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Die Stimme · 1936-11-17 · Heft 597 (17.11.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 597 (17.11.1936)
Date
1936-11-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ ■ Yfc". \Stimme Stella Pariscli Ist Kay Francis Gehetzt! Die Tragödie einer Frau, die ausLicbc sündig wurde Ne. $97 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Dienstag, 17. November 1936 3. Kislew 5697 Uraufführung : 10. Jahrgang SCHWEDEN-KINO «— Ein Großfilm der Warner Bros. — Präsident Weizmann: Politische Parität in Palästina Basel, 15. November, (JTA.) Präsident Ohaim Weidmann hielt auf dom Wege von London naoli Palästina, wo er Erklärungen vor der Königlichen Kommission machen "wird, auf Einladung der schweizerischen Judenheit in Basel im Rahmen der Mifal- Bizzaron-Aktion eine Rede über die Grundsätze der zionistischen Politik. Die Balfoiir-Deklaration, erklärte Doktor Weizmann, besteht aus zwei Teilen: einem positiven Teil, der die Entstehung des Jüdischen Nationalheims in Palästina proklamiert, und einem negativen Teil, der bestimmt, daß nichts unternommen werden soll, was die Rechte und die Interessen der bereits im Lande lebenden Bevölkerung beeinträchtigen könnte. Der zweite Teil hat seine vollständige Erfüllung erlangt; denn selten in der Geschichte der Kolonisation in der Welt wurden bestehende Einrichtungen der Bevölkerung so geschont, wie dies in Palästina geschehen ist. Das antizionistisohe Argument, daß die jüdische Kolonisation die Araber von ihrem [‘Palästina, ein historisches und ein von den Boden abdrängt, sei'nicht nur durch die I-Völkern öffentlich-anerkanntes Recht. Unser veröffentlichten Zahlen widerlegt, , sondern es erweise seine Absurdität schon allein durch die Tatsache, daß die arabische - Bevölkerung in den letzten 20 Jahren sich um 40 Prozent vermehrt hat und Palästina heute sogar ein Land der arabischen Ein-1 Wanderung geworden ist. Der Lebens- und Lohnstandard der arabischen Bevölkerung hat sich bedeutend gebessert. Die : Gegnerschaft der Araber gegen den Zionismus hat ihre Ursache nicht in wirtschaftlichen Er-: wägungen, sondern in der Angst, die Ju-, den könnten in Zukunft die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Wir haben, sagte Weizmann, wiederholt erklärt, daß wir in Palästina niemanden beherrschen, aber auch von niemandem beherrscht werden wollen. Wir erstreben eine politische Parität der beiden Bevölkerungsteile. Nach dem Beispiel der Schweiz soll Palästina beiden Völkern ein Vaterland sein. Die Juden haben auf Vorschlag der politischen : Parität wird die Extremisten nicht befriedigen, aber er wird bei der öffentlichen Meinung der Welt Verständnis finden. Wir sind verpflichtet, einen Vorschlag als Diskussionsbas/is varzubringen, aber was wir nicht diskutieren und nie annehmen können, ist eine Regelung, die einen Verzicht auf Positionen bedeutet, die wir bereits innehaben, oder die vor- : -sieht, daß wir dauernd eine Minorität bleiben. Wir haben ein Recht auf Einwande.rung, so-lange das Land aufnahmefähig ist. Was die Königliche Kommission uns bringen wird, weiß ich noch nicht; man wird es uns wohl nicht leichter machen, aber wir werden auch wachsende Schwierigkeiten überwinden. Der Aufbau des jüdischen Palästina wird durch nichts gehindert werden können. „Unparteiisch und gerecht“? Die Konigl* Kommission arbeitet Jerusalem, 12. November. (JTA.) Die Kgl. Kommission hat am 12. November mit ihren Arbeiten begonnen. Die erste Sitzung der Kommission war öffentlich und nahm einen feierlichen Verlauf. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hielt eine Ansprache an die Mitglieder der Kommission, in der er auf die W i c h t i g k e i t und gleichzeitig auf . die Schwierigkeit ihrer Aufgabe hinwies. Der High Commissioner erklärte, er habe Vertrauen tu der Klugheit, Erfahrung und Autorität der Kommission und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß es ihr gelingen wird, einer gerechten und alle Teile befriedigenden Lösung den Weg zu bereiten. Der Führer der Kommission, Lord Peel, erwiderte auf die Ansprache des High Commissioners und gab die Entschlossenheit der Kommission kund, das ihr gestellte Problem ohne jede Parteilichkeit zu studieren und von keiner Seite beeinflußte Entscheidungen zu treffen. Ihre Entschlossenheit zu Unparteilichkeit und strengster Objektivität habe — so bemerkte Lord Peel — dD Kommission schon dadurch bewiesen, daß sie vor ihrer Abreise aus London keinerlei Aussagen und Meinungen entgegennahm. Beratungen der jüdischen Organisationen Jerusalem, 12. November. (JTA.) Dieneschlossen, sofort nach dem Eintreffen der tag ist eine Konferenz aller großen jüdischen Verbände und Institutionen Palästinas zusammengetreten, um über ein gemeinsames Vorgehen in den Prägen, die die Kgl. Kommission beschäftigen werden, zu beraten und entsprechende Beschlüsse zu fassen. Außer den Mitgliedern der Exekutive nahmen an ihr auch die Mitglieder des Waad Leumi, der offiziell anerkannten Gesamtvertretung der palästinensischen Judenheit, die Agudas Jisroel, die jüdischen Mitglieder der Stadtvertretungen, das Oberrabbinat, ferner Vertreter der großen jüdischen Wirtschafte- und Berufsverbände, wie des Verbandes der jüdischen Landwirte, des Industriellenverbandes und des allgemeinen jüdischen Arbeiterverbandes (Histadruth), sowie eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten teil. Insgesamt waren etwa 150 Delegierte zu der Konferenz erschienen. Der Vorsitzende der Exekutive der Jewisli Agency, David Ben G u r i o n, referierte über die politische Lage und erörterte, die wichtigsten Forderungen, die von den jüdischen Vertretern der Kgl. Kommission unterbreitet werden sollen. An die Ausführungen Ben Gurions schloß sich eine eingehende Debatte an. Der Oberste Arabische Ausschuß hat be- Kgl. Kommission eine Abordnung zur Kgl. Kommission zu entsenden und dieser die Gründe darzulegen, die den Ausschuß bewogen haben, die Zusammenarbeit mit der Kommission zu v e r w e i g e r n. Man glaubt, daß dies der erste Schritt zu einer Revidier u n g des Boykottbeschlusses des Obersten Arabischen Ausschusses ist. Kundgebung der Aguda Rabbi Duschinsky hat im Namen der Agudas Jisroel eine Proklamation erlassen, in der es begrüßt wird, daß die Kgl. Kommission am Waffenstillstandstag in Jerusalem eingetroffen ist. Darin liege ein gutes Vorzeichen für die Arbeit der Kommission. An den Jisehuw wird der (Appell gerichtet, dafür zu beten, daß es der Kommission gelingen möge, den Frieden herzustellen. . Richterliche Befugnisse der Kommission In einer Sonderausgabe der; „Palestine Gazette“ ist eine Verordnung veröffentlicht worden, durch die der Kgl. Kommission richterliche Befugnisse eingeräumt werden, indem ihr das Recht zuge standen wird, Zeugen unter Strafandrohung vorzuladen. Ein Zwischenfall Jerusalem, 14. November. Während der feierlichen Eröffnungssitzung der Königlichen Kommission ereignete sich ein peinlicher Zwischenfall. In der Sitzung war auch ein diplomatischer Vertreter Haile Selassies, des Exkaisers von Abessinien, zugegen. Als der italienische Gesandte ihn bemerkte, v e r 1 i e tiv den Saal. er d e m o n s t r a- VII., KAISERSTRASSE 123 * IX., ALSERSTRASSE 6 -at ^' ' -- Jetzt erst recht! Das jüdische Volk in der Galuth kommt nicht zur Ruhe, weil es der AntisomitismiuiS nicht zur Ruhe kommen lassen will. Die Reaktion des jüdischen Volkes auf antisemitische Angriffe im Zeitalter der Assimilation bestand in einer schon von Theodor Herzl als nutzlos erkannten Apologetik. Augenblickserfolge ließen die Juden immer in ihre Lethargie zurückfallen. Anders verhält sich das jüdische Volk, seitdem der Zionismus als willensbildender Faktor aulgetreten ist. Unter dem Einfluß der zionistischen Aufklärungsarbeit erkennt das jüdische" Volk seine wahre Lage. Es hat das Wesen des Antisemitismus erkannt und die eigene abnormale soziale Struktur und immer breitere Kreise sehen die einzige Lösung der Judenfrage im Aufbauwerk in Erez Israel und in der Hand in Hand damit gehenden zionistischen Aufbauarbeit in der Galuth. Die bedauerlichen Exzesse der Union gelegentlich des eben abgeschlossenen Kultusgemeinde-Wahlkampfes können nicht darüber hinwegtäuschen, daß diese Art der Assimilation auf das Aussterbeetat gesetzt ist. Dieser entartete Assimilationstypus der Union existiert — man muß es zur Ehre des Judentums sagen — nur mehr in Wien. Die Union schlug wie ein Ertrinkender um sich, und als sie sich nicht mehr helfen konnte, machte sie ideelle Anleihen — bei Die Königliche Kommission. Von links nach Hammond, Sir Horace Kumbold und Lord rechts; Professor Coupland, Sir Lawrte Peel, der Vorsitzende, der Kommission. den Antisemiten. „Staat im Staate“, „Bodenständigkeit“, „Überfremdung“ waren so die beliebtesten Schlager, wie man sie sonst nur aus nationalsozialistischen und anderen antisemitischen Kreisen zu hören gewohnt ist. Kurt Blumenfeld hat in seinem’ Wiener Vortrag unter dem Beifall dep Zuhörer darauf hingewiesen, daß schon lange vor der Union ein gewisser Haman behauptet habe, die Juden seien ein „Staat im Staate“, so daß die Union sich eines Plagiats schuldig gemacht habe. Nun ist der Wahlkampf vorbei, aber es existieren noch die Unionisten, die den Antisemiten Schützenhilfe geleistet haben. Es wäre daher gefährlich, die Hände ruhig in den Schoß zu legen. Die physischen und psychischen Anstrengungen des Wahlkampfes dürfen bei dein Zionisten kein Gefühl der Ermüdung aufkommen lassen. Jetzt besteht erst recht die Notwendigkeit, die Reihen der zionistischen Organisationen zu stärken und die zionistische Idee zum sicheren Besitzstand aller österreichischen Juden zu machen. Es muß dafür gesorgt werden, daß sich'die pathologischen Haßexzesse der Union nie mehr wiederholen können. Hier muß die Arbeit. aller Zionisten sofort einsetzen. Es genügt nicht, die Mehrheit der Stimmen und damit einen Sieg errungen zu haben. Unser Sieg beweist, daß die Bereitschaft der Geister für die zionistische Idee besteht. Die Werbung von Mann zu Mann muß mit Einsatz aller Kräfte fortgesetzt werden. In allen Bezirken Wiens muß die bereits begonnene Aktion uns einen so starken Mitgliederzuwaobs bringen, daß es niemand mehr wird wagen dürfen, clas frivole iinionistische Spiel mit dem Feuer zu wiederholen. Was für das jüdische Wien gilt, das gilt für die ganze jüdische Welt in Ansehung Palästinas. Auch dort stehen wir in einem schweren Kampf. Auch dort haben wir einen Sieg errangen. Dean Jisehuw ist es durch seinen Mut und durch seine kluge Zurückhaltung gelungen, England und der ganzen Welt Achtung abzuringen. Unsere wirtschaftlichen Positionen konnten trotz der Unruhen ausgebaut werden. Als der italienisoh-abessinische Krieg auf dem Höhepunkt stand, gab es iu Palästina 10.000 Arbeitslose. Dann kamen noch 18.000 Menschen ins Land, und trotzdem ist die Zahl der Arbeitslosen zur Zeit der \

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