Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 600 (27.11.1936)
- Date
- 1936-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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“Stimme JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 6oo Wie«. Freitag. 17. November 1936 13- Klslew 3697 10. Jahrgang „Hasard" Grace Moore GRACE HOORE In einem leb.tklassiKen Naclitlokal — GRACE MOORE veralbert ihre letzten Habselißkeiten— GRACE MOORE als Trurapfkarte Im Spiel des Schicksals— GRACE M >ORk als bezaubern e Schauspiele! in — GRACE MOORE als liebendes Weib — GRACE MOORE der unübertroffene Star im Glanzfilm der gigantischen Columbiaproduktion „Hasard*0 Premier«! 29« November m SÜqü.72 //ORBl$"-$onderfahft nach POLEN •Qmjzi BEüLltl ABFAHRT: 22. DEZEMBER 1936 Anmeldungen: Poln. Reisebüro „ORBIS“! Kttm.narstrsB * 41 1 ‘tt-ü OEST£RREJCHISCHES VERKEHRSBURO U, SriadriohsIraBe 7 H 27-50.) i„ Graben iii 0 20 0-85 Abdullah will Geld von Palästina Jerusalem, 25. November. Die transjordanische Regierung hat sich vergeblich bemüht, eine Anleihe von 20.000 Pfund von der transjordaniscben Bank zur Unterstützung der notleidenden Bauern des Landes zu erhalten. Es heißt, daß Emir Abdulla sich jetzt bemüht, die Palästina-Regierung zur Gewährung eines Darlehens von 15.000 Pfund zu bewegen. Einwanderung nach Paraguay gesperrt London, 23. November. (JTA.) Die Royal Mail Lines haben alle Passagebureaus und Agenten dahin Instruiert, daß Paraguay die Einwanderung von Juden ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit und Klasse gesperrt hat. Das Einwanderungsverbot gelte sogar für diejenigen, die im Besitz des Visums sind und die Reise bereits angetreten haben, ln Paraguay machen sich deutsche nazistische Einflüsse immer mehr bemerkbar. -Reisen all« 14 Tagenach Polen Nächste Abfahrten : 22. XI. und 22. XII. Rückfahrten; ß, XII, 1936, 7.1. 1937. Sonderzug BERL1N 22. XII.—7.1. $ 80* — tour-retour Rollt. Verkehisbüro „Francopol“ ' III., Schwarzenbergplatz 7, Tel. U 16-4-90 ftCodök‘% l„ KärntnerstraGe 32, Tel. R 23-4-88 Garn groß, VII., Mariahllferetr. 42, Tel. B 38-2-68 Schriften Mendelssohns aus dem Schillerhaus entfernt - Prag, 23. November. (JTA.) Im Schillerhaus zu Weimar lag bisher ln pietätvoller Unberührtheit geben einem Band Plutarch und einem Band Shakespeare auf Schillers Schreibtisch auch Moses Mendelssohns Philosophische Schriften. Schiller'hat noch kurz vor seinem Tode bei diesen drei Mänuern der Weisheit Trost und Seelenruhe gesucht, ohne freilich zu ahnen, daß er 130 Jahre später bei einem Gauleiter von Thüringen damit Ärgernis erregen wird. Man hat es für angebracht gehalten, den Mende]ssohn-Band „in Verwahrsam zu nehmen“. ^‘beqneme WoHinaChtlSOndCff ahrt nach Pilen uni Czernowltz Abfahrt: 22. Daiambtr 1936 mit der „Czernowitzer Allgemeinen Zeitung* Anmeldungen ausschließlich: Reiset* tro „Martenbrücice“ I., Rotenturmstraßo 26 ■ Telephon R 24-2-s’6/8'J die HuUdca&äeefeiee des Zionistischen Landesverbandes und der W1ZO, die am 8. Dezember stattfindet, wird sich zu einer großen,, geschlossenen Kundgebung der Wiener Zionisten gestalten. Das Programm dieser Feier entspricht ihrem repräsentativen Charakter. Es sei hier nur auf die Mitwirkung des Opernsängers Kipnis und den Vortrag des von Rabbiner Dr. Joachim Prinz verfaßten Sprechchores hingewiesen. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Sie finden in diesem Blatt ein genaues Verzeichnis aller Verkaufsstellen. Sichern Sie sich rechtzeitig Ihre Karten! Kleines A. C. für Parität Jerusalem, 23. November. (Palcor.) Da.s Kleine Aktions-Komitee hielt heute eine weitere Sitzung ab, in der dis Beratung Uber die politischen Fragen, die der Königlichen Kommission unterbreitet werden werden sollen, abgeschlossen wurde. Präsident Ussischkin, der den Vorsitz führte, gedachte in esiner Rede der kürzlich verstorbenen Moses Beilinson und Salman Epstein. Ben Gurion unterbreitete die politische Formel, die von der Exekutive einstimmig angenommen worden war. Dr. Wcizmann begründete die Formel und fügte hinzu, daß die Bewegung das erste Stadium des «schweren politischen K ampfes, den sie gegenwärtig zu führen habe, erfolgreich Überstunden habe; dies sei dem Jischuw zu verdanken, der harmonisch mit der - Exekutive zusammenarbeite; es handle sich um einen Konflikt zwischen konstruktiven und zerstörenden Kräften. Die Königliche Kommission stelle das zweite Stadium dieses Kampfes dar; Dr. Weizmaim gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bewegung auch aus diesem Stadium geeinigt 'und gestärkt bervorgehen werde. Die von der Exekutive vorgeschlagene Formel wurde mit 15 gegen 1 Stimme angenommen, wobei 4 sich der Abstimmung enthielten. Die von der Exekutive geplante Stellungnahme gegenüber der Kommission betreffend Boden fragen wurde einstimmig gutgehsißen. * Wie die Paritätsformel eigentlich lautet und wie die Parität praktisch ausseben soll, ist noch immer nicht bekannt. Man muß hoffen, daß die Exekutive die jüdische Öffentlichkeit nunmehr über ihre Pläne eingehend informieren wird. Berufungsurteil in Lublin: Strafen gegen Juden noch verschärft Warschau, 25. November. (JTA.) Das Be-1 die des Mordes aii dem Ehepaar Minkowski rufungsgericht in Lublin hat die harten j beschuldigt wurden, wurden zu Gefäng- Strafen, die das Kreisgericht in Radom geliisstrafen verurteilt, gen die jüdischen Hauptangeklagten am1 Die auf acht Jahre Kerker lautende 26. Juni gefällt hat, bestätigt. Die Strafen Strafe gegen den jüdischen Hauptangeklagaller übrigen jüdischen Angeklagten wurten Schalom Jechiel L e s k o bleibt beden wesentlich erhöht Istehen, ebenso die über Elieser Kirszen- Aber auch die in Radom freigespro- -zw e i g verhängte Kerkerstraße von sechs chenen vier nichtjüdischen Angeklagten, JaHreti. Oie Strafe für Jizchak Friede SCHWEDEN-KINO man, der ln erster Instanz zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist auf fünfeinhalb Jahre erhöht worden. Es wurden weiter erhöht die Strafen für Abraham Haberberg von zehn Monaten auf anderthalb Jahre, für Elieser Feldberg von zehn Monaten auf anderthalb Jahre, für Jizchak Banda von acht Monaten auf zwei Jahre, für Leib L e n g a von acht Monaten auf anderthalb Jahre. Saul K r e n g e 1, der vom Kreisgericht in Radom sechs Monate Gefängnis erhalten hatte, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die weiteren jüdischen Angeklagten Moses Ferszt, Raphael Honig und Leib Zeide, die In Radom sechs Monate Gefängnis erhalten hatten, bekamen jetzt zehn Monate Gefängnis. Die des Mordes an dem jüdischen Ehepaar Minkowski beschuldigten vier nichtjüdischen Angeklagten Antony Fronczk 1 ew 1 cz, Stanislaw Fronczkiewicz, Gustaw I w o n s k i und Franciszek Kwietn 1 e w 8 k i, die in Radom freigesprochen wurden, erhielten je eineinhalb Jahre Gefängnis. Das Gericht stellte in seiner Urteilsbegründung fest, daß die vier an der Stätte des Mordes waren, es konnte ihnen aber nicht nachgewiesen werden, daß sie den Mord tatsächlich verübt hatten. Die Strafen verschiedener nithtjüdischer Angeklagter sind unwesentlich erhöht worden. Das Urteil hat auf die jüdische Bevölkerung der Stadt, die das Gerichtsgebäude lange vor Verkündung des Urteils umlagert hatte, einen niederschmetternden Eindruck gemacht Auch ln Warschau und im übrigen Polen ist die Erregung unter den Juden über dieses Uftei! ungeheuer. llfyi&sciitative'Makkabaw-TzUc des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, der WIZO und der Zionistischen Besirkssektionen am 8. Dezember Deutschland weist jüdische Staatsbürger aus Berlin, 25. November. (JTA.) Mehrere Juden deutscher Staatsangehörigkeit, die Im Besitze gültiger deutscher Pässe sind, wurden am 23. November in das Berliner Gestapo-Hauptquartier gerufen, wo ihnen die Weisung gegeben wurde, das Reichsgebiet innerhalb von 24 Stunden zu verlassen; sollten sie nach Ablauf dieser Frist noch auf Reichsgebiet angetroffen werden, so würden sie in Haft genommen werden. Ein Grund für diese Weisung wurde nicht gegeben. Die Mehrzahl der ausgewiesenen Juden sind Geschäftsleute. Sie erklärten, daß sie unmöglich innerhalb 24 S t u nd e n ihre Betriebe liquidieren können; auch könnten sie innerhalb dieser kurzen Frist sich keine Visa zur Einreise in andere Länder verschaffen. Die Gestapo-Beamten zeigten sich diesen Bitten gegenüber taub und drohten mit Haft. Unter den Ausgewiesenen war ein Jude, der nach Palästina gehen wollte, aber das Visum erst in drei Tagen erhalten konnte. Die Gestapo-Beamten aber drohten ihm, daß er, falls er nicht das Visum sofort erhält und das Reichsgebiet innerhalb 24 Stunden verläßt, unweiglerlich der Haft verfalle. Der britische Generalkonsul erbarmte sich des Unglücklichen und gab ihm sofort ein Visum, obwohl es nach Bureauschluß war. Neue panarablsche Einmischung Emir Abdullah an Lord Peel Jerusalem, 25. November.!JTA.) Meldun-' diesem Schreiben ferner Kritik an den Mögen der arabischen Presse zufolge bat Emir thoden üben, mit denen die Palästina-Regie- Abdullah von Transjordanien an den Vorrung die Probleme des Landes zu lösen versitzenden der Königlichen Kommission, Lord suche, und richtet an die Königliche Kom- Peel, ein Schreiben gerichtet, ln dem er mission die Einladung, Transjordanien zu seine Meinung über die Lage in Palästina besuchen. Was an diesen Meldungen Wahres zum Ausdruck bringt. Emir Abdullah soll in ist, läßt sich nicht feststellen. Konferenz der arabischen Herrscher Jerusalem, 24. November. (JTA.) Die araj getreten sei, um eine Kommission zur Unterbischen Zeitungen wissen zu melden, daß in | Stützung der palästinensischen Araber einzu- Bagdad eine Konferenz von Vertretern der setzen. Diese Kommission soll insbesondere Herrscher aller arabischen Staaten, des Irak, bei der Vertretung der arabischen Interessen Saudi Arabiens und des Jemen, zusammen-1 vor der Königlichen Kommission mitwlrken. Zionistische Bezirkssektion Jose s adt-A.sergrund, IX., Währlngerstr. 6-8 (Efng. Hörigasse 2) SAMSTAG, DEN 28. NOVEMBER, 8 UHR ABENDS Univ.-Prof. Dr. Max Eisler/ Palästina 1936 —- Ein Kulturbericht m. Lichtbildern 100.000 Pfund-Anleihe des Keren Kafemeth Prag, 23. November. (2. T. A.) In Kürze wird der Keren Kajemeth Leisrael (Jüdischer Nationa-lfonds) zur Aufnahmo einer Anleihe von 100.000 Pfund in der Tschechoslowakei schreiten. Es ist dies ein Teil einer großen Anleihe, die in der ganzen Welt aufgelegt wird. Die Bewilligung der hiesigen Nationalbank ist bereits in den Händen des KKL. Es handelt sich um eine 4%ige, zwanzigjährige Anleihe. Es werden zu diesem Beliufe Obligationen des KKL her ansgegeben. Juden wieder an der K'agemauer Jerusalem, 24. November. (JTA.) Am letzten Samstag verrichteten etwa 500 Juden Ihre Gebete au der Klagemaqer. Auch die Mitternachtsgebete und die Nachtwachen von Juden an der Klagemauer haben wieder eingesetzt.