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Die Stimme · 1937-03-19 · Heft 629 (19.3.1937) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 629 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 629. — Wien, Freitag, 19. März 1937. Dtl tTIMMI Seite 3 ln Qualität unerreicht und darum vom jüdischen Publikum seit vielen Jahren bevorzugt sind Sdimidl-Mazzoth und alle anderen Schlflidl-Produktc, wie Mazzoth-Grieß und Farvel. Schmidl Mazzoth werden aus feinstem Mehl hergestellt, sie sind das Beste vom Guten. Strens orthodoxe Aufsicht arai öed arnnn ‘rsan :m sorgt für peinliche Einhaltung der Kaschruth- Vorschriften* Schmldl-Grleß nur In plombierten Säcken für Neueinwanderer in Palästina, die nicht begreifen wollen, daß Palästina nicht Europa iet, möge folgende Geschichte, die eich vor einigen Tagen zutrug, dienen. Drei Mädchen beschlossen — wiewohl eie bereite zwei Jahre im Lande sind — eine Fußtour durch den Galil zu unternehmen, das heißt also, trotz der bedeutend erhöhten Unsicherheit dieser Zeit durch das Land zu wandern, und zwar gerade durch jene Teile, wo die Verhetzung augenblicklich am größten ist. Trotz der Vorfälle von Tiberias und Safed also machten eie eich auf die Wanderung, kamen nach Safed und beschlossen, von hier nach Rösch Pinnah zu gehen. Sie taten noch ein übriges und wählten den kürzeren, von Autos selten befahrenen Weg. Nach kurzer Zeit verirrten sie sich und kamen in ein arabisches Dorf. Es fiel ihnen zwar auf, daß man sie mit maßlos verwunderten Blicken anstarrte, etwa, wie man Gespenster, die am hellichten Tag auftauchen, anblicken mag, aber sie gingen weiter, bis sie, etwa hundert Schritte nach dem Dorf, auf eine arabische Straßenarbeiterkolonne stießen. Sie fragten den Vorarbeiter nach dem Weg. Dieser, gleichfalls ein Araber, wußte vor Erstaunen, plötzlich drei jüdische Mädchen vor sich zu sehen, zuerst nicht, was er sagen sollte. Dann aber warnte er sie, weiterzugehen. Die Gegend sei für Restaurant Stefanie Hugo und Julie Herllnger ecb. Zöllner, II., Taborstrafle 12, Telephon R 48-8-46, veranstaltet am 26. und 27. März feierliche „SEDCRABENDE" Für bekannt erstklassige Speisen und Getränke bei zeitgemäßen Preisen ist gesorgt. Anmeldungen rechtzeitig erbeten mdb bv ntyn 6ie sehr gefährlich; in dem Dorf, das sie eben durchquert hatten, sei eeit 1929 kein Jude gewesen. An ein Weitergehen sei nicht zu denken; eie müßten daher unbedingt zurück. Die Mädchen gingen also wieder zurück. Kaum aber hatten sie den Rand des Dorfes erreicht, als eine Gruppe von etwa fünfzehn Burschen auftauchte, die sie umringte und bösartig zu werden begann. Da überdies eines der Mädchen aus Müdigkeit nicht mehr weiterkonnte, war die Situation überaus gefährlich. Als eine kleine Karawane arabischer Frauen auf Eseln vorbeikam, gelang es ihnen, sich von den Burschen loszulösen und zu dem Vorarbeiter zurückzulaufen. Dieser fragte seine Arbeiter, ob einer bereit sei, die Mädchen durch das Dorf zu begleiten; er werde ihm die Zeit auf den Lohn anrechnen. Die Arbeiter weigerten sich, weil sie fürchteten, im Dorfe erschlagen zu worden. Zufällig kam dann ein arabisches Auto vorbei, aber auch der Chauffeur lehnte os aus dem gleichen Grund ab, dio Verirrten Palttstlnaueln Karmel Original aus den weltberühmten Welukellereien S, Friedmann & Sons, Haifa Petach-Tikwah sowie tlaterr. und ungarische Weine bester Qualität unter Aufsicht Sr. Ehrwürdon Herrn Rabbiner Josef Babad einzig und allein nur bei Firma H. Bartfeld Wltn, II., Sebnallan-Knefpp-Qasia Nr. 3, Tel. R 43-6-39 Man achte daher auf die VersohluBmarka mit dem Namen „Rabbiner Josat Babad“. Hauptniederlage bei Firmen: N. Brodoiky, II., Leopoldsgaase 43, S. Halparn, II., Förstergaaae 6 und Juda QroB, II., Große Pforrgaaae 11 zurückzubringen. Der Vorarbeiter zog ihn dann aber beiseite, sprach etwas mit ihm, stieß die Mädchen in den Wagen und der Chauffeur fuhr in rasendem Tempo unter einem Steinhagel durch das Dorf. Er fuhr mit ihnen bis nach Safed und lieferte sie in der Polizeistation — als Illegale ab. Die Mädchen wurden sofort verhaftet und wurden erst nach Stunden, als ein jüdischer Polizeioffizier kam, freigelassen, nachdem man durch Recherchen festgestellt hatte, daß sie legal waren. Sie hatten ihre Rettung einer Idee des Vorarbeiters zu danken, der dem Chauffeur gesagt hatte, daß die drei Illegale seien, und er die drei Pfund Kopfprämie verdienen könne, wenn er sie der Polizei abliefere. Wäre die Habsucht des Chauffeurs nicht größer gewesen als seine Luhatovice e. s. r. Katarrhe d. Atmungsorgane. Herzu. Gefäßerkrankungen. Magen-, Darm-, Stoffwechsel-, Frauenkrankheiten SaisonsApril—Oktober iiiiRM h- Kostenlos IHUDr. FRANKL, J ' Unrl L* Wien, I., Schellinggasse 5, täglich , u. CEDOK, Reisebureau, Wien, 1., Kärntnerstr. 32 AUSKÜNFTE: Feigheit, dann wäre die Sache wahrscheinlich sehr schlimm abgegangen. Ich erzähle diese Geschichte nicht allein als Warnung, sondern insbesondere darum, weil derartige Ergebnisse strafwürdigen Leichtsinns in Palästina durchaus nicht als Privatangelegenheiten betrachtet werden dürfen. Besonders in Zeiten, da jeder Vorfall die ungeheure Nervenspannung, in der wir seit Monaten leben, zur Explosion bringen kann, ist jedes einzelne Mitglied der Gemeinschaft verpflichtet, sein Tun nicht vom privat-individuellen Standpunkt abzuwägen, sondern stets die etwaigen Folgen für die Gemeinschaft im voraus zu bedenken. Es geht nicht an, Ausflüge in Gegenden zu machen, wo es Zwischenfälle geben muß, und es geht schon gar nicht an, daß Mädchen allein Fußreißen in Bezirken unternehmen, wo das Gewehr den Spazierstock ersetzt. Das Vergnügen eines Ausflugs ist sicherlich sehr groß, größer aber ist die Verantwortung des einzelnen gegenüber der Allgemeinheit in diesem Land und in dieser Zeit. Darum ist es auch, dies sei nebenbei bemerkt, durchaus nicht notwendig, schon jetzt die Sabbathvormittag-Spaziergänge in den arabischen Quartieren der Altstadt von Jerusalem wieder aufzunehmen. M. Y. Ben-gavri&l Erlösung von der tägliohen Qual ist die sanft-scharfe SWING Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Bei der am Freitag, den 19. März 1937, um 8 Uhr abends, stattfindenden Schlußfeier singt im Rahmen des Onegg-Sabbath der bekannte Kouzertsänger J. Sogai-Rosonbach die neuesten hebräischen Lieder. Histadruth Ivrlth. Samstag, den 20. d. M., 8*30 Uhr abends, im Vortragssaal dos Cafö „Central“, II., Taborstraße 8, Vortrag M. Ungerfeld Uber: „S. Schneller ben Ohanuschim“. Vorher, 6*30 Uhr abends, Bibelseminar (Dr. Schächter). 7*80 Uhr, Literatursemiaar (Auerbaoh). Der aus technischen Gründen verschobene Vortrag über Szymonowioz findet am 8. April statt, DIE EHERNEN TATSACHEN DER MATHE¬ MATIK gelten für alle, nur für die Antisemiten nicht. Wenn es darum geht, den Juden eins am Zeug zu flicken, braucht zweimal zwei nicht mehr vier zu sein. Man muß wirklich immer wieder darüber staunen, wio sicher dio antisemitischen Führer der Dummheit ihrer Nachläufer sind. Die Budapestcr Zeitung „Esti Ujsäg“ erzählt in einem großen Artikel, daß auf die ungarischen Juden, die fünf Prozont der Bevölkerung ausmachen, vierundzwanzig Prozent des Nationaleinkommens entfallen und daß da« Durchschnittseinkommen der in Ungarn lebenden Juden pro Kopf im Jahr 2506 Pengö ausmache, während der Magyare im Durchschnitt von 35.50 Pengö im Jahr leben müsse. Der „Pester Lloyd“ stellt fest, daß es zunächst überhaupt keine Einkommenstatietik nach Konfessionen gebe, weil es so etwas schon technisch gar nicht geben kann. Aber wenn das antisemitische Blatt sich schon einen Anteil der Juden am Volkseinkommen in der Höhe von vierundzwanzig Prozent aus dem Finger gesogen hat, so muß es zur Kenntnis nehmen, daß das amtlich errechnete Volkseinkommen in Ungarn im letzten Jahr 3697 Millionen Pengö betrug, daß 24 Prozent dieser Summe 888 Millionen ausmachen und daß dieser Betrag, auf 450.000 Juden umgerechnet, nach den Regeln der Mathematik ein Durchschnittseinkommen auf den jüdischen Kopf in Das ergreifende und packende französische Filmwerk ,/Heimatlos" nach dem Roman „Sans Familie^ von Hector Malot Musik von Maurice Yvain in deutscher Sprache Uraufführung ah heute: PHDNIXsKINO Wien, VII., Lerchenfelcferstr. 35 / Tel. B 3<5»2*o8 der Höhe von 1900 und nicht von 2506 Pengö bedeuten würde. Das ist nur der augenfälligste Rechenfehler, der dem antisemitischen Blatt unterlaufen ist. Der „Pester Lloyd“ weist — immer streng auf Grund der Regeln des Einmaleins — nach, daß die ganze Rechnung blühender Unsinn ist, und stellt schließlich fest, daß eine Aufteilung des gesamten Einkommens der ungarischen Juden auf die christliche Bevölkerung das Einkommen des einzelnen um höchstens vier Pengö erhöhen würde. — Wozu natürlich noch zu sagen ist, daß vernichtetes, also nicht mehr vorhandenes jüdisches Einkommen nicht mehr aufteilbar wäre und daß bei voller Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftskörper eines Volkes nur ein Teil der jüdischen Positionen von Nichtjuden besetzt werden kann, daß ferner jeder Verdiener auch ein Konsument ist lind das Entfallen von Konsumenten das Einkommen der an die Stelle der Juden tretenden Verdiener automatisch entsprechend senkt. J e h u d a. Ein epochales Werk OBER DIE JÜDISCHE ETHIK DIE LEHREN DES JUDENTUMS DIEGRUNDLAGEN DER JÜDISCHEN ETHIK DIE SITTLICHEN PFLICHTEN DES EINZELNEN DIE SITTLICHEN PFLICHTEN DER GEMEINSCHAFT DIE LEHRE VON GOTT JUDENTUM UND UMWELT 1325 Seiten im Lexikonformat Drei Bände in Geschenkkassette anstatt S 50.— jetzt nur S 21—_ Buchhandlung RL Löwit, Wien, I., Wollzeile Nr. 6 Telephon Nr. R 25-4-53 Jüdisch-kultureller Elternbund. Am 28. Februar fand im Hotel Post eine große Purimfeier des Jüdisch-kulturellen Elternbundes statt, an der von Seiten der Kultußgemeinde Präsident Staaterat Dr. Desider Friedmann mit Vertretern der Behörden teilnahm. Herr Simon Advokat legte in einer Festrede die Ziele des Elternbundes dar. Er folgten dann künstlerische Darbietungen von Schülergruppen und Schülern, sowie die Aufführung des Purimfestspiels „Esther“ von Frau Lotte Intrater. Unter den ausgezeichneten Darbietungen erregte besonderes und berechtigtes Aufsehen das Klavierspiel des vierzehnjährigen H. E. Preminger, der sich schon heute als vollendeter Meister dieses Instruments zeigen kann. für Knaben . . . S 7*50 u. 18*- Modefasson . . S8‘80,9'80u.l2*> LeichterHaarfilz . Sl6*-f19’- u.23‘> Spezialist für schwarze Velourshttte Import von Borsalino-Hüten, AnticaCasa II-, Taborslraße Nr. 39 XIV., Sechshauserstralie Nr. 30 XVII., Kalvarienbersgasse Nr. 34 Ein hebräischer Liederabend. Eine gelungene Veranstaltung war der hebräische Liederabend der Histadruth. Der Tenor J. Segal-Rosenbach interpretierte mit großem Verständnis und Erfolg einen reichhaltigen Zyklus hebräischer Lieder von Bialik, Perez, Lasker-Schüler, sowie palästinensisch-jemenitischer Volkslieder und erntete großen Beifall. Zum Gelingen dos Abends trug viel Professor J. Zimbler mit seinen meisterhaft interpretierten jüdischen Volksmelodien bei. Die Klavierbegleitung besorgte wie immer mit Erfolg Fräulein Lilly Riegler. Autorisierter Alleinverkauf: GUSTAV WILDER Wien, IV*, Rainergasse 31, Telephon U 42-4*84 Rishon le Zion nur dieser Name bürgt für Echtheit und Güte beim Einkauf von Palastfna-Wein A4

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