Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 652 (18.6.1937)
- Date
- 1937-06-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 653 Wien, Freitag, 18. Juni 1937 9* Tanns* 5697 10. Jahrgang Stimme JÜDISCHE ZEITUNG RIVIERA Wochen-Arrang. 8 Tage S 135*- DALMATIEN-?»».0:* 42'- POLEN**Ab£h"%.n S.nnt.g PARIS "Sonderzug (hin und zurück) S 86'- Anmeldungen! REISEBÜRO ADRIC" '■> «irntnersti. 41 ff%#KDBi9 Telephon: R21-5-78 Der 20. Zionistenkongreß SnWtTBWBffl Wie zu jedem Kongreß, ist auch 3 für den 20. Kongreß, der im August in Zürich Zusammentritt, ein offizielles Abzeichen geschaffen worden, dessen Entwurf von Otto Wallisch in Tel-Av:iv stammt. Das Abzeichen, das sich sehr gefällig präsentiert, zeigt e:in hebräisches kaf (20) mit dem Stern. Ee wird in verschiedener Ausführung an Delegierte und Gäste abgegeben. KRANKENFAHRSTUHLE Selbstfahrer, Tragsessel, neu und gebraucht, von S 70’—, auch leihweise, Teilzahlung und Gelegenheitskäufe. dnnilpnBfrtnihplnBth Taborstraße 22 Einer der Mörder Trumpeldors getötet Jerusalem, 14. Juni (JTA.) „Haaretz“ meldet, daß K e m a 1 - B e y aus dem Hule- Tiäl, der a/uß der Zeit des Überfalles auf Trumpeldor und seine Mitkämpfer (Tel Chaj,' 1920) bekannt ist, in seinem Dorfe ermordet worden ist. Die Meldung ist bisher offiziell noch nicht 'bestätigt worden. Billige und bequeme Ferienfahrten mit der nCiernowilier Allg. Zeitung1* nach Polen u. Czernowifz Abfahrten: 27. Juni, 4. und 11. Juli Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro „Marien« brücke11, Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 Im arabischen Dorf Malkiha bei Jerusalem halben unbekannte Täter einen Weingarten im Ausmaße von 40 Dam am vernichtet. In mehreren arabischen Pardessim sind in der letzten .Zeit zahlreiche Bäume entwurzelt worden. Die Regierung hat auf Kosten des arabischen Dorfes Anin im Dschenin er Kreis, wo kürzlich wiederholt Fruchtbäume vernichtet wurden, vier Wächter aufgestellt. Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Helia,,} /., Fleischmarkt 7, erreicht es verläßlich durch physikalisch-kosmetische Methode. Angebliche Erklärung Abdullahs Jerusalem, 15. Juni (Palcor). Die in Ägypten erscheinenden französischen Zeitungen veröffentlichen ein Interview, das Emir Abdullah während seiner Anwesenheit in Stambul türkischen Journalisten gewährt haben soll. Der Emir soll erklärt haben, daß er hoffe, die Zustimmung der Zionisten zu seiner Besteigung des Thrones von Juda zu erlangen, und daß Palästina noch weitere 2 XA Millionen Juden aufnehmen könne. Diese Meldung muß mit; aller Vorsicht aufgenommen werden. Abdullah gründet neue Partei Jerusalem, 16. Juni. Wie der JTA.-Vertreter erfährt, steht die Gründung einer; neuen arabischen Partei unter Führung des Emir Abdullah unmittelbar 'bevor. Die neue Partei tritt für die Teilung Palästinas ein. Der Sinn des HerzUGrabganges Von Dr. Oskar Grünbaum Als Theodor Herzl im Jahre 1904 starb, faßte das damals unter der Leitung von Dr. Egon Michael Zweig stehende „Innerösterreichische Distriktskomitee“ den Beschluß, daß die Wiener Zionisten alljährlich zum Grabe Herzls pilgern sollen, bis dem Wunsche: des teuren Toten entsprechend die Überführung seiner Gebeine nach Erez. Israel möglich sein würde. So wandern jahraus jahrein die Wiener Zionisten zum Grabe des toten Meisters. Jahr für Jahr bezeugen so tausende, und tausende Juden ihre Treue zu den. Ideen des Mannes, dessen Genie dem jüdischen Volk' den Weg aus einer trostlosen Gegenwart in eine schöne Zukunft eröffnet. So ist der traditionelle Gang zum Grabe Herzls die Manifestation zionistischer Gesinnung geworden. Heute ist das mehr denn je der Fall. Die Teilung Erez Israels steht zur Diskussion. Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten türmen sich auf dem zionistischen Weg, und es gibt Mitläufer, die wankelmütig werden oder auch unsere Reihen verlassen. Dazu kann man nur sagen, was Theodor Herzl in seiner letzten Kongreßrede gesagt hat: „Es verlieren sich die, an denen man nichts verliert. Sie ziehen ab, die einen mit ihrer gekränkten Eitelkeit, die zweiten, weil sie bei der Sache ihre Rechnung nicht fanden, die dritten, . weil sie nur gern an Erfolgen teilnehmen, und so noch andere aus mancherlei anderen Gründen. Die aber bleiben, denen wird die Sache durch jedes Opfer nur noch teurer. Mit denen kann man den Weg fortsetzen und ihnen auch alles sagen.“ Als Herzl diese Worte a*uf dem Uganda- Kongreß sprach, hatte er Mißerfolg auf Mißerfolg erlitten. Er hatte beim Sultan taube Ohren gefunden, das Projekt der Besiedlung der Sinai-Halbinsel war gescheitert und Palästina war noch wüst und öde. Heute aber blüht das jüdische Palästina trotz aller Schwierigkeiten und mehr als 400.000 Juden bilden dort das unerschütterliche Fundament für den kommenden jüdischen Staat. Wenn es für die unbeugsame Entschlossenheit des Jischuw, den von . Herzl erträumten Judenstaat zu bauen, noch eines klaren Beweises bedurft hätte — in den letzten Unruhen wurde, er erbracht. ' Aber kein Volk ist so stark in seinem * „ „• t. •fr»jjjp&üfift *r*fT -vr v: ’ &'“4 -jife- Das poröse HetcettSakUo aus freskoartigem Stoff in modernen Farben Standardausführung S 26'- Spezlalausführung . S 36'- dle dazu passende Hose.S 19’- Lelcht und angenehm SOMMERREISEN NACH POLEN und CZERNOWITZ Nächster Abreisetermin: 27. Juni Ferienreisen ab 4. Juli jeden Sonntag. D-Zug-Platzkarlen, aufgelöste Rückfahrt möglich. Leitung •Jr. S. T O C K. E R, Auskünfte und fU fl|E IIIEIT11 W. M. Renner, Anmeldungen: „111 UlL wELl Wien, IX., Liechtensteinstr. 2, T. A 14-504 (Nächst Schottenring) Willen und zugleich so vergeßlich wie das jüdische Volk, dieses größte Paradoxon auf Gottes, weiter Erde. Seit zweitausend Jahren betet und kämpft es um Zion. Seine heldenmütige Haltung in der Zeit der arabischen Unruhen im letzten Jahre bildet ein ruhmreiches Kapitel im tausendjährigen Kampf um Zion. Hätte ein anderes Volk in der gleichen Lage soviel Heldentaten vollbracht, wie die Juden Erez Israels im letzten Jahre, es könnte sich nicht genug tun an nationalem Stolz und Heldenverehrung. Aber nicht nur das. Das Erlebnis des gemeinsamen Kampfes und des Erfolges würde mächtig nachwirken in Zeiten der Depression. Wir aber stehen erst wenige Monate nach Beendigung der Unruhen. Wer spricht in der Galuth noch vom Heldenmut der Schomrim und der Chauffeure, der Arbeiter und Bürger und von der Selbstaufopferung von halbwüchsigen Knaben? Wer erlebt noch den Stolz der Gründung des Hafens von Tel-Aviv? Es ist oft so, hört man Juden in der Galuth reden, als gäbe es nichts als eine Königliche Kommission mit ihren Teilungsplänen, als würde das Leben auch in Erez Israel erstarrt sein, wo es doch trotz allem mächtig pulsiert und täglich neue Beweise für die nie erlahmende jüdische Energie liefert. Es hat den Anschein, als ob sich das Judentum in der Galuth in einer hypnotischen Erstarrung befände und als ob alles, was zionistischer Heroismus in fünfzig Jahren in Erez Israel geleistet hat und täglich a.ufs neue leistet, einfach nicht vorhanden wäre. Wer so denkt und so redet wie viele Juden heute, die da glauben, der Spruch der Königlichen Kommission entscheide das Schicksal Erez Israels, dem ist der Sinn der jüdischen Geschichte und der zionistischen Bewegung noch nicht aufgegangen und er weiß nichts von Theodor Herzl. Es ist durchaus auch keine Überheblichkeit, wenn man heute so manchem Zionisten empfehlen muß, wieder einmal Theodor Herzls Schriften zu lesen. Eines seiner vielen und wunderbaren Worte soll hier als Leitsatz für alle Zionisten ins Gedächtnis gerufen werden: „Ausharren ist alles.“ Dieses Wort darf nie aus unserem Herzen verschwinden und nie auf unserer Fahne verblassen. Es muß unser Leitsatz bleiben, es komme, was da kommen möge. Und wenn wir am kommenden Sonntag an Herzls Grab vorbeiziehen, so wollen wir tief in unsere Seele die Worte eingraben und nach ihnen handeln, die IlllfOII fllionrI Kommet zum Grabe Theodor Herzls JUuBll wlwlitf! am 20. Juni! Näh eres siehe Seite 3