Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 613 (22.1.1937)
- Date
- 1937-01-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ^Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 613 Wien, Freitag, %%. Jänner 1937 10. Sehwat 5697 10. Jahrgang JAI1U CAYNOft ßOBEfiT TAYLOR BINNIE BARNES LEWIS STONE ELITE- KINOT REGIE: WILLIAM awellmann ANDY DEVINE E PATTERSON OPERN Kl NOT ORBIS bllllje Reisen nach POLEN Abfahrt: jede 14 Tage Anmeldungen: Polnisches Reisebüro ,r I., Kärntnerstraßa 41, R 21-5-78 Oesterreich. Verkehrs-Büro I., FriedrichstraBe 7, B 27-500 I., Graben 20, U 29-0-53 Die Landeskonferenz des Zionistischen Landesverbandes für Österreich ist stets ein Ereignis irn zionistischen Leben Österreichs. Als größte zionistische Organisation Österreichs nimmt der Landesverband, der mehr Mitglieder hat als alle anderen zionistischen Gruppen in Österreich zusammen — für sich das Recht in Anspruch, das zionistische Leben in Österreich entscheidend zu beeinflussen. Dazu berechtigt ihn nicht nur die große Zahl seiner Mitglieder, sondern vor allem seine intensive und erfolgreiche Arbeit auf allen Gebieten des jüdischen Lebens, wovon auch seine Arbeit bei den Kuli usgcmeiqde wählen Zeugnis abgelegt hat. In seinen siebzehn Wiener Bezirkssektionen — die 18. Sektion ist in Gründung begriffen — wird ehrliche zionistische Arbeit geleistet. Wie aus den Ankündigungen in der „Stimme“ zu ersehen ist, veranstalten die Sektionen und die WIZO in der Woche bis zu 50 Zusammenkünfte, in denen Vortrüge und II e b r ä i s c hk urse abgchalton werden. Der O n egg S a b b a t h wird erfreu1' Verweise eine ständige Einrichtung. Einer Reihe von Bezirkssektionen sind K i ndergärten ang "liedcrt. Die zionistische Heranbildung der .Tuge n d wird mit der Gründung des B r i t h Zion und des II e c li a 1 u z II a k 1 a 1 Z i o n i lind des S t a d t k i b b u z mit Erfolg in neue Bahnen gelenkt. Die großen Vortragsveranstaltungen des Laudesverbandes stehen auf einem hohen Niveau und erweisen sich als ausgezeichnete zionistische Werbemittel. Die ständig zunehmende Mitgliederzahl der Sektionen, von denen mehrere schöne Heime bezogen haben, erfordert eine innere Reorganisation, für die in eingehenden Beratungen in einer besonderen Kommission Richtlinien ausgearbeitet wurden, die der Landeskonferenz zur Beratung und Beschlußfassung vorliegen werden. Die Landesko nferenz ist ausschließlich organisatorischen Problemen gewidmet. Darin manifestiert sich die grundsätzliche Einstellung des Zionistischen Landesverbandes, der seine vornehmste Pflicht darin sieht, der zionistischen Organisation immer neue Mitglieder zuzuführen, sie mit zionistischem Geist zu erfüllen, für die Erfassung der Jugend und für ihre berufliche Umschichtung zu sorgen und alle Gebiete des jüdischen Lebens mit zionistischem Geist zu erfüllen. Es mag für viele Zionisten interessanter sein, ständig im engsten Kreis Stürme im Wasserglas zu erregen und durch Mißbrauch längst tiborholter parlamentarischer Spielregeln sich in Szene zu setzen, selbst ohne Rücksicht darauf, ob dies der zionistischen Ideo zuträglich ist oder nicht. Der Zionistische Landesverband lehnt eine derartige „P o- 1 i t i k“ konsequent ab. Er ist jedoch stets bereit, dort mit anderen zionistischen Gruppen zu kooperieren, wo es sich um ornsto Arbeit und nicht um die Schaffung einer Plattform für Intrigen und „Majoritätsbildungen“ gegen den Landesverband handelt. Der Landesverband hat auch in dieser Jfrago seine T r a d i t i o n, der auch die neuen Männer im Landeskomitee treu bleiben werden. Die kommende Landeskonferenz dient dem Ausbau und der Vergrößerung der Organisation. Jede Monistische Gruppe hat die Möglichkeit, den gleichen Weg zu gehen. Hier eröffnet sich ein Gebiet gemeinsamer Arbeit. Für Quertreibereien aber und Eigenbröteleien hat der Landesverband in dieser ernsten Zeit kein Interesse. Wir sind überzeugt, daß die Landeskonferenz zu einem Aufschwung des zionistischen Lebens in Österreich eine wertvolle Grundlage schaffen wird. * * * Die Tagesordnung Samstag, den 23. Jänner, halb 7 Uhr abends im Kammersaal des Musikvereinsgebäudes, I., Dumbastraße 3. 1. Eröffnung. 2. Wahl des Tagespräsidiums. 3. Wahl des Permanenzausschusses. 4. Referat Präsident Dr. Oskar Grünbaum: „Die gegenwärtige Lage im Zionismus“. Anschließend daran, um 8 Uhr abends, im Großen Musikvereinssaal, spricht Dr. Josef K a s t e i n-Haifa über: „Palästina — das jüdische Schicksal“. Sonntag, den 24. Jänner 1937, um präzise halb 10 Uhr vormittags, im Festsaal des Zionistischen Landesverbandes für Österreich. 5. Tätigkeitsbericht: Präsident Dr. Oskar Grünbaum. Kultusgemeinde, Staatsrat Dr. Desider 6. Referat des Präsidenten der Wiener Friedmann: „Unsere Aufgaben in der Kultusgemeinde.“ 7. Vorschläge der Reorganisationskommission. Ref. Dr. A. Groß. 8. Bericht der Revisoren. 9. Wahl des neuen Landeskomitees. 10. Referat Dir. Dr. Viktor Kellner: „Zionistische Galuthprobleme.“ 11. Referat Dr. Kurt Joachim Grau, Professor der Universität in Jerusalem: „Zionistische Probleme in Erez Israel.“ * Eine beschränkte Anzahl von Gastkarten ist für Mitglieder des Zion. Landesverbandes iim Büro des Landeskomitees, Wien, 1., Marc- Aurel-Straße 5, erhältlich. X LEO WAHRHAFTIG Prima Kehle, Koks, Anlhraxil, Helx Telephon: A 52-0-37 Büro: XIII., Wenigasse 19 < Prompte Zustellung nach allen Bezirken Telephon: A 52-0-37 Lord Peel und Horace Rumfoold: Palästina-Problem ernst! Jerusalem, 20. Jänner. (JTA.) In einer Unterredung, die der Vorsitzende der Königlichen Kommission, Lord Peel, und der .stellvertretende Vorsitzende, Sir Horace Ru mb old, dem Jerusalemer Korrespondenten der „Times“ gewährten, sagten sie, sie seien der Überzeugung, in Großbritannien wisse man voll die besonderen Schwierigkeiten des Palästina-Problems einzusehätzen. Dio einzelnen Elemente, aus denen sieh dieses Palästina-Problem zusammensetze, seien ernster, als dio Kommission es sieh vorgestellt habe, bevor sie nach Palästina gekommen war. Kommission abgereist Jerusalem, 20. Jänner. (JTA.) Der Vorsitzende der Königlichen Kommission, Earl of 'Peel, ist am Dienstag, 19. Jänner, in Begleitung des Vizevorsitzenden Sir Horace R u m b o 1 d nach Kairo abgereist, um sich von dort nach England zu begeben. Die übrigen Kommissionsmitglieder werden am Sonntag, den 24. Jänner, die Rückreise nach England antreten. General Dill nach Ägypten Jerusalem, 20. Jänner. (JTA.) Der Oberkommandierendo der britischen Streitkräfte Neuheit „Ille 0.06 mm«* Fuhrer's Stahlwarenfabrik, Wien IV. in Palästina, Generalleutnant John G. Dill, begab sich am Dienstag, den 19. Jänner, nach Ägypten. Weizmann abgereist Der Präsident der Jewisb Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Ghaim Weizmann, ist am 17. Jänner aus Palästina über Ägypten nach England abgereist. Wie bereits gemeldet, begibt sich Dr. Weizmann am 23. Jänner nach den Vereinigten Staaten, wo er an der am 6. Februar in Washington stattfindenden Landeskonferenz für Palästinaaufbau eine Ansprache halten wird. Unmittelbar vor seiner Abreise besuchte Dr. Weizmann den neuen Oberrabbiner von Palästina, Dr. Isaac Herzog, und beglückwünschte ihn zu dem Antritt seines Amtes. Die Kosten der Unruhen In dem Jännerbeft des Monatsbulletins für Statistik wird mitgetoilt, daß die Ausgaben der Palästinaregierung vom 1. April bis 30. November 1936 2,777.000 Pfund betrugen. Für Verteidigungszwecke wurden 125.250 Pfund und für außerordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit der Entsendung von Verstärkungen nach Palästina 50.000 Pfund verwendet. In den ersten acht Monaten des Finanzjahres, in die die ganze Zeit der Unruhen fällt, waren die Ausgaben um 22.000 Pfund größer als die Einnahmen. Der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung ist infolgedessen von 6,228.000 auf 6,246.000 Pfund Ende November gesunken. Freitag, den 22. Jänner 1937 des preisgekrönten Großfiims CHEN MORGEN (Aufruhr im Mittelmeer) nach Claude Farröres Roman „Veille d’armes“ mit ANNABELLA und VICTOR FRANCEN 7.4, y.e, 7,8, */,to Aufgabe des Nationalheims indiskutabel London, 17. Jänner. Die konservative Zeitschrift „Spectator“ nimmt zu der Aussage des Mufti von Jerusalem vor der Kgl. Kommission Stellung und erklärt, daß die Darlegungen des Mufti, sehr wenig geeignet seien, die Sache der Araber in Palästina zu fördern. Die vom Mufti geforderte Aufgabe des Jüdischen National heims in Palästina sei völlig indiskutabel. Großbritannien sei endgültig verpflichtet, die E rrichtung des Nationalheims zu erleichtern. Chefsekretär Hall für die arabischen Forderungen? Jerusalem, 18. Jänner. (JTA.) Der Londoner Korrespondent der „El Liwaa“ meldet, er habe aus „absolut sicherer Quelle“ er- Britische Truppen verlassen Palästina Jerusalem, 20. Jänner. (JTA.) Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet: Nach der Unterzeichnung des englisch-italienischen Gentleman-Agreements verlassen die britischen Truppen Palästina. Das oberste Militärkommando in London beschloß plötzlich, in Palästina nur eine Brigade zu belassen, die aus vier Bataillonen verschiedener Waffengattungen zusammengesetzt ist, und hat vier Bataillone nach England zurückberufen. Dieser Beschluß hat in Palästina überrascht. Einerseits war der frühere Beschluß Englands bekannt, in Palästina zwei Brigaden zu belassen, und dann scheint es, daß die politischen und Sicherheitsverhältnisse für die Abberufung der Truppen noch nicht günstig sind. Südafrika sperrt sich gegen Juden ab Johannesburg, 20. Jänner, (JTA.) Das südafrikanische Parlament hat das von der Regierung vorgelegte Einwanderungsgesetz mit großer Mehrheit angenommen. Dagegen wurde ein von der Opposition eingebrachtes Mißtrauensvotum gegen die von der Regierung verfolgte Einwanderungspolitik abgelehnt. Vor der Abstimmung nahm der Ministerpräsident von Südafrika, General H e r tzog. Gelegenheit, sich nochmals über den Zweck des Gesetzes zu äußern. Er gab dabei zu, daß sich das Gesetz gegen eine weitere jüdische Einwanderung richte. Er sagte, die Zahl der Juden im Lande habe einen solchen Umfang erreicht, daß in großen nichtjüdischen Kreisen Befürchtungen darüber entstanden seien. Dies habe bereits dazu geführt, daß »ich eine antijüdische Strömung herauszubilden begonnen habe. Solle diese antijüdische Stimmung nicht zu ernsten Konsequenzen führen, so müsse den erwähnten Befürchtungen Einhalt getan werden. General Hertzog unterstrich, daß die vorgeschlagenen Gesetzesmaßnahmen, für den Fall, daß sie in Kraft treten, kein Zeichen einer Verfolgung seien. Es heißt, daß auch die jüdischen Mitglieder des Parlaments für die Regierungsvorlage gestimmt haben. Eine Bestätigung dessen liegt noch nicht vor.