Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 643 (14.5.1937)
- Date
- 1937-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IM K11 A'Vtttfff l 0 iC&nme JÜDISCHE ZEITUNG #m wtiwnn 6ZÖKE $ALL8U R.G i (Sera müsiSoßS^n ^rria^u»nfe ar Hanstm*JZm &A*musi* Nlkofaüs Btodstty fUCHIAJUBENiMÜNSTEDTi.ffCHWARIENBERöPLATZ*LÖWEtf«.' „MARIA THERECIENviFUEöERix-PARKxiu.WELTSPIEüELKIt'IO^ Nr. 643 Wien, Freitag 24* Mai 2937 4« Siwaa 3697 io. Jahrgang «POWELL SWHARIöW O Y racy WAITERCONNOLLY üegit-jGckQmHay UNO HUMOR ELITE- OPERN- Der Gloikwunsdi des Landesverbandes an den englischen König Der Zionistische Landesverband für Österreich hat anläßlich der Krönung König Georg VI. folgendes Schreiben an den Wiener englischen Gesandten gerichtet: An Seine Exzellenz den Herrn Gesandten der Regierung Seiner Britischen Majestät! Eure Exzellenzl Der Zionistische Landesverband für Österreich gestattet sich, Ihnen die aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche und die besten Wünsche anläßlich der Krönung Ihrer Majestäten des Königs Georg VI. und der Königin Elisabeth zu übermitteln. Wir hoffen, daß das British Empire in eine neue Periode von Erfolg, Ruhm und wirtschaftlicher Blüte eintreten wird. Ebenso hoffen wir, daß die Mandatarmacht gesunde und erfolgversprechende Bedingungen zum Wohle des Jüdischen Nationalheimes in Palästina genau so wie für das Wohl und den Ruhm der britischen Nation schaffen wird. Mit vorzüglichster Hochachtung Generalsekretär: Dr. F. Pickholz m. p. Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich: Dr. Oskar Grünbaum m. p. WIM Araber mit deutschen Gewehren überfall auf Beth Josef Jerusalem, 11. Mai. (JTA.) Montag früh wurde ein schwerer Feuerüberfall auf die erst vor drei Wochen im Distrikt Beisam gegründete Siedlung Beth Joseph vollführt. Mehrere junge jüdische Siedler waren mit Pflügen auf den Feldern beschäftigt, als eine Bande von Arabern sie überfiel und beschoß. Die bewaffneten Wachtposten, die in der Nähe der Pflüger aufgestellt waren, erwiderten das Feuer. Ein Araber wuide getötet. Sein Leichnam wurde ara Tatort belassen, bis die Polizei erschien. Diese stellte fest, daß der getöteto Araber *mirt einem deutschen Gewehr und deutscher Munition ausgerüstet war. Von den Ohaluzim wurde niemand verletzt. ERBFFNUNGSANZEIGE Die bekannte Pension vfHINTEVtBRUHI.f*, GleßhUblerstraße 29-33 wird am 19. Mal eröffnet und vom Besitzer geleitet. Beete Verpflegung. Zeitgemäße Preiso Auskünfte: Brillier Grünfela, I.. fieitenstetteng. 5. Tel. U 26-2-56 „Beleidigung des Jüdischen Volkes“ 770 Zertifikate für 3 Monate Jerusalem, 11. Mai. (JTA.) Offiziell wird mitgeteilt: Die Palästina-Regierung hat für Rechnung der Einwanderungs- Sohedule für das laufende Halbjahr (April bis September 1937) vorläufig für die Zeit vom 1. April bis 31. Juli eine Einwanderungsquoto von 770 Arbeiter-Zertifikaten bewilligt. Von diesen behält die Regierung 150 zur nachträglichen Legalisierung von Touristen-EinWanderern, die sich später dauernd im Lande niedergelassen haben, zurück. In jüdischen Kreisen hat diese kleine Schedule Entrüstung hervorgerufen, da sie in keinem Verhältnis zu der von der Jewisb Agency geforderten Zahl steht und auch viel kleiner ist, als selbst die von der Regierungskommission auf Grund der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes empfohlene Zahl. Anderseits deutet diese neue Zertifikatenbewilligung an, daß es nicht in der Absicht der Regierung liegt, eine Änderung der Palästinapolitik vor Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission vorzunehmen. In den arabischen Kreisen, die mit der Bewilligung einer neuen Schedule vor Veröffentlichung, des Berichtes der Königlichen Kommission nicht mehr .gerechnet hatten, hat dieser neue Akt der Palästina-Regierung Proteste hervorgerufen. Gleichzeitig mit der Ankündigung der Schedule ist’ eine Abänderung der Einwanderangsbestimimungen erschienen, kraft deren aCOFROOLII der High Commiesioner ermächtigt wird, Sohcdules für kürzere Zeitspannen als die üblichen 6 Monate zu gewähren. Diese Maßnahme hat den Zweck, der Regierung die freie Bestimmung über die Zukunft der jüdischen Einwanderung auf Grundlage des voraussichtlich im Juli zu erwartenden Berichtes der Königlichen Kommission zu ermöglichen. Richtige Senkfiißeinlagen Fachfirma Bandagon-Mlkolasch, Titonfi 22 Wie die Palcor erfährt, wird die Exekutive der Jewish Agency zu einer Sondersitzung zusammen treten, in der ihre Stellungnahme zur neuen Schedule beschlossen werden soll. Protest der jüdischen Presse Die . gesamte hebräische Presse übt schärfste Kritik an der neuen Schedule. „Haare z“ erklärt, daß man es mit einer Verletzung der jüdischen Rechte zu tim habe, die als neues Glied in der Kette der Politik der S ch w ä ch e u n d Nachsicht gegenüber dem Terror angesehen werden müsse. Das jüdische Volk werde sich diesem Edikt nicht beugen. CÖFRÖOU MÄLZ-U. FEIGENKAFFEE!!» „Dawar“ stellt fest, daß das jüdische Volk die Schedule mit Verwunderung und Bedauern empfangen habe; es erblicke darin eine Negierung des Grundsatzes der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit. Die Schedule sei ein Anzeichen für . die Schwere des - kommenden Kampfes um das jüdische, Schicksal in Erez Israel: eines Kampfes, den die Juden aufzunehmen bereit seien. „Haboker“ bezeichnet die Anzahl der gewährten Zertifikate al6 lächerlich und geradezu b e 1 e I d i g e n d. Die Schedule bedeute einen Angriff auf das Aufbauwerk, der aber das jüdische Volk kampfbereit findet. „P a 1 ä s t i n e Post“ schließt sich der hebräischen Presse in. der Verurteilung der Schedule an. Es sei offensichtlich, daß die Regierung das Prinzip der ökonomischen Aufnahmefähigkeit über Bord'werfen wolle. Den Gegnern des Mandates stehe nun frei, zu glauben, d a ß "d i e .Schedule e in e. V orb er ei tu ng zurLiquid-ieru ng des gesamten S-ysteine sei. Die a r a b j s c h e P r e s s e erklärt, daß nicht die Anzahl der Zertifikate, sondern das Prinzip das. Ausschlaggebende sei; die Araber wenden sich gegen die Einwanderung auch nur eines einzigen Juden. Ausflug nach Eisenstadt Nach der glänzend verlaufenen Reise hach Nikolsburg veranstaltet die „Stimme“ im Einvernehmen mit dem Kulturreferat des Zionistischen Landesverbandes für Österreich Sonntag, den 23. Mai, eine Autobusreise nach Eisenstadt. Vormittags gelangen in Eisenstadt zur Besichtigung: Das berühmte Ghetto, der alte Friedhof und das Wolfsche Museum. Anschließend daran werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt Eisenstadt besichtigt. Am Nachmittag findet ein Ausflug zum Neusiedler See statt. Alles Nähere wird in der nächsten Nummer der „Stimme“ bekanntgegeben. Anmeldungen schon jetzt im Büro des Zionistischen Landeskomitees, Wien, I., Marc-Aurel- Straße 5, Tel. U 22-2-11. Reise nach Bratislava am 30. Mai 1937 Mit Schiff: Abfahrt 8 Uhr früh, Ankunft um 11.15 Uhr in Bratislava. Abfahrt von Bratislava um 4 Uhr nachmittags, Ankunft in Wien nach 10 Uhr abends., Mit Autobus: Abfahrt um 8 Uhr früh, Abfahrt von Bratislava um 8 Uhr abends, 10 Uhr abends, lind nach Vereinbarung auch später. Wer mit Autobus fährt, hat den Vorteil, länger in Bratislava verweilen zu können. Vormittage ist eine Führung durch Preßtourg vorgesehen. Nachmittage findet dos Sportfest und abends das Gartenfest mit reichhaltigem Programm statt. Der Empfang wird von der Zionistischen Ortsgruppe durohgeführt. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten. sckiitflt ykre^älwel Die bevorzugte Zahnpasta! Das jüdische Gesetz Das. Bekenntnis zur Freiheit steht an der Spitze des Grundgesetzes, das heute überall, wo Juden leben, in feierlicher Versammlung verlesen wird, damit es sich tief in die Herzen ein grabe. Verfassungen, sagt Carlyle, müssen unter Donner und Blitz gegeben werden, damit sie für ewig dem Gedächtnis ednverdeibt werden. Und diese Verfassung ist die älteste, klarste und schönste Zusammenfassung der Pflichten, die dem einzelnen als Teil der menschlichen Gesellschaft erwachsen. Er soll die Freiheit als göttliches Gut verehren, er soll die Wahrheit reden, Leben, Besitz und Ehre des Nächsten achten. Das ist in zehn Sätzen ausgesprochen, die für ihren Inhalt keine Begründung geben. Denn es ist nicht nötig zu erklären, daß du nicht morden, nicht stehlen, nicht lügen sollst. Du sollst, sagt diese Verfassung, die Freiheit, die Ehre und das Recht als die ewigen Grundlagen des Lebens nehmen. Das ist . die jüdische Auffassung von der Stellung des Menschen zur Welt und zu den Mitmenschen, von dieser Auffassung weicht das jüdische Volk nicht ab. Es ist ihm geboten, das Recht der Witwen und Waisen zu wahren, den Fremden nicht zu kränken, für den Frieden der Völker zu wirken und die Arbeit als das erhaltende Prinzip zu ehren. Das sind Grundsätze, die zum jüdischen Wesen gehören, die das Judentum immer bekannt hat, 'Und die in ihrer Einfachheit und Selbstverständ-; lichkeit von jedem Kind verstanden werden können. Und diese zehn Sätze haben alle Völker als Grundlage ihrer Ordnung anerkannt. Dem Volk, das als erstes dieses Gesetz von der Freiheit und dem Adel des Menschen geschaffen hat, ist schnödester Undank zu-' teil geworden. Da die anderen Nationen die zehn Gebote zwar aufgenommen, aber nicht befolgt hatten, da sie ihre Beziehungen zu einander nur auf Gewalt und Krieg stellten, war das unter, ihnen in Minderheit lebende jüdische Volk ein steter Vorwurf, eine mit der Zeit unerträgliche Mahnung des Gewissens. Entstanden war das jüdische Gesetz in einer Zeit, die das Recht des einzelnen nicht kannte und nicht kennen wollte, und je wei- ■ ter die Entwicklung vorschritt, um so stär- ' ker drangen .gerade die sozialen Bestiunmun* * gen in die Weite und Tiefe, weckten breite. Massen aus der Starrheit, brachten ihnen das Bewußtsein ihrer Ehre und der Würde ihrer Arbeit. Es war kein Wunder, daß sich der Widerstand der Mächtigen gegen den Träger der Lehre vom Lamm des Armen, gegen das Judentum und gegen das jüdische Volk wandte und ihm Foltern aiiferlegte, wie sie nie einem Volk zuteil geworden waren. Was sich heute in Europa ereignet, wo in einem großen Staat die jüdische Minderheit außer Gesetz und . Recht gestellt wird, und wo dieses Beispiel über die Grenzen hinaus wirkt, das ist in der jüdischen Geschichte oft dagewesen und es ist nichts als die Furcht vor dieser jüdischen Weltanschauung, die Wieder vier Juden in Polen ermordet Warschau, 12. Mai. (JTA.) In der Nähe des polnischen Städtchens Slonirn wurden z w e i j ü d i s c h e Hausierer auf der Landstraßo ormordet aufgefunden. Neben den Leichen lag das Pferd der Ermordeten, daa ebenfalls getötet worden war, Die Mörder konnten bisher nicht ermittelt werden. Im Dorfe Juchampol bei Zaleszcziki drangen Banditen in die Wohnung des einzigen jüdischen Dorfbewohners N e u f e 1 d ein und ermordeten ihn und seine Frau.! In Grabow kam es am Samstag und Sonntag zu schweren; Exzessen, deren Ursache eine Auseinandersetzung zwischen einem Ju- _ _ den und einem Christen war. Mehrere Juden . VII.; KAISERSTRASSE 123 * IX., ALSERSTRASSE 6 wurden erheblich verletzt 855S55S5S5SS55b5S5SSSmm5S