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Die Stimme · 1937-05-27 · Heft 646 (27.5.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 646 (27.5.1937)
Date
1937-05-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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9ia \'Stimme & S.S. 0 S Nr. *4* JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Donnerstag, 37. Mai 1937 17* Siwan 5997 10« Jahrgang Die Palästina-Pläne reicht wird, ein Staat von einer Geringfügigkeit, die nicht einmal eine hal'bwegs .erträgliche Uösung des Problems zuläßt, da- Im englischen Unterhaus hat Minister liehe Situation heraufführt. Es würde sich bej ai3er doch den jüdisch-arabischen Kon- Ormsiby Gore mitgeteilt, die Königliche bei der Verhandlung in der Mandatskomverschärft und zugleich der politischen rr! -M~— Bericht Mitte mission ein auf optische Wirkung für Asien Bewegungsfreiheit entbehrt. Wird dieser bestimmtes italienisch-englisches Duell ent- Kleinstaat Dominium, dann ist er auch mit wickeln. Um die Komplikation noch größer Menschen und Geld an alle englischen Streitzu machen, hat sich auch Polen gemeldet, fragen gebunden. das vor Sympathie für die Juden überj Der Standpunkt der zionistischen Leitung strömt und das Mandat über Palästina ver- [&t die absolute Negierung dieses Planes langt, allerdings ohne Englands Eiarwillii- ^nd überhaupt jedes Vorschlages, der ohne gung zu erhalten. 'Zustimmung der Exekutive oder des Kon-’ Und bei all diesem Durcheinander von'gresses realisiert werden soll. Wir hoffen, authentischen und nichtauthentiiscihen Gedaß die Exekutive alle Mittel anwendet, rüchten geht es um das Schicksal des jüdillm ihre Ablehnung rechtzeitig, noch ehe ein .sehen Rechtes. Es ist nicht unwesentlich irreparabler Schritt geschieht, den in Behervorzuheben, daß die Balfour-Erklärung tracht kommenden Stellen nachdrücklich zur ebenso wie ihre Inkorporierung in das Völkerbundstatut auf Grund von Verhandlungen zwischen England und den zionistischen Vertretern erfolgt ist. Es handelt sich also um einen Vertrag, und es scheint die Neigung zu bestehen, das in Europa eimgerissene System der einseitigen Aufhebung auf die jüdische Frage zu übertragen, wobei der jüdische Staat als verzuckerte Pille ge- Kommission werde ihren Juni veröffentlichen und die Regierung wende dann gleichzeitig ihre Entschlüsse bekanntgeben. Eine Andeutung über die Absichten der Regierung ist noch immer nicht erfolgt; trotzdem häufen sich die Meldungen über die zukünftigen Palästinapläne, die einander vielfach widersprechen, aber doch die Wirkung erzielen, daß in der Öffentlichkeit eine arge Verwirrung angerichtet worden ist. Nach „Sunday Dispatch“ will die Kommission vorschlagen, daß England das Mandat über Palästina mit Zustimmung des Völkerbundes zurüoklegen und aus Palästina ein britisches Dominion mit eigener Zentralnegienmg, mit eigener Finanz-, Zoll-, Boden- und Eiiniwanderungsverwaltung schaffe. Die jüdischen und arabischen Städte würden vollkommene Unabhängigkeit erhalten. Das neue Dominion würde Mitglied des Völkerbundes werden. Dagegen berichtet „Daily Herald“ über die neue Teilung Palästinas in einen arabischen und in einen jüdischen Staat. Dieser Plan sei von der Königlichen Kommission anisgearbeitet worden und habe große Aussicht auf Verwirklichung. Die Teiluingßgrenze würde vom See Galiläa bis zum Toten Meer verlaufen. Der neue jüdische Staat würde ein internationales Statut erhalten, Mitglied des Völkerbundes wenden, für seine militärische Verteidigung würde England verantwortlich sein. Eine Entscheidung sei in etwa 14 Tagen zu erwarten. „Daily Mail“ wieder erklärt, daß die Königliche Kommission einen endgültigen Beschluß gefaßt habe, dier die Schaffung eines jüdischen Staates vorsehe, dem ein Dominion-Statut gegeben werde. Die Mitglieder der Dominien seien der Auffassung, daß dies das einzige Mittel sei, um den Reibereien ein Ende zu machen, die nun schon seit Jahren andauern. Großbritannien würde also vor dem Völkerbund formell den Antrag stellen, das palästinensische Land zu teilen. Diese Teilung soll vom Galiläisohen Meer bis zum Toten Meer erfolgen. Das Gebiet, das östlich dieser Linie liegt, soll in einen arabischen Staat unter dem Emir Abdulla von Transjorclamien verwandelt werden, während der jüdische Staat entlang der Küste entstehen soll. Haifa soll ein internationaler Hafen werden und die heiligen Städte Jerusalem, Bethlehem und Nazareth würden weiter britisches Mandat sein. Großbritannien würde die Verantwortung für Aufrechterhaltung der Ordnung im neuen jüdischen Staat tragen. Gemeinsam ist diesen Nachrichten, daß der internationale Status Palästinas geändert werden soll. Dies setzt die Zustimmung des Völkerbundes voraus, zunächst der Staaten, die das Abkommen von San Remo unterzeichnet haben, also Englands, Frankreichs, Italiens unid der Vereinigten Staaten. Bei dem gespannten Verhältnis Italiens zu England ist es kaum anzunohmen, daß Rom, dessen Werbungen in der islamischen Welt mit besonderer Aktivität betrieben worden, einem englischen Vorschlag so ohneweiters beitreten wird, der in der Zukunft ein Gebiet das Völkerbundes zum Teil des britischen Reiches erklärt und eine völlig neue politische und Wirtschaft- Nach Amerika und Kanada Koschere Küche Nächste Abfahrten: Queen Mary:2. Juni Aquitania: 9. Juni Berengaria: 12. Juni Queen Mary: 16. Juni Cunard White Star Repräsentanz: Wien,l., Kärntnerring 4 Telephon : U 46-2*48 Telephon s U 42-0-43 Kenntnis bringt. Nicht nur England, sondern alle Völkerbundstaaten haben uns ihr Wort gegeben, und wir müssen dies feststellen, daß jede Änderung, die unser Recht und unsere historische Verbindung mit Palästina tangiert, ohne Einwilligung der Juden ein Fetzen Papier bleibt, dem wir für alle Zukunft die Anerkennung verweigern. Es ist immer gesagt worden, daß unser Werk in Palästina nicht hätte gedeihen können, wenn nicht Englands Hilfe zur Stelle gewesen wäre. Das mag strittig sein, nicht strittig aber ist, daß die englische Mandatsvenvaltung es an Wohlwollen und politischer Unterstützung hat fehlen lassen, daß sie den Schutz von Leben und Eigentum der jüdischen Siedler und Arbeiter vernachlässigt hat und daß sie jetzt, in einer Zeit höchster internationaler Spannung, einen Akt setzen will, der wie ein Stein in ein Wespennest wirken muß. Und dies als Ausdruck einer erstaunlichen politischen Ratlosigkeit, die ein gewiß schwieriges Problem mit einem operativen Schnitt zu beseitigen hofft. Brodetsky und Ben Gurion bei den englischen Zionisten England halle sein Versprechen! London, 25. Mai (JTA). Die Zionist Federation hat in London ihre 37. Jahreßkonferenz abgehalten. An den Beratungen nahmen über 400 Delegierte teil. Dr. Obaim Weizmaiin hatte an die Konferenz ein Schreiben gerichtet, in dem er schreibt, die Konferenz trete in einer Zeit schweren Drucks und großen Schwierigkeiten zusammen. Für die Zukunft lasse sich nur wenig voraussehen, und Prophezeiungen zu machen, wäre eine undankbare Aufgabe. Er wisse aber, daß seine Freunde in England standhaft in der Abwehr sein würden. Wenn wir einig sind, hätten wir wenig zu befurch ten, denn letzten Endes hänge die Zukunft von uns selbst ab. Prof. Brodetsky erklärte, ets wäre würdevoller für die Regierung und für die Judenbeit gewesen, wenn gar keine S c h e d u 1 e gegeben worden wäre. Sie bilde eine sehr schiechte Einleitung zu der Periode, deren Auftakt der Bericht der Kgl. Kommission sein soll. Bezüglich der Piläne der Errichtung eines jüdischen und eines arabischen Staates wies der Redner auf den jahrelangen Streit uni den Judenstaat in den jüdischen Reihen selbst hin. Ich bekenne, sagte er, daß mir nichts lieber wäre als ein Judenstaat, wenn er möglich wäre. Die Juden haben auf Staatlichkeit ebensoviel Anspruch wie jedes andere Volk. Aber zu einem Staat gehört eine entsprechende Volks zahl, Gebiet und Souveränität. Wir können nur wiederholen, was das Aotions Comitö in Jerusalem beschlossen FEIG EN KAF F E E KOSTET DAS 1/4 kg Paket GROSCHEN VII., KAISEBSTBASSE I23 * IX., ALSEBSTBASSE 6 hat: Wir wollen in Palästina ein Nationalheira amfibauen, und werden uns nicht von dem Blendwerk von irgend etwas anderem verlocken lassen. Wir können nur sagen: Tuet 1937 das, was ihr 1917 versprochen habt. Führt das Mandat durch, wie es von Lord Balfour und von Lord Cocil aufgefaßt wurde: „Judäa für die Juden!“ Führet das Mandat durch, wie jeder es auffaßt, dier die Präambel liest. Der Vorsitzende der Executive der Jcwish Agency, David Ben Gurion, sagte: Zur Frage der etwaigen Teilung Palästinas, daß eine Diskussion hierüber unzeitgemäß und gefährPch wäre, da es andere gefährliche Dinge gäbt, dio aufmerksam verfolgt werden müssen. In erster Rciho müsse die Gefahr kämpft werden. Ben Gurion erörterte sodann die Beziehungen zwischen Juden und Arabern und die Notwendigkeit der Aufrech terhaltiung des Prinzips jüdischer Eigenart)eit. Der Protest des Jischuw Jerusalem, 25. Mai. In Tel-Aviv, Haifa und Petach Tifcwah fanden Massenprotestversammlungen gegen die geringe Arbeiter- Schedule statt. Die Versammlungen waren von Tausenden von Juden besucht. Im Verlaufe seiner Rede bei der Versammlung in Tel-Aviv erklärte Salman R u b aschow, daß die Juden unter keinen Umständen ihren Anspruch auf eine größere jüdische Eiin Wanderung nach Erez Israel aufgeben werden. Weder das Versprechen der Unabhängigkeit noch die Inaussichtstellung eines jüdischen Staates könnte die Einstellung der Juden in Bezug auf Einwanderung ändern. Man werde fortfahren, auf diesem Anspruch zu bestehen, und man werde mit allen Kräften, die zur Verfügung stehen, seine Durchsetzung fördern. Bericht der Kgl. Kommission Ende Juni London, 25. Mai. In Beantwortung einer Reihe von Fragen dm Unterhaus erklärte der KoloniaJminister Ormsby-Gore, daß der Vorsitzende der Königlichen Kommission Lord Peel die dritte Woche des Juni als den Zeitpunkt für die Unterzeichnung des nehme. Der Bericht werde sodann dem Ministerrat vorgelegt werden, und er (Ormsby-Gore) hoffe, daß es möglich sein werde, ihn zusammen mit der Meinungsäußerungdes Kabinetts in Form eines Weißbuches unverzüglich dem Parlament Berichtes der Kommission in Aussicht zugänglich zu machen. 1*4 Millionen Defizit der Palästina-Regierung London, 25. Mai. (JTA.) Einer soeben in London halbamtlich ausgegebenen Meldung zufolge, endet das palästinensische Budget, das zum 31. März aufgestellt ist, mit einem Fehlbetrag von 1,396.000 Millionen Pfund Sterling. Die Einnahmen sind gegenüber dem Vorjahr um 1,150.000 Pfund gefallen, die Ausgaben haben sich um 1,753.000 Pfund erhöht, wias hauptsächlich eine Folge des ararischen Streiks und der Unruhen sowie der mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe verbundenen Kosten ist. Zionistenkongreß in Zürich Nach langen Beratungen hat die Zionistische Exekutive nunmehr als Tagungsort des XX. Zionistenkongresses endgültig Zürich gewählt. Das Datum des Zusammentritts des Kongresses bleibt unverändert der 3. August. E Die richtige Zahnpasta! tyerkindert | ^aknbelaQ. | 30. Mai: Fahrt nach Bratislava Mit Autobus. Abfahrt 8 Uhr früh, Mare- Aurel-Straße 5. Keine Wartezeit! Abfahrt von Bratislava um 20 und 22 Uhr und nach Vereinbarung auch später. Die Autobusreise hat den Vorteil eines weitaus längeren Aufenthaltes in Bratislava, einer wesentlich kürzeren Rückfahrt, ferner sind im Autobus unsere Reißeteilnehmer völlig unter sich. Preis für die reine Fahrt S 6.50. Mit Schiff. Abfahrt 8 Uhr, Weißgürberder Einschränkung der Einwanderung ibe-lände. Rückfahrt -alb Bratislava um 16 Uhr. Preis für die reine Fahrt S 5.—. Der Vormittag ist der Besichtigung der jüdischen und sonstigen Sehenswürdigkeiten gewidmet. Am Nachmittag wird ein .internationales jüdisches Sportmocting besucht, am Abend ein Gartenfest der Preßburger j üd'is ch en O rgan Lsati on en. Anmeldungen nur mehr für Passagiere mit gültigem Paß bis Freitag, 13 Uhr, I., Marc-’ Aurel-Straße 5, .Tel. U §2-241.

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