Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 584 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit* o Dil STIMMI Kr. 584 — Wien, Mittwoch, 80. September 108$ „DU Stimme." erscheint auch nächste Woche mit Rücksicht auf die Feiertage nur einmal. Die Simchas-Thora-Nummer, die wieder in vergrößertem Umfang hergestellt wird, wird den- Abonnenten Mittwoch früh zugestettt. Im Straßenverkauf ■wird sie schon Dienstag abends zu haben sein. , 120.000 jüdische Bauern In Polen Die Jüdische Landwirtschaftliche Gesellschaft in Polen gibt jetzt einen Bericht über ihre Tätigkeit heraus, dem unter anderen zu entnehmen ist: Die jüdischen Landwirte in Polen sind über das ganze Reich zerstreut, eine genaue Statistik fehlt. Die Jülag zählt 75 Bezirksgruppen, davon in der Wojwodsohaft Lemberg 12, Stanislau 26, Tarnopol 14, Krakau 3, Wilna 14, Nowogrudek 1, Bialystok 4, Polesien 1. Dazu kommen 15 landwirtschaftliche Viehzucht- und Milchwirtschafts-Kooperativen. Letztens wurden in der Obstbaumzucht gute Erfolge erzielt. Auf der Obstausstellung in Kossow haben 12 jüdische Gärtner Preise bekommen. Die Gesellschaft geht jetzt daran, für die infolge des neuen Schäohtgesetzes brotlos gewordenen jüdischen Fleischer Hühnerfarmen sowie Milchwirtschaften zu begründen. Die ICA, die die jüdischen Wirtschaften betreut, organisierte Kurse zur landwirtschaftlichen Ausbildung der jüdischen Jugend (16 Gruppen mit 216 Teilnehmern). Der letzten Lemberger Tagung der Jülag wohnten über 100 Delegierte bei. Es wurde berichtet, daß in Polen über 120.000 jüdische Landwirte leben, aber sie befinden sich in einem Meer von Haß und sind, weil isoliert, von Gefahren umgeben. Es wurde eine straffere Organisation gefordert-, damit sich die jüdischen Landwirte 'besser gegen Terror verteidigen können. Jüdischer Gestapo-Agent verhaftet Beim Luzerner Zionistenkongreß trieb sich ein jüdischer Gestapo-Agent herum, der sich B e n e b e r nannte. Er hatte offenbar die Aufgabe, die deutschen Zionisten zu bespitzeln. Nach dem Kongreß tauchte Beneber in London auf und bespitzelte dort die jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland. Schließlich wurde Beneber von Scotland Yard verhaftet und erhob dann, wie berichtet, gegen den gewesenen Präsidenten der Berliner jüdischen Gemeinde, Direktor Georg Kareski, die Beschuldigung, daß dieser im Dienste der Gestapo stehe. Bis heute ist es nicht gelungen, diese von Beneber gegen Kareski erhobenen Beschuldigungen auf ihre Stichhältigkeit zu überprüfen. Beneber, der aus England ausgewiesen wurde, kehrte nach Deutschland zurück. Sein wahrer Name ist Schwarzer. Nun kommt aus Berlin die Nachricht, daß Beneber-Schwarzer wegen Rassensohande verhaftet wurde. Offenbar ist er der Öffentlichkeit schon zu sehr bekannt und die Gestapo kann ihn daher nicht mehr brauchen. Eine Anklage wegen „Rassenschande“ ist das bewährteste und billigste Mittel, sich unbequemer Personen zu entledigen. » Ring der Alte Herren-Verbande Das neue Heim des Ringes in dem Hause I. , Kohlmarkt 8, 1. Stock, wird am 3. Oktdber bezogen. Die Räume sind zweckentsprechend eingerichtet und enthalten unter anderem einen großen Vortragssaal sowie ein Lesezimmer, in welchem vor allem die jüdischen Zeitungen aufliegen. Die feierliche Einweihung wird am II. Oktober, um 7 Uhr abends, durch Landesrabbiner Dr. Rimalt vorgenommen werden. Moadon-Chajes, 9. Bezirk, Währingerstraße Nr. 6—8 (Heim der Bezirkssektion VIU/IX, Eingang auch Hörigasse.) Montag, den 5. Oktober, um 8 Uhr, hält Redakteur Bruno Heilig einen Vortrag über das Thema „Englands Weltpolitik, Palästina und das Schicksal der Juden“. Anschließend eventuell Diskussion. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Jüdischer Liederabend. Samstag, den 8. Oktober, halb 9 Uhr abend, findet im Konzertsaal „Post“ (I., Fleischmarkt) ein jüdischer (neu-hebräisch und jiddisch) Liederabend von J. Segal-Rosenbao-h statt. Am Klavier: LiliRiegJer. Mitwirkend: Wiener jüdischer Gesangverein, Dirigent: Dr. Kurt Pahlen.^Eintrittskarten von 80 Groschen bis 2 Schilling bei Jüdischer Kultursfcelle, I., Franz-Josefs* Kai 3. Spende. „Blinder Jodtf* fi Der große Tempel von Tel-Aviv Mitteilungen der Isr. Kultusgemeinde Am Samstag, den 10. Oktober d. J. (Schabbas-B’reschis), um 3 Uhr nachmittags wird in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen der erste Jugendgottesdienst des Schuljahres 1936/37 für die Schüler und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen abgehalten (im XI. Bezirk am Freitag abends gemeinsam mit dem der Erwachsenen). Die besonderen Jugendgottesdienste für die Unterklassen der Mittelschulen im II., IX. und XX. Bezirk finden in den Synagogen, II., Tempelgasse 3, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11, um K5 Uhr nachmittags statt. Der feierliche Jugendgottesdienst ist mit Ma tauwo zu eröffnen; nach dem Gebet für das Wohl des Vaterlandes ist die erste Strophe der Bundeshymne zu singen. In der oben angeführten Einteilung finden die Jugendgottesdienste sodann allabendlich statt. Maskir-Andachten am Schemini-Azereth- Feste. Zui Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah“ veranstaltet der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Sohemini- Azereth-Feste Donnerstag, den 8.1 Oktober, um 6 Uhr früh, im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter-Tempel, II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Festsaale des Hotels „Post“, I., Fleisohmarkt 24, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Predigten In den Gemeinde- und Bezirkssynagogen am Laubhüttenfeste. Am Vorabende und am ersten Hauptfeiertag des diesjährigen Laubhüttenfestes werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: Am Mittwoch, den 30. September 1936 (Beginn des Gottesdienstes um 5.30 Uhr abends): HI., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer; IX., Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. Am Donnerstag, den 1. Oktober 1936 (Beginn des Gottesdienstes 8 Uhr früh): I., Seitenstettengasse 4, Rabbiner Dr. J. M. Bach; H., Tempelgasse 5, Oberrabbiner Dr. I. Taglicht; V., Siebenbrunnengasse la, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer; VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIH., Neudeggergasse Nr. 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A. Weiner; XIII., Eitelbergergass5 22, Rabbiner Dr. M. Lewin; XV., Turnergasse 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels; XVI„ Hubergasse 8, Rabbinatskandidat A. Badler; XVm., Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Wegen der Luftschutzübung beginnt der Freitagabendgottesdienst am 2. Oktober 1. J. in allen Tempeln der Israelitischen Kultusgemeinde ausnahmsweise bereits um 5 Uhr abends. Am Schemlni-Azereth-(Beschluß-)Feste werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: Am Mittwoch, den 7. Oktober 1936, Vorabend des Schemini-Azereth-(Beschluß-)Festes, Beginn des Gottesdienstes 5.20 Uhr abends: IX., Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. Am Donnerstag, den 8. Oktober 1936 (Schemini- Azereth-(Beschluß-)Fest, Beginn des Gottesdienstes 8 Uhr früh: I., Seitenstettengasse 4, Oberrabbiner Dr. I. Taglicht; II, Tempelgasse 5, Rabbiner Dr. M. Rosenmann; IH., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer; V., Siebenbrunnengasse Nr. la, Rabbiner Dr. M. G. Mehrer; VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VHI., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A. Weiner; XIII., Eitelbergergasse 22, Rabbiner Dr. M. Lewin; XV., Turnergasse 22, Dozent Dr. H. J. Zimmels; XVI., Hubergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach; XVIII., Schopenhauerstraße '39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter, XX., Kluckygasse 11, Rabbiner D. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Landau. Ladischtager in den Jüdischen Künstlerspielen „Schlojme Salmen Piewtschik“ ist die Geschichte eines Schlemihls, dem alles, was er unternimmt, schlecht ausgeht. In dieser Komödie treten David Seidermann und Chana L e r n e r ihr Wiener Gastspiel in den Jüdischen Künstlerspielen an. David Seidermann, der als der beste Sänger des jüdischen Theaters gilt, wird in „Schlojme Salmen Piewtschik“ eine Reihe seiner berühmtesten, auch von Schallplatten her bekannten Lieder zum Vortrag bringen. Wie alljährlich, wird Konzertmeister Prof. Max Geiger die Eröffnungspremiöre dirigieren. Die Novität bleibt ab 3. Oktober, täglich halb 9 Uhr abends, auf dem Spielplan, auch Sonntag, den 4. Oktober, halb 4 Uhr nachmittags, wird „Schlojme Salmen. Piewtschik“ bei ermäßigten Preisen in der Originalpremiörenbesetzung gespielt. Der Hafen von Tel-Aviv im Bau -X'. r» Helft den jüdischen Studenten! Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in der Mensa academica judaica ein Mittagessen — oft die einzige Mahlzeit des Studenten — ohne jedes oder nur um ein sehr geringes, an die tatsächlichen Gestehungskosten nicht heranreichendes Entgelt zu bieten, ist zu Beginn des neuen Schuljahres jeder Geldmittel bar. Um doch die Mensa academica judaica, in der hunderte jüdische Studenten ausgespeist werden, wieder eröffnen zu können, sieht sich der genannte Verein gezwungen, die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Öffentlichkeit auf diese, für die jüdische Studentenschaft lebenswichtige Institution zu lenken und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen. Adressen für Geldsendungen: Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, IX., Lazarettgasse Nr. 6. Postsparkassenkonto Nr. D 30.372. Jüdische Kulturstelle — Photosektion, I, Kal 3, R 28-2-36. Führung: Sonntag, den 4. Oktober, um 10.30 Uhr, durch1 die Ausstellung Helmar Lerski „Der Mensch“, unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Max Eisler. Treffpunkt: I., Bräunerstraße 11. Jüdische Kunststelle Neuanmeldungen für die diesjährige Spielsaison werden ganztägig entgegengenommen. Die Mitglieder erhalten ermäßigte Karten für sämtliche Privat- und Bundestheater und Konzerte. Leihbibliothek Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaica gegen geringe Leihgebühren in der Leihbibliothek der Jüdischen Volkshochschule. (Auch für Kunststelle-Mitglieder.) Jüdisches Kulturtheater, I., Kai 3, R 28-2-36. Täglich, 20 Uhr, „Die Grenze“ von Cederlund und Dahlberg, deutsch von Albert Ganzert. Regie: Walter Steiner. GROSSFLE'SCH HAU E R E i IIEGM. KORNMEHL ZENTRALE IX., BERGGASSE NUMMER 19 TElFPWONNUMNWEft A 17-3-99 und A 1*-9-34 Lieferant tür Heilanstalten Abteilungen ». -'^□•Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Ratablnats der Israelltlschen Kultusgemeinde Wien Autozustellung kostenlos IX., Berggasse 15, XVIII.,Währingerstraße 7 FILME Filme ohne Arier-Paragraph Luni-Park. — Chikago-Gangster. — Kein Weg zurück. — Singing Kid. — Rosemarie. —- Metropolitan. — Bankräuber ln U. S. A. — Sie heiratet ihren Chef. — Kaiser Jones. — Die Insel der Haifische. — Romeo und Julia. — Liebe vor dem Frühstück. — Der König der Frauen. — Under two Flags. — Der Liebling der Frauen. — Die Botschaft an Garzia. —■ Amateur-Gentleman. — Mr. Deeds geht in die Stadt. — Ein Schrei in der Nacht — Luxuskabine 50 B. — Der kleine Rebell. — Peter Ibbetson. — Schwester Florence. — Fräulein Lilli. — Küß nicht im Kino. — Der chinesische Spürhund. — Taraß-Bulba. — Hel6ne. — Der Kampf um die Barbee-Farm. — Der Mann, der Wunder wirkte. Ginger Rogers — Admiral von Texas- „Die Matrosen kommen“, der neueste Film von Fred Astaire und Ginger Rogers, der neben einer Fülle neuartiger Einfälle nicht weniger als sieben Originalschlager von Irving, Berlin, bringt, gelangt bereits demnächst als ein Höhepunkt der diesjährigen Filmsaison in Wien zur Uraufführung. Nächste Wiener Filmsensation:: „Silhouetten*4 von Walter Reisch. „Silhouetten“ ist der vorläufig letzte Wiiener Großfllm von Walter Reißch, dom Autor von „Maskerade“ und dem Autorregisseur von „Episode“. Durch Filme dieser Klasse ist der Wiener Film weltberühmt geworden. Während „Maskerade“ in der Vorkriegszeit, „Episode“ in der Inflationszeit spielte, rollt die lebensnähe Handlung von „Silhouetten“ in unserer Zeit ab. Staatsanwalt erhält Höllenmaschine. Der neue Sensationsfllm der Metro-Goldwyn-Mayer, welcher unter dem Titel „Der letzte Gangster“ in Wien erscheint, schildert den Kampf des amerikanischen Gangstertums gegen die Polizei. Die Gangster scheuen auch nicht davor zurück, mit Höllenmaschinen gegen den Staatsanwalt vorzugehen und seine Braut zu entführen, um ihn zu zwingen, den Kampf aufzugeben. Die Hauptrollen spielen Franchet Tone, Joseph Calleia, Stuart Erwin und Madge Ewans. „Der Mann, der Wunder wirkte.“ H. S. Wells' neuestes Werk ist der Film „Der Mann, der Wunder wirkte“, in dem er die Frage erörtert, was geschehen würde, wenn die Menschen plötzlich die Macht und die Fähigkeit hätten, Wunder zu wirken. Die Titelrolle spielt Roland Young, seine Partnerin ist die schöne Joan Gardner. Heute: „Der kleine Lord.“ Heute erscheint Im Rotenfcurm-Kino der Film „Der kleine Lord“ mit Freddie Bartholomew. in der Titel-* rolle,