Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 640 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Freitag, 30. April 1937. — Nr. 640. Oll STIMM! Stlte 7 Jüdisches Kuliurlheafer 1. Franz Josefäkal 3 — R 25-2-36 täglich 8 Uhr — in deutscher Sprache Lion Feucfalwangers Jud Süss des Säuger ftucU Der 150. Geburtstag Ludwig UblandB hat in der deutschen Presse nebst anderen ehrenden Gedenkworten an den schwäbischen Lieder¬ und Balladcndiciifer auch die Erinnerung an die Tatsache geweckt, daß der Gefeierte einst „d a s G e w i s e e n Deutschlands“ genannt worden ist. Das war ein vortrefflich gewähltes psychisches Mittel, die Deutschen von heute den Verlust dieses Dichters, der heuer auch durch seinen 70. Todestag Anlaß zu wehmütigen Reflexionen bietet, besonders schmerzlich empfinden zu lassen. Denn was sonst noch in der deutschen Presse steht, und mehr noch: das, was im Dritten Reich wirklich vorgeht, zeigt in eklatanter Weise, wie unzulänglich das vor sieben Jahrzehnten selig entschlummerte Gewissen Deutschlands in unseren Tagen ersetzt ist. Gerade die Uhland-Feier der Nazionalsozia listen macht dies jetzt besonders deutlich. Da preisen sie den wackeren Schwaben vor allem als den Dichter des im Weltkrieg besonders populär gewordenen Liedes „D e r g u t e K a merad“. Aber greifen ihnen die Worte dieses Liedes wirklich ans Gemüt? Dem jüdischen Kriegskameraden, der auf der Walstatt sein Augenlicht, seine geraden Glieder, seine Gesundheit eingebüßt hat, können sie die Hand nicht mehr reichen, dieweil sie eben laden, um mit der Dreckschleuder das Judentum zu bekämpfen.' Und auch den 12.000 jüdischen Kriegsgefallenen der deutschen Armee gilt der fromme .Wunsch nicht mehr: „Bleib’ du im ewigen Leben mein guter Kamerad!“ Sondern Goebbels bat durch seinen Befehl, -die; Namen der ..jüdischen Gefallenen aus den Hcldepgedenk taiuln.\au»zumerzen, einen Geist verraten, von dem sich das einstige ^Gewissen Deutschlands“ niohta. hätte träumen lassen* obwohl es dem Manne wahrhaftig nicht an Phantasie mangelte. Denn solange diese Phantasie dichterisch ge etaltete, hai’sie nur edle Motive besungen, so die, deutsche Treue, die ihn sogar zu einkö dramatischen Versuch begeisterte, der sieb freilich niemals die Bühne zu erobern vermocht hat, aber als G e s i n n u n g s dökument einen für Uhland sehr ehrenvollen. Kontrast zu dem darstellt, was heute die Deutschen als Substrat ihrer Weltanschauung laut verkünden. "Wie sehr sticht das hohe Lied der unbedingten Vertragstreue des Habsburgers Friedrich des Schönen gegen Beinen glücklicheren Rivalen Ludwig den Bayer, das Uhla,nd von der Bühne ertönen lassen wollte, von der nationalsozialistischen Auslegung des Begriffs Vertragstreue ab, die der „Völkische Beobachter“ gelegentlich der Diskussion über daß reichsdeutsche Konkordat mit dem Vatikan verkündete: „Deutsche Treue heißt nicht Treue zum Buchstaben eines Vertrages bis zur Selbstvertfiohtung.“ Für diese Auffassung hätte Uhland kein Verständnis und noch weniger poetische Begeisterung aufgebracht. Trotzdom hat auch die nationalsozialistische Anschauung ihre dichterische Verklärung gefunden. Sie prangt in aller Öffentlichkeit an einer Nürnberger Hauswand und lautet: „Trap’ keinem Fuchs auf grünor Heid’ und keinem Jud’ bei seinem Eid’!“ Der Nationalsozialismus verkündet also einerseits, daß er ßicli an Verträge nur solange gebunden fühlt, alß ihm ihr Einhalten nicht unbequem wird, anderseits stellt er den Wortbruch als spezifisch jüdische Eigenschaft hin! Ist also Uhlands goistigee Vermächtnis spurlos untorgogangon? Hat keine seiner poetischen Visionen jene poetische Sehergabe bekundet, die dem wahren Dichter erst die Weihe soiner Berufung verleiht? Das wäre ein ungerechter Trugschluß! Um das einzusehen, darf man sich bloß nicht an jene Uhland-Dichtungen halten, die der Nationalsozialismus heuchlerisch preist, sondern an «olChe, die er diskret verschweigt, so besondere an die berühmte Ballade, die des Sängers Fluch über ein Land schildert, dessen König sicli dem Zauber des Gesanges versohließt und dessen gottbegnadete Verkünder mit brutaler Gewalt zum Verstummen bringt. Damit hat Uhland, der ala demokratischer Politiker in der Frankfurter St. Pauls-Kirche einem ganz anderen Deutschland die Wogo vorzuzeichnetv. versuchte, als Dichter eine Zuknnftsvision von geradezu entsetzlicher Wirklichkeitsnähe vom amusischem Dritten Reich geßchaut, dessen Literäturdiktator, der Präsidentlifi MaHbor“) ln der' pfächtigen 'Zeitschrift der Rcichschrifttumkammer, Hans Johst, ein- „Kronika Slovenskih Mest“ („Chronik der slomal gestanden hat: „Wir. pfeifen auf den Hochmut von sogenannten Dichtem, die da glauben, auf dem Umweg von Innerlichkeit und den Phrasen von Ewigkeitswerten dem schlichten, anständigem, eindeutigen Bekenntnis zum Nationalsozialismus und der Tatsache des Dritten Reiches aus dem Wege gehen zu können.“ Ist solch eine programmatische Marschroute für den Pegasus im Dritten Reiche nicht gleichbedeutend mit dem mörderischen Schwerthieb des Uklandscben Balladenkönigs gegen die Kunst? „Dichter, Denker, Forscher, die den deutschen Namen und den Ruhm deutscher wissenschaftlicher Gründlichkeit gefestigt haben, zählen heute nicht mehr als Deutsche, und das neue Deutschland begibt sich freiwillig dieser Aktivposten, ohne zu merken, wie es dadurch geistig arm und kulturell ärmlich wird.“ So schilderte vor kurzem das katholische „Lanzer VolksblatP die Wirkung der Rasse n-Auslese“ im Dritten Reich, In diesen Tagen hat der Arierparagraph..das deutsche Musikleben wieder empfindlich ge schädigt. Der. letzte, nichtarische .Operndirigent Leo B1 e c h, über den bi&her G o c r i n g seine schützende Band gehalten hatte, mußte wäh rerid der Abwesenheit Goerings — eine grb teslce Illustrierung der Heiligkeit eines Füh rerwillens! — aus dem Amte scheiden. Ein bos bafter Zufall fügte es, daß zur selben Zeit Dr. Robert Ley der Einladung in die Mai länder Skala Folge leisten mußte, wo aus gerechnet die Rossini-Oper ,*M e s e s“ zur Aufführung gelangte. Der Anblick der Leiden der Kinder Israels in Ägypten mag seinem Nazi herzen wohlgetan haben. Um so peinlicher war ihm aber gewiß der Schluß, als die Meeres wogen über den Ägyptern zusamm'enschlugen Eine vielsagende Analogie mit dem Fluch des Sängers aus der unheimlichen Uhland-Ballade... Dr. Hugo Splegler. Dr. Vladimir Travner „Hdzadikim schebhol gaujjm jesch lachem helek baolam haboh.“ „Die G&F rechten aller Völker nehmen teil mi ewigen Leben ...** In. seinem, schönen Buch „Das Leben im Ghetto. Jüdische Schicksale in fünf Städten •Reiches eben'e'rschietfön isti'betdnt Dbv Joaöhiö!' P r! n'-z, wie glücklich'das mittelalWrlibhe Cör» dova, das arabische wie auch das jüdische war,. .das nicht nur auf seinen materiellen Reichtum, seine zahlreichen Handelshäuser und Fabriken voll Stolz hinweisen, sondern auch mit vollem Recht auf seine Kulturinstitu tionen, vor allem auf seine großen und herrlichen Bibliotheken stolz sedn konnte. Auch Zagreb wird oi-nmal ein Kulturzentrum der Juden in Jugoslawien werden. Schon heute kann man die Tätigkeit einzelner Juden auf dem Feld der jüdischen Kultur hoch einschätzen, doch ist unsere Zagreber Gemeinde noch immer sohr weit davon, „Ir veem b’Israel“ „Stadt und Mutter in Israel“ zu sein. Unter solchen Umständen müssen wir uns bewußt sein, von welcher Bedeutung für uns die Tatsache ist, daß Menschen wie Kreisgerichtsrat Dr. Vladimir Travner selbst vom Judentum weit' entfernt —, sein Wirken den Forschungen in der Geschichte des Judentums, unserer Kultur und unserer ruhmreichen Vergangenheit widmet. Die Juden waren immer Verfolgungen und Anfeindungen ausgesetzt. Doqh ebenso haben sie zu juder Zeit geistig hochstehende Freunde gefunden, die das Judentum, dessen Geschichte und Lehre studiert hatten, die sie schätzten und achteten und im Notfall sogar auch in Schutz nahmen. Hier denke ich nicht an jene einzelnen Christen, welche — und es gab ihrer zu jeder Zeit — durch das Studium der Heiligen Schrift dom Judentum immer näher kämen und in ihm ihr Heil fanden. Ich denke weder an die „Subotniki“ in Rußland, noch ah den Grafen Potocky und seinen Kreis in Polon, noch an die Szombätosok in Siebenbürgen unter Simon Pdchy, noch an die böhmischen „christlichen Israeliten“ im Novy Bidschover Kreise zu Maria Theresias Zeiten —, nicht an all jene „Gerim“ in Palästina —, sondern an Schriftsteller, die die Wissenschaft des Judentums zu schätzen verstehen. Ein solcher war Johannes Reuchlin, so war Dr. Alexander Diotz, der Historiker der Frankfurter Juden, und so ist in unseren Tagen in Slowenien Dr. Vladimir Travner. Zwei wunderschöne, ausführliche Studien sind es, die er bisher veröffentlicht hat: „Zidje Martiboru“ („Die Juden in Maribor“) im Buche „Marihorske slike“ („Mariborer Bilder — 1934“) und „Mariborski Ghetto“ („Das Ghetto wfenlschen Ortschaften“) Da« Material ist sehr reichhaltig. Darin sind zahlreiche Dokumente zitiert, Werke von Juden, die Arbeit des ehemaligen Rabbiners in Djakovo, Dr. Ilinko Schulsinger (im Jevrejski Almanach 1928), das Buch von Dr. Artur Rosenber, die Publikationen des Grazer Oberrabbiners und Universitätsprofessors Dr. David Herzog, des Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Split, Ing. Morpurgo, und auch einige von meinen. Artikeln. Dr. Travner ist außerdem ein großer Kunsthistoriker und Numismatiker. Er schreibt (Uber die mittelalteriichcn Münzfunde> in Maribor, er arbeitet an der Geschichte der evangelischen Kirche in slowenischen Gebieten, insbesondere in Maribor; in der kurzen Spanne Zeit, die ihm Bein Beruf frei läßt, fühlt er sich berufen, näch allem, was schön und edel ist, zu forschen, und wie er sich mir gegenüber äußerte, er h,at ein spezielles Interesse für alle jene, die teine Minorität bilden,' die; treu ihrer Überzeugung und ihrer Tradition, ihr eigenes Leben leben. Lavoslav Sik, Zagreb. Zionistischer Veranstaltung hütender Freitag, 30., April 1937; 2;, Bez.: Hechaluz Haklal Zioni im Stadtkibuz, Rueppgasse 8, 8 Uhr abends, Onegg Sabbath. Konzertsänger J. Segal-Rosenbach bringt palästinensische Onegg-Sabbath- , Lieder zum Vortrag. Samstag, 1. Mai 1937 : 20.. Bez.: Sektion und WIZO XX, Jäger- .Straße 30, 8 Uhr abends, ,,Melave Malka“ im Zeichen Lag B’ömers 5697, mit reichhaltigem •Programm. Festrede: Prof. W e i n s t o c k; Gesang:- Oberkantor W ah r m an n. ( Montag, 3. Mai 1937;, 2. Bez.: Klub Erez Israel, Praterstraße 13, «%9 Uhr abends, Prof. Leopold Jessner: 1,Theater und Judentum.-‘ i 2. Bez.: WIZO Prater, Stuwerstraße 1, Frau JDr. V o g e 1 b a ü m: Pressereferat. 9 Uhr Abends L Bez 5 Sektion und WIZO TV/V, Hauslaabgasag 2, ya8 Uhr abends, Zusammenkunft der wTZO-Mitgliedr, HÖ Uhr abends, Zusammenkunft. der. Sektionsmitglieder. Vortrag Doktor Henril Lichte ri s t e i n - R a p p a p o r t: „Die goldene Rose, eine Frauen-; geetait des 17. ^Jahrhunderts.“ . 6. Bez.: Sektion und WIZO VI/VII, II., Pra- .terstraße,■:$&, Sondervorsteiiung. lp den " Jtidischen Küristlerspielen i,,Di e Be n a n ng B ez ale i S“ mit Leo Reuss-Brandthofer. HO Uhr abends. Restliche Karten bei den Ausschußmitgliedern. - 7. Bez.: WIZO Neubau, Cafö Seidenhof, Kaiserstraße 87, H 9 Uhr abends, Professor S. Rappaport: „Jüdische Frauen auf Königsthronen“ 9. Bez.: Hechaluz Haklal Zioni, Währingerstraße 6—8, 8 Uhr abends, Dr. Kurt Heitler und Dr. F. Pickholz: „Was will der Hechaluz IfaklaJ Zioni.“ Dienstag, 4. Mai 1937 2. Bez.:' WIZO. II, im WIZO-Heim, Schottenrjng 25, ^9 Uhr abends, Amtsleiter Rosenfeld: „Geburt, Ehe und Tod bei den jludon.“ ■2. Bez.: Hechaluz Haklal Zioni, II., Taborstraße 18, Hotel National, Konzertsänger J; Segal-Rosenbach, Tenor, in seinem neuesten hebräisch-palästinensischen Liederzyklus: „Erez Israel« Aufbau im L i o d e“. Mitwirkend Richard Müller lind Lily Riegler HO Uhr abends. 3. Bes., Sektion und WIZO, Hl., Landstraßer Hauptstraße 9, H9 Uhr abends, Dr. Richard P okorny, V isepräsklent des Zionistischen 'Landesverbandes: „J ud Süß und äh nliche Schicksale." 9. Bez.: Sektion 8/9, Währingerstraße 6—8, Chug Ivri unter Leitung von Prof. Kästenbaum „Brenner“, 8 Uhr abends. 19. Bez.: Sektion und WIZO 19, Kasino Zögernitz, Döblinger Hauptstraße 74, %9 Uhr abends, Prof. Leopold Jessner: „Das Judentum und Theater.“ 20. Bez.: Sektion und WIZO 20, Jäger3traße Nr. 80, HO Uhr abends, Oberlehrer Max J e llinek; „Erziehung der jüd Jugend.“ Mittwoch, 5. Mai 1937. 2. Bez.: Sektion 2, Praterstraße 18, HO Uhr abends, Vorführung des Palästinastreifens. 2. Bez.: Hechaluz Haklal Ziorii, Stuwerstr. 1, 8 Uhr abends, Dr. F. Piokholz u. A. Morgenstern: „Der Hechaluz Haklal Zioni. 9. Bez . WIZO 9, im WIZO-Heim Schottenring 25; 8 Uhr abends, Vereins- und Vortragsabend. 10. Bes., Sektion X., Pernerstorfergasse 25, lA9 Uhr abends: H er zl-F e ier. Festrede: Med.'-llat Dr. 1. Sc hali t. KlaiHervorträge: Der Jüdische Hochschulausschuß veranstaltet vom 6 bis 10. Mal Sliia Reise nach Budapest zu besonders günstigen Bedingungen Anmeldungen und Auskünfte im Sekret ariat, tSgHoh von 1-3 Uhr. IX., AlaerstrnBe 2«. Tel A 85-8-28 Der Jüdische Hochschuiausschuß hat mH einer Heine von Tennisplätzen für seine Mitgl eder besonders günstige Absch üsse getroffen. Anmeld u. Auskünfte im Sekretariat, tflgl. von 1-8 Uhr, IX., Alaerstr. 28, Tel. A 28-3-28 3 Uhr nachmittags: Lag B’omerfeier. Festrede Rabb Dr. Margulies. Kantorale Gesänge Oberkantor Fischer. Akadomie-Bprechchöre- Gesang. Sektion Marlahüf-Neubau. Die Sektion 6/7 gibt bekannt, daß sie ihren Sitz von Loquaiplatz 11 nach VII., Hermanngasse 9, verlegt hat. Amtsstundeir. Dienstag und Donnerstag von 6 bis 8 Uhr abendB, Freitag von 1 bis 3 Uhr. Jugend musiziert Einen sehr erfreulichen Eindruck hinterließ das Konzert de« Schülerorchester« des Chajea- Realgymna8iums, das jüngst im Festsaal de». Ingenieur- und Architekbenvereines stattfand. Man geht mit dem Vorsatz zum . Konzqrt, nötigenfalls ein Auge zuzudrücken, doch erweist sich bald jegliche Nachsicht als unnötig, , da die kleine Künstlerschar ein kleine« Häuflein aufgeweckter Jungen — ihrer' Aufgabe völlig gewachsen ist. Es wird ganz tonrein gespielt, die Vortragszeichen werden ge* nauestens beachtet, der Rhythmris eingchaltenj sogar die Gleichförmigkeit der Bogenstriche der Geige gewahrt. Siegmund Löwenherz hat hier al$ Or-. chestererzieher eine ganz erstaunliche pädagogische Leistung vollbracht, die vorbehaltlos anzuerkennen ist. Schon die recht schwierige Progna-mmwahl erfährt eine sehr glückliche Lösung: gleichsam ein Kaleidoskop der Meister der vorklassischen Periode; alte Italiener, Niederländer und Deutsche kommen zu. Wort, wobei die jungen Musiker einerseits an , den strengen Formen der Alten viel lernen und musikalisch wohltätig beeinflußt werden, während anderseits diese kleinen Werke ihrem Spielvermögen durchaus angepaßt sind. Durch die Kürze der Werke wurden auch Ermüdungserscheinungen geschickt vermieden. Der Abend brachte auch eine richtige Uraufführung: „Eine kleine Geburt« tagsspieL: musik“, ein reizendes Werkchen deB hochbegabten Hugo Kauder, das wiederholt wer* den mußte. In seinem Konzertmeister Norbert Brairirn besitzt das Orchester sogar einen „Stär“,’ der von Kapellmeister Löwenherz glänzend anxi Klavier begleitet, eine Gorellisonate mife sebö-\ nem, warmem Tpn und erstaunlichem Können; spielte und dann gemeinsam mit dem sicheren. Max Reiß- und dem „Solocellisten“ Alfröd- Knoller, dessen; ausgezeichnete Schulung anfifiel, .eine alte, klangschöne TriosuRe zur Auf* ftihrung brachte. Nicht zu vergessen die anmutige Hilde Lust, die mit Orchesterbegleitung last nie gehörte Arien von Schütz und Mozart vortrug. Ernst Winkler. Tempelkonzerte Kusewitzky. Der Oberkantor dor Warschauer großen Synagoge war heuer, nach dem großen Erfolg im Vorjahr, dreimal zu hören. War man schön im Konzert voll der Bewunderung, so wurden alle Erwartungen irn Gottesdienst noch weitaus übertroffen. Hier ißt Kueewi-tzky — nicht gebunden durch eine vorgeschriebe ne Melodie — Gelegenheit-ZU voller Freiheit geboten. Dies ist um so wichtiger, als er ganz im Sinne der Tradition der russisch-polnischen Chasonim seinen Gesang1 durch schwierigste Koloraturen ausschmückt. Er wurde vom Tempelohor unter Leitung Josef Millets durch Halten der Akkorde wertvoll unterstützt. Kusewitzkys Abende waren stärkstes Erlebnis für jeden Hörer, und wir wollen, hoffen, diesen Künstler öfter ala bisher zu hören. Im Tempelkonzert brachte ala Mitwirkender Oberkantor Funke einige Gesänge mit klangvoller, kultivierter Stimme zum Vortrag. Die Begleitung besorgte Max Reichlin. sh. Bar Mizwah-Feier im Haus des Oberkantors Müllen Samstag fand im Tempel in der Pazi manitengasse die Bar Mizwah-Feier Joachim Müllers, Sohnes des Herrn Oberkantors J. I* Müller statt. An der Feier nahm der gesamte Torapelvorstand mit Obmann Schrammel, Dr. Klaber in Vertretung des Kultusvorstandes sowie Deputationen der zionistischen .Bezirkssektionen und verschiedener Vereine teil. Be! der Gratulation, zu der auch Oberrabbiner Taglicht erschien, hiolt Joachim Müller eine bebrä* ische Ansprache, worauf im Namen des Tempelvereines die Herren Schönherz und Engel Ansprachen hielten. Zum Schluß sprach der Vater zu seinem einzigen Sohne: „Wenn mein Wunsch, daß aus dir ein jüdischer Bauer im jüdischen Erez Israel wird, in Erfüllung geht, so habe ich nicht umsonst gelebt.“ Über 800 Gäste waren bei der Gratulation anwesend. S. W. Bund jüdtecher Frontsoldaten Österreichs. (Wiener Jüdisches Symphonie-Orohester.) Montag, den 8. Mai 1937, 8 Uhr abends, findet im Großen Ehrbar-Saale ein Orchester-Konzert t\ r< 4 r, ...... , ..... -. statt. Dirigent: Dr. Kurt Pahlen. Mitwirkend: fr-l^ete tarstner UebriMKhe und Lo<Urer (Sopran) und Pani B&m- U^%: 0yrlTSy RoJ,elb°r!i; «“‘“"Hburgor (Klavier). Zilr Aufftthnm* gelangen aus Heizte Schnjien. Elisabeth Waitimattn Werke von Mozart, Beethoven, Brüll, Gustav amt Kurt IJe***^ Mj| M_alder, Verdi Julius OhajeB (Uraufführung). 20. Bez.: Sektion Zwieohenbrücken, Univorsümstraße 62, %0 Uhr abends, Dr. A. G r o ß: „Zionistische Fragen.“ 20 Bez.: Sektion und WIZO Prater, Stuwerstraße 1, HO Uhr abend«, Dr Julius Zeller: mayer: „Bemerkungen zur englichen O r ie n t p o 1 i t i k.“ 13. Bez.: Sektion Breitonsee, Akkonplätz 7, ItlD'SCMIBO KAIFNDFO 30. April bis 6. Mal 1937. 19 bis 25. t/«r 5497 Freitag (30.) Sabbath-Eingang 7£2 Sunstftid.) Sabbitfi’Awgang 7^5 Wodienabfdinltt: Bittor