Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 629 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr« 629 Wien, Freitag, 19« März 1937 7» Nitfan 5697 10. Jahrgang “Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Shirley Tempi® in »Süßer kleiner Fratz« mit (ilorla Stuart Alke Faye Michael Whalen * Elite-, Opern-, Sdiottenring-Kino Billige a. begueme ORBIS-OSTERFAHRT nach POLEN ii. czERHOtom ABFAHRT: 2 6. MÄRZ 1937 Auskunft und Anmeldungen: POLNISCHES VERKEHRSBÜRO „ORBIS“ I., KärntnerstraBe 41 (R 21-5-78* oesterr£ichisches verkehrsburo I., FriedrlchstraBe 7 (B 27-600). I„ Drehen 20 (U 29-0-35) niiiiiitiirfiifiiiiftiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiimiiiiiifiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiifiiiiiiittiimriiiiiiiiiiimitittiri „Hagalilah“ Eine neue Kolonisationsoffensive in Erez Israel. Der Traum aller Alijoth: „Hagalilah“ (nach Galiläa!) beginnt Wirklichkeit zu werden. Der Keren Kajemeth hat beschlossen, im Gebiete von Hule und in den Hochebenen von Obergaliläa Boden zu erwerben. Dieser Bodenerwerb wird die Grundlage für ein neues. Kapitel jüdischen Schaffens in Erez Israel einleiten. So wird wieder eine schöpferische Antwort auf die antijüdischen Bewegungen in Erez Israel und in der Golah gegeben. Der Keren Kajemeth wird auch wieder — wie in allen entscheidenden Perioden unseres Aufbauwerkes— Pionier des ganzen Volkes werden. Wir bringen darüber Näheres in den nächsten Nummern. Billige u. bequeme OSTERFAHRT mit der „Cxernowllzer Allg. Zeitung“ nach Polen u. Czernowitz Abfahrt: 24. März 1937 Auskünfte und Anmeldungen: ausschließlich im Reisebüro „Marien« brUcke“v Wien, I., Rotenturmstraße 26 Telephon R 24-2-86/87 Wieder Exzesse in Warschau Warschau, 17. März. (JTA.) Bei den Wahlen In die Leitungen der polnischen Studentenverbände kam es zu Zusammenstößen zwischen zwei Richtungen der nationalistischantisemitischen Studentenschaft. Plötzlich ertönten Rufe: „HautdieJude nl“, woraufhin Anhänger beider Richtungen sich auf die Jagd nach jüdischen Studenten machten und über solche, wo sie sie trafen, herfielen.; Die jüdischen Studenten wurden mit Stöcken; an denen Rasierklingen befestigt waren, fürchterlich mißhandelt Etwa fünfundzwanzig von ihnen erhielten blutende Wunden, die Verletzungen von sieben sind schwerer Natur. Später stürmten die Studenten den Hörsaal des Professors Kotarbinski, der seinem Abscheu über die barbarischen Überfälle auf Juden Ausdruck gegeben hatte, und mißhandelten die anwesenden jüdischen Hörer, von denen vier schwer verletzt wurden. Auch am Technikum, der Agrarhochschule und der Handelshochschule kam es zu schweren anti jüdischen Unruhen. Die Universität, das Technikum und die genannten zwei Hochschulen wurden behördlich geschlossen. Die Ausweisungen deutscher Juden aus Portugal Man schreibt uns aus Lissabon: Die Mitteilungen in der jüdischen Presse, wonach die antijüdisohe Welle in Portugal wieder verebbt sei, bedürfen einer richtigstellenden Ergänzung. Es entspricht nämlich nicht den Tatsachen, daß die Ausweisungen der letzten Wochen zurückgenommen wurden; ebenso wie es bereits Ausgewi es enen inzwischen nicht gestattet worden ist, wieder nach Portugal zurückzukehren. Richtig ist dagegen, daß neuerdings keine Ausweisungen erfolgt sind, und es ist auch durchaus möglich, daß dio portugiesische Regierung keine antisemitischen Tendenzen verfolgt. Dagegen scheint aber die allmächtige Gehoimo Staatspolizei stark antisemitisch beeinflußt zu werden. Aus diesem Grunde müssen jüdische Emigranten dringend davor gewarnt woiv‘/Jl,b6 ich in Portugal n i e d e r z u 1 a s s o n. Weizmann: Wir arbeiten London, 16. März. (JTA.) In einer Ansprache, die der Präsident der Jewisii Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Ghaim Weizmann, ifei der Eröffnung des Bazars des Jüdischen Nationalfonds i n Whitechapel hielt, kam er auch auf die jüngsten Vorfälle in Palästina und auf die von der Königlichen Kommission zu erwartenden Entscheidungen zu sprechen. Ich bin sicher, sagte Dr. Weizmann, daß Sie alle von mir hören möchten, was une^in unmittelbarer Zukunft erwartet. Ich würde es gern sagen, wenn ich es wüßte. Das wenige, was ich weiß, bekanntzumachen, wäre für mich höchst unangemessen. Die ganze Angelegenheit liegt in den Köpfen, den Händen und den Herzen der Königlichen Kommission; was in ihrem Geist vorgebt, weiß' ich nicht und ich will nicht versuchen, mich auf den schlüpfrigen Boden von Vermutungen über die möglichen Ereignisse in zwei oder drei Monaten zu begeben. Was immer geschehen sollte: nichts wird geschehen, was uns an der Fortführung unserer Arbeit hindern wird. Ich glaube, daß wir unseren Standpunkt vor der Kommission klar und unbehindert zum Ausdruck bringen konnten. Die Kom-! mission hat durchaus den Wunsch gezeigt, eine für alle beteiligten Parteien •gerechte Lösung zu finden. Die Aufgabe ist für die Kommission durch die Vori fälle, die sich fast während des ganzen ver-; gangenen Jahres in dem Lande ereignet haben, höchst schwierig und kompliziert gemacht worden. Seit dem 19. April 1936 hat sich der Kampf in Palästina zu so etwas wie einer Revolte entwickelt, zu einer Revolution oder einem Aufstand und zur Herausforderung der Palästinaregierung. Jeder Beobachter der palästinensischen Zustände hält sich oei dem Gedanken auf, ob es nicht möglich svar, in einem kleinen Lande Ruhe und Ordnung mit den der Palästinaregierung zur Verfügung stehenden Kräften aufrechtzuerhalten. Diese Ordnung ist in gewissem Sinne auch heute noch nicht wie- 1 er h e r g es t e 111 u ndj* erade h euW wird berichte t, ä a ß zwei unschuldige Hirtenin der Nähe des FC önig - G e org - Wal d e s ermordet wurden. Es ist augenblicklich so schwierig, zwischen politischen Verbrechen und gewöhnlichen Straftaten, die nicht Mode und Geschmack finden ihren Ausdruck in . unseren neuelngetro'fenen FrQhjahrsmodellen Unsere AUSWAHL u. PREISE sind das Ereignis der Saison ILTABORSTRASSE 8a nur gegen Juden, sondern auch gegen Araber stattfinden, zu unterscheiden. Selbstverständlich hat die so herrschende Atmosphäre eine Spannung geschaffen, die die Arbeit der Kommission schwieriger gemacht hat. Es hätte niemals zu dieser Lage kommeu dürfen Wenn und sobald der Bericht der Kommission veröffentlicht sein wird, werden wir Zeit und die entsprechende Gelegenheit haben, uns mit ihm zu befassen. Ich bin überzeugt, daß wir unser Werk fortführen werden können, wenn die Energie des jüdischen Volkes sich nicht vermindert, mögen die Schwierigkeiten noch so groß sein. Gegenwärtig gehen die Dinge in Palästina nicht glatt, und das kommt leider ziemlich oft vor. Immer dann sucht man in jüdischen Kreisen nach neuen Ländern, wo man ein anderes Jüdisches Nationalheim aufbauen könne; die ständige Beschäftigung mit der Geograph i e d e r W e 11 ist ein Lieblingszeitvertreib gewisser jüdischer Gruppen geworden. Diese Suche nach Ländern nimmt in dem Verhältnis ab, wie sich die Zwischenfälle in Palästina vermindern. Wenn wir verstehen können, daß nicht alle Juden nach Palästina gehen können, so ist es natürlich ganz in der Ordnung, zu versuchen, Auswege für diejenigen zu finden, die nicht nach Palästina zu gehen wünschen oder dorthin nicht gehen können. ABI® elektro-mediz. Apparate «w auch leihweise od-.r Tc-ilzanlung VjP Randagen-Mikolasehjaborstr. 22 Die Kraft der Idee Aber man soll nicht mit der Meinung herumgehen, daß man ein Nationalhehn in einem leeren Lande bauen könne, wenn es zufällig leer iet. Der Aufbau von dem, was man in seiner Qualität Palästina parallel oder gleich setzen könnte, verlangt mehr als nur Geld. Was man für den Aufbau braucht, ist eine treibende Kraft; und diese treibende Kraft wird gespeist und unterhalten durch eine Idee; und diese Idee ist auf Palästina und auf kein anderes Land anwendbar. Man wird nicht die Begeisterung der Juden in Whitechapel, Warschau und New York für irgendein Land entflammen können, das nicht wie Palästina in den Herzen und Gemütern der Juden als Heiligtum gehütet wird. Dr. Weizmann verurteilte diejenigen, die „bei gutem Wetter“ Freunde des Zionismus sind und die den Erfolg an der Anzahl der Zertifikate messen. Dieses Maß ist schlecht, sagte Dr. Weizmann. Wir werden Höhepunkte und Tiefpunkte haben. Es wird Fälle geben, wo die Zahl der Zertifikate ungenügend sein wird; sie wird immer ungenügend sein. Aber zu sagen, daß Palästina einen großen Wert für die Judenheit habe, wenn es, sagen wir, .50.000 Juden aufnimmt, und einen kleineren Wert, wenn es 30.000 Juden einläßt, heißt, einen schlechten Maßstab anlegen. Es ist sehr wichtig, daß wir die Höchstzahl von Einwanderern nach Palästina bringen. Aber der wirkliche Maßstab der P al ä e t i n a a r b e i t ist der Aufbau einer jüdischen Zivilisation und einer jüdischen Zukunft, die unerschütterlich sind. Abreise 24. März Auskünfte: billig, bequem, D-Zug S.(TocXer Ul« HCl. * VV. M. Renner IX., Liechtensteinstraße 2, Tel. A 14-504 (nächst Schottenring i Ausk. auch Sonntag, 21./3. Die Morde im König-Georg-Wald Jerusalem, 16. März. (JTA.) Dio fünf jüdischen Todesopfer des arabischen Terrors am Samstag und Sonntag sind: der aus Polen stammende 28jährige Schlomo G a f n i, der aus Deutschland stammende 21jährige Henoch Met z, der aus Ostgalizien eingewanderto 36jährige Gedalja Geller, dessen Vater sich gerade jetzt auf dem Wege nach Palästina befindet, der aus Polen stammende 33jährige Mosche Salman Ben Sasson und der im Galil in Palästina geborene 28jährige Jehuda Eljow i t s o h, Sohn eines Kolonisten in Jawniel. Grenze nach Syrien gesperrt Jerusalem, 16. März. Dio Grenze von Palästina nach Syrien wurde gesperrt, um eine Flucht der Banditen nach dem Ausland zu verhindern. Sowohl von Syrien als von Palästina, ans sind die Grenzpolizisten erheblich verstärkt worden. Einer von der palästinensisch-syrischen Grenze eingetroffenen Mitteilung zufolge ist dort in den letzten Tagen eino Geheimkonferenz der arabischen Terroristen abgehalten worden. Es steht fest, daß unmittelbar nach derselben der verstärkte Terror eingesetzt hat, der dio fünf neuen Todesopfer forderte. Die Lage in Obergaliläa, insbesondere in Daganja, ist gespannt. Mord in Rosch Pina Jerusalem, 17. März. In Rosch Pina in Nordpalästina ist bei einem Zusammenstoß Preisausschreiben! mit Arabern ein jüdischer Arbeiter erschossen worden. Dies ist innerhalb weniger Tage das sechste Todes, o p f e r. Tausend Bomben in Haifa gestohlen VII., KAISERSTBASSE 123 * IX., ALSERSTBASSE 6 Haifa, 15. März (JTA.). Aus dem Militärmagazin in Haifa wurden tausend Eiergranaten, sogenannte Mills-Bomben, die eine große Explosivkraft haben, gestohlen. Lesen Sie auf Se'te 2 die Ankündigung der Werbeaktion der „STIMME". Es sind wertvolle Bücherpreise zu gewin n e n