Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 584 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Qte ^Stimme V. b. b. 20 g Nr. 584 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, 30. September 1936 14* ticchri 5697 10. Jahrgang billige Relsän nach POLEN Abfahrl: Jeden Sonntag Anmeldungen Polnisches Reisebüro „ORBIS11 i„ KärntnerstraBe 41. K 21-5-78 Oesterreich. Verkehrs-Büro l„ FriadrlehstraBe 7 B 27-500, Weitere jüdisdie Persönlichkeiten in Deutschland verhaftet Berlin, 28. September (JTA). Nachdem vor wenigen Tagen der Berliner Rabbiner und Schrif tsteller Dr. Emil C o h n - Bernhard verhaftet worden war, schritt min . die Berliner Geheime Staatspolizei zur Verhaftuiug des bekannten zionistischen Führers Dr. Franz Meyer, der als Vertrauensmann der Zionistischen Vereinigung die Funktion eines, zweiten Generalsekretärs der Reichsvertretung der Juden in Deutschland ausübt, sowie des Dr. Benno Cohn, Mitglied des Vorstandes der Reichsvereinigung der jüdischen Kulturbünde, und des Räb- ■ biners Dr.' Max Nußbaum. Ein Grund für die Verhaftungen wurde'nicht gegeben, Emil Cohn und Dr. Nußbaum wieder frei Berlin, 2,8. September. Die beiden in der vorigen Woche verhafteten Rabbiner Emil Bernhard Cohn und Dr. Max Nußbaum sind aus der Haft entlassen worden. (Regelmüßiger ReiBediensl dei CzernowltaEer Allgemeinen Zei.'uni Polen und Czernowllz Nächste Ab lahr len: 11. und 25. Oktober; Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Marlenbrück©“, 'I.f Kötenturmstraße 26, Tel. R 24-2-86/8? Außenminister Eden: Das kann so nicht weiter gehen Genf, 28. September. Zu Beginn der Palästinaaussprache im Völkerbundsrat gab der britische Außenminister Anthony Eden eine eingehende Erklärung ab, in der er Entstehen und Verlauf der Unruhen im Mandatsland Palästina schilderte und auf den Beschluß der englischen Regierung hiiiwies, eine Königliche Kommission mit Lord Peel an der Spitze nach Palästina entsenden, die an Ort und Stelle die Ursachen und die Folgen der Unruhen studieren, die Wünsche und Beschwerden der I Juden und Araber, soweit sie sich auf das Funktionieren des Mandats beziehen, ent- ' gegennehmen und der Regierung Vorj Schläge machen soll. Die Kommission werde! auch Mittel und Wege suchen, wie das 'ganze Verhältnis zwisch e n Arabern und Juden auf eine gesündere Basis zu stellen sei. Leider aber — so fuhr Minister Eden fort —- könne er den Zeit- 'punkt der Abreise der Königlichen Kom- ■ mission nicht genau a n g e b e n, da die Unruhen in Palästina fortdauem. Die Un- RONACHER im Oktober sein Medium 10 neue Stars Täglich i 4 und 8 Uhr Sonntag 8» 5 nnd 8 Uhr REGELMÄSSIGE EXPRESS- UND POSTLINIEN NACH ÄGYPTEN - PALÄSTINA - SYRIEN * GRIECHENLAND - TÜRKEI ★ LEVANTE - INDIEN - OSTASIEN SCHWARZES MEER GESELLSCHAFTSREISEN IN VORBEREITUNG: ÄGYPTEN (KAIRO-LUXÖR-ASSUAN), DEZEMBER 1936 INDIEN, DEZEMBER-JÄNNER 19^6/37 Auskünfte: LLOYD TRIESTINO, Wien, l., Kärntnerring 6, und! alle Reisebüros ruhen erfordern immer neue Menschenopfer. Das könne nicht so weitergehen. Die englische Regierung habe eingesehen, daß ein rascher Eingriff not tue, und habe militärische Maßnahmen von einer Art ergriffen, die es wohl möglich machen werde, daß die Arbeit der Kommission bald beginnen und in Ruhe geführt werden könne. Völkerbund drängt England Nach Eden sprach der Berichterstatter der Mandatskommission des Völkerbundes, der darauf hinwies, daß die Mandatskommission am 27. Oktober zusammentreten weide und den Wunsch hege, bis dahin einen Bericht der Königlichen Kommission zu erhalten. Da nun die . Unruhen förtdauern und die Entsendung der Kommis-, sion sich verzögert, sei die Besorgnis gerechtfertigt, daß die Mandatskommission , bei ihrem Zusammentreteö keine hinjreichenden Erklärungen werde erhalten können, ln seiner Antwort gab Minister Eden die Erklärung ab, daß die Sorgen Palästinas gleichzeitig die Sorgen Englands seien und daß sich England seiner Verantwortung bewußt sei. Die britische Regierung könne . keineswegs, so fügte Eden hinzu, eine Änderung ihrer Politik in Palästina in Erwägung ziehen, bevor sie den Bericht der Sonderkommission erhalten habe. . Zum Schluß ermächtigt^ der Völkerbundsrat die Mandatskommission, jederzeit einen Bericht von der englischen Mandatarmacht zu verlangen. Sofort Streikabbruch oder Kriegszustand Arbeitskarte für deutsche Flüchtlinge in Frankreich Genf, 28. September. Der Vizepräsident des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer, Grumbach, berichtete vor der sechsten Kommission des Völkerbundes über die Art, wie Frankreich das Statut für die deutschen Flüchtlinge verwirklicht Es wurde eine beratende Kommission eingesetzt in der die Flüchtlinge vertreten sind. Den Flüchtlingen werde in weitestem Maße die Arbeitskarte gegeben werden. Grumbach sprach den Wunsch aus, daß eine möglichst große Zahl anderer Staaten dem Beispiel der französischen Regierung folgen möge. . Die zweiklassige Jüdische Handelsschule veranstaltet aus Anlaß des am 22. September begonnenen Unterrichtes, am I2. Oktober I936, im großen Festsaal des Hotel „Bayr. Hof“ eine Große Eröffnungsfeier PROGRAMM: Einweihung: S. E. Herr Oberrabb. Dr. lsr. Taglicht, Herr Oberkantor Fränkel und Chor des polnischen Tempels, Festreden: Herr Staatsrat Präs. Dr. Desider Friedmann, u. a. Künstler. Teil: Fritz Grünbaum, u. a. Eintrittskarten in der Direktion II., . Taborßtraße 39, bis längstens 7. Oktober erhältlich. Ungestörte Einwanderung Die Agentur Havas hat die Meldung verbreitet, daß 700 jüdische Palästina-Auswanderer in Polen zurückgehalten . worden seien, weil England für Oktober, keine Einreisebewilligungen nach Palästina erteilt. Wie das Palästinaamt der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitteilt, entbehrt diese Meldung jeder Begründung. Erst vor kurzem sind 230 Auswanderer aus Polen und den baltischen Staaten nach Palästina abgegangen, ohne daß ihnen irgend welche Hindernisse boreitet wurden. Tausend Auswanderer treten von Konstanza iius an Bord der „Polonia“ die Überfahrt nach Palästina an und sollen programmgemäß am 27. September in Haifa eintreffen. Für Oktober eind 400 Auswanderer zur Überfahrt nach Palästina vorgemerkt. Jerusalem, 28. September (JTA.). Gut unterrichtete Kreise in Jerusalem erklären, es stehe die Verkündung des Kriegszustandes in Paläs.t-ina unmittelbarbevor; einzig ein 'sofortiger Abbruch des Streiks und des Terrors seitens der Araber könne diese Maßnahme noch verhindern. ■ , i: Ein großer Teil der arabischen. Bevölkerung, insbesondere die Zitruspflänzer, wartet mit Ungeduld auf einen Aufruf, der angeblich von' den arabischen Königen an’ die Araber Palästinas erlassen werden soll. In diesem Aufruf soll die arabische Bevölkerung aüfgefordert . werden, den Streik zu beenden. Es heißt, daß darauf .abzielende Vermittlungsverhandlüngen von dem irakischen Konsul in Haifa geführt werden. .; ' Schwerer Terror gegen arabische Dörfer Die arabische Bevölkerung bekommt den Terror der Banden jetzt nicht weniger zu Warschau, 28. September. (JTA.) Der stellvertretende Leiter der Einwanderungsabteilung der Jewish Agency, Elijabu Dobkin, dör sich gegenwärtig in Warschau aufhält, wo er an einer Landestagung des Hechaluz in Polen teilgenommen hat, erklärte, daß die Verhandlungen mit der Palästinaregierung über die Ausgabe des neuen Schedule demnächst aufgenommen werden würden. Der jüdischen Wirtschaftdrohe eine Katastrophe, wenn. Palästina nicht in den nächsten zwei Monaten 10.000 neue Arbeiter bekommt, Auch die spüren als die Juden. Bewaffnete Banden führen dauernd. Überfälle auf arabisch e-Dörf:er aus, um Kontributionen zu erpressen. Vielfach leisten die - Dorfbewohner Widerstand .und ' es kommt. zwischen ihnen und den Angreifern zu Schießereien. Kronrat in London ./London, 29. September. (Privat.) Vorgestern hat beim König Eduard eine Ministerkonferenz stattgefunden, die sich mit der Lage in Palästina befaßte. Es wurde über die Proklamierung des Kriegszustandes beraten, .jedoch noch kein .Beschluß gefaßt. Doch heißt es, daß diese Maßregel zu Ende dieser Woche verkündet werden wird. Die Proklamierung soll zur gleichen Zeit in London .und in Jerusalem erfolgen. Inzwischen haben die arabischen Könige eine neue Vermittlüngsaktion eingeleitet. Es verlautet, daß sie die bedingungslose Einstellung des Streites anraten und daß das Arabische Komitee diesmal zum Einlenken bereit ist. Mitglieder der Palästinaregierung seien sich der Tatsache wohl bewußt, daß . für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes neue Kräfte gebraucht werden. VII., KAISEBSTBASSE 123 * IX„ ALSERSTRASSE 6 An Sonntagen „FRÄNCOPOL“-Sonderfahrten nach POLEN und CZEMMTZ Poln. Verkohrsbllro „Francopol“ HL, Sohwarzenbergplata 7 / Tel. 016-4-90 NHchsto Abfahrten: 11. und'25. Oktober „Cedok'V 1., KärntnerstraBe 32, Tel. R 23-4-88 GerngroB, VU., Mariahilferatr. 42, Tel. B 38-2-68 2994 Einwanderer im August Jerusalem, 25. September.- (JTA.) Die „Offlcial Gazette“, das palästinensische Amtsblatt, veröffentlicht die amtliche Statistik der Palästinaeinwanderung im Monat August 1936. Danach sind. in. diesem Monat 2994 Einwanderer nach Palästina gekommen, von denen 109 der Kategorie von Einwanderern mit Mindestkapital von 1000 Pfund angehören. Copeland fordert politische Aktion Washington,. 25. September. (JTA.) Senator Copeland, einer der drei amerikanischen Senatoren, die vor kurzem Palästina besucht haben, hat den amerikanischen Außenminister C o-r d e 11 H u 11 in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, daß ln Palästina 12.000 amerikanische Bürger in Gefahr seien. Der Senator verlangt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bei der englischen Regierung interveniere, damit eine „positive Aktion“ zur Beendigung der Unruhen durchgeführt werde. Die Wahlen in Lodz Warschau, 28. September. Zufolge der gestrigen Wahlen für den Geaneinderat von Lodz verteilen sich die Mandate auf die einzelnen Parteien wie folgt: Sozialisten 34, Nationalpartei 27, jüdische Gruppen 11. Die Wahlbeteiligung betrug 74 Prozent. Die Bedeutung der Wahlen liegt darin, daß die antisemitischen Nationaldemokraten, die bisher die Mehrheit im Gomeinderat hatten, aufs Haupt geschlagen wurden. Die jüdischen Mandate setzen sich aus sechs Sitzen der Zionisten und Agudisten und aus vier Sozialisten, zusammen. Palästina verlangt dringend Arbeiter