Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 606 (24.12.1936)
- Date
- 1936-12-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 10 Dil STIMM! Nt. 606 — Wien, Donnerstag, 24. Dezember 1996 Vor einem neuen Araberaufstand? Jerusalem, 22. Dezember. (JTA.) Die hebräische Presse bringt eine Fülle von Nachrichten über Vorbereitungen der Zentralleitung der arabischen Terroristen zu neuen anti]üdischen und antiengli* sehen Aktionen großen Maßstabs. Die Zeitungen machen die Regierung in London und in Jerusalem nachdrücklich auf die drohende Gefahr aufmerksam und fordern sie auf, schleunigst Maßnahmen zu treffen, um eine neue Katastrophe zu verhüten. Waffenkauf aus Regierungskrediten Es hat sich heraußgestellt, daß die Terroristen ihre Mittel nichtnur aus inländischen und ausländischen arabischen Quellen schöpfen und bei manchen fremden Mächten Unterstützung finden, sondern daß ihnen auf indirektem Wege sogar Gelder der Palästina-Regierung zufließen. So wird in den Zeitungen festgestellt., daß die Darlehen, die die Palästina-Regierung; arabischen Landwirten gewährt hat-, vielfach zum Ankauf von Waffen benützt wurden. Die Regierung hatte für solche landwirtschaftliche Kredite 30.000 Pfund zur Verfügung gestellt. Die für dieses Geld bestellten Waffen sind zum Teil bereits in Palästina eingetroffen. Petroleum-Gesellschaft zahlt „Schutzzoll" .Von den arabischen Terroristenverbänden 1 werden fortlaufend bei arabischen Kaufleuten und Pflanzern große Summen für die Aufstandsbewegung unter Drohungen erpreßt-. Wie aus den neuesten Berichten hervorgeht, werden aber nicht nur Araber auf diese Weise besteuert, sondern es hat auch tdio Irak-Petroleum-Geeellschaft einen „Schutzzoll“ entrichtet, um sich im Fall eines neuen Ausbruchs von Unruhen gegen Beschädigung der Ölleitung zu sichern. Während der letzten Unruhen hat die Gesellschaft bekanntlich dadurch große Verluste erlitten, daß die Rohrleitung etwa vierzigmal beschädigt und das ausfließende öl häufig in Brand gesteckt wurde. Auch dieser von^ der Gesellschaft entrichtete Schutzzoll wird dazu benützt, eine neue Serie von Terror- und Sabotageakten vorzubereiten. Es soll sich hiebei um sehr große Beträge handeln, die umfangreiche Waffenkänfe ermöglichen. Diesmal nehmen wir Kriegserklärung an! Die Presse veröffentlicht ferner umfassende Einzelheiten über die Schulung von Mannschaften für die geplante Aufstandsbewegung. Der Führer der Terrorbanden, Fauzi Bey el Kaukadyi, führt im Irak unter der arabischen Jugend halb offiziell eine ausgedehnte Werbetätigkeit durch. Die Angeworbenen werden in besonderen Schulungslagern ausgebildet und durch eigene Instruktoren in allen Zweigen der Guerillakriegführung unterwiesen. Die Zeitungen fordern die Regierung dringend auf, sich Dingen gegenüber, die jedermann bekannt sind und über die überall gesprochen wird, nicht blind zu stellen. Vorläufig allerdings habe es den Anschein, als ob die Regierung blind wäre. Sie unternehme nichts oder nur sehr wenig. „Die Regierung“, heißt eg in einem Artikel der Zeitung „Dawar“, „muß gegen diese Gefahren schon heute alle Mittel anwenden, denn morgen kann es schon zu s p ä t s e i n. Der jüdische Jischuw empfindet nicht Furcht. Er ist nicht erschrocken und wird sich nicht schrecken lassen. über sechs Monate lang haben wir uns gegen den arabischen Terror und gegen die Gewalttätigkeit wilder Horden verteidigt Wir haben vor dem Morgen keine Furcht. Sollte es uns aber nochmals bestimmt sein, uns vor Taten der Zerstörung und Vernichtung zu schützen, so werden wir uns nicht mit bloßer Abwehr begnügen. Wir werden die Kriegserklärung an nehme n.“ Im gleichen Sinne schreiben auch die übrigen hebräischen Zeitungen. Eg wird betont, daß für die Regierung die letzte Stunde geschlagen habe, um zu verhindern, daß das Land neuerlich zum Schauplatz von Mord und Vernichtung, Brand und Terror gemacht werde. Fauzis Kriegsschatz Weiteren Pressemeldungen aufolge soll die Terror-Kampagne entweder gleich nach der Abreise der Königlichen Kommission oder anläßlich des Nebi Musa-Festes zu Ostern, bei dem der religiöse Fanatismus seinen Höhepunkt erreicht, einsetzen. Der Rebellenführer Fauzi Bey, der jetzt als Flüchtling im Irak lebt, leitet zum größten Teil den Waffenschmuggel. In ganz Transjordanien fänden Ausgebungen statt. Denn durch die Unruhen solle die Beseitigung der Mandatsherrschaft nicht nur in Palästina, sondern auch in Transjordanien 'herbeigeführfc werden. Die Rekruten erhalten regelmäßigen Sold und Waffen. Der Oberste Arabische Ausschuß soll bereits einen Kriegs schätz von 138.000 Pfund besitzen. Täglich treffen neue Mittel, teils aus Europa-, teils aus den Steuern ein, die zu zahlen arabische Geschäftsleute unter Einschüchterung gezwungen werden. So müßten die arabischen Orangen-Exporteure von jeder ausgoführten Kiste eine Abgabe leisten. Truppenbewegungen in Palästina Jerusalem, 22. Dezember, (JTA.) Aus allen Teilen Palästinas werden lebhafte Truppenbewegungen gemeldet. Bei den Abteilungen, die sich von der anfangs Oktober unter dem Oberkommando von Generalleutnant John G. Dill eingetroffenen ersten Division noch im Lande befinden, werden Sicherheitsvorkehrungen verschiedener Art getroffen. Man erwartet jeden Augenblick, daß für die Truppen strenge Bereitschaft verkündet wird. In manchen Kreisen rechnet man sogar mit der Möglichkeit des Erlasses von Kriegsverordnungen. Vorläufig werden alle strategisch wichtigen Punkte des Landes militärisch besetzt. Das Bergland in dem Dreieck Nablus, Tulkerem, Jenin wird befestigt. Truppenbaracken werden an verschiedenen Stellen des Gebirges errichtet. Am Sonntag sind starke Patrouillen zur Sicherung des Verkehrs auf die großen Landstraßen geschickt worden. Schüsse auf Kinder Jerusalem, 20. Dezember. Aus einem arabisch en Taxi wurden gestern in der Nähe von Kfar Saba auf zwei am Straßenrand stehende jüdische Arbeiter geschossen, die jedoch nicht verletzt wurden. Aus demselben Taxi wurden später in Kfar Malal Schüsse auf eine Gruppe von Kindern, die gerade aus der Schule kamen, abgegeben, doch glücklicherweise verfehlten die Kugeln auch hier ihr Ziel. Gustav Seide mann — fünfundsechzig Jahre alt Wer von den Zionisten aus der Herzischen Ära kennt nicht den Namen Gustav Seidemamx, Prijedor? Und wer liebt und verehrt ihn nicht, wenn er ihn persönlich kennt? Reinheit des Strebens, echte Sachlichkeit, unendliche Liebe zu Volk und Land charakterisieren ihn. Wenn je das Wort „er lebt für die Sache“ wahr war, so gilt es von Gustav Seidemaun. Für die Sache und für den einzelnen Zionisten verlangt er alles, für sich nichts. | Unbeirrt geht er seines Weges, unbeeinflußt von den Tagesströmungen dient er dem Zionismus, den er mitzuschaffen geholfen hat. Er ist der echte, allgemeine Zionist, ohne Amführungszeichen, er haßt alles Parteimäßige. Ein Autodidakt, hat er sich dem Zionismus — noch vor der Herzl-Zeit — angeschlossen, aus tiefstem, eigenem Trieb. Er war bereits in der vorherzlischen „Selbstemanzipation“ von Nathan Birnbaum als dessen Mitarbeiter tätig und wirkte überall für die neue Bewegung als Pionier: in Bosnien 30 Jahre, dann in Baden, später in Teplitz-Schönau und jetzt in Wien. 65 Jahre alt — 45 Jahre ZioniBt! Treu dient er auch dem Keren Kajemeth seit dessen Entstehung. Immer spendet er aus seinen eigenen, spärlichen Mitteln, immer hält er die anderen zu Spenden an. Er dient ihm mit seiner ehrlichen, treuen Feder, mit der ganzen Glut seines Herzens. In den letzten Wochen ist er in das Präsidium des Keren Kajemeth gewählt worden, nachdem er schon seit Jahr n Mitglied der Landeskommission gewesen war. Was soll man ihm heute an seinem Geburtstag wünschen? Was er sich wünscht: Die Freude, große Erfolge unserer Sache im Gesundheit zu erleben! Dr. Chalm Tartakower. Verein der Bnczaczer. Sonntag, 27. Dezember 1936, 3 Uhr nachmittags, Generalversammlung im Cafe National, II., Taborstraße 18. E recheinen Pflicht! KINOPROGRAMME Vom 29. bis 28. Desember BURG-KINO SÄ-aT9 Uraufführung Shirley Temple in: „SHIRLEY AHOI!“ Beginn: 7*4, */a6, */,8, V810 Uhr. KREUZ-KINO tffÄS Uraufführung Warner Oland in: „ Mordkommission “ (Ein Charlie-Chan-Film) Beginn: 4, 7»6, 7*8, 7*10 Uhr Bl ITl.lfläl A 4 Wollzelle 34 BLIlEal%lNw Tel. R 21-0-65 Uraufführung Janette MacDonald u. Clark Gabi« in: „San Franzisko Beginn: 3. 5, 7, 9 Uhr. KINO KERN im Prater Dir. Kern & Perlmann - Telephon R 40-0*40 Eratu. Allelnauffiihrung für Prater u. Leopoldstadt James Cagney als Dickschädel in: „Starke Fäuste“ Wochentags: 6, 7, 9 Uhr. Sonntags: 2, ,/,4, 7,8, 7,8. 7,10 Uhr IMPERIAL- KINO!., Rotenturmstraße 19 Telephon : U 22-1-12 Uraufführung Shirley Temple in; „SHIRLEY AHOI!“ Beginn: V*3, 4, a/*6, %8, 7*10 Uhr KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Praterstern Tel R 41-0-26 Erst* u. Allelnauffiihrung fUr Prater u. Leopoldstadt Stan Laurel — Oliver Hardy in: „Lustß Ist dos Z leunerleben" Wochentage: 5, 7, 9 Ohr. Sonntags: 2, V.4, 7j6. ‘>S, ''*10 Uhr ROTENTURH am« Uraufführung Sinclair Lewis’ weltberühmter Roman als Film: „DODSWORfH“ (Oie Krise einer Ehe) Beginn: 4. %6. ‘,8. ‘ »10 Uhr SCHAFFER-KINO v,fÄ“Ä51 Ab 27. Dezember: Stan Laurel — Oliver Hardy in: „Lustig ist das Zigeunerleben“ Beginn: 7*4, ‘/.6, 7*8, 7*10 Ulu KRYSTALL-KINO .. Pratai. btrafle dea i. Mai Nr. 40 Telephon R 46-2*76 Uraufführung für den Prater Charles Laughton in: „REHBRANDT“ 1 (Ein Alexander-Korda-Phm) Wochen tags: B, 7, # Uhr. 8onnu. Feiertage: %4, '/,6, ‘/*8, VtlQUhr fTflEA-inifn VII., Mariahüferstraße 120 41 mH lilllU Telephon B 33-0-68 Uraufführung . Shirley Temple in: „SHIRLEY AHOI!“ Beginn; 7*4. 7»6. 7t0. y‘° Uhr LEOPOLDSTÄDTER¬ VOLKSKINO i'Ä’Tä Telephon R 49-0-23 Wochentags: ‘/»8, 7^10 Ubi Sonntags und Feiertage: ab 7*4 Uhr IX., Währingerstraße 11 TelephoD A 18-3-96 Uraufführung Shirley Temple in: „SHIRLEY AHOI!“ Beginn: 7*4, Vs6, 7*8, 984 Uhr Mitteilungen der Israelin« sehen Kultusgemeinde Wien Kotikursausschrelbung. Tm Spitaic der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, XVIII., Wühringer Gürtel 97, gelangt an der I. medizinischen Abteilung eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österreichische Bundesbürgersciha-ft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde im österreichischen Bundesstaate, die körperliche Eignung (naebgewiesen durch ein von einem Primarärzte des eigenen Spitals ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitals der Israelitischen Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwobmmg samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Vierte! der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Doktordiplom, Zeugnisse Uber die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4 (Amtsdirektion) bis längstens 31. Dezember 1936, 12 Uhr mittags zu überreichen. Wien, 10. Dezember 1936. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. # Israelitischer Jugendgottesdienst. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (Schülerinnen). Samstag, den 26. Dezember 1936 um 3 Uihr nachmittags in allen Gemeindetempeln und Bezirkssynagogen. Freitag, den 25. Dezember 1936, werden bei den um 4 Uhr beginnenden Abendgottesdieusten in nachbenannten Gemeinde- und Be* zirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Tempelgasse 5, Oberrabbiner Doktor I. Tag-licht. — III., Unter Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer. — V., Siebenbrannengasse 1 a, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer. —> VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky. —- VIU., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer. — IX., Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. — XV., Turnergasse Nr. 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels. — XVI., Hubergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach. — XIX.,. Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter. — XX., Kluckygaese 11, Rabbiner Dr. B. Mur* meistern. Samstag, den 26. Dezember 1936, beim Vormittagsgottesdienste, Schrifterklärungen: XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. — XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Doktor M. Rosenmann. * Adolf und Ignaz-Julie Marcelline Mautner von Markhofsche Stiftungen für Wiener Waisenkinder. Verliehen werden: Je ein Stiftplatz a S 620.— an ein israelitisches Wansenmädchen und einen israelitischen Waisenknaben. Zur Bewerbung sind berufen: Arme Waisenknaben im Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisonmädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatberechtigt sind. Dem vom gesetzlichen Vertreter einzübriugenden Gesuche sind beizuechließen: Mittellosigkeitszeugnis, Geburtsschein, Nachweis der Zuständigkeit und der Verwaisung, letztes Schulzeugnis und Vormundschaftsdekret. Einreichstelle: Magistratsabtoilung 13, I., Rathausstraße 9. Einreichfrist; Bis 23. J'innev 1937. Die Verleihung erfolgt auf Grund einer am 6. Februar stattfindenden Verlosung. Wien, 21. Dezember 1936. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. „Der Pojaz.“ Festvoretellung der jüdischen Kleinkunstbühne „Der Pojaz“ aus Anlaß der Bekleidung, Bewirtung und Lebensmittelbeteilung des jüdischen Wohltätigkeitsvereins „Brüderlichkeit“ am Sonntag, den 27. Dezember um 4 Uhr nachmittagB im Marmorsaal des Hotel National, Taborstraße 18. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kg 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Redaktion und Administration: Wien, I., Marc- Aurel-StraOe 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktlons- Schluß Montag und Mittwoch vormittags. Eigentümer, Vorleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, I., Marc-Auroi-Straßo 5. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, l., Marc-Aurel Straße 5 — Druck: Vernay A. G., Wien, IX., Canisiusgasse 8—10, 17988624