Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 588 (20.10.1936)
- Date
- 1936-10-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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stumme | Die Wunderbar Die Verfilmung des bekannten Bühnenstückes mit dem Star-Ensemble : KAY FRANCIS, DICK POWELL, DOLORES DEL RIO, AL JOLSON, RICARDO CORTEZ * SCHWEDEN-KINO JÜDISCHE ZEITUNG 1 Nr. $88 Wien, Dienstag, so* Oktober 1938 - 4* Gkosebwan 8997 19- Jahrgang | Die Zionistische Liste Die zionistischen Parteien Wiens haben sich auf die hier folgende Zionistische Liste geeinigt. Diese Liste welche die Einheit des Jüdischen Volkes in Wien repräsentiert, besteht aus den Herren: 1. Staatsrat Dr. DESIDER FRIED« MANN, Rechtsanwalt, Wien, t, Börsegasse 14, 2« Ing. Robert Stricker, Oberbaurat i. P., Wien, IL, Hollandstr. 10, 3« Rat der Staat Wien Dr. Jakob Ehrlich, Rechtsanwalt, XVIII., Weimarerstraße 22, 4. Dr. Oskar Grünbaun, Inhaber des Eisernen Kronenordens mit den Schwertern und der Kriegsdekoration, Rechtsanwalt, Wien, I., Walfischgasse 10, 5« Siegfried Graubart, Kaufmann, Wien, XIX., Bauernfeldg. 38, 6. Dr.Leopold Plaschkes, Rechtsanwalt* Wien, IL, Große Mohrengasse 3b, 7« Max Schiff mann, Warenhausbesitzer, Wien, II., Taborstr. 44, 8. Dr. I. H. K 5 r n e r, Reisebüroinhaber, Wien, VIII., Alserstraße 51, <9. Dr. Isidor K1 a b e r, Arzt, Wien, IL, Lilienbrunngasse 7, 10. Dr. Leo Landau* Rechtsanwalt-Anw., Wien, I., Lichtenfelsgasse 7/9, Obmann dös Tömpelveröines Beth Israel, Präsident des Verbandes der Wiener Tempelvereine und der konservativen Bethäuser, 11. Kom.*Rat Arthur A1 b e r s, Kaufmann, Wien, XU., Gaudenzdorfergürtel 47, 12. Ing. Eugen Buchbinder, Stadtbaumeister, Wien, IL, Taborstr. 11b, 13* Dr. Michael Steinberg, Kaufmann, Wien, I., Gölsdorfgaeee 4, 14* Dr. Mendel Rosenberg, Rechtsanwalt, Wien, I., Sonnenfels. 13, 15* Dr. Nachman Frey, Arzt, Wien, IL, Ausstellungsstraße 45, 16. Max Schwarz, Kaufmann, Wien, L, Söhwiarzenbergplatz 18, 17* Dr. Israel Waldmann, Rechtsanwalt, Wien, I., Opernring 11, 18. Dr. Ing. Arnold Karplus, Baurat, Zivil-Arch., Wien, XHL, St. Veitgasse 10, 19* Rudolf Böhmer, Kaufmann, I., Neutorgasse 15, 20. Karl G u t w a 1 d, Bankdisponent, Wien, II., Heinestraße 42, 21. Julius Katz, Bankbeamter, Wien, H., Ybbsstraße 30, 22. Isidor Herbst, Industrieller, Wien, I., Sedlerstätte 15, 23. I. R. Waltuch, Börserat, Wien, I., Maria-Theresienstr. 24, 24* Dr. Alfred L ö w y, Arzt, Wien, VUL, Aiserstraße 82, 25* Oskar Premlnger, Kaufmann, Wien, VI., Mittelgasse 25, 26. Dr. Leon Preis, Rechtsanwalt, Wien, IV., Starhembeigga&se Bit, 27« Dr. Srul Öfterer, Rechtsanwalt, Wien, XVGL, Hockeg. 64, 28. Chaskel Ederer, Kaufmann, Wien, XX., Karl Meißlstraße 4, 29* Bela Frankel, Obmann des Tempelvereines für den 19. Bezirk, Kaufmann, XIX., Kreindlg. 10, 30. Ob.-Insp. Theodor Engel, Bundesbahn-Oberinspektor L R., Wien, H., Große Stadtgutgasse 34, 31. Dr. Willi P e r 1, Verteidiger in Strafsachen, Wien. I., Postgasse 1, Schon bei den Wahlen zur jüdischen Ge- . meinde, die im Jahre 1932 stattfanden,; hätten sich zwei zionistische Gruppen, der Zionistische Landesverband und die Judenstaats-Partei, zur „Zionistischen Liste“ zusammengeschlossen. Die schwere jüdische Not unserer Tage und die Erkenntnis, daß Einigkeit im jüdischen Lager heute notwendiger ist denn je, hat es bewirkt, j daß sich diesmal nicht nur der Zionistische Landesverband und die Judenstaatj»r, sondern auch die Radikalen Zionisten, uflä Revisionisten und die Misrachlsten in der „Zionistischen Liste“ vereinigt haben. Dieses Ereignis erregt nicht nur in der zionistischen Öffentlichkeit Wiens, sondern auch des Auslandes Genugtuung und Begeisterung, und hat auch bei dem nichtzionistischen Teil der Wiener Juden nachhaltigen Widerhall erweckt. Die Zionisten freuen sich berechtigterweise darüber, daß ungeachtet der auf anderen Gebieten bestehenden organisatorischen, politischen und weltanschaulichen Differenzen, der gemeinsame Weg zur Jüdischen Volksgemeinde beschritten wurde. Die Zionisten ahnen auch, daß der Zusammenschluß so vieler zionistischen Gruppen mehr dem innerzionistischen Frieden dienen kann als Kongreßbeschlüsse, die auf dem Papier bleiben, oder bei dem überstimmten Teil der Kongreßdelegierten nur Ressentiments hervorrufen. Deswegen herrscht unter den Wiener Zionisten Freude und Begeisterung. 32. Eugen Präger, Kaufmann, Wien, I., Opernring 13, 33* Dr. Friedrich K1 e i n, Versicherungsbeamter, Wien, VI., Gumpendorferstraße 22, 34. Simon G a s p a r d, Kaufmann, Wien, HL, Rennweg 98, 3$. Peisach Wühl, Privatangestellter, XX., Wallensteinstr. 50, 36. Dr. Richard P o k o r n y, Rechtsanwalt, Wien, XH, Schwenkg. 11. Einträchtig arbeiten Angehörige aller Gruppen zusammen, um der giftgeschwollenen Hydra der Assimilation politisch den Garaus zu machen und um in der Stadt Theodor Herzls die zionistische Fahne zum Siege zu führen. Über den Zusammenschluß der zionistischen Gruppen hinaus haben aber die Zionisten bewiesen,, daß die ihnen von der Union so oft angedichtete Engstirnigkeit und Pririzipienreiterei fremd ist. Der Zionistische. Kultusvorstand hat die gerechtfertigten Wünsche der Agudas Jisrael, die. mit uns Zionisten in Palästina Schulter an Schulter kämpft, befriedigt. Die Zionisten haben einen weiteren Beweis für ihre Friedensbereitschaft dadurch geliefert, daß auf der Zionistischen Liste auch Herr Dr. Leo Landau, der Präsident des Verbandee der Wiener Tempelvereine und der konservativen Bethäuser, kandidiert, und zwar unter Aufrechterhaltung seiner bisherigen Einstellung zu allen Fragen des jüdischen Lebens und unter Wahrung seiner vollständigen Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Diese Umstände beweisen, daß wir Zionisten Einigkeit im jüdischen Lager nicht nur predigen, sondern sie auch herstellen können. Für Naumann-Juden und Denunzianten allerdings ist bei uns kein Platz. Im Lager der „Zionistischen Liste“ haben sich alle Zionisten zusammengefunden, die in friedlicher Arbeit für alle Juden Wiens Aufbauarbeit leisten wollen. Für die „Zionistische Liste“ arbeiten in allen Bezirken selbstlose Männer, Frauen und Jugendliche, für die Union aber bezahlte Agenten. f ü * H* * -IC *°^Te**i* Tecb^ng V { VJe" H Die Zionistische Einheitsfront Es ist kein Zweifel, daß die „Zionistische Liste“ einen gewaltigen Sieg erringen wird, wenn alle Anstrengungen gemacht werden, um einen bösartigen, mit den verwerflichsten Mitteln arbeitenden Feind niederzuringen, dem große Geldmittel zur Verfügung stehen, die besser wohltätigen Zwecken zugewendet werden sollten. Um den großen Sieg zu erringen, müssen wir aber eine restlose zionistische Mobilisierung durchführen. Wir rufen das zionistische Wien in einer historischen Stunde. Jeder von uns hat persönliche Sorgen. Unsere größte Sorge aber muß die restlose Eroberung der jüdischen Gemeinde sein. Auch du unbekannter Zionist und auch du unbekannte zionistische Frau bist aufgerufen, das Vermächtnis Theodor Herzls zu erfüllen. Wir haben uns zu einer großen zionistischen Front, zur „Zionistischen Liste“, zusammengeschlossen. Da gibt es keine Neutralität. Wer nicht mit uns ist, der ist gegen uns. Zeigt, daß der Kampfgeist Herzls noch in Wien lebt! Verlieret keine Stunde! Kommt zu uns! Arbeitet mit uns! Siegt mit uns! lUiiinniiiiiiiniiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiHiiiiiinimininiiiifliimmiRiummiimmmimmuiiuo Gegen Wählten*©* Aus verschiedenen uns zugebenden Nachrichten ergibt sich, daß verschiedene Unionisten auf Geschäftsleute, die von ihnen abhängig sind, weiters auch auf Angestellte einen unzulässigen Druck ausüben. Zionisten werden infolge ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit dazu gepreßt, die Erklärung abzugeben, daß sie für die Union stimmen werden. In einen uns bekannt gewordenen Fall wurde ein zionistischer Angestellter mit Entlassung bedroht. Wir machen daher darauf aufmerksam, daß das Gesetz vom 26. Jännei 1907, BGBL. Nr. 18 betreffend strafrechtliche Bestimmungen zum Schutz der Wahl und Versammlungsfreiheit auch für die bevorstehenden Kultußgememdewahlen gilt, da die Kultusgemeinde gemäß § 1 des zitierten Gesetzes m den „zur Besorgung öffentlicher Angelegenheiten berufenen Körperschaften und Vertretungskörper“ gehört. Die wesentlichsten Bestimmungen des Gesetzes lauten: § 5. 1. Wer vorsätzlich in der Absicht, einen Wahlberechtigten zur Nichtausübung seines Wahlrechtes oder zu dessen Ausübung in einem bestimmten Sinne zu bewegen, gegen den Wahlberechtigten oder eine diesem nahestehende Person eine Tätlichkeit ausübt, ihnen Nachteile an Körper, Freiheit, Ehre oder an Vermögen oder Einkommen, oder Schädigungen in ihrer beruflichen oder feschäftlieben Tätigkeit zufügt, oder damit roht, oder den Wahlberechtigten oder eine diesem nahestehende Person durch Zufügung oder Androhung anderer für sie empfindlicher Übel .einschücbterfc, wird wegen Vergehens mit strengem Arrest von einem bis zu sechs Monaten bestraft. Unter erschwerenden Umständen, insbesondere wenn der beabsichtigte Erfolg erreicht wurde oder die Tat eine sehr erhebliche wirtschaftliche Schädigung .des Wahlberechtigten oder einer ihm nahestehenden Person herbeizuführen geeignet war, ist auf strengen Arrest bis zu einem Jahr zu erkennen. 2. Denselben Strafen unterliegt, wer alsbald nach einer Wahl einem Wahlberechtigten oder einer diesem nahestehenden Person vorsätzlich eine Tätlichkeit oder Nachteile oder Sohädigungen der in Absatz 1 bezeichneten Art deswegen zufügt, weil der Wahlberechtigte einem vom ersteren vor der Wahl auf ihn auageübten Einfluß zuwider gewählt hat. * Wir fordern hiemit alle Personen auf, anf die ein im Sinne dieser Bestimmungen unzulfisiger Druck ausgeübt wird, die Täter auf das Strafbare ihrer Handlungsweise aufmerksam zu machen und die Zentralwahlleitung der zionistischen Liste zu verständigen,