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Die Stimme · 1937-04-27 · Heft 639 (27.4.1937) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 639 (27.4.1937)
Date
1937-04-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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N*. 639 Wien, Dienstag, 37* April 1937 16. Qar f697 10. Jahrgang ^Stimme Aktionskomitee für ungeteiltes Palästina Jerusalem, 25. April. (JTA.) Vor Abschluß der Debatte über die politischen Exposes von Ben Gurion, Shertok und Nahum Goldmann schlug der Vorsitzende des A. C., M. M. Ussischkin, den Text einer Resolution vor, in der gegen jeden Plan einer Teilung Palästinas, sei es in der Form der Schaffung eines jüdischen und eines arabischen Staates, sei es in der Form der der Bildung von Kantonen oder in welcher anderen Form immer, in der schärfsten Weise protestiert wird. Zu der Resolution äußerten sich Ben Gurion, Rubaschow (Arbeiterpartei), Rabbi Goldbloom (Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten), Rabbi Berlin (Misrachi), Doktor Schiwarzbart (Weltverband der Allgemeinen Zionisten), Elijahu Berligne (Weltvereinigung) und Richard Lichtheim (Judenstaatspartei). Sämtliche Redner ohne Ausnahme sprachen sich kategorisch gegen jede Form einer Teilung des Landes lind gegen jeden Versuch, die jüdischen Rechte in und auf Palästina und den Umfang des jüdischen Aufbauwerkes zu schmälern, aus, hingegen rieten Ben Gurion, Rubaschow und Goldbloom von einer Abstimmung über die Resolution ab, indem sie darauf hinwiesen, es sei unmöglich, über einen Gegenstand einen Beschluß zu fassen, der noch nicht konkret vorliegt und lediglich auf Vermutungen und Gerüchten basiert. Dieser Ansicht schlossen sich nachträglich auch die übrigen Redner an, einzig Richard Lichtheim setzte sich für die Abstimmung über die Ussischkin-Resolution und Annahme derselben ein. Über die Resolution wurde nicht abgestimmt. Wir halten unsere Positionen! Bitte Kraftprobe Die Kongreßwahlen stehen vor der Türe. Bis spätestens 3. Juni müssen die Schekelhefte abgerechnet und verrechnet sein. Die Allgemeinen Zionisten geben immer wieder Beweise ihrer Disziplin und ihre« Opfersinns. Das Ergebnis der letzten Haussammlung für den Keren Kajemeth war ein neuerlicher Beweis dafür. Bel den heurigen Kongreßwahlen geht es nun um lebenswichtige Dinge für den wahrhaften, nicht nach links und nicht nach rechts schielenden Allgemeinen Zionismus. Unsere Arbeit muß beim Kongreß ihre Krönung finden. Das ist nur möglich, wenn jeder Allgemeine Zionist den Schekel kauft und ihn verbreitet Die Kongreßwahl muß uns einen großen Sieg bringen. Dann werden wir gerechte Bedingungen für unsere Chaluzlm und unsere Mittelständler in Palästina durchsetzen. Auf zur Schekelarbeit! Kämpft, und ihr werdet siegen. Häuft und vufcdtet de* SeUekd! Jerusalem, 24. April. In seiner Rede in der ersten Sitzung des Aktionskomitees führte Ben G u r i o n aus, weder die Königliche Kommission noch die britische Regierung habe bisher konkrete Vorschläge in bezug auf die Lösung des Palästina-Problem® formuliert Die Gerüchte, betreffend die angebliche Teilung de® Lande® in einen jüdischen und einen arabischen Staat beruhten bloß auf Vermutungen und brauchten Schlanke Linie, meine Dame, erreichen Sie nicht durch Hungern. Kuranstalt „Helia“, /., Fleischmarkt 7, erreicht es verläßlich durch physikaliisch-kosmetitrsche Methode. nicht vom Aktionskomitee diskutiert zu werden. Die von der Jewish Agency eiiizuschlagende Politik könne also definiert werden: Widerstand gegen Versuche, die Rechte oder die Ausdehnung des Nationalhelmes zu begrenzen; Forderung nach einer dynamischen Politik seitens der Regierung im Sinne der Durchführung des Mandats, Nicht nur sei die Regierung nicht berechtigt, der jüdischen Aufbauarbeit Hindernisse in den Weg zu legen, sondern sie habe die Verpflichtung, Bedingungen zu schaffen, in denen die Ausdehnung der Aufbauarbeit, welche dem Lande als Ganzes zugute kommt, möglich ist. Gegen Klein-Palästina Ben Gurion warnte vor den Illusionen, die die Aussicht auf den „Judenstaat“ geweckt habe. Hinter dieser verlockenden Hoffnung verberge sich die Gefahr einer Liquidierung des jüdischen Nationalheimes. Außerdem sei zu bedenken, daß ohne Jerusalem und Haifa, die beide jüdische Mehrheiten haben, das Land nicht aufgebaut werden könne. Der Zionismus habe keinen Anlaß, seine Positionen aufzugeben. Ben Gurion beschäftigte sich ausführlich mit den Ereignissen des verflossenen Jahres und erklärte, daß die Palästina-Regierung es unterlassen habe, sich der ihr verliehenen, fast unbeschränkten Vollmachten zu bedienen, um die Unruhen zu unterdrücken. Es sei unmöglich, die 'Regierung der Schuld au der Ausbreitung der Unruhen freizusprechen; die Regierung habe sogar die Rädelsführer, von denen mehrere in Regierungsdiensten stehen oder von ihr Gehälter beziehen, gewähren lassen. Diese Nachsicht müsse als eine der unmittelbaren Ursachen der Unruhen gewertet werden. Die Entscheidung hängt von uns ab! Zum Schluß sagte Ben Gurion, daß das jüdische Volk an einem entscheidenden Wendepunkt seiner Geschichte gelangt sei. Die Entscheidung hänge weder von den Arabern noch von der Regierung, sondern einzig und allein von dem Einsatz aller Kräfte des Jischuw und der Diaspora ab. Nach Ben Gurion, dessen Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurden, 'gab Präsident Ussischkin eine Übersicht der Tätigkeit des 1936 in Zürich gewählten Kleinen Aktionskomitees. Dr. Nahum Gold mann referierte über die politische Tätigkeit der Exekutive in Genf und auf dem Kontinent. Ruppins 60. Geburtstag Ben Gurion brachte sodann Dr. Arthur Ruppin die Glückwünsche der Exekutive und der Bewegung anläßlich seines 60. Geburtstages dar und überreichte, ihm ein Luxusexemplar der vom Bialik-Institut veröffentlichten hebräischen Ausgabe seiner Schriften. Die Versammlung bereitete dem Jubilar eine stürmische Ovation. Die Königliche Kommission In der zweiten Sitzung, die am 21. April etattfand, referierte Mosche Shertok, der eine halbe Stunde vorher aus England eingetroffen war, ausführlich über die Tätigkeit im Zusammenhang mit der Königlichen Kommission in London, sowie über die Möglichkeiten, die sich aus dem Bericht der Kommission ergeben könnten. Er schilderte 6. Ina i DU 1UU& hocU HücoUfriUty Für die Gesellschaftsreise der »Stimme" nach Nikolsburg, die am Donnerstag, den 6. Mai, stattfindet, benötigen die Teilnehmer nicht unbedingt einen eigenen Reisepaß. Es ist auch möglich, die Reise auf Grund eines Sammelpasses mitzumachen, doch müssen hie für Heimatschein und Meldezettel spätestens acht Tage vor der Reise itn Zionistischen Landeskomitee (I., Marc-Aurel-Straße 5) vorgelegt werden* Für die Reise stehen erstklassige Autobusse zur Verfügung. Der Fahrpreis beträgt S 9.50, mit Mittagessen S 11.50. Das Mittagessen wird selbstverständlich in einem Koscher-Restaurant eingenommen. Anmeldungen nehmen entgegen: Die Administration der »Stimm#*, das Büro des Zionistischen Landesverbandes und alle Sektionen, ln Nikolsburg wird das neue jüdische Zentralmuseum, das alte Ghetto und Schloß Dietrkhstebi besichtigt. Für , Bachkundige Führung ist gesorgt* die Lage in der arabischen Welt und wies auf die Gefahren hin, die den Juden drohen, und gleichzeitig auf das glorreiche neue Kapitel der Geschichte des Nationalheims, das die im Norden neu angesiedelten Chaluzim eröffnet haben. Diese Chaluzim ****** ** haben den Beweis dafür geliefert, daß die Juden imstande sind, Anschläge auf die jüdischen Rechte und auf die Einwanderung abzuwehren. Teilung Palästinas — neues Ghetto! Ussischkin leitete die Generaldebatte mit einer Rede ein, die von tiefem Ernst durchdrungen war und sich zu großer Erregung steigerte, und auf die Anwesenden starken Eindruck machte. Er wendete sich entschied^ gegen eine Teilung Palästinas, warnte gefen Illusionen und lehnte im vorhinein jeden Versuch, die Zustimmung des jüdischen Volkes zur Schaffung eines „Judenstaates“ zu erlangen, aufe energischeste ab. Ein Judenstaat, wie er jetzt vorgeschlagen werde, sei nur ein Deckname für ein kleines Ghetto in Palästina, Sofort Platz für Hunderttausende Die Sitzungen des Aktionskomitees aml Freitag waren den Fragen der jüdischen' Kolonisation und den Finanzen der Jewish Agency gewidmet. Ein erschöpfendes Referat über die bisherigen Leistungen der Jewish Agency auf dem Gebiete der jüdischen Kolonisation in Palästina hielt der Leiter des Kolonisabionsdepartements Doktor Arthur Ruppin. Er teilte mit, daß sich die j Zahl ■ der unter der Ägide der Jewish Agency errichteten jüdischen Kolonien in den letzten sechs Jahren von 35 auf 53 und; die jüdische Bevölkerung dieser Siedlungen in diem gleichen Zeitraum von 5200 auf 14.000 erhöht hat. Erst vor kurzer Zeit vorgenommene Wasserbohrungen haben erwiesen, daß esi möglich sein wird, etwa drei Millionen' Dunam heute noch nicht anbaufähigen Boden durch Bewässerung anbaufähig zu machen; dies bedeute, daß noch weitere 100.000 jüdische Familien landwirtschaftlich in Palästina angesiedelt werden können. Die Ausführungen Ruppins fanden starken Beifall. Der Präsident dies Jüdischen Nationaifonds, M. M. Ussischkin, referierte eingehend über die Bodenpolitik des Keren Kajemeth, die jüngsten Bodenerwerbungen dieses Fonds und seinen Beitrag zur praktischen Kolonisation. Ussiscnkins Ausführungen wurden ergänzt durch den Keren- Kajemeth-Beamten Weifcz, der den Aufbau der neuen jüdischen Siedlungen im Beisan- Distrikt schilderte. Millionenbudget für Keren Hajessod Deir Schatzmeister der. Exekutive der Jewish Agency, Elieser Kaplan, hielt das Finanzreferat. Er wies auf die fortschreitende Besserung der finanziellen Situation de6 Keren Hajessod hin, dessen Einnahmen sich von 170.000 Pfund im Jahne 1933 auf mehr als 300.000 Pfund im Jahre 1936 erhöhten, betonte aber, daß Im Hinblick auf die sich eröffnenden neuen großen Möglichkeiten für diie jüdische Kolonisation in Palästina alle Kräfte daran gesetzt werden müssen, damit der Keren Hajessod den neu erwachsenden erhöhten Verpflichtungen naohkommen könne. Kaplan forderte ein Keren - Hajessod- Budget von nicht weniger als einer Million Pfund zur Stärkung und Intensivierung der nationalen Kolonisation. Elieser Kaplan berichtete sodann über die Ergebnisse der Sonderaktion Mifal haibizaron uwitachon, die nunmehr abgeschlossen ist, und teilte zum Schluß mit, daß die Position der zionistischen Banken eine durchaus feste sei. Für feste Einheitsfront Jerusalem, 24. April. (Faloor.) Die politische Debatte, nahm den ganzen Nachmittag und Abend in Anspruch und erreichte ein hohes Niveau. Alle Reden zeichneten sich durch das völlige Fehlen von Parteigesiohtspimkten aus; die Vertreter der Parteien brachten ihre persönlichen Ansichten frei zum Ausdruck. Die Debatte wurde um Mitternacht von S. Kaplans ky abgeschlossen. Namens der Exekutive antwortete Ben- Gurion, der in einer längeren Ansprache zur Schaffung einer festen Einheitsfront auf rief. Er unterstrich die Notwendigkeit der Konsolidierung der ganzen Bewegung, die mit aller Entschiedenheit die Forderung der Exekutive an die Mandateregierung unter- •tütMü m&M«, ihren Verptttobtuogea den Juden gegenüber nachzukommen und keine Beschränkung der jüdischen Rechte ln Palästina vorzunehmen. Sämtliche Mitglieder dies Aktionskomitees werden nach Schluß der Tagung die neuen Siedlungspunkte im Norden besichtigen. Exekutive verlangt 11.000 Zertifikate Der Jüdischen Telegraphen-Agentur wird aus autoritativer Quelle mitgeteilt, daß die Exekutive der Jewish Agency am 16. April der Palästinaregterung ein Ersuchen um Ausfolgung von 11.000 Zertifikaten auf den Halbjahr-Schedule April/Oktober 1937 unter« breitetet

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