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Die Stimme · 1936-01-15 · Heft 611 (15.1.1936) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 611 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit« 6 Dil STIMM! Wien, Freitag, 15. Jänner 1987. <— Nr. 611. Ein jüdisches Zitatenlexikon Im Phi!o-Ver!ag, Berlin, erschien eben da« „Pbilo-Zitaten-Lexikon, Worte von Juden, Worte für Juden“ von Dr. Eugen Tannen* haum. herau^gogeben und beendet von Doktor Etn?t Fränkel. Die Bereicherung aller Sprachen. insbesondere der deutschen Sprache durch die Bibel ist außerordentlich groß. In dem deutschen 7/laten-Lexikon von Büchmann, Ausgabe 1025. sind noch die Namen jüdischer Autoren im Textteil enthalten, in der Ausgabe von 1035 aber nicht mehr. Die Autoren haben sich in mühevoller Arbeit der dankenswerten Aufgabe unterzogen und das ganze jüdische Schrifttum durchforscht, Bibel, Talmud, die mittelalterliche Literatur und auch die Schriften jüdischer Autoren der jüngsten Zeit. Begreiflich, daß die vorliegende Sammlung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, obwohl sie, wie eine Durchsicht zeigt, mit großer Gewissenhaftigkeit bearbeitet ist. Das Philo-Zitaten-Lexikon bringt nicht nur Zitate oder „geflügelte Worte“, sondern Worte von Juden und Worte für Juden. Die praktische Lebensweisheit unserer Vorfahren und ihre Haltung zu den Zeitfragen haben ihren Niederschlag gefunden. Da« Buch ist chronologisch mit praktischen Unterteilungen, wie Kunst, Literatur, Politik usw. angelegt. Die Fundstellen sind genau angegeben. Den Schluß de« Buches bilden die Kapitel „über Frauen von Frauen und für Frauen“ und „Sprich- Wörter und Redensarten“, sowie ein sehr gut gearbeiteter Index, der das Auffinden der Zi täte außerordentlich erleichtert. Das Philo-Zitaten-Lexikon ist ein weiterer Beweis für die geistige Regsamkeit der deutschen Juden auf dem Gebiete des jüdischen Schrifttums. Die Lektüre de« Buches bereitet Genuß und -wirkt anregend zur Vertiefung in die jüdischen Geistesschätze, deren Kenntnis in erster Linie Sache der Juden ist. i ü? (IMEKSTUUU! Kinder, Kinder, denkt daran, Was aus euch noch werden kann: Kranker Körper — schwache Glieder, Kranker Geist — ein Volk geht nieder..... Aufruf Der Verein Jüdische Volksbibliothek „Z i o n“, Wien, II., Kleine Mohrengasse Nr. 3, erhält die zweitgrößte Leihbibliothek Wiens, welche deutsche, jiddische und hebräische Bücher jüdischer Autoren und jiddischen Inhaltes verleiht. Seit fast 20 Jahren wird hier mit ungeheuerer und großer Hingebung weniger die J. V. „Zion“ als ein Zentrum der Pflege des jüdischen Buches gehalten. Getreu dem vorgezeichneten Grundsätze, das jiddische Buch in den weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung Wiens zu verbreiten, hat sich die Leitung der J. V. „Zion“ entschlossen, der gegenwärtigen wirtschaftlichen Depression Rechnung zu tragen und die Lesehedingungen •weitestgehend zu erleichtern. So beträgt die monatliche Leihgebühr nur 80 Groschen. Keine Band- oder sonstigen Gebühren. Jugendliche, Studenten und Vereine genießen eine 50%ige Ermäßigung. Außerdem erhält der Verein J. V. „Zion“ einen frei zugänglichen, täglich geöffneten, gut geheizten Lesesaal, wo eine große Anzahl deutscher, jiddischer, hebräischer und anderssprachiger Zeitungen und Zeitschriften aufliegt. Diese Bibliothek mit ihrem Lescsaal gehört der ganzen Wiener Judenheit. Um diese Institution erhalten zu können, wendet sich die Leitung des V. J. V. „Zion“ an die jüdischo Öffentlichkeit mit der Bitte, von allen seinen Einrichtungen regeren Ge brauch zu machen, durch Beitritt die Zahl der Leser zu erhöhen, beziehungsweise auch durch Geld- oder Büch-erspenden zu ermöglichen, das jüdische Buch in weit größerem Ausmaße als bisher der jüdischen Bevölkerung Wiens zugänglich zu machen. In dieser wirtschaftlich so schweren Zeit ist es Pflicht aller jener, die in der glücklichen Situation des Enverbes sind, denen das jüdische Buch zu erschließen, die es sich selber nicht anschaffen können. Geldspenden auf Postsparkassenkonto Nr. lll.898, Bücherspenden an obige Adresse erbeten. Spendenausweis für „Blinden Juden“ durch das Palästina-Amt S 10.—. Von K. G. S 1.—. „S W.“ S 5.—• Chamlschaasarfeier der Histadruth. Samstag, den 30 Jänner, 8 Uhr abend«, veranstaltet die Histadruth im Festsaale des Caf6 „Central“, II., Taborstraße 8, eine Chamisohaasarfeier. Festrede: Präsident Dr. D. Rothblum; Gesang: Hildo Dulitzkaja; am Klavier: Gideon May; Violinkonzert: Konzertmeister Kurt F u c h e g e l b, am Klavier: Walter Spitz. Rezitation und Gesang. Regiebeitrag. Histadruth Ivrith. Samstag, den 16. Jänner, U9 Uhr abends, spricht im Vortragssaale des Cafe „Zentral“, II., Taborstraßo \ . Dozent Rabb. Dr Murmolstein über: Haschpaat hasi- Frnth harabanit al jezirat Bialik. — Vorher, V-,1 Uhr: Bibelseminar (Dr. Schächter); j^SUhr: Liter&tur&emtoaz (Auerbach), Heute will ich über eure Gesundheit mit euch sprechen. Oijeh! denkt ihr euch — da kommt etwas „Belehrendes“, das wird sicher fad sein! Und wollt schon mit dem Lesen aufhören. Aber Kranksein— ist das nicht noch fader? Und krank ist doch sicher schon jeder von euch wenigstens einmal gewesen. Freilich — es hat «eine Annehmlichkeiten, wenn man einmal eine Zeitlang nicht in die Schule gehen muß, wenn die ganze Familie besorgt und teilnahmsvoll sich um einen bemüht, und man sogar besondere Speisen und Leckerbissen erhält. Hingegen aber die heftigen Schmerzen, das viele Stilliegen und die verschiedenen Medizinen, das ist gar nicht unterhaltsam. Wie sehnt ihr euch da, ins Freie zu kommen, und schließlich auch nach dem geregelten und inhaltsreichen Schulleben, in dem jeder Tag euch doch etwas Neues bringt. „No, kann ich vielleicht etwas dafür, wenn ich krank werde?“ höre ich da einen gewissen Jemand fragen (wen ich da meine, der weiß es schon, und der kann sich bei der Nase packen ...). „Kann man denn das Kranksein verhindern?“ fragt ein anderer. Nun, ein wenig kannst du dies schon. „Ja, aber wodurch?“ „Wodurch? Zu allererst durch Wissen. Und dann durch den festen Willen, nach diesem Wissen zu handeln.“ „Was muß ich denn ziu allererst wissen?“ Nun, eigentlich ist es nichts Neues und sicher hast du es von deinen Eltern schon hundertmal gehört: Vorsichtig sein! Nicht erhitzt und glühend zur Wasserleitung stürzen und einen kalten Trunk nehmen. Immer wieder geschieht dies. Nicht im letzten Moment zur Schule oder Stunde jagen und dann schweißgebadet dort (vielleicht in der Nähe eines zugigen Fensters) längere Zeit stillsitzen. Im leichten Schlafanzug (im Wiuter) in einem Buch zu lesen beginnen und dann erst aufhören, bis die Kälte eineu schüttelt — eine besondere beliebte Art, sich krank zu machen. „Aber mir ist ja ga.r nicht kalt, ich schwitze“, pflegt ihr zu sagen, wenn dio Mutter bei solchen Gelegenheiten euch ermahnt, und am nächsten Tag meldet euch das Fieber, daß es nicht wahr war, was ihr gesagt habt. Ihr habt nur einfach darauf nicht geachtet. Da sind wir nun heim Fieber angelangt. Wie geht das eigentlich zu mit dem Fiober ... Man fühlt eine so große Hitze und ist so furchtbar matt. Wie betäubt — bei hohem Fieber liegt ihr da. Ja, da ist eben ein heftiger Krieg in deinem Körper ausgebrochen — zwei feindliche und Armeen stehen einander gegenüber hauen und stürmen aufeinander los. Die eine Armee seht ihr hier im Bild vor euch: & Das sind die verschiedenartigsten Krankheitskeime (Bazillen, Bakterien), von denen wir eiue ganze Menge ständig einatmeu, verschlucken und in unserem Körper beherbergen. Die andere Armee, die roten Blutkörperchen, versuchen diese bösen Feinde gefangen zu nehmen; sie kreisen sie ein, daß der Feind sich nicht mehr rühren und kein Übel mehr stiften kann. Da tobt der Kampf hitzig hin und her, daß euer Körper für gar nichts anderes mehr Kraft hat. Aber wehe, wenn nun die roten Blutkörperchen in der Minderzahl sind — und die andere Armee immer stärker wird ... Wann passiert denn das? Wenn die Kinder zu wenig und unrichtig ernährt sind. Wenn eie immer unregelmäßig und hastig essen — sich nicht Zeit zum Essen nehmen! Beim Essen trödeln, bis es kalt und ungenießbar wird, und beim Essen lesen. Das alles trägt mit dazu bei, daß der Körper nicht genug an Kräften gewinnt, und kommt nun ein recht starker feindlicher Angriff auf euern Körper, so ist er nicht widerstandsfähig genug, um Sieger in diesem Kampf zu bleiben. Das Lesen während des Essens Ja, warum soll man denn eigentlich nicht während des Essens lesen? Es schadet. Aber wieso, es ist so angeuehm und viele Erwachsene tun es auch. Es schadet aber doch, nur merkt man den Schaden nicht sofort, sondern erst, wenn es zu spät ist. Das Essen ist eine Arbeit für sich und das Lesen auch. Ich will euch dazu eine wahre Geschichte erzählen — von einem Mädchen, das auch immer beim Essen las. Wenn die Geschichte ganz wahr sein soll, muß ich euch sagen, daß ich selbst dieses Mädchen war. Also, ich war einmal sehr krank. Todkrank. Ich wußte schon nicht mehr genau, ob ich noch lebte; aber dann ging es mir auf einmal wieder besser, ich konnte wieder sprechen, und nach und nach auch etwas essen. Als ich dann das erstemal ein vollständiges Mittagessen bekam, stellte ich, nach alter Gewohnheit, ein großes Buch vor mich hin und wollte nun mein doppeltes Vergnügen haben. Es ging auch recht schön, bis ich auf einmal nichts sah, die Buchstaben verschwanden vor meinen Augen, und die Lust zum Essen war mir auch vergangen! Da spürte ich, daß ich zu schwach wäre, um essen und lesen zu können. Und ich erkannte, daß man für jede Tätigkeit des Organismus Kräfte braucht, die man ihm nicht ohne Notwendigkeit entziehen soll. — Wie man aber zweckmäßig liest und zweckmäßig i ß t, davon soll das nächstemal die Rede sein. Mitteilungen Unsere nächste Zusammenkunft findet Sonntag, den 17. Jänner, Marc-Aurel- Straße 5, punkt 3 Uhr nachmittags, statt. Jedes Kind bringt in seiner Schachtel seine Schere, Bleistift, ein Stück Karton, eine Näh- und eine Stioknadel, sowie einen Bleistiftschützer mit. Vom Stadtschulrat gen. SCHÜLERHORT CENTRAL llv Taborstraße 8 B Telephon U 14-908 Gewissenhafte Schulnachhilfe Sprachen Musik Sport Nachdruck verboten. Wie sfUeien und lernen dabei etwas Hebräisch 14. Spiel: Alles fliegtI Spielregel: Alle sitzen um einen Tißcb und legen ihre Zeigefinger auf die Platte, Der Spielanführer sagt nun: „Der Aeroplan fliegt!“ und hebt während des Sprechens die Finger hoch. Jetzt müssen alle anderen gleichfalls mit ihren Zeigefingern in die Höhe fahren. Ruft er aber: „Das Haus fliegt!“, das doch nicht fliegen kann, so dürfen die übrigen ihre Finger nicht erheben; wer eich irrt, muß ein Pfand geben. dort, wo die iedee... Dort, wo die Zeder schlank die Wolke küßt, Dort, wo die schnelle Jordanswelle fließt, Dort, wo die Asche meiner Väter ruht, Das Feld getränkt hat Makkabäerblut: Dieses schöne Land Am blauen Meeresstrand Es ist mein liebes Heimatland. Und wenn mich rohe Kraft von hinnen riß, In fremde Lande grausam mich verstieß: Das Herz, es blieb in Zion doch zurück; Nach Sonnenaufgang fliegt mein feuchter Blick. Ich fleh nach Osten täglich Ungewandt, Um Rückkehr in mein Heimatland. Rätselecke Text in. Text II. Text I. Der Aeroplan fliegt af ha-awiron jrm-n Die Biene fliegt afah haddworah minn nun T * TT Der Hund fliegt hakäläw af w aSsn 't vv - Die Tische fliegen baschschulchanot afim DSD^ Die Kühe fliegen happarot afot ntey ninn T T " Hannah, du fliegst channah, at afah ne>y m .narr TT " T“ Wir*) alle fliegen kullänu-afim D'BpjSj Ihr Kinder fliegt attäm j’ladim-aflm o'erD'i?' oriK T T» * Ich fliege ani af •ff V« Die Wächter — sie fliegen haechschomrim-hem aflm o.rovWn Sie fliegon — die Bienen hen afot-haddworot nWOTTil&jj jn(* *) Das Spiel eignet sich hervorragend zur Einübung der männlichen und weiblichen Endungen dei Zeitwerte in der £to> and Mehsr zahl, der mannigfachsten Substantiv« und, siebo oben, der persön Hohen Fürwörter, die nun geatfuekt einlügea kamn Nun ist das große Preisrätsel beendet, und ihr müßt euch beeilen, die Lösung bis zum 31. Jänner auf die angegebene Weise (alle 15 Bilder ausgeschnitten, mit den Namen der dargestellten Personen — links mit deutschen, rechts mit hebräischen Buchstaben) an die Redaktion der „Kinder-Stimme“, Marc-Aurel-Straße 5, zu schicken. Vergeßt auch nicht, eure Namen und Adressen anzugeben! Die Namen der Gewinner werden nach Schluß des Einsendungstermins bekanntgegeben werden. Also nehmt euch zusammen und versäumt nicht den Termin der Einsendung! # Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder: Wer gründete die erste Menagerie? •+ Scherzrätsel Mein Enstes hängt Gauner, Die zweiten verwunden; In fleißiger Hand Wird das Ganze gefunden... * (Dreisilbig) Edn Knabe nascht die letzten Zwei, Schnell gab man ihm nun alle Drei, „Ach“, weint er, „diese letzten Zwei, Die schmecken besser als die Drei...“ * Auflösung des biblischen und der Scherzrätsel aus der vorigen Nummer: Arche Noah. — Weil er’s schon auswendig kann. — Körner der Aebren, # Briefkasten Gerti Ehrmann: Herr Redakteur Heilig wird dir nächstens selbst ein solches Buch bringen. — Ernstl Juliech: Nicht auf die. lange ßanfe gohieheul Ws. bind gespannt!

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