Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 598 (20.11.1936)
- Date
- 1936-11-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit« & 018 STIMMB Nr. 598. — Wien, Freitag, 20. November 1936. >. wUnstettengass? n: 2 XI., Zentralfriedhof, neben ma i Tot Sonstig geschlossen JÜDISCHER SPORT Von den Hakoah-Leichtathleten Die Rennsaison ist vorüber und die Leiehtathletikeektion des Sportklub Hakoah kann wieder auf ein erfolgreiches Jahr ihres Bestandes zurückblicken. Insbesondere ■die Läufer haben sich mit ihren Leistungen in die vorderste Reihe der österreichischen Athleten gestellt, wie die Liste der Besten, die vom Österreichischen Leichtathletikverband herausgegeben wurde und die Namen und Leistungen derer enthält, die im heurigen Jahre die zehn besten Leistungen erzielt haben. Über 100 Meter sind König und Präger mit 11 Sekunden an fünfter und sechster Stelle, wobei zu bemerken ist, daß König heuer nur einmal über diese Strecke angetreten ist und sonst nur 200- und 400-Meter-Rennen lief, wo er allerdings •'bedeutend besser liegt als über 100 Meter. jBei 200 Meter ist er zweiter mit 22 Sekunden, während Präger und Kalb mit 23.2 Sekunden an fünfter, beziehungsweise sechster Stelle liegen. Über 400 Meter ist König heuer mit 49.1 Sekunden der Beste des Jahres. Metzl belegt mit 51.8 den achten Platz. Stark verbessert hat sich Willy Kaiser, der im Vorjahr noch keine besonders guten Leistungen vollbracht hatte und nun mit 1:58.6 Minuten an vierter Stelle der Rangliste über 800 Me ter liegt. Arpad B1 ö d y, der erfolgreichste Hakoahner des Jahres, erzielte über 1500 Me ter schon im Frühjahr die hervorragende Zeit von 4:02 Minuten, die nur vom öster reiehischen Meister Eichberger (W. A. C.) unterboten wurde, allerdings unter schärf ster Konkurrenz bei den Olympischen Spie len, während Blödy seine Bestzeit allein laufen mußte. Erst gegen Ende der Saison versuchte sich Arpad über 5000 Meter und erzielte gleich bei seinem ersten Lauf auf dem W. A. C.-Platz die ausgezeichnete Zeit von 15:23.4 Minuten und ist damit nur knapp über dem Rekord des Turners Fischer geblieben, den er heuer immer schlagen konnte. Walter Beck besetzt mit 15:55 Mi nuten den siebenten Platz, liegt aber in der Liste der 10.000-Meter-Läufer mit 33:40 Mi nuten an vierter Stelle. Leider scheint in den technischen Disziplinen nicht ein ein ziges Mal der Name eines jüdischen Athleten auf, ja es muß bedauerlicherweise fest gestellt werden, daß hier die Leistungen der Hakoahner weit unter dem Durchschnitt stehen. Seit einigen Wochen bat dag Wintertraining im Turnsaal des Gymnasiums in der Zirkusgasse begonnen und erfreulicherweise ist der Zuspruch weit stärker als in den letzten Jahren.. Montag und Donnerstag üben dort nicht nur alle aktiven Athleten, sondern auch eine große Anzahl Gäste, denen das Training zum Regiepreis von 20 Groschen offensteht. Die jüdische Jugend macht von diesem Angebot der Hakoah recht zahlreich Gebrauch und die Leitung der Hakoah erhofft sieh aus diesem Material in der kommenden Saison einen neuen Zuwachs an Kampfsportlern. Mit aufrichtiger Freude haben alle Hakoahner den Familienzuwachs im Bause Blödy begrüßt. Frau Alice Blödy gebar ihrem Gatten einen Sohn, der den Namen Peter Mordechai erhielt. Der erfolgreiche Läufer wurde aus diesem Anlaß von allen Kreisen der Hakoah herzlichst beglückwünscht und gefeiert. Wie alljährlich, veranstaltet die Leichtathletiksektion auch heuer anläßlich der Ehrung ihrer erfolgreichsten Kämpfer einen Tanzabend ln dessen Rahmen die besten Athleten Plaketten und Ehrenpreise erhalten werden. Diese Feier findet Samstag, den 28. d., um 20 Uhr, im Klubheira der Hakoah statt. Karten zum Regiepreis von S 1.50 sind bei allen Mitgliedern der Sektion oder im Sekretariat erhältlich. Zum ersten Male« Jüdische Skimeisterschaften von Österreich Der österreichische Makkabikreis veranstaltet heuer zum ersten Male international ausgeschriebene Meisterschaften im Skifahren und hat den einzigen jüdischen Wintersportklub Österreichs, die Touristik- und Skisektion des Sportklubs Hakoah, mit der Durchführung dieser Meisterschaften betraut. Diese Nachricht wird in allen Kreisen jüdischer Wintersportler mit großer Freude begrüßt werden, da dies die erste große rein sportliche Konkurrenz ist, die in Österreich auf dem Gebiete des Skisports von der Hakoah durchgeführt wird. Wohl wurden in vergangenen Jahren eine große Anzahl von Skikursen durchgeführt, doch hatten die jüdischen Rennläufer in Österreich nur sehr wenig Gelegenheit, Skilaufen als Kampfsport auszuüben, da ihnen die Veranstaltungen des größten Österreichischen Skiverbandes nicht zugänglich waren. Daß die österreichischen jüdischen Läufer allererste Klasse repräsentieren, haben ihre Siege bei den Makkabi-Winterspielen zur Genüge bewiesen. Nun ist für diese Läufer die Gelegenheit da, ihr Können vor starker österreichischer und ausländischer Konkurrenz neuerlich unter Beweis zu stellen. Die Makkabi-Meisterschaften finden im Rahmen eines großen, allgemein zugänglichen Skikurses statt, der in der Zeit vom 25. Dezember bis 3. Jänner in Türnitz abgehalten werden wird. An dieser Veranstaltung, deren Preise ganz niedrig gehalten sein werden, kann jeder jüdische Wintersportler teilnehmcn, Im Rahmen der Meisterschaften finden selbstverständlich auch S k i k u r s e für Anfänger, Fortgeschrittene und Tourenfahrer statt, so daß jedermann — Skihaserl und Rennläufer — auf seine Kosten kommen wird. Was das rein sportliche Programm betrifft, so werden Meisterschaften im A bfahrtslaufen, Slalom- und Langlauf ausgeschrieben werden, ebenso Meisterschaften in der alpinen Kombination (Abfahrt und Slalom). Die Rennen werden bei den Daunen und Herren in je vier Klassen ausgeschrieben werden, und zwar für Rennläufer, Tourenläufer, Senioren über 30 Jahre und Jugend. In der Klasse der Tourenläufer ist jeder jüdische Skifahrer startberechtigt, der noch bei keinem Rennen mitgegangen ist. Die Sieger der Rennläuferklasse erhalten nebst Ehrenpreisen und Plaketten den Titel „Makkabimeister im Skifahren 1936“. Da mit großer Beteiligung der österreichischen Judenschaft aus der Provinz sowie aus der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Ungarn und Deutschland zu rechnen ist, werden alle, die an dieser Veranstaltung teilnehmen wollen, schon jetzt aufgefordert, sich möglichst bald anzumelden, da die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Auskünfte erteilt die Touristik- und Skisektion des Sportklub Hakoah, Wien, I., Wiesingerstraße 11, Dienstag und Freitag von 20 bis 22 Uhr. ' Winterhilfe der Kultusgemeinde Seit Jahren empfinden es alle sozial Fühlenden als Ehrenpflicht, 6ich ihrer unglücklichen, darbenden Mitmenschen in erhöhtem Maße anzunehmen, wenn die Unbilden des Winters das Leid der Armut ius Unerträgliche steigern. Die „W i n t e r h i 1 f e“ ist zu einerständigen, segensreichen Einrichtung geworden. Auch der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde wendet sich in einem Aufrufe an die Gemeindemitglieder mit der Bitte, über ihre allgemeine Bürgerpflicht hinaus noch eine besondere Menschenpflicht zu erfüllen und für die durch vielfaches Leid bedrückte arme jüdische Bevölkerung ein besonderes Notopfer in Form eines mindestens 20%igen freiwilligen Zuschlages zur Kultus Steuer zu bringen. Fast drei Millionen Schilling jährlich verausgabt die Kultusgememde für ihre Fürsorgezwecke (Spital, Alters- KINOPROGRAMME Vom 20. bis 23* November BURG-KINO \?,PTÄ” Uraufführung William Powell« Carole Lombard in „Sie amUferKammeriilener" Beginn: 8/44, ‘/s6, */a8, 740 Uhr. ELITE-KINO «Stf Uraufführung Clark GABLE, Jean HARL0W, Myrna LOY in „EIFERSUCHT“ Beginn: 3. 5, 7, 9 Uhr. IMPERIAL-KINO Rotenturmstraße 19 Telephon : U 22-1-12 Uraufführung William Powell« Carola Lombard in »Sie undder Kammerdiener" Beginn '/44. ‘/*6. ‘/«8, '/*1Ü Uhi ROTE NTURN B*w. Uraufführung Randolph Scott in „Der letzte Mohikaner" Beginn: 4. 8/*6. ■ ,8. «1 (< Ubr Salome Relscher — Damenschachmelsterln von Österreich. Nach vierwöchiger Dauer ging soeben da» vom österreichischen Schachverband veranstaltete Damen-Schachturnier um die österreichische Meisterschaft zu Ende, an dem vierzehn der stärksten Spielerinnen teilnahmen. Den Sieg errang Frau Salome Re iß eher von der SohacbsektioQ Hakoah, KRYSTALL-KINO »•rat« olraüa ob» Mai «r. 4b raiaphun H 48-2-75 Uraufführung für den Pralor Chester Morris In „BLUTIG S GELD“ Woehaiuaga: 5,7, a Uhr. Sonnu. Feiertag«; </,g, V,l, </,lo Uhr LEOPOLDSTÄDTER- VOLKSKINO yolH Telephon R 49*0-23 Wochentags: %6. 7*8, 74(l Uhr Sonntags and Feiertage: ab 7*4 Uhr i., Wollialle 1) Tel. R 24-2-16 KREUZ-KINO Uraufführung Franchot Tone, Joseph Callela, Madje Evans in «Der letzte Gangster* Beginn: 4, 8/*6, 7a8, ‘/»lü Uhr KINO KERN im Prater Olr. Kern 4 Perl mann Telephon R 40-0-49 Erstu. Allelnauffiihrung für Prater u. Leopoldstadt Charles Laughton« Cla*k Gable, Franchot Tone in „Meuterei auf der Bounty" Beginn bei diesem Fhme Wochentag»: V,5, y,7, g Uhr. Sonntage: 'it3, */*5, 7.7, 9 Uhr. KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Prateratern Tel H 41 0-26 Erstu. Allelnauffiihrung für Prater u. Leopoldstadt Wegen großen Erfolges prolongiert I Ronald Colman Victor Mac Laglen, Claudette Colbert In ..DIE WUSTENLEGION“ Wochentage 5, I, MUhr. Sonntags. 2, V,4, 7A l/ß, l,*10 Uhr SCHIFFER-KINO VI» Mariahllferstraße 3? Telephon B 20*203 Charles Laughton, Clark Gable, Franohot Tone in „Meuterei auf der Bounty" Beginn: 8«, 510, 710, W. fTAEfl-KINn VIL Mariahllferstraße 12t alHm ItlXlU Telephon B 83-0-68 Uraufführung William Powall, Carola Lombard in „Sie und der Kammerdiener“ Begum 7*4 /4b. 7‘° h1“ Uhr JotluparKtlno ^elephoIfTrt»S5ß Uraufführung ’Yllllam Powell, Carole Lombard in „Sie und der Kammerdiener“ Beginn: Vi.4 7«öi 7*b, 9“ Uhr Leim, Jugendfürsorge, offene Fürsorge usw.), und doch ißt alles unzureichend angesichts der furchtbaren Not, in der der größte Teil der Wiener Jndenschaft lobt. Wenn diese Hilfsaktion, wie zu hoffen ist, wieder das Verständnis und die Hilfsbereitschaft der Wiener Juden finden wird, dann werden nicht nur Tausende von Kindern, Frauen, Greisen und Kranken vor Kälte, Hunger und Obdachlosigkeit bewahrt bleiben, es wird auch ermöglicht werden, die allgemeine Fürsorgetätigkeit der Kultusgemcinde auf wichtigen Gebieten zu erweitern. fHakUa&aecßäee 8e De*zem&ee BBBBBBBBBBBBBBB Mitteilungen der Isr* Kultus* gemeinde Predigten fn den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 20. November 1936, werden bei! den um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeindeuud Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VUL, Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; XV., Turnergasse 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels; XVIII., Schopenr hauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. Samstag, den 21. November 1936, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärungen: XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmeletein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Jugendgottesdienste für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 21. November d. J., um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeindebempeln und Bezirkssynagogen. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirke. Samstag, den 21. November d. J., lim 1A5 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, IX., Milllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Konkursausschretbung. Im Altersheim der Israelitischen Kultus-1 gemeinde, Wien, IX., Seegasse 9, gelangt eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österreichische Bmde&bürgerschaft, ledige: Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde im österreichischen Bundesstaate, die körperliche Eignung (naehgewiesen durch ein vom Primarärzte des Altersheimes ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte der Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Doktordiplom, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung) belegto Gesuche sind in der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seiten&tettengasse 4, 3. Stock, bis längstens 15. Dezember 1936, 12 Uhr mittags, zu übergeben. Wien, 15. November 1936. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Jüdische Eltern des XX. Bezirkes! Die Israelitische Kultusgemeinde unterhält einen von Herrn Rabbiner Samuel Hager vollkommen unentgeltlich geleiteten Talmud-Kurs für Anfänger und Vorgeschrittene (XX., Denisgasse 33). Sorgt daher, daß dieser Kurs von euren Kindern besucht wirdl Leichtfaßliche und sehr leicht verständliche Methode. Kursstunden Montag und Donnerstag von 3 bis 5 Ubr nachmittags. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—« Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Konti; Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Redaktion und Administration: Wien, L, Marc« Aurel-Straße 5 Tel.: U 22-3-91. Redaktionsschluß Montag und Mittwoch vormittags. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistische: Landesverband für Österreich Wien, l-, Marc Aurel Straße 5. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, L, Marc-Aurel Straße B. — Druck: Vernay A. GL* Wien, IX., Canisiusgasse 8—10,