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Die Stimme · 1937-06-25 · Heft 654 (25.6.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 654 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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9k ^Stimme V. b. b. 20 C Nr. 654 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 25. Juni 1937 18. Tamus 5697 10. Jahrgang Nadi Amerika und Kanada Koschere Küche RIVIERA Wocben-Arrang. 8 Tage S 135'- DALMATIIN-ÄS> .("§ 42'* POLEN-SAbT.hrt"Äd.n Sonntag PARIS "Sonderzag (hin,und zurück) S 86'* Anmeldungen! REISEBÜRO ADDIfü ••/ Kürntnerstr. 41 f 9 W VC D19 Telephon: R 21-5-78 Die einzige Plattform des Zionisten Der Bericht der Royal-Kommission ist der Regierung zugegangen. Sie wird in der nächsten Woche darüber beraten und dann ihre Entschlüsse dem Unterhaus bekanntgeben. Wann dies erfolgt, hängt nicht zuletzt von der Gestaltung der allgemeinen politischen Lage ab, die sich jetzt wieder im Mittelmeer verschärft hat und gerade deshalb auf jede Phase eines mit dieser Gegend in Verbindung stehenden Problems drückt- Ein solches ist Palästina und seine Bedeutung wächst mit jedem Tage, da dieses Land das Mittelmeerbecken nach Osten ab- ©chließt. Durch die jüdische Arbeit ist Palästina in das ' Blickfeld der Weltpolitiik gerückt werden. Es ist nicht nur ein Land, auf das drei Religionen schauen, sondern auch ein sich täglich verstärkender wirtschaftlicher Brennpunkt und aus diesem Grunde werden weniger die Entscheidungen des englischen. Kabinetts, als die der Mandatskommisston des Völkerbundes bestimmendes Gewicht haben. Was England beschließt, ist nur ein Vorschlag, allerdings ein gewichtiger. Aber auch die Stimme des von allen Plänen direkt betroffenen jüdischen Kompazlszenten wird gehört werden und ihr Einfluß wird um so stärker sein, als die gesamte zionistische Organisation als der Willensträger des jüdischen Volkes sich durch die Kongreßwahlen sozusagen in den Instanzenzug ein'schaltet. Und bei diesen Wahlen wieder kommt es darauf an, daß die Zionisten in der denkbar größten Zahl ihre feste Entschlossenheit ausdrücken, nicht ein Millimeter ihres Rechtes auf ein freies, ungeteiltes und selbständiges Palästina aufzugeben und die Unterzeichner von San Remo nicht aus dem Wort zu lassen. ' Leider sind die Giftstoffe der europäischen. Parteipolitik, der Anbetung der Macht der Zahl und der ins Politische abgebogenen Klassen, die ursprünglich nur wirtschaftliche Formationen sind, auch in das jüdische Leben ©ingedrungen und wir haben, innerhalb des Zionismus auch Gruppierungen, die ihre Gegensätze mit Weltanschauung gleichsetzen. Aber wie immer sie stehen und wie leidenschaftlich immer sie ihre Differenzen lieben, in der einen Forderung finden wir uns auf dem gleichen Boden: wir erstreben die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk. Und es ist die Zeit gekommen, dieses kardinale Postulat so laut zu verkünden, daß es nicht überhört werden kann, und es so stark zu betonen, daß ein Beschluß nicht ohne oder gegen unsere Willensmeinung Zustandekommen kann. Als die Botschafterkonferenz in San Rerao in ihrer Tagesordnung bis zur Palästinafrage kam, fand sie Tausende von Telegrammen der zionistischen Verbände aus der ganzen Welt vor, die an die Balfourscho Erklärung erinnerten. Und diese Manifestation erzielte es, daß die Konferenz ihren Beschluß beschleunigte. Wenn die Mandatskommission Endo Juli sich versammelt, wird sie davon Kenntnis nehmen müssen, daß alle Zionisten, daß der eigenpolitiisoh und natiog&jl sdügee.teto M jüdi- Vor Nachahmungen wird gewarnt! Als im Jahre 1935 in Krakau die Welt* konferenz des Weltverbandee der Allgemeinen Zionisten unter Mitwirkung des Herrn Berl Locker gesprengt und die „Weitvereinigung der Allgemeinen Zionisten“ (Gruppe A) gegründet wurde, konnte sich diese nicht genug daran tun, alle Wünsche der Histadruth und der Arbeiterpartei zu erfüllen. Aber bald begann es bei der Weltvereinigung zu gären. Immer mehr ihrer Mitglieder empfanden den von der Histadruth und der Arbeiterpartei ausgeübten Gesinnungs- und Wirtschaftszwang als unerträglich und die von den A-Zionisten in die Histadruth gepreßten Chaluzim sind nicht mehr gesonnen, sich von den Führern der A-Zionisten am Gängelband führen zu lassen. Der Krach kam, wie wir schon in unserer letzten Nummer berichten konnten, bei der Landeskonferenz der A-Zionisten in T61- Aviv klar zum Ausdruck. Die Ita berichtet hierüber: „Im Laufe der Tagung kamen innerhalb der Konferenz zwei Strömungen zum Ausdruck, von denen die eine an den. Kongreß die ultimative Forderung gerichtet wissen wollte, daß der Einfluß der Allgemeinen Zionisten, Gruppe A, in der Koalition gestärkt werde, während die zweite sich gegen ein Ultimatum aussprach, trotzdem aber die Leitung der Organisation scharf angriff, weil kie K1 a s s e n e r z i e h u n g zulasse. Gegen di e Histadruth wurde die Jjllfisch uldigung erhoben, daß sie die Rechte der allgemeinzionistischen Arbeiter unterdrücke, was zu einer Kündigung des Abkommens mit der Histadruth führen könne. Der Leitung wurde weiter der Vorwurf gemacht, daß sie die Mittelständler und Landwirte zurücksetz e.“ Da haben wir es also: Die Weltvereinigunjar Hier Allgemeinen Zionisten ist ein blindes Werkzeug in den Händen der Arbeiterpartei und der Histadruth und eie fördert dadurch den Klassenkampf. An dieser Tatsache ändert der Umstand nichts, daß dae soeben veröffentlichte Wahlprogramm der „Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten“ (Gruppe A) eine schlechte Kopie des Krakauer Programms des Weltverbandes der Allgemeinen' Zionisten ist. Es versucht mit ähnlichen Worten dasselbe zu sagen. Aber in der Praxis liest man’s anders. Da wird eine einheitliche Gewerkschaft verlangt, in der „alle Tendenzen innerhalb der Arbeiterschafft als gleichberechtigt anerkannt werden“, obwohl die Organisation der allgemein-zionistischen Chaluzim (Irgun), die dem Weltverband angehört, in gehässiger Weise seit 1935 von den A-Zionisten bekämpft wird um -die Hegemonie der von der Arbeiterpartei dirigierten Histadruth zu verewigen. Dann verspricht das Programm der A- Zionisten die Regelung der Arbeitisbeziehungen auf Grundlage des „Primats der nationalen lutere s s e n“. Das ist wortwörtlich aus dem Programm des Weltverbandes abgeschrieben — und wird buchstäblich seit zwei Jahren sabotiert. Die A- Zionisten sind auch mitschuldig'daran, daß die Histadruth clen Anbeitsfrieden in Palästina verhindert, mit den Revisionisten einen Pakt schließt und es ablehnt einen gleichen Pakt mit den allgemein-zionistischen.. Ghaluzim abzuschließen. Das sind, nackte, aber traurige Tatsachen. Niemand wird so naiv sein und denen die Stimme geben, die das Programm des Welt- SOMMERREISEN NACH POLEN und CZERNOWITZ Nächster Abreisetermin: 27. Juni Ferienralson ab 4. Juli jeden Sonntag. D-Zug-Platzkarten, aufgelöste Rückfahrt möglich. Leitung (Jr. S. TO CK. ER, Auskünfte und III |l’|E HIBI *** W. M. Renner, Anmeldungen: «tlfl Ulk WkLI Wien, IX., Liechtensteinstr. 2, T. A 14-604 (Nächst Schottenring) Nächste Abfahrten: Aquitania: 7. Juli Berengaria: 14. Juli Queen Mar/: 21. Juli Aquitania: 28. Juli Cunard White Star Repräsentanz: Wien, L Kärntnerring 4 Telephon : U 46-2-48 Telephon : U 42-0-43 Billige und bequeme Ferienf ährten mit der „Czernowltzer Allg. Zeitung1* nach Polen u. Czernowitz Abfahrten: 27. Juni, 4. und 11. Juli Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro f(Marien» brücke**, Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 verbandes nachahmen aber gegen seine Prinzipien handeln. Jeder muß vor der Wahl.gewarnt werden, schlechten Nachahmungen aufzusitzen. Die Wiener Gruppe der Weltyereinigung der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A) hat mit dem Binjan Haarez (Arbeitendes Palästina) die Listen gekoppelt. Jetzt weiß jedermann, woran er ist. Keine Stimm.ed._ex W e >11 v e r e i n ig u n g G r u p p e A und keine Stirn me dem „Arbeitenden Palästina“ (Binjan Haarez). Keine S t i mm e den Friedensstörern, die den Wiener Zionisten eine ebenso überflüssige als schädliche Kongreß* wähl anf zwing en. G©'bt den Fri edensstörern am 1. Juli mildem Stimmzettel die Antwort! Jeder wählt den „NATIONALEN BLOCK«! Listenführer: Dr. Oskar Grünbaum, Ingenieur Robert Stricker. Die Juden Palästinas gegen die Teilung Die Oberrablbiner Palästinas, sowie eine Anzahl der hervorragendsten Führer des Jfecbuw haben folgenden Aufruf an die ganze, Welt und an das Judentum erlassen: „In letzter Stunde proklamieren wir unseren unbeugsamen Widerstand gegen jeden Plan einer Teilung öder Verkleinerung Palästinas. Während der 2000' Jahre, da das Judentum in der Zerstreuung lebt, hat es niemals seine Rechte auf Palästina als das jüdische Vaterland aufgegeben. Das Judentum wird nie auc h nur einen einz i g e n Fußbreit des Bodens Palästinas freiwillig hergeben. Wir stellen feierlich fest, daß das Recht des jüdischen Volkes auf das palästinensische Vaterland in seinen historischen Grenzen ein ewiges und unabänderliches ist, und verweigern jede Zustimmung zu irgendeiner Form der Teilung des Landes, .die unsere Rechte einzuschränken angetan ist.“ Unterzeichnet sind die Oberrabbiner Hertzog, Jakob Me ix, A m i e 1, U s i e.l, H o ff m a n n, S ch a p i r o, ferner; die Führer der Allgemeinen Zionisten S u p r a s k i, B og r a.s c h o w, Bernstein, die Misraehiführer Schragai .und Grünberg, das Exiekut.ivmitglied der Judenstaatspartei Dr. Ros e .n b 1 u m, die Präsidenten ' d e r s ephardisoh en und der j em enischen Volkes, die Wahl seiner Vertretung vollzogen hat und daß die Körperschaft gebildet ist, die dun Namen des Volkes zu sprechen befugt ist, im Aufträge eines Volkes von 17 Millionen, das aus der Hölle des Hasses zur freien Arbeit kommen will. Je größer die Zahl der Wähler ist, je klarer ihr staatspolitischeir Wille heraustritt, desto stärker wird die Wirkung sein und es liegt wieder an uns, an dir, zionistischer Wähler, wie die Resonanz unserer Forderungen ausfällt. Wir haben nur die eine Plattform: ein Palästina in den historischen Grenzen ungeteilt und unteilbar, ein Land, in welchem wir staatsbildend und geschiehtsbildend wirken können, von dem aus wir in das Schicksal der verschiedenen „Judentümer“ ordnend, helfend und schützend eingreifen können. Vor der Gewalt dieses Strebens verschwindet all das, was stich Sozialismus und Kapitalismus nennt, was sich als fremdes Unkraut in Vaters Garten eingeniistet hat. In der politischen, heißbewegten Atmosphäre dieser Zeit werden Projekte und Pläne entworfen, die mit unserer Zukunft Handel treiben- Der eine ist unser Freund, weil er die wirtschaftliche Kraft der jüdischen Staatszelle bereits erkannt hat und für stich nützen will; der andere ist unser Feind, weil wir im Bannkreis der englischen Sphäre stehen. Nach unserer Meinung, nach unseren Entschlüssen will keiner fragen, weil man uns für schwach und von Parteiunsinn zerfressen hält. Auf die Gefährlichkeit dieser unseren inneren Entwicklung haben wir Allgemeinen Zionisten immer | wieder hingewiesen. Wir haben unzählige Male gesagt, daß bei allem Respekt vor den Interessen der Gruppen doch die Sorge um das Große, Gemeinsame, um das Volk innerhalb und außerhalb Palästinas an erster Stelle zu stehen . hat und daß die gemeinsame Gefahr auch Separatismen und Eigenbröteleien nicht verschonen wird. Nach unserer, leider durch die Tatsachen selbst erhärteten Anschauung gehört Palästina dem jüdischen Volk, das heißt dem Juden, und nichts anderes darf in Betracht kommen- Wir haben immer daran erinnert, daß jeder Vorsprung in Palästina jüdisches Schicksal in der Gallith berührt, daß sich alles in Palästina unter den Augen einer mißgünstigen, uns feindlichen Umwelt vollzieht und daß in Palästina gar nichts geschehen darf, was uns irgendwie in Zusammenhang mit europäischen Wirren und Verwirrungen bringt. Wir hoffen, daß die zionistische Wählerschaft wenigstens bei diesen kommenden Wahlen nur die eine Parole befolgen wird, Personen zu wählen, die für das ganze Volk denken und handeln wollen, und die nicht Sonderinteressen von Gruppen und Cliquen vertreten, sondern das Baseler Programm. Die Vorkämpfer für den ALLGEMEINEN ZIONISMUS unter Führung von Dr. Oskar Qrllnbaum kandidieren ausschließlich für den „NATIONALEN BLOCK“. Keine S11 m m e der mit Binjan Haarez gekoppelten Liste der Weltvereinigung (Gruppe A) I

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