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Die Stimme · 1936-12-10 · Heft 603 (10.12.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 603 (10.12.1936)
Date
1936-12-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JJV. 808. — Wien, Donnerstag, 10. Dez. 1936 Dil STIMM! Seit« 3 Boris Karloff in dem interessantesten Film des Jahres Der wandernde Tod (fratifftthrung am 11. Dezember im Kreuz-Kino, I. Stafa-Kino,VII. Die große Makkabäerfeier Arbeitskalender des Keren Kajemeth Lejisrael (Aktion zur Gründung der Liga der Keren- Kajemetb-Freunde. — Selbstkontigentierung. — Referate Prof. Julian Silberbusch und Dr. Chaim Tartakower.) Donnerstag, den 10. Dezember, X>9 Uhr, Vortrag, XIX. Bezirk, Kasino Zögernitz, Döblinger Hauptstraße 76. — Frei tag, den 11. Dezember, 9 Uhr, I. Bezirk, Private Zirkelversammlung. — Sonntag, den 13. Dezember, 5 Uhr, IX. Bezirk, Hörigasse 13, Versammlung „Gdud Zirim“. — Sonntag, den 13. Dezember, 8 Uhr, Sek fcion Prater, H. Bezirk, Stuwerstraße 1, Vortragsabend. — Montag, den 14. Dezember, A9 Uhr, XII. Bezirk, Seohshaueerstraße Nr. 52, Palästina-Abend, anschließend neueste Monatsechau. — Dienstag, den 15. Dezember, A9 Uhr, XVIII. Bezirk, Wei marerstraße 7, Vortrag: Unsere Antwort auf die Ereignisse in Palästina (anschließend Monatsschau). — Mittwoch, den 16. Dezember, 149 Uhr, X. Bezirk, Pernerstorferstraße 35, Vortrag: Die geigenwärtige Lage in Palästina. — D o'n n er s t a g, den 17. Dezember, A9 Uhr, I. Bezirk, Vortragsabend: Jahre der Entscheidung. — Freitag, den 18. Dezember, 9 Uhr, I. Bezirk, Private Zirkel Versammlung. 1 Jüdisches Kinder Ferienheim »ATID« in Spital am Semmering (820 m) für 6- bis 16-jährige Inhaber u. pädagog. Leiter A. Taglicht Modernes, gepflegtes Heim, ständige ärztflcho Aufsicht, Sport, Gymnastik, Schwimmen, eigene Bibliothek, Heimkino, vorzügliche rituelle Verpflegung, Mistu. Diätkuren. Fremdsprachige Konversationsgruppen. Anmeldung, Prospekte, Photos ubw. im Wiener Sekreteriste, UL, Schwsrzepenierstr. 12/3, Tel. A 26-3-73 Chanukkah-Feier des Alt-Herren-Ringes Sonntag, den 13. Dezember, veranstaltet der Bing der Zionistischen Alt- Herren-Verbänide in seinem Heim, I., Kohlmarkt 8, eine intime Makkabäer-Feier mit reichhaltigem Programm. Die Festrede hält Dr. Otto Liftschitz. Beginn 8 Uhr abends. Zweiter Vortrag Professor Eislers in der Bezirkssektion VI1I/IX. Um vielfachen Wünschen zu entsprechen und allen jenen, die dem ersten m dieser Bezirkssektioti gehaltenen Vortrag nicht beiwohnen konnten, hierzu Gelegenheit zu bieten, hat die Leitung der Bezirkssektion Herrn Prof. Dr. Max Eisler gebeten, seinen Vortrag mit Lichtbildern „Palästina 1936 — ein Kulturberich t“ am Samstag, den 12. Dezember 1936, im SekUomheime, IX., Währingerstraße 6—8 (Eingang Hörigasse 2) zu wiederholen, Bei dem großen Interesse, das dieser Vortrag erweckt, empfiehlt es sich, rechtzeitig Plätze vormerken zu lassen, was täglich (mit Ausnahme von Freitag) von 7 bis 9 Uhr abends erfolgen kann (Telephon R 52-012). Beginn des Vortrages 8 Uhr abends. Während des Vortrages kein Einlaß. Rumänische Auszeichnung für Primarius Borak Wie wir erfahren, wurde Dr. Jonas Borak, Primararzt der Röntgenabteilung des Spitals der Wiener Kultuisgemeinde, von der Rumänischen Röntgengesollschaft in Bukarest einstimmig zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Dienstag abends wurde im Großen Saal des Wiener Konzerthauses die Makkabäer- Feier des Zionistischen Landesverbandes für Österreich und der WIZO abgehalten. Die Zionisten Wiens, aber auch Kreise, die außerhalb der Bewegung stehen, nahmen in Massen an dieser repräsentativen Veranstaltung teil. Die Feier, deren Organisation in den Händen der Herren Ignaz Müller und Georg Freilich lag, während den künstlerischen Teil dio Jüdische Kulturstclle arrangiorto, bot ein einheitliebes, geschlossenes jüdisches Programm, dessen einzelne Teile sich organisch ineinander fügten. Vorträge und künstlerische Darbietungen, alles war vorzüglich aufeinander abgestimmt. Die Feier wurde eingeleitet durch eine hebräische Rezitation von Jehuda, Ehrenkranz, worauf der jüdische Künstler den von Alfred Werner für die Feier verfaßten Prolog folgen ließ. Die große Kunst Jehuda Ehrenkranz’ hatte auch diesmal ihre volle Wirkung. Das Liohterzünden besorgte Oberkantor Gerson M a r g o 1 i e s. Sein „Moaus zur.. mit vollendeter Gosangskunst vorgetragen, schuf die festlich andächtige Atmosphäre für diese Feier. Dr. David R o t h b 1 u m sprach über die Kämpfe der Makkabäer in einer hebräischen Rede. Seine klassische Sprache und sein formvollendeter Vortrag machten auf die Zuhörer, die Hebräisch können — und deren gibt es im zionistischen Wien heute schon recht viele — stärksten Eindruck. Die Festrede hielt der Präsident des Zionistischen Landesverbandes, Dr. Oskar Grünbaum. Seine Ausführungen zeigten die inneren Zusammenhänge zwischen den Ereignissen von damals und den Vorgängen von heute1 auf. Verständnisvoll, den Redner immer wieder mit Kundgebungen der Zustimmung unterbrechend, folgten die Festteilnehmer den Worten Dr. Grünbaums. (Wir veröffentlichen einen Auszug aus der Rede an leitender Stelle des Blattes. Auch den Text des Prologes veröffentlichen wir in dieser Nummer.) Im ersten Teil der Feier sang der Knabenchor unter der Leitung Kurt Fuchsgelbs hebräische Chanukkah- Lieder, im zweiten Teil traten Stutschewsky, Gutmann und Kip nie mit Musik- und Gesangsvorträgen vor das Publikum. Jehuda Ehrenkranz las „Die Stimme“ von Karl W o 1 f s k e h 1, „Die Opferung Isaaks“ von Ernst Waldinger und frei nach dem Hebräischen von Sctaimonovitz „Das Fest“. Den Abschluß bildete der Vortrag eines von Joachim Prinz verfaßten Sprechohors, den die Schauspieler des Jüdischen Kulturtheatere besorgten. Ihre disziplinierte Kunst bewährte sich auch auf diesem Gebiet glänzend. Es war ein würdiger und wirkungsvoller Schlußakkord. Die Begleitung des Sprechchors besorgten verständnisvoll und harmonisch Lily Riegl er und Gideon May. Alle Darbietungen der Künstler wurden vom Publikum mit begeistertem Beifall belohnt. Die Feier war eine machtvolle Manifestation der Wiener Juden für den Zionismus, den Erben des Makkabäer-Geistes. Die Musik Nach dem rituellen Gesang des Lichterzündens, der von Oberkantor Gerson Margu- 1 i e s mit strahlender Stimme vorgetragen wurde, sang der Knabenchor des Stadttempels unter Leitung des famosen Musikers Kurt F u c hs g e 1 b mit minutiöser rhythmischer Präzision und dynamischer Ausgeglichenheit das Chanukkah-Lied und „Ura, ura Israel“, wobei im ersteren der prächtige Sopran des Ladislaus Török besonders angenehm auffiel. Igo Gutmann, der in Wien schon wiederholt zu hören war, hat mit Liedern von Millner, Brandman und Joel Engels bekanntem Lied „Hakot-cl“ (Die Mauer) wiederum seine eminente Gesangskunst ins beste Licht gesetzt. Er erntete stürmischeu Beifall. Joachim Stutschewskys vergeistigte und durchfühlte Interpretation der Werke jüdischer Musik ist bekannt und wurde auch diesmal vom Publikum lebhaft akklamiert. Er spielte Aohron „Stempeniu singt“ aus der gleichnamigen Suite, Weiners „Jüdisches Lied“, eine eigene Tanzparaphrase, betitelt „Freiiachs“, und als Zugabe ein prächtiges Stück von Dyk „Der Rabbi spricht“, ein Teil aus einer Suite. Ein wahres Erlebnis war die Wiedergabe einiger jüdischer Volkslieder („Der Fuhrmann“, „Wie der Jude, der Zigeuner und der Russe singt“, „’s is Freitag auf der Nacht“ und das bekannte Lied „Rosinkes mit Mandel“) durch den berühmten Kammersänger Alexander K i p n i s. Seine unvergleichliche Gesangskunst, die auf der höchsten Stufe stehende Musikkultur, phantastisch anmutende Atemtechnik, prachtvolle Diktion, ideale Ausgeglichenheit aller Register, die unbeschreibliche Schönheit des Timbres seines an Schaljapin — in seiner besten Zeit — mahnenden Organs und vor allem der' Ausdruck erschütterte die Zuhörer auf das tiefste; das Publikum raste vor Begeisterung und erzwang sich die Wiederholung des Liedes „Rosinkes und Mandel“. Die Begeisterung der Gesänge lag in den vortrefflichen Händen des bekannten Pianisten Robert Spitz. Jul. Wolfsohn. Unserer Jugend zu Chanukkah Benni fliegt ins gelobte Land Von Miriam Singer. Mit vielen zum Teil farbigen Bildern. Großformat. Ganzleinen .S 10*38 Helden und Abenteurer der Bibel Ein Kinderbuch von Joachim Prinz. Mit vielen Bildern. Halbleinen . . S 8*45 Die Vier von Kinnereth Jugendgeschichten aus Palästina. Mit vielen Bildern. Halbleinen.S 5*45 Der Retter von Chula Geschichten aus dem neuen Palästina. Mil vielen Bildern. Halbleinen . . . . S 6*47 Das Lichterhaus im Walde Erzählung von Leo Hirsch. Mit vielen Bildern. Halbleinen. S 0*40 Helden der Kwuzah Von Salo Böhm. Mit vielen Bildern. Halbleinen.S 5*40 Das jüdische Jugendbuch Mit vielen Bildern. Halbleinen « S 5*68 BUCHHANDLUNG R. LOWIT, WIEN I. BEZ, WOLLZEILE 6/8 Achtung, Cafetiers! Abonnieren Sie Ihren Bedarf sämtlicher in- und ausländischer Zeitungen und Zeitschriften beim Zeitungsvertrieb Maria Doubek, Wien, I., Wollzeile 5 (im Durchhaus) Die Zustellung erfolgt rasch und pünktlich, auch an Sonn- und Feiertagen. Rufen Sie die Nummer R 21-1-96 Z und Sie erhalten jede gewünschte Auskunft. Ein Kibbuz entsteht Rueppgasse 8... Man muß nicht lange suchen und nicht viel fragen, denn gedämpfter Lärm von Werkzeugen, leise auf den Korridor dringendes Stimmengewirr verrät es: Hier in dieser Wohnung muß der neue Kibbuz sein. Hier zimmert und hämmert sich jüdische Jugend ein neues Leben... Nur für einen Augenblick, für ein kurzes „Schalom!“, unterbrechen sie beim Eintreten des Besuches ihre Arbeit. Nichte, kein Gast und keine Ablenkung kann für diese jungen Leute heute wichtig sein. Ihr Hobel, ihre Säge, ihr Hammer, die sind ihr Leben. Nur einer ist aufgeregt, Herr Samuel Weintraub, der es übernommen hat, materielle Voraussetzungen für das neue Heim zu schaffen und den Kibbuz zu organisieren. Er ißt immer aufgeregt und das kann man ihm nicht verdenken. Es ist eine höchst aufregende Arbeit, die er übernommen hat. Geld ist vielleicht halb so viel vorhanden, als man normal für die Errichtung und die Ausstattung eines Kibbuz braucht. Die andere Hälfte muB er sich beschaffen — wie? Durch allerhand arbeiteökonomische Kniffe, durch die Erweichung der Herzen jüdischer Geschäftsleute, die in ihrem Laden irgend etwas von den Sachen haben, die er für seine Chawerim so dringend benötigt. Herr Weintraub denkt überhaupt nur mehr in Brettern, Bettgestellen, Küchengeschirr und ähnlichen Dingen. * Es ist schon viel erreicht worden. Es sind die Wände gestrichen, es stehen die Pritschen zum Schlafen da, es sind Schränke vorhan- Tag um Tag wird es wohnlicher im Heim. Aber es fehlt noch viel. Es fehlt noch überall das und jenes, es wird noch viel Laufereien und viel Sägen und Hobeln und Hämmern kosten, bis alles fertig ißt. Aber man sieht es schon heute: Das wird ein Kibbuz! Man bekommt Lust, Chaluz zu werden. Seht euch den Kibbuz in der Rueppgasse au — namentlich ihr, die ihr etwas in der Tasche oder schöne Sachen im Laden habt. Was ihr denen gebt, ißt gut aijgelegt. Das setzt sich alles in neues jüdisches Leben um, das schafft jüdischer Jugend Zukunft! Und auch an die, die Arbeit zu vergeben haben, ergeht die Bitte: Gebt den Chawerim Arbeit! Was der Chaluz an Arbeitslohn bekommt, gibt er seinem Kibbuz. Der Kibbuz muß ßich selbst erhalten, erhalten von der Arbeit seiner Ohaluzim. * In der Rueppgasse 8 erwartet man den Besuch aller Juden, die Sinn und Gefühl haben für die Arbeit an der Rettung unseres Volkes. Seht euch das an und ihr werdet bestimmt helfen! Jüdische Kulturstelle I., Kai 3, R 28-2-36. Das Jüdische Kulturtheater spielt täglich, VA und 8 Uhr, das Chanukkah-Spiel „Das Lied vom Licht“. Kunstsektion: Sonntag. 13. Dezember, 10.45 Uhr, Vortrag Prof. Georgee Loukoraski (Paris, London) „Die Kunstform des Synagogenbaues“. (Mit Lichtbilder). Einleitende und verbindende Worte: Hugo Friedmann. Literarische Sektion: Samstag, 12. Dezember, 18 Uhr, Josef Fränkel: „Unbekanntes über Theodoi Herzl“. Einleitende Worte: Dr. E. Paohtmann. Sonntag, 13. Dezember, 18 Uhr, Heinz Politzer (Prag), aus eigenen Werken. Einleitende Worte: Josef Haus Bunzel. O PTIKER RUDOLF HAAS & COMP. WIEN, II.. PRATERSTR. 32 SPEZIALIST FÜR BRILLENOPTIK Zweites Konzert Wolfsohns Nach dem ganz großen Erfolg des Klavier* abends Prof. Jul. Wolfßohns winde der Künstler von der Konzertdirektion Dr. Hohenberg für ein zweites Konzert eingeladen, das in der zweiten Hälfte der Saison stattfindet. Jüdische Bühne, II., Praterstr. 60 Am Freitag, den 11. ds., gelangt im Rahmen der Chanukkah-Woche eine echt jüdischen Komödie „Die Machitunim“ von St. Rakos zur Aufführung. Orig, jüdische Gesänge, Chanuk« kah-Lichterzünden mit Chor. Dieses Stück bleibt bis inkl. Donnerstag, den 17. ds., auf dem Spielplan. Sonntag nachmittags, A4 Uhr: „Die Machitunim“, als Einlage eine Chanukkah* Feier und Festrede. „Musik der Bibel.“ Der Vortrag des bekannt ten Pioniers jüdischer Musik Prof. Dr. Salomon R o s o w s k i über „Musik der Bibel“ erregte im ersten Abend des Vereines zur Förderung jüdischer Musik berechtigtes Aufsehen und wird wiederholt- Wir kommen in der nächsten Nummer noch ausführlicher darauf zurück. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs veranstaltet, wie alljährlich am Samstag, den 12. Dezember d. J., 20.30 Uhr im Großen Musikvereinesaal seine repräsentative Chanukkah-Feier. Mitwirkend: Kammersängerin Marie G e r h a r t, Kammersänger Simon D e r m a n i s, das Symphonicorchester des Bundes jüdischer Frontsoldaten Österreichs unter Leitung des Bundeskapellmeisters Dr. Kurt Pah len. «9» Samstag, 23. Jänner 1937: Qj jjjjgf PuM ^Das ftldftsclie Land«— =■■

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