Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 632 (1.4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt. 682. — Wien, Donnerstag, 1. April 1887. Oll STIMM! ftlt* f Antisemitismus in der Steiermark Das »Salzburger VolksbLatt“ berichtet unter dieser Überschrift aus Graz: „Der österreichische Antisemitenbund, der fast in allen Bundesländern Zweigstellen errichtet hat, hielt eine aufklärende Versammlung ab. Herr Diittrich zitierte den Talmud, beleuchtete die zersetzende Tätigtoeit des internationalen Judentums in Wirtschaft, Kunst, Kultur und deutscher Sitte, die Zusammenhänge zwischen dem Bolschewismus und Judentum, den jüdischen Wucher an den verarmten Finanzen in verschiedenen Staaten. Im Deutschen Reiche habe 1982 noch eine Arbeitslosenarmee von sechseinhalb Millionen bestanden, die heute durch Entfernung der Juden aus der Volkswirtschaft verschwunden ist. ,Wir fordern den freien, unabhängigen, deutsch-christlichen Staat;, uns bodenständigen Österreichern soll die Heimat gehören; wir lassen uns nicht länger vom Judentum und seiner Presse vorsehreiben, was deutsch, was christlich, was wir in der Finanzwirtsohaft' usw. machen sollen. Auch wir mischen uns in jüdische Verwaltungsangelegenheiten nicht ein. Wir kämpfen für ein freies und judenreines deutsch-christliches Vaterland, für die Reinhaltung des deutschem Blutes und Wesens. Wir kämpfen für den Sieg der Wahrheit!4 Der Obmann Peters beleuchtete die vollkommen legale Tätigkeit des Antisemiitenbundes. ,Gut .90 Prozent aller Österreicher .sind Antisemiten, und diese fordern ihr Recht, um den jüdischen Fremdkörper zu entfernen, der trotz seiner drei Prozent in Österreich in jeder Hinsicht führend bleiben will. In voller Öffentlichkeit arbeiten wir und wir bestreiten, daß die Judenfrage eine politische Frage sei. Wir protestieren auch dagegen, daß man bei der Bekämpfung der jüdischen Korruption sofort als ,Staatsfeind‘ verdächtigt wird.4 “ Hier wird offen für ein „judenreines“ Österreich Propaganda gemacht, mit anderen Worten für die Vertreibung., der Juden aus Österreich. Gleichzeitig wird auf das nationalsozialistische Deutschland als nachahmenswertes Beispiel bei der Behandlung der Judenfrage verwiesen. Bekommt der Staatsanwalt in Salzburg das „Salzburger Volksblatt“ nicht zu Geeicht? Warum schreitet er nicht ein? Österreich hat seine Verfassung und seinen Ruf in der Kulturweit zu wahren. Hier energisch einzuschreiten erfordert die Achtung vor dem Gesetz und die Staatsraison. Marquis Posa im Dritten Reith Auf dem Geadarmenmarkt ln Berlin stand ein 8cKiller-Denkmal, das als angebliches Verkehrshindernis abgetragen wurde. Hiebei wurde da« Denkmal zerbrochen und in einem Depot ln der Nähe des Gendarxnenmarktec untergebracht. Vor diesem Depot befindet sich eine öffentliche Telepbonzelle, in der ein Telephonbuob aufliegt. Kürzlich wurde nun festgestellt, daß auf dem Deckel des Te- Iephonbuehe« unbeachtet von der Gestapo durch vier Tage ein Zettel aufgeklebt war, auf dem zu lesen stand: „Sein Denkmal habt Ihr wirklich nun vernichtet, Doch nicht gen Geist, der unsres Geiste« Quell. Ein neuer Geßlerhut ward aufgeriohtet, Doch wartet nur, es kommt ein Wilhelm Teil. Weit stärker als der Diktatoren Dreiheit Wirkt Posas Wert: ,Sir, gebt Gedankenfreiheit!4 Kein großes Volk zu Führern sich erkor Den Wurm, den Spiegelberg und den Franz Moor.“ Josef Ahrottowlcz gestorben Jerusalem, 30. März. Der bekannte Histadruth-Fiihrer und Gründer des Hapoel Hazalr, Josef A h r o n o w i c z, ist Im Alter von sechzig Jahren In Jerusalem gestorben. Holländische Universitäten ln Göttlsigen nicht vertreten« Amsterdam, 2Ö. März. (JTA) Mit großer Stimmenmehrheit lehnte der Senat der Universität Amsterdam die Einladung zur Teilnahme an der Feier des 200jährigen Bestehens der Universität Göttingen ah. Die Universität wird sich mit der Entsendung einer schriftlichen I Gratulation begnügen, wie dies auch im vergangenen ' Jahr anläßlich des 500jährigen Bestehens der Universität Heidelberg geschah. Die Staatsuniversitäten Utrecht und Leyden haben Resolutionen gleichen Inhaltes angenommen. Petaeh Tikwah - Stadt Jerusalem, 30. März. Petaeh Tikwah wurde offiziell als Munizipalität anerkannt und ist. somit die zweite rein jüdische Stadt Palästinas geworden. Die Stadtverwaltung besteht aus einem Bürgermeister und 15 Räten; das Wahl* s. oiem ist das gleiche wie in Tel-Avlv uind schließt Wahlrecht für Frauen ein. Der Gründer von Rlschon-le-Zion gestorben. Au« Jerusalem wiincl gemeldet: SMraflhon Beikind, der Gründer der Kolonie Rlschon-le-Zion, ist in Jerusalem im Alter von 73 Jahren gestorben. Brandels-Wald des Jüdischen National- Fonds. Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Zionistische Frauenorganisation Amerikas Hadassa hat dem Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem 20.000 Pfund für die Errichtung eines Waldes auf den Namen des amerikanischen Richters und Zionistenführens Louis D. Brandeis übergeben. Außerdem soll bei K/irjat Anawim ein eigener Hadassawald mit 20.000 Bäumen gepflanzt werden. Ein dritter Waid, auf den Namen von Miß Henrietta Szoid, «oll in der Nähe des medizinischen Zentrums auf dem Skopue-Berg angelegt werden. Die Organisation Hada&sa hat sich ferner verpflichtet, 32.000 Dunam Boden in der Nähe der Haifa-Bay zu erwerben. Die Mitglieder. der Hadassa haben für diesen Zweck einen ( Speziaifonds von 65.000 Pfund gesammelt. Wie schon angekündigt, steht die vom KKL veranstaltete Pessaohaktion unter der Devise HagaUlah i Hugo F r 1 e d m a n n (Wien) sprach am i 23. März über das Thema „Gibt es eine jüdische Kunst?“ Die Anerkennung des Auditoriums für diesen Vortrag kam in dem Wunsche nach einem zweiten Vortrag des Herrn Friedroann zum Ausdruck. Samstag, den 20. März, wurden bei einem Tee jungen Mädchen die Arbeit und die Ziele der WIZO erklärt und die Gründung einer Jung-WIZO besprochen, was allgemeinen Anklang fand. Am 23. März veranstaltete die WIZO gemeinsam mit der Ortsgruppe einen Vortrag des Prof. Max Eislers über „Palästina als Erlebnis“. Der Eindruck dieses Abends ist unvergeßlich. Das Erlebnis dieeer Pilgerfahrt durch Erez Israel verwandelte den Kunstgelehrten und Wissenschaftler in einen gläubigen Verkünder des Wiederaufbaues von Volk und Land. Zeitschrift „Palästina“ Herausgeber (1. E.) Adolf Böhm, Wien. Die Märznummer beginnt mit einem Aufsatz von Georg H e rz 1 - S h i k m o ni, Haifa, über „Bodenwucher und Bodenspekulat i o n“, in welchem der berufenste Fachmann konstruktive Vorschläge zur Bekämpfung der Bodenspekulation macht. Dr. J. Gelfat, Tel- Aviv, folgt mit einem Artikel über „Das Problem des Staatskredites für Landwirte in Palästina“, in dem die bisherige Tätigkeit der Regierung und der Banken kritisch beleuchtet und die Lage ger kred-ithedürftigen Landwirte erörtert wird. Dr. A. L o e b n b e r g und Ing. A. Leewenstein, Jerusalem, beenden ihre Untersuchung über „Geophysikalische Arbeiten bei der Wassererschließung in Palästina. Dr. D. H. Kallner, Jerusalem, schreibt einen Aufsatz über „Die Landkarten Palästinas“. d. i. das Erträgnis dieser ganz großzügigen Sammelaktion, die anläßlich unseres Befreäungsgedenkfestes stattfindet, dient der Befreiung des Hule-Gebietes und von Obergalilfta. Die Aktion «oll in Anbetracht des großen Zieles, da« sich der KKL im Hule-Gebiet und im Galil gesteckt hat, jeden einzelnen Juden Wiens erfassen; jeder einzelne muß von der. Notwendigkeit der größtmöglichsten Kraftanstrengung durchdrungen sein. Aufklärung in den weitesten Kreisen dient die Versammlungskampagne die vom Büro des KKL in der Vorwoche der Aktion in sämtlichen Bezirken Wien« unternommen wird. Vorträge: Sonntag, den 4. de., Sekt. 6/,7: Matinee, im Stafa-Iuno. — Monntag,. den 5. de,, Sekt. 4/5, Redner: Chefredakt. Bruno Heilig. — Dienetag, den 6. de., Sektion 3, Rednerin: Dr. Henny Lichtenstein-Rappaport. Sekt. 12: Redner wird noch bekanntgegeben. — Mittwöch, den 7. de., Sekt. 2, Redner: Dr. Schmerler, Dr. Tarfcakower. Sektion 16/17: Redner wird noch bekanntgegeben. Sekt. 19: Redner Chefredakteur Bruno Heilig. — Donnerstag, 8. de,, Sekt. 1, 8/9, 13 und 18. Weitere Versammlungsankündigungen in der nächsten Nummer der „Stimme“. Gesellschaftsabend im X. Bezirk Alle Mitarbeiter der Fessach-Aktlon des KKL treffen sich am Sonntag, den 11. April, in den großen Rosensälen, Favoritenstraße Nr. 80, zu einem Gesellschaftsabend mit Tanz: Es wirken mit: InaMa re Conference und Solo), der Tenor S e ga 1-R o s e n ha o h, die Konzertsängerin Gina Lederer, der Vioiinsoiist Isy Geiger, ferner (mit jüdischen Humoresken) Herr Weinberg und die Kttnstlergruppe der Jungen des 10. Bezirks G o 1 d o n-S e 1 z e r. Zum Tanz spielt eine Jazzkapelle unter persönlicher Leitung Isy Geiger«. Saaleröffnung 7 Uhr, Beginn 8 Uhr. Karten sind im Büro des Keren Kajemetb, I., Marc-Aurel-Straße 5, und bei den Funktionären der Zionistischen Bezirk/ssektion und der WIZO Favoriten zu haben. Von der WIZO In Graz. Die kulturelle und zionistische Arbeit der WIZO-Graz bat Bohon weitere Kreise erfaßt, so daß die Hoffnung berechtigt ist, daß auf diesem Wege die Verbindung mit jüdischer Kultur und jüdischen Interessen immer wirksamer gestaltet werden kann. Die Reibe der WIZO-Nachmittage eröffnet® Frau Dr. med. Hella Katz mit einem Vortrag über „Da« Kind in kranken und gesunden Tagen“, welcher mit tiefem Verständnis das Problem der gesundheitlichen Überwachung des Kindes, klarlegte. Am 18. März sprach Ing. Otto Rendi über den „Sport bei den Juden“. Der Vortragende griff bis auf die biblischen Zeugnisse zurück und legte dar, daß die körperlichen und kämpferischen Leistungen der Juden zu allen Zeiten denen der umgebenden Völker ebenbürtig waren, wenn sie dieselben nicht überragten. Erst durch die Verkümmerung des natürlichen Lebens im Ghetto sei eine Vernachlässigung der körperlichen Ertüchtigung eingetreten. Es ist das Verdienst der zionistischen Bewegung gewesen, als erste die körperliche Befreiungder jüdischen Jugend organisiert zu haben. Internes Meeting des Schwimmklubs „Hakoah“. Kommenden Sonntag veranstaltet der Schwimmklub „Hakoah“ im Dianabad ein internes Meeting, bei welchem sämtliche Schwimmer und Schwimmerinnen an den Start gehen werden. Die Einteilung ist so getroffen worden, daß bei allen Rennen spannende Kämpfe zu erwarten sind. Ein Schau- und Gruppenspringen sowie ein Trainingsspiel, voraussichtlich gegen Bar Kochba-Bratislava, werden den Abschluß der Veranstaltung bringen. Die Eintrittspreise ■sind noch weiter ermäßigt worden. Beginn 19 Uhr 25 Minuten. Zehn Jahre Jüdische Künstlerspiele Im Jahre 1925, nach dem Zusammenbruch der „Freien Jüdischen Volksbühne“, versuchte Isaak Deutsch s. A. eine neuerliche Zusammenstellung des gestrandeten Ensembles. Im Theater „Astor“ wollte er den lertzten Versuch einer Restauration der Volksbühne unternehmen. In dieser Zeit wandte er sich an einen seiner Anhänger, Jakob Goldflies, und betraute ihn mit der Führung des Theaters. Jakob Goldflies suchte, um die Aufführungen in einen besseren Rahmen zu stellen, vor allem ein passendes Heim für das jüdische Theater. Nach vielen Verhandlungen gelang es ihm, das Theater „Reklame“ in der Praterstraße 84, das bis dahin eine deutsche Bühne beherbergte, im Jahre 1927 dem Wiener jüdischen Theaterpublikum zuzuführen. Umgeben von einer Schar jugendlicher kunstbesessener Enthusiasten eröffnete Jakob Goldflies Im Jahre 1927 das neue Heim, die Jüdischen Künstler&piele. Als Eröffnungsvorstellung wurde Scnalom Asobs Meisterwerk „Unser Glauben“ gegeben, und so zog sich durch zehn Jahre eine Kette künstlerischer Aufführungen und Gastspiele. Deni Geschmack des Publikums Rechnung tragend/ wurden in dem Jahrzehnt des Bestandes Stücke ernsten und heiteren Genres gegeben. Dort, wo sich die Jüdischen Künetlenspiele auf rafften, literarisch hochwertige Stücke zu bringen, standen die Aufführungen auf ganz besonders hohem künstlerischen Niveau. Es seien aus der Reihe der grandiosen Veranstaltungen nur einige herausgegriffen: Anskis „Dybuk“ und „Tag und Nacht?4, J. L. Perezs „Bei Nacht am alten Markt“,. Sobalom Asch „Gott der Rache“, „Landsmann“, „Kidusch Haschern“, „Reverend Silber“, Schalem Aleohem« „Tewje“, „Schwer zu sein a Jid“, „Das große Gewinst“, Pinskis „Jekel der Schmied“, „Der Schatz“, Lelwiks „Schmattes“, Hirschbeins „Jkies-Kaf“, „Grüne Felder“, Dymovs „Sänger «einer Trauer“, Kobrins „Der Dorfsjing“, Kaoiznes „Ger Zedek“, Gordins „Mirale Efros“ und „Gott, Mensch und Teufel“, Lifschitzs „Hersohele Ostropoder“, Bergelsons „Der Tauber“ und viele andere. An Übersetzungen wurden gebracht: Andrejews „Der Gedanke“, Toller« „Hinkeraann“, Strindbergs „Vater“, Jusohkowitzs „Der König“, Frantisek Langers „Peripherie“ u. a. m. Diese Aufführungen waren nur möglich durch die Gastspiele der bedeutendsten jiddischen Künstler, die Direktor Goldflies nach Wien gebracht hat: so Paul Raratoff, Alex Stein, Josef Kamen, Jakob Weißlltz, Vera Zaslawska, Mischa Fiiscbsohn, Samuel Iris, die „Wilnaer“ als ganzes Ensemble und das Gastspiel des New-Yorker Jüdisohen Kunsttheaters unter Führung von Morris Schwartz mit Josohe Kalb, bei welchem Anlaß die Aufführungen der Jüdischen Künstler&piele in einem größeren Rlehard Laityi, Buchhandlung Wien, I., verlängerte Kämtneretraße 44 (Telephon B 25-6*75) gibt bekannt: Neuaufnahmen: Oskar Wildes sämtliche Werke. DUnndruckausgabtt. <1302 Sellen 0 Hereusgegeben von Arnold Zweig. In 2 Orginal-Luxushalblederbänden, mit echtem Goldschnitt S 9.70. Josef Popper-Lynkeui t „Pbantulen eine« Reall.ten.“ 876 Selten. Halbleinen 9 8*85. . „Voltaire.“ Ein Denkmal für Voltaire! 817 Selten. Leinen S 8.88. „ftlrst Bismarck and der Antisemitismus.** Halbleinen S 8.85. _ _ „ „lieber Religion.“ Pappband 220 Selten. 8 8.45. „Da. Recht zu Leben und die Pflicht zu sterben.** Haloleinen S 8.85. „Kr<eg, Wehrpflicht und Stoatsverfassnug.** Geheftet 8 8.85. „Philosophie des Strafrechtes.“ Halbleinen S 8.25. „Gespräche. * 84 Seiten. Origfnal-Lefnen S 3.45. „Mein Le :en nnd Wirken.“ 143 Seiten. Halbleinen 8 8.85. LennhoSf-Posner t Internationales Freimaurer-Lexikon. 1780 Seiten. Original-Leinen. Lexikon-Format. Statt S 58.80 nur 8 24.--. Fritz Mauthner: „Wdrterbucb der Phirosophle.“ Zweite vermehrte Auflase. (Leipzig, 1024) 3 Bände (1807 Seiten!) Le nen S 20.85. , .ei tröge zu einer Kritik der Sprache.** Dii'te vermehrte Auflage. (Leipzig 1023.) 8 Bände (2100 Selten I) Peter Altenberg: Auswahl aus seinen llttehern von Karl Kraus. Mit einem Porträt. 530 seiten. Original-Leinen nur S 8.45. Kurt Sonnenfeld t „Schopenhauer — heute.** (Der Versuch einer Zeit- . kntik. 88 Seiten. 8 1.08. Der 14.Katalog (40 Selten!) soeben erschienen. Der 15. Katalog (32 Selten) erscheint ln zwei Wochen gratis und franko. •miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiin Theater (Bürgertheater, bezw. Rolandbühne); stattgefunden haben. Aus der Reihe der genußreichen Abende des leichteren heiteren Genres seien die Gastspiele von Vera Kaniew&ka und der großen Sevilla Pastor hervorgehoben. Um vollendete Aufführungen zu geben, war es natürlich notwendig, ein Stamimensemble heranzubilden, und dies ist Direktor J. Geldflies in vollem Maße gelungen, so daß die Jüdischen Kiinstlerapiele heute nicht nur die Anerkennung der jüdischen, sondern auch der nicbtjüdischen Presse genießen. Es i&t erwähnenswert, daß das jüdische Theater, das früher vornehmlich bei der älteren Generation Interesse erweckte, heute zum Großteil von der, Jugend besucht wird. . Besonderes Verdienst des Dir. Goldflies ist es weiters, daß sich die Jüdischen Künstlerspiele in den Dienst der jüdischen Renais-' sance und des KKL stellen, was bis heute noch kein jüdisches Theater unternahm. Denn jüdische Kunst soll national sein, das jüdische Theater gehört dem jüdischen Volk. Konzert. Die bekannte Konzerfcsängerin Gertrud© Giesinger gab vor kurzem im Figaro-Saal in Wien ©in Konzert, : in welchem sie ein internationale« Programm moderner Komponisten in fünf verschiedenen Sprachen r sang. Die junge Künstlerin, die eiine schöne klangvolle Stimme besitzt, erntete mit. der formvollendeten Wiedergabe ihrer Lieder \ reichsten Beifall. Vortrag Josef Roth. Montag, den 5. d. M., findet im „Ring der Altherrenverbände“, I., Kohlmarkt 8, ein© Vorlesung Josef Rotb, des Dichter« von „Hiob“, „Radetzkymarsch“ und anderen Romanen, aus eigenen Werken statt. Besondere Einladungen werden nicht versendet. Reservierung von Plätzen U 23-4-87. Der für den 5. d. M. angesetzte Vortrag Dr. Alfred Werner wurde aus technischen Gründen auf Montag, den 20. d. M. verschoben. Der jüdische humanitäre Hilfsverein „Treue Brüder“ hat heuer wie alljährlich eine große Pessaohaktion durebgeführt. Er konnte an 800 Bedürftige Mazzoth, Fett und Kartoffel verteilen und diesen dadurch ermöglichen, Pessoch m halten. Der Vorstand des Vereine« dankt seinen Spendern herzliehst und bittet sie, auch seine weiteren Aktionen zu unterstützen. Der weltberühmte Oberkantor Kusewicki aus Warschau wird Donnerstag, den 15. April, um H8 Uhr abends, im großen Tempel, Wien, 11., Tempelgtasse 5, liturgische Gesänge vortragen und außerdem Freitag, den 16. April, um 6 Uhr 45 abends, und Samstag, den 17. April, um 8 Uhr 30 morgens, einen Festgotte&dienst im Josefstädter Tempel, Wien, VHI., Neudeggergasse 12, abhalten. Eintrittskarten sind in den Tempelgebäuden Wien, H., Tempelgasse ß (Ferdinandestraße 23), ferner VIII., Neudeggergasse 12, zwischen 9 und 1 Uhr, sowie an der Konzertkassa Hohenberg, 1., Operngebäude, erhältlich. Der Bethausverein „Beth Israel“ (Polnischer Tempel), II., Leopoldsgasse 29, gibt bekannt, daß er sofort nach den Pessach-Feiertagen einen Talraudkurs, von bewährter Kraft geleitet, zu dem Schüler zwischen 10 bis 18 Jahren aufgenommen werden, eröffnet. Auskünfte erteilt und Einschreibungen nimmt entgegen das Sekretariat täglich zwisohen 4 und 7 Uhr, H., Leopoldisgasse 20. H «•