Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 644 (20.5.1937)
- Date
- 1937-05-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3054338-3054400--6680-3062560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
^Stimme „JÜDISCHE ZEITUNG . Nr. 644 Wien« Donnerstag, 20. Mal 1937 10. Slwan 5697 10. Jahrgang Einsatz des ganzen Volkes! Dr. Schwarzbart über die A. C.-Sitzung und über die englischen Teilungspläne SCHÖNE* UNÜ SPANNENDE* ALS WEISSE SCHATTEN DIE INSEL OHNE IliNOE MIT MALAumIOTUS SCHWEDEN-KINO «INN:M‘Ä6‘X8 W TEL.-A49 0-6O Einer unserer Mitarbeiter hatte ein Ge spräch mit dem Präsidenten des Weltverbände« der Allgemeinen Zionisten, Dr. I. Schwarzbart, in welchem sich dieser über die aktuellen Fragen des Zionismus äußerte. Im einzelnen machte er die folgenden Mitteilungen: „Dem Aktionskomitee lag kein konkrete« Teilung« projekt Palästinas vor. Das Aktionskomitee befaßte sich selbstredend mit dem Gesamtproblem der politischen Situation der Zionistischen Be wegnng. Da es feststand und auch jetzt feststeht, daß die Königliche Kommission eine Teilung de*s Landes ernsthaft in Erwägung zieht, und in den Vordergrund ihrer Vorschläge stellt, hat sich das Aktionskomitee selbstverständlich in erster Reihe mit dieser Gefahr befaßt.“ „Wie war die Stellung der Parteien des Aktionskomitees zu diesem Problem?“ „Diese Stellung ist in dem bekannten, einhellig gefaßten Beschluß des Aktionskomitees zum Ausdruck gekommen, wonach gegen die Teilungspläne sohärfstens vorgegangen werden müßte. Dies ist der Wille der Bewegung.“ „Es ist aber bekannt, daß im Aktionskomitee in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten bestanden. Ist aas richtig?“ „Es gab wie in jeder größeren Körperschaft Meinungsverschiedenheiten in der Beurteilung der Gesamteituation und in Bezug auf die künftige Taktik, nicht aber in deT prinzipiellen Einstellung gegenüber dor geplanten Teilung. Die Meinungsverschiedenheiten kristallisierten sich nicht parteimäßig. Auch diesmal, wie schon öfter in den letzten Jahren, konnten wir in unserer Bewegung die erfreuliche Erscheinung festeteilen, daß es keineParteieninunserer,Außenpolitik' gibt. Es gibt bereits eine zionistische Raison d’etat, der sich Parteien und Einzelne unterordnen. Das ist ein Novum in unserer langen Geschichte, das auf die Gesundung unseres politischen Gemeinsinns schließen läßt. Die Debatte war durchwegs von tiefem . Verantwortungsgefühl getragen. Der trotz der Differenzen einheitlich gefaßte Beschluß ist der schlagende Beweis dieses Verantwortungsbewußtseins,“ „Was wird geschehen, wenn die Königliche Kommission eine Teilung des Landes Vorschlägen sollte?“ „Ich habe bereits bemerkt: Der Kampf gegen die sicherlich bestehende Teilungsgefahr geht weiter. Es ist kein leichter Kampf, weil die Politik der britischen Regierung offenbar auf eine teilweise Liquidierung des Mandates eingestellt ist. Sollte trotz unseres Kampfes eine Teilung des Landes von der Königlichen Kommission oder von der britischen Regierung vorgeschlagen werden, dann wird die Zionistische Exekutive sicherlich — oin anderer W eg is t undenkbar — den Instanzenweg betreten, der im Mandate vorgesehen ist, und jeden Vorschlag für eine so grundlegende Frage den legitimen Instanzen der zionistischen Bewegung, beziehungsweise der i Jewish Agency zur Entscheidung vorlegen. Die Befürchtungen, vor denen ich hie und da höre und lese, daß die Exekutive die jüdische Welt vor eine vollzogene Tatsache stellen könnte, halte ich für unbegrtind e t. Die Exekutive hat in den letzten zwei Jahren gerade auf dem Gebiete unserer Außenpolitik bewiesen, mit welcher Kraft, aber auch mit welchem Reohtssinn sie für das zionistische Ideal zu kämpfen versteht. Es besteht kein Grund, ihr eine Politik des ,fait accompli' in einer so schicksalsschweren Frage der gesamten jüdischen Nation zuzumuten. Die Exekutive wird in einem so schwerwiegenden Falle sicherlich nicht dem Aktionskomitee, sondern dem Kongreß die Entscheidung überlassen. Ein anderer Weg ist undenkbar. In den Etappen des Kampfes wird sie das Kleine Aktionskomitee zu Rate ziehen.“ „Glauben Sie nicht, daß darüber hinaus das ganze Volk gegen die Gefahr einer Teilung mobilisiert werden sollte?“ „Ja, das ist meine Ansicht. Meine Forderung — nicht nur gegen die Teilung — ging in dieser Richtung. Sowohl gegen die Teilung des Landes als auch gegen die Einschränkung der Alijah und des Bodenkaufes und für die freie Entwicklung der politischen und nationalen Aufbau,mögiichkeiten im Lande müßte gerade jetzt der Wille der Nation in einer ernsten und ausschlaggebenden Weise organisiert werden. Die Weibe- und die Wahlaktion für den 20. Kongreß sollte in erster Reibe von dieser allgemeinen nationalen Situation ohne Untenschied der Parteien getragen werden. Die Aktion für den 20. Kongreß soll eine politische Volksbewegung für Palästina werden. Wir befinden uns in einer geschichtlichen Periode der nationalen Gefahr. Die politische Reife eines Volkes wird eben daran gemessen, wie es sich in einer solchen Situation organisiert. Ich vermisse leider die organisierende Initiative dieses Volks willens. Es gibt nur ein Unterbewußtsein dieser Gefahr, nicht aber ein Bewußtsein. Bestünde ein solches, dann müßte es sich zu einer konzentrierten Wil- Zertifikate nur für deutsche luden Schedule abgelehnt i Jerusalem, 17. Mai. Die Exekutive der Jewish Agency hat auf ihrer heutigen Sitzung beschlossen, die von der Regierung genehmigten Arbeiterzertifikate der neuen Schedule nicht zu akzeptieren, sondern nur diejenigen Zertifikate, die für Siedlung und Ausbildung deutscher Juden reserviert und von der Regierung fast in der von der Jewish Agency angeforderten Höhe gewährt worden sind, und zwar auf Grund der vom British Council for German Jewry unter Sir Herbert Samuel getroffenen finanziellen Vorkehrungen. Weitere Nachrichten über den Kampf um die Einwanderung im Innern des Blattes. Wie Palästina die Krönung feierte Jerusalem, 13. Mai. (JTA.) Die gesamte jüdische Bevölkerung Palästinas hat dem Aufruf des Waad Leumii, die Krönung des englischen Königspaares zu feiern, Folge geleistet. Die Straßen der Altstadt von Jerusalem und der neuen jüdischen Viertel erstrahlten am Vorabend der Krönung in festlicher Beleuchtung. Die Synagogen und zahlreiche jüdische Gebäude waren reich geschmückt. Große Bilder des Königs und der Königin waren an den Häuserfronten angebracht. Vielfach war die britische Krone von Kränzen und Flaggentüchern umrahmt zu sehen. Das Gebäude der Jewish Agency trug einen riesigen Magen David, Ksraiu«j e M A LZ - U. FEIGE NKAFFEH M! der von großen Scheinwerfern angestrahlt war. Ungeheure Menschenmassen bewegten sich durch die Straßen, um die Stadt im Festschmuck zu bewundern. Von den Häusern wehten zahllose jüdische und englische Flaggen. Auch das Stadtbild von Tel-Aviv war festlich verändert. Am Vorabend der Krönung fand eine festliche Illumination durch Scheinwerfer und zahllose Glühlampen statt. Um 5 Uhr nachmittags fand im Gan Hanewälm (Prophetengarten) in der Dizen- O Gummistrümp/e für Empfindliche Fachfirma Bandagen-Mlkolasch, Taborstr.22 VII., KAISERSTRASSE 123 * IX., ALSER8TRASSE 6 iroffstraßo eine von Bürgermeister Rokach veranstaltete Garden Party statt, zu der Vertreter aller Institutionen und Organisationen eingeiadon waren. Um 7 Uhr abends veranstaltete der Rat der Jüdischen Gemeinde einen Festgottes¬ Sommerreisen nach Polen Besonders ermäßigt am 23. Mai und 6. Juni (Krakauer Festtage). Reservieren Sie rechtzeitig Plätze für die Ferienreisen! - Auskünfte Dr. S. Tocher „In die Welt“, Wien, IX., Liechtensteinstraße 2, nächst Schottenring, Telephon A 14-504 dienst in der Großen Synagoge unter Leitung des Oberrabbinats. Das Rathaus und die übrigen öffentlichen Gebäude waren am Vorabend des Krönungstages farbig beleuchtet. Arabische Gegendemonstrationen Zu den Krönungsfeierlichkeiten im Tel- Aviv waren auch Araber in großen Massen herbeigeströmt, da in dem benachbarten Jaffa keine derartigen Feiern COFROOLI M ALZo. FEIGEN stattfanden. Nur die dortigen Regierungsgebäude waren mit britischem und arabischen Flaggen geschmückt. Vielfach waren jedoch diese Flaggen während der Nacht herunter gerissen worden. Das Gebäude der Anglo Palesüme Bank in Jaffa hatte eine jüdische Flagge gehißt, die aber, nachdem arabische Jugendliche eine feindselige Kundgebung vor dem Gebäude veranstaltet hatten, auf Weisung des Distriktskommissars Groeby wieder eingezogen wurde. 1 e n s äuß erumg und Tat durchringen.“ „Die Jüdische Telegraphen-Agentur brachte eine Mitteilung über eine gemeinsame jüdischarabische Front gegen die Teilung des Landes. Ist Ihnen hierüber etwas bekannt?“ „Allerdings — die JTA .-Mitteilung. Ich vermute, daß sich diese Mitteilung auf eine Aktion der Gesellschaft ,Kedmah on Mitzraoba' (Towards the Orient) stützt, deren Vizepräsident der Mitbegründer des „Brith Sohalom1 * * 4 Herr Kalvarisky ist. Kalvarisky soll in den letzten Tagen mit dem Mufti in Haifa zusammengekommen sein. Daher vielleicht die Mitteilung der JTA. Es ist in Palästina bekannt, daß Kalvarisky in letzter Zeit besonders aktiv geworden ist und seinen alten Gedanken eines jüdischarabischen Palästina innerhalb einer panarabisohem Föderation fortgesetzt, und daß er sogar der Königlichen Kommission seine Pläne unterbreitet hat. Kalvarisky, den ich in Jerusalem Gelegenheit hatte zu sprechen, ist in Bezug auf seinen privatem Plan Optimist. Inwiefern er dem Mufti auf den Lelm geht, darüber wird ihn voraussichtlich die nahe. Zukunft selbst überzeugen. Die Exekutive hat mit dieser Aktion selbstverständlich nichts zu tun. Die Grundlinien unserer Politik in der arabischen Frage sind im Beschluß der letztenSitzung des Aktionskomitees enthalten. Daß die Exekutive in ihrer politischen Gesamttätigkeit dem so wichtigem arabischen Sektor innerhalb und außerhalb Palästinas ihre rege, intensive und besondere Aufmerksamkeit widmet, ist mehr als selbstverständlich. Aber die erwähnte JTA-Meldung hat mit der Tätigkeit der Exekutive nichts zu tun.“ „Sind Ihnen die Umrisse des angeblichen Teilungsplames bekannt?“ „Ich habe bereits bemerkt: Das Aktionskomitee hatte weder einen offiziellen noch einen inoffiziellen Plan vor sich. Es sind allerdings nach der Sitzung des Aktionskomitees gerüchtweise verschiedene Pläne in die Öffentlichkeit gelangt. Die englische Presse brachte sogar v e rschiedene Landkarten eines künftigen Palästina. Diese Gerüchte, die wahrscheinlich nicht aus der Luft gegriffen sind, divergieren wesentlich sowohl in dem politischen Status — Kanton, Dominion, Judenstaat — als auch in dem Ausmaß des Gebietes und der Teiluugsgrenze. Ich betone: Sehr wesentlich. Die nächsten Wochen dürften den Schleier in dieser Lebensfrage der Zionistischen Bewegung lüften. Wir müssen — das möchte ich auch betonen — unsere Kräfte in jeder Hinsicht prophylaktisch sammeln und organisieren, damit wir für alle Fälle bis zum höchsten Grade unserer objektiven Möglichkeiten und unserer subjektiven, nationalen Spannkraft gerüstet sind. Unsere Exekutive wird in ihrem schweren Kampf stärker sein, wenn sie sich auf die ganze Nation und deren organisierte, moralische und materielle Hilfe stützen kann.“ Dr. F. Pickholz. $ahnreinigend tmSuim tyknerlMllendfjßVW Die Zahnpasta!