Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 602 (4.12.1936)
- Date
- 1936-12-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•Die "Stimme y. fc. b. 10 g Nr. 602 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 4* Dezember 1936 20. Kislew 5697 10. Jahrgang Charles Laughton m Buch: Carl Zuckmayer Regie: Alexander Korda Burg, I. Staf a, VII. Imperial, I. Votivpark, IX. KK.rJ „ORBIS"-Weihnacht,fahrt nach ABFAHRT: 22. DEZEMBER 1936 Anmeldungen: Poln. RelsebUro „ORBIS1* I,, KürnioerstraBa 41 n 21-f> OEST£RRElCHISCHES VERKEHRSBURO I., FrledrichslraB» 1 H 27-50;) i., Graben 20, U 29-0-3'' Die Illegalen Der Leiter des Politischen Departements der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, M o s e li c h S h e r t o k, wurde von der Königlichen Kommission über die illegale jüdische Einwanderung befragt. Der Vorsitzende Lord Peel erklärte, wie Pal cor berichtet, es habe.den Anschein, als ob die Jovvish Agency, die unter den Bedingungen des Mandats eine besondere Stellung einnehme und der die Pflicht obliege, die Regierung zu unterstützen, die illegale Einwanderung rechtfertige, indem sie die Polizei in der Anwendung des Gesetzes gegen illegale Einwanderer nicht unterstütze. Shertok führte in seiner Antwort aus, daß die Jewish Agency durch die Palästinaämter im Auslande Warnungen gegen illegale Einwanderung erlassen habe, worauf Lord Peel die Bemerkung einwarf, daß die Jewish Agency keinerlei Maßnahmen ergreife, um derartige Verstöße gegen das Gesetz zu verhindern. Shertok erwiderte darauf, daß die Regierung niemals darauf verfallen sei, sich an die Jewish Agency um Unterstützung in dieser Richtung zu wenden. Die Jewish Agency habe verschiedentlich übet diese Frage mit der Regierung verhandelt, die für die Lage volles Verständnis gezeigt habe. Shertok legte besonderes Ge- Es gibt keine Paritätsformel Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir:i Die Nachricht, das Kleine A. C. habe in seiner letzten Sitzung mit 15 Stimmen gegen 1 bei 4 Enthaltungen das Prinzip,’ der Parität angenommen, ist unrichtig, j Das Kleine A. C. hat weder bei dieser1 noch bei irgend einer anderen Abstimmung das Prinzip der Parität angenommen. Bei der in der Presse erwähnten | Abstimmung hat das Kleine A. C. nur politische Weisungen beschlossen, die! durch sämtliche Parteien der Koalition! vereinbart wurden und die dann in der bekannten Rede Weizmanns vor der Königlichen Kommission zum Ausdruck gekommen sind. Es ist bekannt, daß Professor Weizmann in dieser seiner Rede das Prinzip der Parität — im Einklang mit den ^Beschlüssen des Kleinen A. C. — nicht erwähnt hat. Wenn die Vertreter des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und des Misrachi — insgesamt 4 Stimmen, das fünfte Mitglied, Suprasky, war infolge Krankheit abwesend — sich der Abstimmung enthalten und nicht für die politische Formel gestimmt haben, obwohl diese das Paritätsprinzip nicht enthielt, so geschah dies aus ganz anderen Gründen. FroncopolciPolen und Rumänien Nächste Abf.: 6. u.22. XII. Rückf.: 8. XII. u. 7.1. Sonderzug BERLIN 22. XII.—7.1. S 80* — tour-retour Poln. VerkehrsbUro „Francopol*1 III., Schwarzenbergplatz 7, Tel. U 16-4-90 „iedok'S I., Kärntnerstraße 32, Tel. R 23-4-88 Berngroßv VII., Mariahilferstr. 42, Tel. B 38-2-68 PROMINENTEN KÜNSTLER Jeliuda EWenkranz — Igo Guttmann - Kammersänger Alexander Kipnis - Professor Joachim Stutsdiewsky - Robert Walter Spitz und die Mit-* * glieder des Jüdischen Kulturtheaters wirken bei der repräsentativen Makkabäerfeier am 8. Dezember im Großen Konzerthaussaal mit Die Untersuchung der Kgl. Kommission: Kritik der englischen Schulpolitik Avicht‘ auf die menschliche Seite dieses Problems; er wies darauf hin, daß diese Menschen, obwohl sie ihren Lebensunterhalt gewinnen konnten, sich in einer vom juristischen Standpunkt aus unhaltbaren Lage befänden und stark unter der Trennung von ihren Familien litten. Er unterstrich, daß er keineswegs eine Rechtfertigung der illegalen Einwanderung b e a b s i o ht i g c, sondern lediglich klar machen wolle, daß es für Juden ganz undenkbar sei, Informationen zu geben, die zur Landesverweisung dieser bedrängten Menschen führen würden. Auf eine weitere Frage von Lord Peel, ob die Jewish Agency die Regierung bei der Festnahme von Rechtsverletzern unterstütze, erklärte Shertok, daß dies unter den obwaltenden Umständen nicht in Frage kommen könne. Soweit Pal cor. Die JTA. hingegen berichtet, daß Lord Peels Frage an Shertok gelautet habe: „Ich verlange eine klare, unmittelbare Antwort, ob die Jewish Agency eine Politik der illegalen Einwanderung gutheißt.“ Moscheh Shertok habe darauf geantwortet: „Ja!“ Es steht daher nicht fest, welche Antwort Shertok erteilt hat. Es mag zugegeben werden, daß sich Shertok in einer heiklen Situation befand. Sicher ist aber, daß die von der JTA. mit einem lapidaren „Ja“ gegebene Antwort in den weitesten Kreisen Zustimmung linden wird. Es gibt schließlich auch eine gerechte Notwehr und man kann sagen, daß die illegale Einwanderung ein Akt der Notwehr gegen die ungerechte Zuteilung von Zertifikaten durch die Mandatsverwaltung ist. Es besteht juristisch kein Zweifel darüber, daß der illegale Einwanderer das Gesetz verletzt. Wenn aber viele tausendo Illegale dauernde Beschäftigung in Palästina finden, so beweist das nur, daß dio Mandatannacht zu wenig Zertifikate ausgibt und dadurch den Mandatsvertrag v er- 1 o t z t. Sie kann sich nicht einmal auf einen Irrtum berufen, denn sie gibt der Jewish Agency systematisch immer nur einen Teil der auf Grund genauer Erhebungen über die Lago des Arbeitsmarktes angoforderton Zertifikate. Auch die ständige Argumentation Jerusalem, 29. November, i Freitag begann die Königliche Kommisj sion die Enquete über das palästinensische; Erziehungswesen. Es trat als erster Mister B o w m a n, der Leiter des Erziehungs-Departements, vor die Kommission. Er würde von Prof. Reginald C o u p 1 a n d verhört, der gründliche Sachkenntnis an den Tag legte und besonders betonte, wie wichtig es für die Entwicklung des Landes sei, daß die Mandatarmacht der Pflege der Erziehung Aufmerksamkeit zuwende; Prof. Coupland wies in diesem Zusammenhänge darauf hin, daß Palästina das einzige Land unter den englischen, Kolonien und Mandatsgebieten sei, wo Englisch nicht die Unterrichtssprache ist. Professor Coupland fragte zunächst Mister Bowman, was auf dem Gebiete des Erziehungswesens getan werde, um die Verständigung zwischen Juden und Arabern zu fördern. Mr. Bowman mußte zugeben, daß in diesem Zusammenhänge von der Regierung nichts getan worden sei; in jüdischen Schulen werde zwar Arabisch gelehrt, hingegen sei die hebräische SIMPL Wauohopep, er müsse die Zuweisungen von Zertifikaten mit Rücksicht auf zukünftige Wirtschaftskrisen drosseln, verfängt nicht. Seit Beginn des italienisoh-abessinischen Krieges bis zur Beendigung der Unruhen sind legal 18.000 Personen eingewandert. In der gleichen Zeit aber ist die Zahl der Arbeitslosen von 10.000 auf 3000 gesunken. Wenn England nur einen Teil seiner Vorsicht in Fragen der jüdischen Einwanderung gegenüber der arabischen Einwanderung hätte walten lassen, könnte es heute zohntaueendo legale jüdische Einwanderer mehr geben. Es gibt aber noch ein anderes Argument gegen Englands Einwanderungspolitik: Ein Jude, der nach Palästina geht, kann nie ein illegaler Einwanderer sein. Denn Sprache in arabischen und. Regierungsschulen kein Lehrfach. Prof. Coupland machte dazu die Feststellung, daß Hebräisch eine offizielle Sprache in Palästina sei. Mr. Bowman gab zu, daß auf dem Gebiete des Schulwesens nichts getan werde, was eigentlich getan werden sollte, nämlich die Schulen so zu gestalten, daß die schulentlassenen Knaben und Mädchen befähigt sind, sich besser untereinander zu verständigen. Prof. Coupland bezeichnete es als etwas ganz Außergewöhnliches, daß 18jährige Schüler in einem Lande unter britischer Herrschaft eine Regierungsschule verlassen, ohne eine wirklich gründliche Kenntnis der englichen Sprache zu haben. Für eine höhere Bildung des jüdischen Teils der Bevölkerung sei durch die Hebräische Universität Vorsorge getroffen, auch gäbe es eine wachsende Anzahl von Juden, die ins Ausland, vor allem nach England, zur Vervollständigung1 ihrer Studien gehen. Die Regierung bewillige den Arabern jähr- Der große Lacherfolg der Saison „Äli Farkas und die 40 Grünbäume" er kehrt in das Land seiner Väter zurück, wozu noch kommt, daß alle Kulturnationen dem Juden zugesichert haben, daß er in Palästina kraft Rechtens und nicht aus Duldung leben kann. Man muß hoffen, daß die Königliche Kommission eine Änderung der Einwanderungspolitik zu unseren Gunsten empfehlon wird. Davon abgesehen aber sollte das traurige Kapitel der bisherigen illegalen Einwanderung durch eine allgemeine Legalisierung ohne Anrechnung auf zukünftige Zertifikats- Zuweisungen liquidiert werden. Jeder illegale, seit Jahren im Lande arbeitender illegale Einwanderer bedeutet eine Anklage gegen die Mandatsverwaltung. Die Legalisierung der Illegalen ist daher auf alle Fälle ein Gebot der Gerechtigkeit. I lieh sieben Stipendien für die Universität in Beirut; die Juden dagegen genießen keinerlei derartige Vergünstigungen seitens dör Regierung. Mr. Bowman stimmte diesen Ausführungen zu und erklärte, daß 5% des Gesamtbudgets der Regierung für Erziehungszwecke verwendet werden, was außerordentlich wenig ist, selbst wenn man in Betracht Tluerne Weihnaditssonderf ahrt nach Polen om (Zemitz Abfahrt; 22. Osaomber 1936 mit der „Czernowitzer Allgemeinen Zeitungu Anmeldungen ausschließlich: Reisebüro „Marlenbrücke*' i., Rotenturmstraße '26 Telephon R 24-2*80/87. zieht, daß die Regierung große Summen ihres Auegabenbndgets für die Aufreohterhaltnng der Sicherheit anwenden muß. Die Subventionierung des jüdischen und arabischen Erziehimgswesenß seitens der Regierung erfolge proportioneil, gemessen an der Anzahl schulpflichtiger Kinder in den beiden Bevölkerungsteilen. Kömmissionsmitglieder in Ataroth Drei Mitglieder der Königlichen Kommission besuchten Ataroth, wo sie sich mit verschiedenen Siedlern, die unter den Unruhen stark gelitten haben, unterhielten. Die Besucher erkundigten sich nach ihrer Arbeit und stellten Fragen über die zionistische Bewegung im allgemeinen, die von den Siedlern ausführlich beantwortet wurden. iiiiiiiiiimtiumiiiiiiiiiiiiiiiiimmniinniiuiiiinniiniimiiiiuHtinnnmuiiiinnmainiiimuiimiiiiiiinitiminnnoiai DU Cli&tükUak-Hufnincc dec „Stifnfne" erscheint Donnerstag in verstärktem Umfange mit Beiträgen über das Makkabäertum >und reichhaltigem Lesestoff. Mit Rücksicht darauf, daß Dienstag gesetzliche Arbeitsmhe ist, entfällt diesmal die Dienstagnummer unseres Blattes, das in der Chanukkah-Woche also mr einmal erscheint, Täglich halb 9 Uhr