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Die Stimme · 1936-12-18 · Heft 605 (18.12.1936) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 605 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite ö Dtl SfIMMI Wien, Freitag, 18. Dezember 1038. — Nr. 608 Silberne Hochzeit David und Else Nebenzahls Am 17. Dezember feierte das in zionistischen Kreisen bekannte Ehepaar David und Else Neben zahl sein 25 jähriges Hochzeitsjubl Kittm. David Nebenzahl war seit der Entstehung des Herzl-Zionismus in den ersten Reihen der Wiener Vorkämpfer für die Idee der nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes zu finden. Er hat sich sowohl in der zionistischen Kleinarbeit in den Anfängen der Bewegung als auch als großzügiger Agitator in den Zeiten schwer, sten Kämpfe ns gegen die Assimilation ausgezeichnet. Bei den letzten Kultusgemeindewahlen hatte man wieeier Gelegenheit, seinen Einfluß festzustellen, den er von der Rednertribüne auf die Massen ausübt. Frau Else Nebenzahl hat ihren Gatten in seiner Tätigkeit für die nationale Bewegung nicht nur auf das verständnisvollste unterstützt, sondern auch selbst viel Ersprießliches geleistet. Als Kennerin der Psyche des jüdischen Kindes hat sie manches Bühnenstück für die Kleinen verfaßt, die bei zionistischen Veranstaltungen mit. großem Erfolge aufgeführt mtjrden. Dazu gehören insbesondere Chanukkah¬ und Purim Stücke, die vom Talent der Frau Nebenzahl Zeugnis oblegen und stets von der Kinderwelt mit Entzücken aufgenommen wurden. Die Zionisten Wiens beglückwünschen auf das herzlichste das Ehepaar NebenzaM zu ihrer Familienfeier. Dubnows „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ jiddisch Wilna, 14. Dezember. (JTA.) Das Jiddische Wissenschaftliche Institut in Wilna veranstaltet eine autorisierte jiddische Ausgabe der zehnbändigen ..Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ von Simon Dubnow. Der Band „Mittelalter“ ist bereite gesetzt und wird demnächst ausgeliefert werden. Damit wird die jiddische Ausgabe des Dubnowscben Geschichtswerkes bis zum 6. Bande fortgeschritten sein. Die Übersetzung der weiteren Bände wurde bereits in Angriff genommen. Ihre Aus gäbe soll in kurzen Abständen folgen. üü LlSIEI-STiaM Unsere Chanukkah-Feier SchQlerhort Central Ausflüge — Geselligkeit im Wienerwald am Sonntag.27., Dienstag, 29.. Donnerstag, 31. Dezember 1936, Sonntag, 3., Dienstag, 5. Jänner 1937 Pro Tag S 2*90 (auch für Gäste) Tel. U14 908 Verein Sür jüdische Geschichte und Literatur in Wien Montag, den 7. d M., fand der dritte Vortragsabend statt. Ein zahlreiches distinguiertes Publikum hatte sich eingefunden, darunter der Präsident der Kultusgemeinde Staatsmt Dr. Friedmann und dessen Gemahlin. Dr. Paul Diamant sprach über „Eine Millionenerbschaft im 18. Jahrhundert“. Er erzählte, wie in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts eine Erbschaft von 2ys Millionen Gulden einigen jüdischen Familien in Preßburg zuteil wurde. Auf Grund archivariscber Studien vermochte er den Zuhörern in sehr interessante Familienverhältnisse der damaligen Zeit Einblick zu gewähren. Das Publikum nahm den Vortrag mit starkem Beifall auf. Ring der zionistischen Alten Herren Dienstag, den 22. Dezember, um 8 Ubr abends, sprechen im Klubheim, I., Kohlmarkt Nr. 10, Essad Bey und Dr. Wolfgang von Weisl über das Thema „Kairo, Jerusalem und Bagdad, aktuelle Gedanken zum vorderasiatischen Problem“. Die Zionistische Bezirkssektion und WIZO PRATER übermitteln den schwergeprüften Eltern Herrn und Frau Idmund Steinbach den Ausdruck ihres innigsten Beileids anläßlich des Verlustes Ihres einzigen Kindes Unsere Chanukkah-Feier, die Sonntag, den 13. ds., nachmittags vor zahlreichen Kindern stattfand, wurde fast ausschließlich von Kindern bestritten. Da zur gleichen Zeit sechs andere Chanukkah-Feiern stattfanden, waren wir freudig überrascht, daß es keinen einzigen freien Platz in unserem großen Saal gab. Den Kindern, die durch andere Verpflichtungen nicht zu unserer Feier kommen konnten, wollen wir in Kürze den Verlauf unseres Festes schildern, dajä einen ernsten und einen heiteren Teil hatte. Statt einer Ansprache bekamen unsere Kinder eine Legende zu hören, die sie wohl im Herzen bewahren werden — dann entzündeten wir die Lichter und sangen „Moans zur“. Erika Schnap sprach einen selbstgedichteten Prolog (wirklich selbst gemacht, kein Großer hat geholfen!). Dann kamen die „Makkabäerkämpfe in der 10-Uhr-Paiuse“. Aber glaubt nicht, daß die Buben nun in der Pause „Makkabäertratechen und boxen sie, bis ein lustiger Junge, unser famoser Artur Rosenfeld, der ein begeistertes jüdisches Herz besitzt, ihnen den inneren Sinn dieser Kämpfe klarlegt: Die damaligen (internationalen) Weltmächte und Kriege und das kleine jüdische Land. Da wurde es Liciht, und zwischen den Römern, Griechen, Syrern, Germanen, ja sogar Indianern, die da herumepukten und ihre Vertreter hatten, erstand hell und klar das Judentum mit seiner heiligen Aufgabe vom Berge Sinai her — die weitergetragen wurde durch die Makkabäer von damals bis zu denen von heute. Und wie Artur schließlich sein Imi-Tascherl hervorzieht (das er schon zu Anfang der Pause zeigen wollte) und ihnen als Werkzeug des Wiederaufbaues und des Kampfes um unser Land zeigt, stoßen sie begeistert den Ruf aus: „Ja, wir wollen aufbauen, wir wollen auch Makkabäer werden!“ 4 Ein hebräisches Gedicht von Ch. N. Bialik (Trenderl) deklamierte aus¬ Blau, sowie „Varietenummem“ mit Musik, die größte Heiterkeit erregten. An dieser Stelle gedenke ich der technischen Schwierigkeiten und der freiwilligen Helfer, die uns diese beheben halfen; vor allem Herrn Direktor G o 1 d f 1 i e ß von den Jüd. Künstler spielen durch Leihgabe eines Vorhanges und Requisiten, dos akad. Malers Dr. Ernst Folländer und Graphikerin G u s t i Finali (durch Dekorationen) und des vielseitigen, patenten Herrn Ludwig Berger, der uns als Bühnenmeister viele Stunden geopfert hat. D. L. * Dann konnte sich jedes der Kinder ein niedliches Spielzeug aussuchen. Da gab es Porzellanpüppchen, die Keks am Rücken trugen, Schiffchen mit Zuckerln und blauweißen Flaggen und der Aufschrift „Die Stimme“, Aeroplane, Uhrenarmbänder, Puppenwaschtröge und -Heferl, Tonpfeifen, Mickymäuse, Pferdchen, Kühe, Hunde, Autos, Feuerwehren, Tramways. Außerdem wurden 24 Mappen mit Serien der „Kinder- Stimme“ jenen Kindern, die es sich wünschten, geschenkt. Dies alles hat der Kindery.X,T "TfV— i*.N> «■ I«ikriege“ gespielt haben. Dazu wäre auch unsere Bühne zu klein gewesen! Nein, so wie! es wohl wirklich vorkommt, haben sie geredet: daß sie in der Stunde nicht aufgepaßt haben und sich nun in den Makkabäerkämpfen nicht auskennen und da fragen und drucksvoll und mit schöner Aussprache A. Rosenfeld, ein Schüler E. Teichmanns. Nun folgten heitere Parodien, dramatisierte Witze, eine märchenhafte Szene „Im Walde“ und eine Burleske: „Die Tratschweiber“, verfaßt und einstudiert von Frl. Gertrud freund, unser Präsident Dr. Oskar Grün* bäum, aus vollem kinderfreundliohen Herzen gespendet. Die Freude der Kinder, von denen, nach bedächtiger Wahl, jedes das Passende gefunden hatte, ist ihm sicher die liebste und ehrendste Dankesbezeigung. Am 14. Dezember ist hier Herr Sigmund Kunstadt im 65. Lebensjahre plötzlich verschieden. Die Beerdigung fand am 15. Dezember unter überaus großer Beteiligung am Neuen Isr. Friedhof statt. Die Funktion versah in ergreifender Weise Herr Kantor Kunstadt. Der Verblichene entstammt einer altangesehenen Familie und erfreute sich ob seine« überaus zuvorkommenden Wesens allgemeiner Wertschätzung. Er führte ein vorbildliches Familienleben, und wendet sich seiner Gattin, seinen beiden Kindern und Geschwistern allgemeine Teilnahme zu. Die bekannte Steinmetzfirma Friedländer & Deutsch verliert mit ihm ihren bewährten, verdienstvollen Mitarbeiter. * Das Reisebureau „I n die Welt“ (W. M. Renner) veranstaltet am 22. Dezember 1936 und 5. Jänner 1937 billige Reisen nach Polen. Auskünfte erteilt bereitwilligst Dr. Tocker, IX., Liechtensteiaatraße 2, A 14-5-04, Die Richterin Deborah unter der Dattelpalme Von Theodor Herzl. (Rückübersetzt von L. Grünwald.) Der Rat Bestürzt und erschüttert kamen die Räte und Weisen vor den zürnenden König. „Eure Majestät“, riefen sie, „groß ist die Gefahr, die deinem Reiche droht und die von Minute zu Minute wächst. Da« Volk wird sich erheben und diesen vorgeblichen Königseohn aus seinem Kerker befreien. Wae ist zu tun?“ „Was zu tun ist?“ dröhnte des Königs Stimme. „Das eben frage ich 'euch, meine Gelehrten und Räte!“ Nun begann jeder der klugen Gelehrten seinen Ratspnich vor dem König auszubreiten. Der eine sprach: „Es befehle unser Herr, der König, daß der Knabe aus dem Lande für immer verbannt werde.“ „Da wird das Volk aufetehen und ihn zurückholen“, widersprachen ihm die übrigen Räte. Der zweite Ratgeber sprach: „Es befehle der König, unser Gebieter, ihm den Kopf abschlagen zu lassen.“ „Das ganze Volk wird eich gegen uns verschwören und Mord rufen“, sagten die übrigen dagegen. Ein dritter sprach: „Es überliefere ihn der König dem Gericht, so wird das ganze Volk sehen, daß es Lüge ist, was dieser falsche Knabe spricht.“ „Ja, aber den Richtern des Königs schenkt das Volk kein Vertrauen mehr“, wendeten die übrigen Räte ein. Der König raste vor Zorn. Da stand der älteste der Räte auf und sprach: „Einen Richter gibt es im Lande, dem das ganze .Volk .vertraut und wenn dieser den falschen Königssohn beschuldigen wird, eo wird die ganze Sache wie ein nächtlicher Spuk verrinnen.“ „Und wer ist denn dieser Richter?“ fragte voll Neugier der König. „Ein ganz junges, blindes Mädchen, das in einem der Dörfer Riohterin ist. Der Ruf ihrer Klugheit und ihrer gerechten Urteile erfüllt das ganze Land.“ „Das ist vortrefflich“, schrie der König, der von ihr bereits gehört hatte. „Diese reine Seele entscheide über ihn. Wenn sie ihn beschuldigen wird, so werden wir die Strafe an ihm vollziehen.“ Sofort jagten die königlichen Läufer, so schnell sie konnten, dem Dorfe Deborahs zu, um sie zum Hofe des Königs zu bringen. Am dritten Tage bereits meldeten, sie dem König, daß das junge Mädchen, welches richtete, gekommen sei, und es befahl der König, daß man sie sogleich vor sein Angesicht bringe. „Deborah ‘unter der Palme“, so eröffnete der König das Gespräch, „weißt du, weshalb du hieher gebracht wurdest?“ „Ja, mein Herr und König!“ antwortete sie ruhig. „Die Wahrheit zu finden und allen zu künden.“ „Gut, gut!“ antwortete der König. „Morgen ist der Tag des Gerichtes. Da werden wir ja deine Wahrheit vernehmen. Deborah richtet gerecht.“ Und in derselben Nacht, zur Zeit, da Deborah schon ihr Lager aufsuchen wollte, hörte sie eine Stimme an ihie Tür pochen. „Wer da?“ fragte sie. „Ich. Erkennst du nicht meine Stimme?“ „Der König!“ rief Deborah erstaunt und öffnete schnell die Tür. (Fortsetzung folgt.) Auflösungen aus der vorletzten Nummer: Magisches Rätsel von Chawer Jäger: HAGAR, ADELE, GEBEN, ALE, RENTE. Biblisches Rätsel: Mondieobai, Ein Wart an die Mütter! Wollt^iihr euere Kinder nicht nur zu Kopfarbeitern machen? Wollt ihr euere Kinder zu frohen, werktätigen Menschen heranziehen? Wollt ihr, daß euere Kinder opferfreudig mitsohaffen an der Zukunft ihres Landes? Das Schülerhilfskorps d. K. K., das aus der Sturmtruppe des Kinder-Mifal-Bizzaron, hervorgegangen ist, wird;aug einer Elite-'* gruppe von Kündern gebildet. Diese Kinder, die mit Ernst und Hingabe bei der Arbeit sind, werden euern Kindern gute Kameraden sein. Und wir wollen eueren Kindern Freude an der werklichen Arbeit und die systematische Vorbildung dazu vermitteln. Gemeinsames Schaffen, gemeinsame Verbundenheit, gemeinsame Jugenderlebnisso, wiovierQuellen von wahrer Freude und reinem Glück können sich eueren Kindern da erschließen. Versperrt sie ihnen nicht! Nächste Zusammenkunft: Sonntag, den 20. ds., um 3 Uhr nachmittags, Marc-Aurel- Straße 5, Landeskomitee. Jedes Kind bringt seine Schere, Bleistift, zwei Zündbolzeehachteln und etwa« Glanzpapier, alles in einer Schachtel, mit. Außerdem einen Mindestbeitrag von 30 Groschen zur teilweisen Deckung unserer Regie. Nach der Arbeit liest Ernst Willner die spannende Erzählung „Die große Reise“ vor. Bei ausreichender Zeit folgt eine Blas- Olympiade. Briefkasten Ginzberg: Wir danken Ihnen für die lieben, anerkennenden Worte. Die hebräischen Spiele stammen aus keiner Sammlung. Sie werden (erst in einiger Zeit) im Glanz-Verlag als hebräisch-deutsches Spielbuch erscheinen. Ella Neumann wird um ihre jetzige Ansohrift gebeten (an die k. St.). — Ernstl W.t Ich habe gehört, daß du den Propeller deines Aeroplans „Die Stimme“ abmontiert hast, um zu zehen, ob auch drinnen Schokolade seil m

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