Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 581 (16.9.1936)
- Date
- 1936-09-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DU UcuUfrc- T&stMUtoto&c Mnfaßt 26 Seiteu! 9k ^Stimme V. b. b. 20 8 Nr. 581 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Mittwoch, 16. September 1936 29» Elul 5696 9* Jahrgang Treue dem Jiscßurv! Von Staatsrat Br. BcsUler Frieümann Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde ORBIS billige Reisen nach POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Polnisches Reisebüro „ORBIS“ I., Kärntnerstraßa 41, R 21-5-78 Oesterreich. Verkehrs-Büro I, FriedricHstraBe 7, B 27-500, I., Graben 20, U 20-0-53 General Dill in Palästina . Jerusalem, 14. September (JTA.). Der neuo Oberkommkndierende der palästinensischen Streitkräfte, Generalleutnant J. G. D i 11, ist am Sonntag, mit einem Kriegsschiff aus Malta kommend, in Palästina eingetroffen und hat den militärischen Oberbefehl übernommen. Es verlautet, daß General Dill auch weitg.reifen de politische und administrative Machtbefugnisse hat. Man erwartet die Proklamierung des Kriegszustandes in den bandenverseuohten Gebieten. Vorher machte der High Commissioner Sir, Arthur Wauchope einen letzten Versuch, die arabischen Rührer zur Raison zu bringen. Der High Commissioner hatte für Samstag den Mufti Haj Amin el Husseini, Ragheb Bey Nashash'ibi und . Aupi Bey Abdul H a d i zu sich geladen. An Sonntagen „FRANCOPOL“- Sonderfahrten nach POLEN und CZERMTZ Poln. VerifehrsbUro „Francopol“' ■ r UL, Schrot rzenborgpiatz 7 / Tel. 0 16-4-00 r Nächste Abfahrten i 27. Sept., 11. Okt. ,tCodoklk, I., Kftrntnorstraße 32, Tel. lt-23-4-88 Gerngroß, VII., Mariahilfcrstr. 42, Tel. B 38-2-68 Wauchopei Aussprache mit den Arabern Über diese Konferenz berichtet die Palcor unter dem 12. September: Der Oberkommissär übergab zunächst den Mitgliedern eine Abschrift der letzten Regierungserklärung vom 7. September und der in Aussicht genommen, neuen Maßnahmen und zog sich dann zurück. Nach dreiviertel Stunden kam er mit dem Chelsekretär und den beiden stellvertretenden Chefsekretären M o o d y und R u h i Bey Abdul Hadi wieder zurück und eröffneto die Diskussion. R c gol m II ß lg er Roisedienst der C'/epnowltKei' Allgemeinen Zeitung nach Polen und Czemowitz N ü e h b i e A h r a h i i en; 27 Sept. und 11. Old. Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Marlen-' brüclte“, I., Roteniunnstraße z(J, Tel. R 24-2-86/87 Reservieret jetzt schon Rllttze Für die Reisen zu den hohen Feiertagen Dor Mufti und seine Anhänger warfen darauf die Frage der Vermittlung der arabischen Könige auf, worauf der High Commissioner erklärte, daß dies heute nicht in Betracht käme. Auch der Hinweis des Mufti auf Nuri Pashas Intervention wurde von Sir Arthur Wauchope zuriicjsgewiesen, da dessen Vermitlungsversueno als gescheitert zu betrachten seien. Das Komitee erbat sich für eine endgültige Antwort eine Frist, dio der High Commissioner gewährte. Entscheidung der Araber bevorstehend Reutor meldet: Da in der Sitzung des Obersten Arabischen Ausschusses am Sonntag kein Beschluß gefaßt wurde, ob der Streik fortgesetzt werden soll oder nicht, wurde bestimmt, daß am Donnerstag oine Plenarversammlung der lokalen Ausschüsse aus ganz Palästina einberufen werden wird. Diese Plenarversammlung wird ontscheidon, welcher Standpunkt eingenommen und welcho Antwort dem Iligh Commissioner erteilt werden soll, Das Jahr 5697 hält in einer für die Judenheit sorgenschweren Zeit seinen Einzug. Überall, wohin wir blicken, ist der Horizont bewölkt und verfinstert. D^r Judenhaß hat. Formen angenommen,. die an die schlimmsten Zeiten erinnern, die Judennot ist erschreckend gewachsen und die Befürchtung, daß uns die Zukunft noch schwere-Prüfungen auferlegen wird, ist nur allzu gerechtfertigt. In Deutschland, das zur Zentrale der. judenfeindlichen' Bewegung geworden ist, wurde auf - dem vorjährigen Nürnberger Parteitag unter der Parole der „Freiheit“ die gesetzliche Entrechtung der deutschen Juden beschlossen. Der diesjährige: Parteitagder' nationalsozialistischen Bewegung, der unter dem Zeichen der „Ehre“ vor sich ging, brachte die Proklamierung des Kampfes gegen den „jüdischen“ Bolschewismus. Der Bolschewismus, der wahrem jüdischen Denken und Empfinden fremd ist, wurde als Produkt jüdischen Geistes ausgerufen, als Weltfeind; hinter dem sich die jüdische Aspiration au! die Weltherrschaft verbirgt. _ Bei der Exaktheit und Präzision, mit der die nationalsozialistische Propaganda ßeit jeher arbeitet, müssen wir dainit rechnen, daß die ausgegebene Parole mit der größten Vehemenz in die Gehirne eingehämmert und durch großzügige Propaganda auch in die entlegensten Länder getragen werden wird. Denn der Nationalsozialismus setzt sich zum Ziele, nicht nur die Juden im eigenen Lande zu vernichten, sondern auch die Existenz der Judenheit in der ganzen Welt, der er den Kampf angesagt hat, zu unterhöhlen und zu erschüttern. So werden , auch die Sohlagworte neuester Prägung wieder auf fruchtbaren Boden fallen. Sie werden Glauben finden, wie vorher das Lügenmärchen von den Weisen von Zion, dessen Entlarvung durch den Berner Prozeß wirkungslos geblieben ist. Denn nicht nur in Deutschland, sondern auch anderswo ist die Disposition für die kritiklose' Aufnahme aller Beschuldigungen, die man gegen uns vorbringt, in hohem Grade vorhanden. Selbst in England, dem klassischen Lande der Gleichberechtigung, hat die antisemitische Strömung einen Umfang angenommen, der die Juden dieses Landes gezwungen hat, eine Abwehrorganisation zu schaffen und öffentlich den erhobenen Beschuldigungen entgegenzutreten. Die Unruhe der Welt hat die Judenfrage im breitesten Umfang wieder aufgerollt. Aber der wahre Grund dieser Unruhe liegt nicht bei uns. Ihre Ursachen liegen tiefer, sie sind in jenen Aktionen zu finden, die darauf abzielen, die durch die Friedensverträge geschaffene Lage nicht im Wege friedlicher Vereinbarung,' sondern durch Gewalt zu ändern. An Stelle der Befriedung ist gegenseitiges Mißtrauen getreten. Ungeheure Kriegsrüstungen halten die Welt in Atem und verschärfen die Spannungen unter den Völkern. Die durch den Ausgang des Weltkrieges unterbrochene, Tendenz zur Großstaatenbildung ist in Europa wieder lebendig geworden. Mit den territorialen Expansionsbestrebungen gehen die Wünsche nach weltanschaulichen Eroberungen Hand in Hand. Ideologien, die in einem Staate siegreich vorgedrungen sind, streben über die Grenzen. So verschärft der ideologische Imperialismus den politischen Imperialismus unserer Zeit. Auch die unbedingte Entschlossenheit zur Erhaltung der eigenen politischen Unabhängigkeit und Selbständigkeit ikann die Versuche geißtiger Beeinflussung, die von der Nachbarschaft ausgehen, nicht verhindern. < Die Tragik des jüdischen Schicksals, die Gefahr lenserer Situation, die im eigenen Lager nicht mit voller Deutlichkeit erkannt und noch vielfach unterschätzt wird, hat bisher anr dem; bedauernswerten Zustande unserer Uneinigkeit nichts zu ändern vermocht.. Noch immer stehen sich in allen Ländern Gruppen von Juden feindlich gegenüber. Die Einsicht, daß wir nur geeint dem Angriff -von allen.. Seiten widerstehen können, ist noch immer nicht ' Gemeingut aller jener geworden, * die ' im' jüdischen Leben 'auf' verantwortungsvollem Posten stehen’ . Nur wenn wir uns gegenseitig achten, wenn wir die verderblichen Methoden des Kampfes gegeneinander endgültig begraben, das Gemeinsame voranstellen und das Trennende beseitigen, werden wir die Gefahren überwinden, die uns umlauern. Wer glaubt, eich vor der antisemitischen Flut dadurch zu retten, daß er sich von den anderen trennt und seine eigenen Wege geht, wer innerhalb der Judensohaft Unterscheidungen nach Herkunft oder nach anderen Gesichtspunkten betont und sich dadurch an der Solidarität unserer Gemeinschaft versündigt, schließt sich selbst aus und verliert dadurch das Recht, als Mitkämpfer an unserer gefährdeten Front zu zählen. Es ist kein Zufall, daß diese Frondeure auch außerhalb der Reihen des gesamten Judentums stehen, das gegenwärtig in Bewunderung der Geschlossenheit und der Widerstandskraft des Jischuw an dem opfervollen Kampf um die nationale Heimstätte in Erez-Israel mit brüderlicher Sympathie teilnimmt. Palästina ist für uns der Prüfstein jüdischer Solidarität. Wer nicht die Erkenntnis aufbringt, daß es in dieser Zeit für alle Juden, in welchem Lager sie immer stehen, heilige Pflicht ist, das durch die Arbeit und das Blut der Besten unseres Volkes geschaffene Werk mit allen Kräften zu verteidigen, den kämpfenden Brüdern den Beweis unverbrüchlicher Treue zu geben, dem geht der Sinn für jene Einigkeit ab, dio das Gebot der Stunde ist. Allen Freunden und lieben Gästen die besten Wünsche zu den Feiertagen Indüsltoie Jenny Gesund - IX, Pcrzellangasse 39 Met ro- Goldivun - M &y e r GALA SAISON IÄ 6 tU C E; T/;; COSSAtT OPERN KINO I. tun KINO l. |,V _ BEGINN : BEGINN ‘.%3* Blum-Rydz-Smigly über Antisemitismus Der Warschauer „Moment“ meldet aus London, daß bei der Unterredung anläßlich des Besuches des polnischen Generalissimus R i d z - S m i g 1 y mit dem französischen Ministerpräsidenten Blum auch die Judenfrage in Polen besprochen worden sein soll. Ministerpräsident Blum habe die fast täglich in Polen sich ereignenden Judenexzesse zur Sprache gebracht, woraufhin Generäl' Ridz- Smigly versichert habe, diepolnische Regierung, verfolge keine judenfeindliche Tendenz. Sie werde eine Erklärung veröffentlichen, in der sie gegen Rassenhaß und unterschiedliche Behandlung von Juden auftreten werde. Eine Bestätigung dieser Meldung ist von amtlicher Seite bisher nicht erfolgt. Kareski nicht mehr Führer der Kulturbünde Berlin, 11. September. (JTA.) Auf der letzten Reichstagung; der K u 11 u r b ti n d e der Juden wurde eine neue. Exekutive dea Reic.hsverbändes _ der jüdischen -K'dlturbünde, bestehend au« Dr. Kurt Singer als Präsiden-» ten,* ferner aus Dr.' Bennoi Co h n,r- Dr; Max Wiener und Div Werner Lev i e eingesetzt. Die drei letzteren sind Zio> isten ,1 , Georg. Kar es ki, der Führer der.'Staatszionisten (Revisionisten)' in Deutschland, der seinerzeit vo i Hinkel, ohne daß die jüdischen Kreise befragt wurden, an die Spitze der Kulturbünde berufen, wurde, fehlt auf der Liste der neuen Exekutive. VII., KAISERSTRASSE 123 ★ IX., ALSEBSTRASSE 6 Jeder Zionist > muß mithelfen bei den Wahlen. Wenden ' Sie. sich sofort., bei Ihrer Bezirkssektion! Die Adresse der Sektion finden Sie auf Seite 7 dieser Zeitung. Generalleutnant J. G. Dill, der neue Oberkommandant der Palästina-Streitkräfle Englands