Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 592 (30.10.1936)
- Date
- 1936-10-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit* 6 Kr. 692 — Wien, Freitag, 80. Oktober «« „Offene Augen" in den Künstlerspielen Freitagfindet in den Jüdischen Künstlerepielen, n., Praterstraße 34, eine interessante Premiere statt. Es handelt sich um ein Stück des kürzlich verstorbenen jüdischen Dichters M a 1 a c h, der zu den erfolgreichsten Autoren der jiddischen Bühne zu rechnen, ist. Eines seiner bedeutendsten uM publikumswirksamsten Stücke, „Offene Augen“ wird nunmehr auch in Wien in den Jüdischen Künstlerepielen zu sehen sein. Es ist zu begrüßen, daß hier der Versuch unternommen wird, dem Publikum auoh einmal literarisch hochwertige Stücke zu bieten. Das Stück „Offene Augen“, in dem David Seidermann und Chana Lern er die Hauptrollen spielen, wird in Wien in einer neuen Fassung herausgebraoht, mit reicher musikalischer Untermalung, für die M. Lubetzky verantwortlich zeichnet. David Seidermann wird sein berühmtes, kürzlich erst auf Schallplatten aufgenommenes Konzertsolo „Chassene im ßtädtl“ vortragen. Auch die übrigen Hauptrollen sind durchwegs erstklassig besetzt, unter andern spielen Frau Glücksmann, Frau Gorlitzka, Herr Reinglas, überdies aber wird, wie bereits angekündigt, der Wiener Liebling Dolly Nachbar in „Offene Augen“ wieder vor das .Wiener Publikum treten. Das Stück „Offene Augen“ bleibt täglich, halb 9 Uhr abends, auf dem Spielplan, nur Dienstag, den 3. November wird als Veranstaltung de.- Zionistischen Bezirkesektion Prater die Operette „Der Radiosänger“ wiederholt. Sonntag, den 1. November, halb 4 Uhr nachmittags, wird Malachs „Offene Augen“ bei ermäßigten Preisen gegeben Auch bei dieser Nachmittagsvorstellung erhält jedes Kind ein hübsches Geschenk. “ [[inez-smsG £UU Kudu! Es ist nötig, daß sich noch mehr von euch keit und oft mühsam gesammelten Gaben für „Mifal Bizzaron“ zur Verfügung stellen, erscheint? ßeh konz- Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau} und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I.. il. und III. Sätze, Bau- und Zwisdienkredlte Gebäudeverwaltung Büro j Franz-Josefs-Kal 11 fei. R-25-0-44 WohnungII., Vorgarlenstr. 150, fei. R-41-8-88 Jüdische Kulturstelle U Franz-Josefs-Kai 3, Tel. R 28-2-36. Kunststelle. Neuanmeldungen für die diesjährige Spielsalson werdenganztägig entgegengenommen. Die Mitglieder erhalten ermäßigte Karten für sämtliche Privat- und Bundestheater und Konzerte. Ktmsthalle. Helmax-Le rei-Aussfcellung „Der palästinensische Mensch“, ganztägig geöffnet und frei zugänglich. Leihbücherd. Mitglieder deT Kunststelle und der Volkshochschule können Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaica gegen geringe Leihgebühren in der Leihbücherei der Jüdischen Volkshochschule entlehnen. Jüdische Volkshochschule. Montag: F. Jonas: Englisch für wenig Vorgeschrittene, 7—9 Uhr. — Dr. L. Brüll: Hebräisch für Anfänger, 7—9 Uhr. Dienstag: Dr. H. Weinstein: Hebräisch für wenig Vorgeschrittene, 7—9 Uhr. — E. Feldmann: Englisch für Vorgeschrittene, 7—9 Uhr. Mittwoch: Dr. L. Brüll: Hebräisch für Vorgeschrittene, 7—9 Uhr. Donnerstag: Prof. Dr. K. Kupfer: Alltags- und Festtagsbräuche im Judentum, 7—8 Uhr. — Prof. Dr. M. Papo: Jüdische Kulturgeschichte in Zeit- und Charakterbildern, 8—9 Uhr. Jüdisches Kulturtheater. Täglich, 20 Uhr, das Volksstück „Der Sänger seiner Trauer“ von Ossip Dymow; Sonntag, 15.30 Uhr, das jüdische Gegenwartsdrama „Die Grenze“ von Cederlund und Dahlberg, bei kleinen Preisen. Führung. Sonntag, 1. November, 9.30 Uhr: Jubiläumsausstellung des Vereines der Museumsfreunde. Leitung: Hugo Friedmann. Treffpunkt: I., Getreidemarkt, Sezession. Franz-Kafka-Abend. Sonntag, 1. November, 18 Uhr, liest Frank Hermann ans Werken Franz Kafkas. Die einleitenden Worte spricht Rudolf Felmayer. Unsere liebe und teuere Mutter Johanna Stiaßny ist Dienstag, den 27. Oktober, verschieden. Da* Begräbnis fand Donnerstag statt. Die Hinterbliebenen. Es geht nicht an, daß ein kleines Häuflein Getreuer alle Lasten auf eich nehmen muß. Gewiß habt ihr oft viel Aufgaben, und gewiß braucht ihr Abwechslung und Erholung durch Ausflüge und Theaterbesuche — aber einen von vier Sonntagnachmittagen kann jeder auf das eigene Vergnügen verzichten; zugunsten anderer Menschen, die n u r Arbeit und Kampf und überhaupt kein Vergnügen kennen! Und was das Vergnügen betrifft, kann ich euch nur sagen, daß die Freude zu schaffen und zu geben eine edlere Vergnüglichkeit ist und eine dauernde. Wollt ihr es nicht .unserer Sturmtruppe gleichtun, die jeden Sonntag mit neuer Bereitwillig- Oder wollt ihr sie allein lassen in ih rer A rbeit und auch in der Ehre, für eine heilige Sache dagewesen zu sein? Dodah Lillä. * Teilnehmer und Spender vom vorigen Sonntag: A n k i e r Leo, Ellbogen Theodor, Hirsch Liselotte, I n f e 1 d Lydia, Klaus Hanne, Körner Grete und Hedwig, L i nd e n m a n n Hanne, Medina Igo,S c h a r f Oskar, Tschelnitz Eva W i 11 n e r Ernst. Als Helfer unterstützten uns die Damen: Ankier, Klapholz, Weiss. Nachdruck verboten! Üiz spielen und tunen dabei etwas HebcäiseU 6 Spiel: Ich seh‘f Ich sch', was du nicht siehst I Ein Kind wird aus dem Zimmer geschickt, die übrigen vereinbaren einen zu erratenden Gegenstand, zum Beispiel: einen Tisch. Nun wird das Kind hereingerufen, und eines sagt zu ihm: Text HL Text IL Text I. Ich seh’, ich seh’ roäh anochi was du nicht siehst mah schä atab ejncha roäh nxi'n no es ist braun hu chum mn K¥T Das Kind fragt weiter: der Sessel! bakkiße 1RD33 vielleicht ist es der ulai harizpab? Fußboden? „ ist es d. Bilderrahmen schämma hammißgärät?mv3c pn ist es der Tisch? äfschar ha.'Chschulchan ja ken T » Nun kommt ein anderes Kind daran: Ich seh’ usw. es ist schwarz, blau scbachor. kachol bft|> nhtf RH weiß, gelb lawan, katom oh? rot, grau adom, afor "Ifcx 'Q'TK grün, rosa, violett jarok, warod, ßagol Sij.l -11 .pV das Fenster? hacbalon »rrtiou das Sofa ist es? haim hassappah hi rh nagrt DRq Die jüdische Vitrine m Lesern der Kinder-Stimme“ nacherzählt von Hedi Zipser-Markheim. Ein kleiner jüdischer Junge in Berlin erzählte mir folgende Geschichte: Seine Mutter hatte eine kleine jüdische Vitrine. — Wißt ihr, was dort drinnen stand? Zuerst ein Kidduschbeoher, dann die Freitagabendleuchter, eine Beomimbüchse und eine schöne Chanukkahmenorah. Alle waren aus glänzendem Silber. Und stolz waren sie nicht wenig auf ihre Abstammung und den Zweck, den sie zu erfüllen hatten. Eines Tages wurde eine blaue Büchse zu ihnen in den Glassohrank gestellt. Erstaunt sahen die Geräte den Ankömmling an. Wer beschreibt ihr Erstaunen, als in die Büchse klingende Geldstücke geworfen wurden und sie die Worte sprechen hörten: „Diese Büchse erlöst uns den Boden.“ Schweigend betrachteten die silbernen Geräte ihre neue Hausgenossin. Sie war aus gewöhnlichem Blech und vorne trug sie einen weißen Mögen Dovid. Dieser Mögen Dovid war ihnen vertrant, ebenso die hebräischen Schriftzeichen auf der Büchse. „Sie erlöst uns den Boden“, hatte die Mutter gesagt. Dieses blecherne Ding da erlöst uns den Boden? Und welchen Boden denn? Sie konnten sich darüber nicht klar werden und hielten eine leise Beratung ab. „Was soll die Büchse bei uns?“ sagte der Kidduschbecher, „Sie paßt gar nicht da her.“ „Ja“, meinte die Menorah, „sie zeigt ganz frech meinen Mögen Dovid, der doch mir allein gehört.“ „Und mir versperrt sie gerade die Bsomimbücbse und die anderen pflichteten ihr bei. Der Kidduschbecher nahm das Wort: „Was suchen Sie eigentlich hier? Wir sind doch die Diener des Judentums. Sie gehören nicht her! Machen Sie, daß Sie fortkommeri.“ Die blaue Büchse sah sie lächelnd an und antwortete ruhig: „Wenn ich auoh nur aus Blech bin, so diene ich edlem Zweck und mein Inneres birgt doch kostbare Schätze. So manchem jüdischen Menschen gebe ich Arbeit und Brot in Palästina, denn mit dem Golde, das ich sammle, erlöse ich neuen Boden in Erez Israel, der dann bearbeitet wird. Ohne mich ist Erez Israel unmöglich. Diese Worte der blauen Büchse machten tiefen Eindruck auf die silbernen Gerätschaften. Sie schwiegen zuerst etwas beschämt. Dann sagte der Kidduschbecher recht kleinlaut: „Wenn es sich so verhält, so haben, wir dir Unreoht getan. Wir wollen mit dir Freundschaft schließen, denn wir gehören zusammen. Schließlich sind wir alle Diener am Judentum.“ Die anderen stimmten ihm freudig zu, und von diesem Tage an herrschte Friede und Eintracht in der jüdischen Vitrine. Die Prügel-Olympiade vom vorigen Sonntag (Sportbericht der „Kinder-Stimme“.) Unter lebhafter Beteiligung fand Sonntag im Anschluß an unsere Arbeit für den Mifal Bizaron eine sogenannte Prügel-Olympiade statt. Da wir diese auf allgemeines Verlangen wiederholen werden, können wir diesmal den Witz dieses Spiels nicht verraten. Wer auf den Witz der Sache am raschesten draufkam, war der Sieger. In den ersten Preis teilten eich Grete Körner und Oskar Schärf, die bereits nach viermaligem Fehlraten dahinter gekommen sind. Zweiter Preis: Hanna Klaus (nach achtmaligem Raten) und dritter Preis (nach zwölfmaligem Raten) Hedwig Körner. Die Preise bestanden diesmal — im Gegensatz zu unserer ersten Olympiade _— aus Süßigkeiten, welche die Firma H e i nrich Groß, HI., Radetzkys traße 17, in liebenswürdiger Weise so reichlich gespendet hatte, daß außerdem noch an sämtliche Anwesende Zuckerl verteilt werden konnten. Wir danken an dieser Stelle für die liebe Spende. Nächsten Sonntag, 3 Uhr nachmittags Zusammenkunft in der WIZO, Schottenring 25! Rätselecke Das große Preisrätsel: Dies ist das siebente Bild des größten Preis* rätselß. Schreibt darunter den Namen der Person, die dargestellt ist, und zwar links mit deutschen, rechte mit hebräischen Lettern und sendet dann alle 15 an die „Kinder- Stimme“, I., Marc-Aurel-Straße 5. In jeder weiteren Nummer der „Kinder-Stimme“ erscheint ein weiteres Bild. Wer die richtigen Lösungen von allen (15) Bildern einßchickt, kann einen schönen Preis gewinnen: 1. Preis: Ein Photoapparat 2. Preis: Ein Buch. 3. Preis: Schallplatte mit dem Emek-Lied. 4. Preis: Ein Quartettspiel: Große Männer des jüdischen Volkes und noch viele Trostpreise. Und seine Tochter ist der Peter Für die Leser der „Kinder-Stimme“ veranstalten wir demnächst eine Sondervorstellung des Films „Und seine Tochter ist der Peter**. Die Kinder, die teUnehmen wollen — Regiebeitrag nur 20 Groschen —, mögen sich bereits jetzt, da nur beschränkter Kartenverkauf stattfindet, mit- . , . t , _ ti . ,, , tels Postkarte bei der Redaktion der „Kin- Aussioht“, sagte der Freitagabendleuohter. der-StUnme“ vormerken lassen; „Wir müssen eie fortjagen“, entschied die | Näheres in der nächsten Nummer. Biblisches Rätsel (Etwas für unsere bibelfesten Kinder.) Wer errichtete auf dem Grabe Heines Weibes einen Grabstein? * Auflösung der Rötsei aus der vorigen Nummer 1. Samson. 2. Steuer. 8. Abel —■ Arno —■ Inka — Noah. * Briefkasten Rudi Bartussek: Eine weitere Blasolympiade findet dieses Jahr nicht mehr statt. — Schor8chi Salz: Danke für Blatt! — Emst FpU..Über Osmose an* dm Lehrtxuoh Physik imchzulesen, 1