Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 599 (24.11.1936)
- Date
- 1936-11-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 599. — Wien, Dienstag, 24. November 1986. OIE STIMME Seite Jüdisches Jugendbuch Im Jüdischen Verlag (Berlin) erschien soeben ein Jüdisches Jugendbuch unter Mitwirkung der Jugendschriftenkommission der Großloge Bene Berith von Emil Bernhard Cohn. Das gefällig ausgestattete Buch, mit schönen Bildern und Zeichnungen geschmückt, enthält Gedichte, eine Keihe von Erzählungen, Ilät.sel, Gedichte und zwei kleine Stücke, die von Kindern aufgeführt werden können, „Die Königin von Saba besucht Salomo'*, und „Ruth" von Gerda Senser. Das ...Jüdische Jugendbuch", das als 6. Jahrgang des Jüdischen Jugendkalenders erschienen ist, hilft einem fühlbaren Mangel a.n guter jüdischer Literatur für unsere Jugend ab. Es wäre zu wünschen, daß das Jüdische Jugendbuch nicht nur einmal im Jahre, sondern in rascherer Folge erschiene. Wir machen die jüdischen Eltern auf diese dankenswerte Neuerscheinung aufmerksam, die oin passendes Chanukkah-Geschenk für unsere Jugend ist. Klub Erez Israel Die ordentliche Generalversammlung des „Klub Erez Israel" fand Montag, den 16. November, unter starker Beteiligung statt. Nach Eröffnung der Generalversammlung durch Präsident I. Lebeneohn ergriff namens der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt Präs. Dr. Schmerler das Wort und •würdigte in einer herzlichen Ansprache die Leistungen des Klubs, insbesondere dessen intensive Mitarbeit bei den letzten Kultuswahlen, und hob das gute Einvernehmen zwischen Klub und Sektion hervor. Für den Keren Kajemeth sprach Leon Schräge. Sodann hielt Präsident Lebensobn den Tätigkeitsbericht, aus welchem zu ersehen war, daß der Klub in diesem Jahre seiner Reaktivierung nebst Veranstaltung von zahlreichen, 8tets stark frequentierten Vortragsabenden, Festen und Gedenktagen, geselligen Zusammenkünften, eine Reihe großer repräsentativer Veranstaltungen (Purimball, Palästinafilm usw.) durehführte. Für den KKL und andere zionistische Institutionen wurde mit Erfolg gearbeitet. Anläßlich der Kultuswahlen stellten sich fast alle Klubmitglieder der Wählleitung zur Verfügung und leisteten intensivste Agitationsarbeit. Der Mitgliederstand vergrößerte sich von 33 auf 103 ordentliche Mitglieder. Nach Abführung der Diskussion wurde das alte Präsidium, bestehend aus den Herren I. Lebensohn, Max Bannet und Doktor Adolf Grünberg einstimmig wiedergewählt. Die neue Leitung besteht aus den Herren Otto Bernstein, Dr. Viktor Liebermann, Dr. Gina Wortsmaun, Bobby Weiser, Dr. Samson Weingeist und Mr. Betty Hilsenrath. Die Aufnahme- und Schiedskommission besteht nunmehr aus Frl. Stella Schiffmann, Hans Sperling und Moritz Teich. Mit einer Begrüßungsresolution an die neugewählten zionistischen Mandatare der Kultusgemeinde wurde die Generalversammlung beendet. Schon jetzt Besinn der Vorbereitunsskurse zur Aufnahmeprüfung Klavierunterricht Meistersch&ler Froh Schmidts Privater Srhülerhort CENTRAL Tdjorstraße 8 8 Fel. U 14-908 Hebräischer Lehrerverband Österreichs der Histadruth Ivrith. Samstag, den 2ö.November 1936, 8 Uhr abends, findet im Heim, H., Tempelgasse, die diesjährige Generalversammlung statt. Alle Chawerim und Uhawerath werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen Separate Einladungen werden nicht ausgesendet. Barmizwah. Am 14. November feierte Karl Maßes, Sohn des Herrn Siegfried und der Frau Else Mases, im Tempel Ohel Abraham seine Barmizwah. Rabbiner Moses Blech hielt die Ansprache, Oberkantor Bohomilny versah die kantoralen Funktionen. Generalversammlung der Histadruth Iwrith. Samstag, den 14. November, fand unter Vorsitz Prof. Gelerntere und des Rabbiners Zucker die ordentliche Generalversammlung der Histadruth Iwrith statt. An Stelle des durch Krankheit verhinderten Präsidenten Dr. D. Rothblum eröifnete M. Unge rf e 1 d die Versammlung, gedachte des jüngst verschiedenen Rabbiners Dr. J. Thon, Biirgermeisters M. Dizengoff, Oberrabbiners 'r. F e u c h t w a n g, Nahum S o k o J o w und S. Haber-Heüner und verlas dann den Vortrag von Dr. Rothblum über die Hebräische Bewegung. Nach Erstattung des Jahresberichts entspann sich eine Diskussion. In den Ausschuß wurden gewählt: Dr. D. Rothblum (Präsident), Fror. M. Rath, S. Auerbuch, Dr. Brüll, Frau Bauer, M. Frostig, Galaucier, Prof. Dr. M. Klarmann, Prof. Dr. Papo, Doktor Ing. Pikholz, Dr. Patron, Rudsky, Selzer, Dr. Schächter, Dr. Scbapira, Un"erfeld, Prof. Wiesen, Dr. Weinstein, D. Z. Weinstein. Der Verein Hilfsbereitschaft „Treuer Brüder“ veranstaltet am 24. November um 8 Uhr abends im Theater „Reklame", XL, Praterstraße 34, eine Wohltätigkeitsvorstellung, deren Reinerträgnis zur Gänzo einer Kohleniktion fiir Notleidende gewidmet ist. Karten an der Kasse oder im Vereinslokal Oafö But'hsbaurn, II., Kleine Pfarrgasse 21, erhältlich. “ tllllEt-STUtM — •VAW.VW.V Die Blas - Olympiade vom vorigen Sonntag (Sportbericht der „Kinder-Stimme“.) Auf die dringenden Bitten zahlreicher Sturmtrüppler unserer Mifal Bizzaron-Aktion haben wir vergangenen Sonntag wieder einmal eine Blas-Olympiade veranstaltet. Diesmal jedoch unter erschwerenden Umständen: das kleine Stückchen Papier mußto nämlich — auf einem langen, langen Arbeitstisch, den wir vorher abgeräumt hatten, liegend — big zu dessen anderen Ende geblasen werden, ohne herunterzufallen. Das war sehr schwer, und einige Teilnehmer hatten das Pech, daß ihnen gleich beim ersten Blaser dag Papier auf den Boden flog. Die mußten aufgeben. Als Sieger mit den besten Zeiten gingen au© dem lustigen Wettblasen hervor: Fritz Leider, I. Preis (28 Sekunden). Grete Körner, II. Preis (30 Sekunden). Arthur Rosenfeld, III. Preis (30b* Sekunden.) Die Preise hatte in freundlicher Weise die Konditorei, T. Brecher, I., Wipplingerstraße Nr. 25, gespendet. Eine große goldene Bonbonniere mit feinsten Schmidt-Bonbons war als 1., eine kleine goldene Schachtel mit der gleichen Füllung der 2., und. eine Silberbombonniere, ebenfalls mit Schmidt-Bonbons, der 3. Preis. — Dank der Güte des lieben Spenders konnten außerdem noch an sämtliche andere Teilnehmer, und auch an die Zuschauer, Bonbons verteilt werden. * Letzten Sonntag kamen mit Spenden: Adler Lilli und Ilse, A n k i e r Leo, Deutsch Selma und Fritz, Dreimann Artur, Frächter Edith und Theodor, Fürst Paul, Gold b erg Hilde, Grünwald Helene, Hüttmann Klara, Kant Egon, Kaufmann Elisabeth, Klaus Hanne, Körner Grete und Hedwig, L e id e r Ilse und Fritz, Lindenmann Hanne, Medina Igo, Rosenfeld Artur, Schnapp Erika, Schweif Erna und Willi, S t a r e r Fritz. Alß Helfer waren erschien die Damen: A n k i e r, Blau, Dreimann. Den Chawerim Schwarz und Goldfisch, die in selbstloser Weise unsere Übersiedlung bewerkstelligt haben, spreche ich meinen herzlichen Dank aus. # Nächster Arbeitsnachmittag wieder im Landeskomitee, I„ Marc-Aurel-Straße 5, pünktlich um halb 3 Uhr. Die Richterin gerade noch gewesen, ihr Lächeln, das Lächeln dee Glückes, um ihre Lippen spielen zu sehen — und nun ... Nun saß Deborah stets an seiner Seite, und er hütete sie wie seinen Augapfel. Hundertmal im Tage mühte er sich um sie: „Wie fühlst du dich, mein gutes Kind, und schmerzt dich auch nichts, und was wünschest, du dir, meine Tochter? Vielleicht möchtest du ein schönes Spielzeug ...?" Und Deborah schmerzte nichts mehr, und das teilte sie dem Vater lächelnd mit. Dann begann sie zu fragen: „Sag* mir, Vater, werde ich niemals mehr meine schöne Puppe sehen?" Da seufzte der Vater und erwidert: „Ich weiß es nicht, mein gutes Kind.“ Und wieder fragte sie: „Sag’ mir doch, Vater, und die Sonne und den Mond und die Sterne — auch die werde ich nicht mehr sehen? Und auch die herrlichen Frühlingsblumen?" „Frag’ mich nicht!" antwortete ihr det Vater mit schmerzlichem Seufzen. — Und zum drittenmal fragte sie: „Und dich auch nicht, o Vater — und du bist doch mir so nahe, lieber Vater!“ Doch der Vater konnte ihr nicht antworten — und Deborah schwieg, denn sie fühlte seine Hand zittern und sein Gesicht tränennaß. „Du weinst, Vater?" fragte sic mit Schrecken. Da konnte er nicht mehr an sich halten und brach in lautes Weinen aus, daß sogar; die Vögel, die in den Zweigen der Dattelj palme nisteten, ihren Gesang unterbrachen. \ Nun wußte Deborah, daß sie mit ihren . Fragen das Herz ihres guten Vaters vorj windete. Sie sprach nie mehr von diesen Dingen, und stets bezwang sie sich, ein heiteres Gesicht ihm zu zeigen. (Fortsetzung folgt.) * Lilian Grünwald Nachdruck verboten! Wie sfuetet* und lernen dabei etwas Hebräisch Wir spielen Dichter: Schluß der vorigen Geschichte ist: Text II Text 1 Denn morgen '•S ist Schularbeit. * Eine wahre Geschichte Eine jüdische Sage Deborah unter der Dattelpalme Von Theodor Herzl. (Rückübersetzt aus dem Hebräischen von Lilian Grünwald.) (1. Fortsetzung.) Plötzlich sprang der verleumderische Kläger, der ihr aufgelauert hatte, auf sie zu und stach ihr beide Augen aus. „Von heut’ an“ — rief er ihr voll Hohn zu — wirst du niemals mehr das Herz eines Menschen mit deinen großen Augen durchbohren!“ Den Bösewicht ereilte zwar bald sein gerechter Lohn, denn die Dorfbewohner ergriffen ihn und hängten ihn auf den nächsten Baum; aber Deborah das Augenlicht wiederzugeben, das vermochten sie freilich nicht. — Ausgeronnen und erloschen für immer waren diese wunderbaren Augen! Und wie sehr trauerten alle Dorfbewohner! Und wie bittor weinte Groß und Klein über die erloschenen Augen Deborahs! Allo ihre Freunde — und wer war es nicht?— bemühten sich, ihr Liebes zu erweisen, ihr Trost zu bringen und jeden ihrer Wünsche freudig zu erfüllen. Allo fühlten sie sich in Deborahs Schuld. Und so war dio kleino Deborah der Liebling des ganzen Dorfes. Aber mehr ul* alle andern kränkte sich ihretwegen ihr alter Vater, der sie wie sein Seelenheil liebte. Wie glücklich war er Tn der Tramway eine Dame: „Wie ißt dein Name, liebes Kind?“ „Hannah.“ „Und was wird dir das Christkind bringen?“ „Es kommt nicht zu mir.“ „Weshalb nicht?“ verwundert sich die Dame. „Weil ich Jude bin!“ ruft Hannah mit Nachdruck. * W rin. *?naie %H|n, ♦rvjjp *1^5« '"irr ♦tipp n|n nipip Bienen als Detektive Daß Hunde dio Spuren von Verbrechern finden, ist durchaus keine Seltenheit — aber, daß Bienen auf die Spur von Dieben führen, hat sich wohl zum erstenmal kürzlich in Göding, in der Tschechoslowakei, zugetragen. Und das kam so: Bei einem Bahnbeamten hatte eine Diobsbande eingebrochen und große Beute gemacht. Man hätte dio Diebe wohl schwerlich orwischt, wenn nicht einem von ihnen nach vollbraclitor Tat auf dem Rückzug über die Gartenmauer das Mißgeschick passiert wäre, einen der dort uufgeetollten Bienenkörbe umzustoßen. Das wurde ihnen zum Verderben. Die Polizei entdeckte nämlich den umgefttüratfia __ ßifeneakorb, und dachte, daß die aufgestörten Bewohner desselben die Diobo sicher nicht unverletzt entkommen lassen hätten. So suchte man nun nach Männern, die von Bienen zerstochen worden waren. Und richtig — am nächsten Tage schon verhaftete die Gödinger Polizei drei Männer, deren Gesichter durch Bienenstiche ganz verschwollen waren, und die angesichts dieser so unerwarteten Verdachtsmomente bald ein volles Geständnis ablegten. — Die als Detektive so bewährten Bienen erfreuen sich augenblicklich in Göding eines großen Ansehens, was durch eine besonders sorgsame Pflege zum Ausdruck kommt. Rätselecke Das große Preisrätsel: DiCß ist das zehnte Bild des großen Preisrätsels. Schreibt, darunter den Namen der Person, die dargestellt ist, und zwar links mit deutschen, rechts mit hebräischen Lettern und sendet dann alle 15 an die „Kinder- Stimmo“, I., Marc-Aurel-Straßo 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer dio richtigen Lösungen von allen (15) Bildern einschickt, kann einen schönen Preis gewinnen: t. Preis: Ein Photoapparat. 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Lied. 4. Preis: Ein Quartettspiel: Große Männer des jüdischen Volkes und noch viele Trostpreise. mmm gfg mwi Welchor König der Perser, der die Judon eehr bodrängte, ist das? Biblisches Rätsel Etwas für unsere bibelfesten Kinder zum Nachdenken Wer hat Vögel zu Speißebringern gehabt? Verwandfungsrätsei A D A M — A j B E L Durch Auswechslung eines Worteß soll ein neues Wort entstehen, so daß sich Adam in Aböl vorwandelt. * Auflösung des biblischen Rätsels und des Scherzrätsel aus der vorigen Nummer: Josuah. Der Halm.