Sabbath-Ausgang 855 Wodienabsdinitt: Plnchas Viotti. Diese Darbietung wurde mit «ehr großem Beifall aufgenommen und der Schüler Geiger spielte daraufhin noch das Adagio aus der G-Moil-Sonate von Bach für Violine allein. Nach der Verteilung der 84 Zeugnisse an die Kursteilnehmer und der 32 Bücherpreise an die besten Schüler des Bibelkurses wurde die Schlußstunde mit der Tikwah beendet. Paul Uiberall, R.-G. VIH. Todesfälle vom 16. bis 24. Juni 1937. Uprrmny Hermine (66). Grün Helene (81), Fischei Moriz (75), Schiff Berta (79), Neuer Auguste (64), Greipl Marie (51), Klausner Feige (98), Ziff Nathan (74), Brunn Auguste (58), Klein Adolf (69), Kren Julius (78), Kirz Regine (54), Miscsari Wilhelm (66), Fleck Arthur (57), Mühlfeld Finny (61), Kurz Josef (44), Dr. Königstein Josef, Medizinalrat (71), Ältaras Sarah (69), Großmann Markus (67), Wiesenberg Martha (44) Vogel Arpad (51), Rost Feiwisch (76), Teller Heinrich (60), Borowitz Rosa (80), Dr. Klüger Hedwig (57), Ohrenstein Arthur (46), Engel Josef (67), Roth Amalie Marie (63), Deiner Marja (46). FILME Filme ohne Arier-Paragraph Sonnenmädel — Geborene Verbrecher. — Süßer, kleiner Fratz. — Mord ohne Waffe. — Zum Tanzen geboren. — Samson. — Brutal. — Guillotine. — Die Teufelsgruppe. — Wir marschieren um Mitternacht. — Liebe mit 100 PS. — Tarzans Flucht. — Frisco. — Stadt ohne Gesetz. — Matura. — Der Bomber von Kansas City. — Tanzende Piraten. — Die Glückspuppe. — Melo, — Der bittere Tee. —- Alle gegen einen — Mord in Sing-Sing. — Juwelendieb Nr. 1. — Unterweltstragödie. — Gier nach Gold. —• Ein wunderschöner Sonntag. — Zwischen Haß und Liebe. — Broadway-Bill. — Der geborene Verkäufer. — Lustige Sünder. — Menschen im Hotel. — Die Polizei greift ein. — Liebe eines Fremden. — Der kleine Kavalier. — Die Perlen der Krone. — Die Insel ohne Sünde. —• Der geliebte Vagabund. — Kopf in der Schlinge. — Drei kleine Gangster. — Hochverrat. — Drei-Groschen-Oper. — Wien, Wien, nur du allein. — Land ohne Musik. — König des Lachens. — Motiv unbekannt. Es geschah zu Silvester. — Safari. — Verfluchtes Geld. — Hokus-Pokus. — Liebe — nichtgenügend. — Susy. — Braddock gegen Louis. Heute Jean-Harlow-Premiere. Die Wiener Uraufführung des neuen Metro- Goldwyn-Mayer-FLLms „Susy“, dessen Hauptrolle die unvergeßliche Jean Harlow als Partnerin von Franchot Tone und Gary Grant verkörpert, findet heute im Elite- und Opernki.no statt. Der Film, welcher von George Fitzmaurice inszeniert wurde, schildert im Rahmen einer spannenden Spionagehandlung die Geschichte einer Frau, die unverschuldet mit zwei Männern verheiratet ist. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, Übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Redaktion und Administration: Wien, I., Marc* Aurel-Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktions* Schluß Montag und Mittwoch vormittags. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. KRYSTALL-KINO II., Pratar, Straße daa 1. Mai Nr. 40. Telephon R 48-2-75 Ur- und Allelnauffiihrung für Prater und Leopoldstadt Der groBe Sacha-Gulfry.FItm: „Die Perlen der Krone" Wochentage: 5, 7, 9 Uhr. Sonnu. Feiertage: 3, 5, 7, 9 Uhr NESTR0Y-T0N-KIK0';-,XrsR 2. Juni: „DIE KÖNIGIN VON PARIS“ 8. Juni: „JENNY GERHARDT“ 4. Juni: „ICH BIN KEIN ENGEL“ Beginn t Wo. 7, 9, '/, 8, '/* 10 Uhr. So. ab ’/, 4 Uhr Eigentümer,. Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, I,, Marc-Aurel-Straße 5. — Verantwortlicher Redakteur: Karl Schindler, Wien [., Marc- Aurel-Straße ß. — Druck: Vernay A. G., Wie% IX, Oanlsiusgasoe 8—10, KINOPROGRAMME Vom 2. bis 5. Juli