Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 640 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 640 Wien, Freitag, 30. April 1937 19* IJar 5697 10. Jahrgang Billigen.bequeme ORBIS PFINGSTFAHRT nadi POLEN u. czerhoüjitz Ab'ahrt: 13 Mai 1937 Rückfahrt: 25. Mai 1937 Auskunft und Anmeldungen: POLNISCHES VERKEHRSBURO „ORBIS“ U KUrntneretraBe 41 (U 21-5-78 OESTERREICHkSCHES VERKEHRSBURO I,, FriedrichstraBe 7 (B 27-500). I.f Graben 20 (U 20-0-35; niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiintimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiiiimiiimiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiitiiiiuimimiiii Bne Brith-Weltleiiung appelliert an USA-Reglerung Cincinnati, 27. Apriil. (JTA.). Der Präsident des Weltverbandes der Bne Brith, Alfred M. Cohen ersuchte den Staatssekretär der amerikanischen Regierung, Cordell H u 1.1, um Intervention bei der deutschen Regierung wegen Rückgängigmachung der Vertreibung der Insassen der Bne Brith-Institutionen. Den gleichen Appell an Cordell Hüll richteten der Verbamdsrait der Kirchen und das American Jewish Committee. Administrative Committee des Weltkongresses am 19. Mai in Wien Paris, 28. April (JTA.). Das Administrative Committee des Jüdischen Weltkongresses wird am 19. Mai in Wien zusammentreten. Delegierte aus allen Staaten Europas werden an dieser Tagung, die zwei Tage dauern soll, teilnehmen. Auf der Tagung soll die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern Europas erörtert und insbesondere der Plan einer Hilfsaktion für die Juden Polens erwogen werden. Eine der Hauptfragen, mit denen sich die Tagung zu befassen haben wird, wird das Problem der jüdischen Emigration aus einer Reihe europäischer Länder bilden. Beratungen des Weltverbandes der Allg. Zionisten Jerusalem, 26. April. (JTA.) Im Zusammenhang mit der Tagung des Aktionskomitees fand in Jerusalem eine Beratung der Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten statt. Die außerhalb Palästinas ansässigen Leitungsmitglieder, die zu der Aktionskomiteesitzung nach Jerusalem gekommen waren, nahmen an der Beratung teil. Dr. I. Schwarzbart berichtete über die Lage der allgemein-zionistischen Bewegung in Europa, Dr. S t u p über ideologische Strömungen innerhalb des Weltverbandes und J. Suprasky über die Situation des Verbandes in Palästina. Im Anschluß an die Referate fand eine Aussprache über organisatorische Fragen im Zusammenhang mit der Tagung des Aktionskomitees und den Wahlen zum nächsten Zionistenkongreß statt. Coffrooli SS besetzt die Bne Brith-Helme " Wie aus Berlin telegraphiert ward, wurden sämtliche Bne Brith-Gebä ud e in Deutschland — nach Auflösung der in ihnen untergebraohten philanthropischen, sozialen und kulturellen Institutionen und Aussetzung der Greise, Kranken und Kinder aus den Heimen — von SS-Leuten besetzt. I>as Logemhaus in der Kleiststraße, Sitz der Größloge Deutschland und der Mehrzahl der Berliner ' Logen der Bne Brith,. ein Mittelpunkt für jüdische sozial-kulturelle Arbeit in Berlin, in dem mehrere große Fest- und Versammlungissäle vorhanden sind, wurde von einem über 100 Mann starken Aufgebot der SS besetzt. Die Fememord-Affäre in Palästina Josef Müller auf freiem Fuß Wir haben vor einigen Tagen gemeldet, daß In Palästina im Zusammenhang mit einer Spionage- und Fememordaffäre auch ein Mann namens Josef Müller verhaftet wurde. Wie wir jetzt erfahren, wurde Müller, der aus Wien nach Palästina eingewandert ist, wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sich seine volle Unschuld erwiesen hatte. Richtige Leibbinden. und Stützmieder als Resultat umfassender Erfahrung l’nehfirmn Bandagen-MIkolasch, Taborstraße 22 Vollständiges Verbot des Sdiäditens in Polen gefordert Warschau, 28. April. (JTA.) Die polnischen Fleischerverbände haben in den letzten Tagen den zuständigen Ministerien eine Denkschrift überreicht, in der ein v o 11etändiges Verbot des Schächtens gefordert wird. ACHTUNG 1 ENDLICH! ACHTUNG! Inmitten der allgemeinen Preissteigerung ist die in Betrieb gesetzte Wurst- und Selchwarenlabrik doch in der Lage, der jüdischen Bevölkerung alle Sorten la streng orth. Seldiwaren zu bedeutend reduzierten Preisen zu liefern 1 En gros l En detail! Einmaliger Versuch genügt! Unter Aufsicht des Ehrw. Rabbinates der „Adas-Jisroel“ (Schiffschul) FleischSauerei BRUDER STADLER Tel. A 43*5*90 II. Im Werd 1 A. C.-Sitzuifg geschlossen: Kongreß am 3. August in der Schweiz Jerusalem, 28. April. (JTA.) In seiner Schlußsitzung am 27. April nahm das Zionistische Aktionskomitee eine von der Organisationskommission eingebrachte Resolution an, wonach der XX. Zionistenkongreß am 3. August in einer Stadt in der Schweiz eröffnet werden wird. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde der Fortbestand des kleinen A. . C.bis. zum Zusammentritt deß Die Zahnpasta! Wd misse Kongresses verlängert und die Errichtung eines kleinen Administrative Committee in Palästina gebilligt. In einem besonderen Beschluß wurde der derzeitige Statuts der Hebräischen Universität genehmigt. Errichtung eines Wirt* schaftsrates des A. C. Das A. C. sandte an den Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Professor Chaim Weizmann, ein Telegramm, in dem es ihn ermuntert, den Kampf für die Errichtung des Jüdischen Nationalheims bis zum Erfolg fortzuführen. Weitere Telegramme sandte das A. C. an die neuen Siedlungen im Jordantale und im Beisan-Gebiet. Das A. C. nahm schließlich eine Reihe von Resolutionen an, in denen die Errichtung eines speziellen Wirtschafterates sowie der Ausbau und die Stärkung der Kolonisation im Galil (Nordpalästina) beschlossen werden. Wir verzichten nicht! Das Zionistische Aktionskomitee hat am 26. April einstimmig die politische Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß das jüdische Volk an dem im Mandat anerkannten Recht auf Palästina festhält. In der Resolution wird die Haltung der Exekutive gegenüber der Königl. Kommission gebilligt. Es wird feierlich erklärt, daß das Mandat die historischen Rechte des jüdischen Volkes auf Palästina anerkennt und daß England unter dem Mandat die klare Verpflichtung übernommen hat, diesen Rechten durch Ermunterung des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims Geltung zu verschaffen. Niemals war die Not der Judenheiten in vielen Ländern der Diaspora so groß wie jetzt und niemals war eine Beschleunigung des Palästinaaufbaus und eine Erweiterung der jüdischen kolonisatorischen Tätigkeit im Lande so dringend wie jetzt. Der schrecklichen Not der jüdischen Massen in der Diaspora stehen die immensen Möglichkeiten Palästinas gegenüber, des durch die Arbeit der Juden eine so hohe Blüte erlangt hat. Das jüdische Volk wird sich jedem Versuch, seine Rechte in Palästina zu beschränken oder den Raum des Jüdischen Nationalheims zu schmälern, widersetzen, insbesondere den Versuchen, aus dem Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit ein Verbot von Bodenverkäufen an Juden abzuleiten oder das jüdische Territorium durch Teilung oder Kantonierung zu beschränken. Es wird auch darauf hingewiesen, daß das Verbot jüdischer Einwanderung nach Transjordanien eine Verletzung des Mandats bedeutet. Die Schaukel- und Zauderpolitik der Palästina-Regierung ist die Ursache der letzten Unruhen. Zum Schluß wiederholt das A. C. die vom Kongreß gefaßte Resolution über die Bereitschaft der Juden, mit den Arabern in Frieden und Harmonie zu leben. Trotz Unruhen: Wachsende Siedlungen, gesunde Wirtschaft Jerusalem, 25. April. In seinem Referat über jüdische Siedlung in Palästina berichtete Dr. Arthur R u p p i n, daß seit dem letzten Kongreß dem Siedlungswerk außer den festgesetzten 197.000 Pfund ein weiterer Betrag von 90000 Pfund zugeflossen sei aus dem Verkauf von Pfandbriefen der Palestino Agricultural Settlement Assoziation (PASA), die erst kürzlich von der Jewish Agency gegründet worden ißt. Die Pfandbriefe wurden größtenteils in Deutschland abgesetzt, wo das Angebot fünffach überzeichnet wurde. Die gesündesten Kinder der Welt I)r. Ruppin schilderte die Erweiterung des Siedlungswerkes. Aus 35 Keren Hajesßod-Dörfem mit 5200 Einwohnern im Jahre JGgSim SS« ■ '.v '&em 1 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 1930 sind bis 1936 53 Dörfer mit 14.000 Einwohnern geworden; trotz der schwierigen Wirtschaftslage arbeiteten diese Siedlungen im letzten Jahr mit einem Reinertrag von 30.000 Pfund, so daß sie bereits in der Lage sind, mit der Abzahlung ihrer Schulden zu beginnen. Der Referent berichtete dann über seinen Besuch in diesen Siedlungen, deren Bewohner trotz aller Gefahren ihre Begeisterung und ihren Mut nicht verloren haben. Ihre einzige Sorge ist die Frage, wie die Anzahl der Siedler erhöht und das Siedlung s werk noch weiter ausgebaut werden soll. Die Entwicklung, die er überall in den Keren-Hajessod- Dörfem beobachtete habe, fuhr Dr. Ruppin fort, sei ganz außerordentlich. Die Kinder- Billige und bequeme Pflngstfahrt mit der „Czernowitzer Allg. Zeitung“ nach Polen u. Czernowifz Abfahrten: 2., 13.Mal Rückfahrt: 25.Mal 1937 Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro „Marienbrücke“, Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 Sterblichkeit in diesen Siedlungen ist mit 2K pro Tausend die geringste in der ganzen Welt, während die Kindersterblichkeit in Ägypten 20 pro Tausend beträgt. Die Einwanderer aus Deutschland Zur Frage der Einwanderung führte der Referent aus, daß von den 36.000 deutschen Juden, die seit 1933 nach Palästina gekommen sind, 8000 auf dem Lande tätig sind, abgesehen von den 1500 Angehörigen der Jugend-Alijah. Die deutsche Abteilung der Jewish Agency hat einen Betrag von 400.000 Pfund in landwirtschaftliche Unternehmungen für deutsche Juden investiert. Die Beisan-Siedlungen Joseph W e i t z sprach über die neuen SiedJ lungen im Beisan-Gebiet. Er hob den Wert, insbesondere die reichen Wasserquellen dieses Siedlungsgebietes hervor, das im Altertum unter dem Namen „Durchgang zum Paradies“ bekannt war. Heute dagegen ist es vereinsamt und fast unbewohnt. 60.000 Dunam sind in jündischem Besitz; außerdem hat die Regierung weitere 36.000 Dunam aufi Staatsländereien für jüdische Siedlung zugesagt, so daß es in kurzer Zeit dort 15 Siedlungen einschließlich der bereits gegründeten geben wird. Dadurch wird eine Kette jüdischer Zentren rings lim das Tal von Beisan geschaffen werden. Weitz verglich die Bedeutung einer solchen Leistung mit dem Hafenbau in T e 1 - A v i v. Kapitalzufluß dauert an Elieser IC a p 1 a n, der Finanzreferent der Exekutive, legte dar, daß Palästina durch die ökonomische Weltkrisis nicht entscheidend berührt wurde. Obwohl die innere politische Lage in Palästina die Tendenz zur Vergröße-. rung privater Kapitalinvestitionen abschwächt, braucht einem um die Zukunft nicht bange zu sein. Die jüdischen Bankdepositen in Palästina stellen heute ein Kapital von 17'Millionen Pfund dar, wovon mehr alß ein Drittel in der Anglo-Palestine Bank, dem Tochterinstitut der Jüdischen Kolonialbank, hinterlegt ist. Die Anglo-Palestine Bank ver- VII., KAISERSTRASSE 123 * IX.. ALSERSTRASSE 6 ■: