Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 570 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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<Dk ^Stimme V. b. V. 20 8 Nr. 570 JÜDISCHE ZEITUNG Wien, Freitag, 7. August 1936 19. Aw 5696 9* Jahrgang ORBIS binige aeisen POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Poln. Reisebüro „O R B IS“ I Oesterreich. Verkehrs - Büro I., Kärntnerstraße 41, R-21-5-78 | I., Friedrlohstr. 7, B-27-500, I., Graben 20, 0-29.0-35 Militärische Aktion iin judäischen Bergland 18.000 jüdische Einwanderer in sieben Monaten Jerusalem, 5. August. (JTA.) Das Einwanderungsd epar tmen t der Jewish Agency teilt mit, daß in den ersten sieben Monaten des Jahres 1936 nach Palästina 18.000 Juden, unter ihnen rund 4000 Kapitalisten, gekommen sind. Die hebräisoho Presse fordert, daß, falls im Zusammenhang mit dem Eintreffen der Untersucihumgßkommißsion die jüdische Einwanderung vorübergehend eingestellt werden sollte, die Juden die Kommission boykottieren. An der Mole in Te.l-Aviv ankerten heute vier Schiffe, die Nahrungsmittel brachten und Paktstmaprodmkte für Auslandsexport aufluden. »..POLEN billigst und bequem nächste Abfahrt 9., 16. u. 23. August. Rückfahrt 14. September usw. Auskünfte erteilt Dr. S. Tocker Anmeld, im Reisebüro „In die Weil4* (W. N. Renner), IX., Uechtensteinstr. 2 (beim Scbottenring), Tel. A14-504 Im Juli 2100 Einwanderer Jerusalem, 3. August. (JTA.) Im Verlauf des Monats Juli sind' rund 2100 Juden als Einwanderer nach Palästina gekommen. 1000 Palästina-Einwanderer aus Polen im August Warschau, 3. August. (JTA.) Das Warschauer zentrale Palästinaamt hat für August 1936 einen Auswanderungsplan fertiggestellt, der die Abfertigung von drei Transporten mit 1000 Auswanderern nach Palästina vorsieht. Billige IRUT-Relse nach Polen nCernowitz am 9« f 19. und 23. August 1936 I IRUT, I„ Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79 Jüdische Mittelschule in Berlin Berlin, 3. August. (2FTA.) Wie . die Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin bekannt gibt, haben Vorstand und Repräsentantenversainmlung der Gemeinde beschlossen, in Berlin eine jüdische Mittelschule, voraussichtlich in der Art eines Reform-Realgymnasiums, zu errichten. Die Entscheidung der Staatsaufsichtsbehörde steht noch aus. Auch beten läßt man sie nicht Bremen, 5. August. (JTA.) Den Juden Bremens stand seit 30 Jahren der große Union-Saal als Betsaal an den Hohen Feiertagen zur Verfügung; j,etzt dürfen sie ihn nicht mehr benützen, auch andere Privatsäle sind ihnen nicht zugänglich. Der Vorstand der «Jüdischen Gemeinde bittet darum die Inhaber von Plätzen in der Synagoge,-in den Stunden, in denen sie am Gottesdienst nicht teilnehmen, ihre Plätze anderen Andächtigen zu überlassen. Die Blutlüge In England London, 4. August. (JTA.) Der General- Staatsanwalt von England Sir Donald Somervell, hat angekündigt, daß er ein Verfahren gegen die Zeitschrift „The Fascist“, das Organ der von M o s 1 e y geführten British Union of Fascists, wegen eines in der Nummer vom 4. Juli erschienenen Artikels einleiten werde, in dem gegen die Juden die Beschuldigung des Gebrauchs von Mensohenblut zu rituellen Zwecken erhoben wird. Jerusalem, 3. August (JTA.). Militär und Polizei haben eine Aktion zur Säuberung des jüdischen Berglandes von den die Straße Jerusalem—Tel-Aviv bedrohenden Banden unternommen. Mehrere Höhlen, die den Wegelagerern als Unterschlupf dienten, wurden mit Dynamit gesprengt. In dem Dorfe Mugliar ist eine Werkstätte zur Erzeugung von Bomben entdeckt worden. Der Besitzer des; Hauses wird von der Polizei gesucht. In Safed wurde ein arabischer Polizist, erschossen. Der Täter entkam. Bei der Ver- Es wurde miitgeteilt, daß in mehreren Ländern schon Organisationen für die Schaffung des Instituts ins Leben gerufen worden sind, und daß auch bereits namhafte Summen für die Verwirklichung dieses Plans aufgebracht wurden. Nach einer kurzen Aussprache wurde folgende Resolution gefaßt: . „Die anläßlich des XI. Internationalen zahnärztlichen Kongresses aus allen Ländern in Wien versammelten jüdischen Zahnärzte begrüßen die . Gründung des Zahnärztlichen Forftbildiingsinßtituts in Palästina. Sie versprechen und verpflichten sich, in ihren Ländern dauernd für dieses zu wirken und zu arbeiten. Jedes Land schafft für sich die Organisation, die für das betreffende Land die geeignete ist. Die Versammlung Marienbad, 4. August. (JTA.) Im Festsaal des Hotels Gontinental zu Marienbad wurde heute vormittags der vorbereitende Weltkongreß (Knesßio Mechino) der Agudah feierlich eröffnet. Die Eröffnungsansprache hielt der Vorsitzende des Zentralrates, der frühere Deputierte des polnischen Sejm, Oberrabbiner AaTon L e w 1 n aus Rzeszow, der in einem mit großer Spannung angehörten Referat ßioh mit den gegenwärtigen Problemen des jüdischen Volkes auseinandersetzte. Oberrabbiner, Lewin gedachte, der Opfer der U nruh en in Palä stina und erklärte: „Das jüdische Volk wird alle Anfeindungen und Gehässigkeiten überstellen. Palästina war, ist und bleibt ein Jüdisches Land. Aber von der Knesslo Mechino soll auch ein Ruf nach innen, an alle unsere Örüder, ergehen, den Weg zur Thora zurückzufinden. Mit offenen Armen will die Agudah alle diejenigen empfangen, die mit ihr zu der Erkenntnis kommen, daß die Thora Ausgangspunkt der tausendjährigen sorgenfolgung der Spuren der Araberbande, die den jüdischen Hilfspolizisten Jechiel Haimowitz in Kfar Sab erschossen hat, wurden von der Polizei in einem 18 Kilometer entfernten Dorf mehrere Araber verhaftet. Wiederholte Versuche, jüdische Läden und Autos in Zemach am Südende des Tiberiassees anzugreifen, wurden von Polizei und Angehörigen des transjordanischen Grenzkorps zurücikgewiesen. In Benjaminä wurden 500 Orangenbäume umgehauen. Ein schwerer Angriff auf Sedsohera wurde ohne Verluste abgewiesen. hält es für zweckmäßig, daß in Palästina eine Zentrale geschaffen wird, an die regelmäßige Berichte . zu senden sein werden. Dies Zentrale wird Kollege Lewin Epetein leiten.“ Die europäische Zentrale befindet eich in Wien, -IX., Türkenstraße 15. Zuschriften sind au richten an Herrn Dr. E. Kellner, IX., Türfcenstraße 15, Wien. Die Initiative zur Schaffung des Instituts, das auf dem Soopusberg errichtet werden wird, stammt von Professor Dr. Gottlieb, der in der Wiener Versammlung auch das Referat gehalten hat. Professor Gottliebs Ausführungen wurden von den jüdischen Zahnärzten mit begeisterter Zustimmung aufgenommen. vollen, aber ruhmreichen Vergangenheit war, und daß nur sie auch in Zukunft uns zu erhalten vermag.“ Der Präsident der Agudah, Jakob Rosenheim, gab einen historischen Rückblick auf die Entstehung der Assimilation ira Judentum und das Aufkommen des Zionismus, um sich daun den aktuellen Problemen des Judentums zuzuwondon. Die Agudah befürwortet nach wie vor eine Zusammenarbeit aller bestehenden großen jüdischen Körperschaften auf ß ach lieh er Basis. Die Arbeit für die Golah, sagte er, darf ob der Größe der Aufgabe in Palästina nicht vernachlässigt werden. Der Orthodoxie muß der ihr gebührende Einfluß auf die Betreuung der jüdischen Einwanderung eingeräumt werden. In Palästina ist eine Verständigung mit den Arabern anzustreben, weil eine Sicherung durch Tanks und Flugzeuge auf die Dauer untragbar ist. Im Rahmen des Kongresses findet auch eine Jugendtagung statt, die sieh u. a. gegen eine Vereinigung der Poale Agudas Jisroel AN SONNTAGEN »FRANCOPOL«- SONDERFAHRTEN nach POLEN und Czernouitz Poln. Verkehrsbüro »Francopol«, III., Schwarzenbergplatz 7 Tel. U 16-4-90 >Cedok«f I., Kärntnerstraße 32, Tel. R 23-4-88 * »CCdOK«, 1., Karntnerstraße 52, lei. K 25-4-88 U., iO. D. /j. AllyDSl Gerngroß, VII., Mariahilferstraße 42, Tel. B 38-2-68 Zahnärzte-Akademie in Palästina Die zuin Zahnärztekongreß in -Wien eingetrpf Seiten jüdischen Ärzte haben Mittwoch lm Saal der Zionistischen Bezlrksorganisätion VIII/IX in der Hörigasse eine Versammlung gehalten, in der die Gründung eines zahnärztlichen Fortbildungsinstituts in Palästina beschlossen wurde. Es waren über hundert Vertreter aus dreizehn Ländern anwesend. Agudah-Tagung in Marienbad Zusammenschluß der religiösen Gewerkschaften rvrra CAROLA LC PRESTON POSTER Vftj^gnWW ab heutet BURG'-IMPERlAb STAFA-VOIIVPARK«- mit dem Hapoel Hamieraehi in Palästina #. Marienbad, 5. August. (JTA.) In der Nacht zum Mittwoch, 5. August, hielt der vorbereitende Kongreß der Weltorganisation der Agudas Jißroel eine Sitzung, in der der Präsident der Poale Agudas Jisroel (Arbeiterflügel der Aguda) in Palästina, Doktor Isaak Breuer, der vom Zug direkt in den Tagungsßaal kam, ein aufsehenerregendes Referat gab. Der Hapoel Hamisrachi (Arbeiterflügel der orthodox-zionistischen Misrachi-Organisation) — so teilte Dr. Breuer mit — ist an die Poale Agudas Jisroel mit dem Vorschlag herangetreten, daß beide Organisationen der orthodox-jüdischen Arbeiterschaft sich zu einem „Poel Hacharedi“ (der strenggläubige Arbeiter) zusammenschließen, um sich dem „untragbar gewordenen Terror und dem Gesinnungsdruck der Histadruth Haowdin (gewerkschaftlich organisierter jüdischer Arbeiterverband Palästinas) wirkungsvoller entgegenstellen zu können“. Dr. Isaak Breuer setzte sich für die Schaffung einer solchen Vereinigung ein und ersuchte die Knessio Mechino um einen entsprechenden Beschluß. Dr. Breuer teilte weiter mit, daß der Hapoel Hamisrachi bereits einen diesbezüglichen Staüutenentwurf genehmigt hat, wonach die neuzuschaffende Vereinigung ßioh lediglich mit wirtschaftlichen und Arbeitsbeschaffungsfragen zu befassen hätte. Die Zusammensetzung der Leitung soll nach dem. fifty-fifty-Prinzip erfolgen. In religiösen Fragen entscheidet verbindlich der Rabbinisohe Rat der Agudas Jißroel. Mit dem Zur standekommein dieses Vertrages löst Hapoel Hamisrachi alle bestehend en Ve rein b a ru ng e n m it de,r Histadruth H a o w d i m. Der Beratung und Beschlußfassung in Zusammenhang mit diesem. Antrag sieht man hier mit größter Spannung entgegen. Jeden Sonntag billige Ferlen-Sonderfahrten mit der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung um. Polen .Czemowltz Abfahrten: 9. und 16. August Anmeldungen ausschließlich Reisebüro „Maiienbrücke“, I. RotenturmstraBe 36 Telephon R 24-2-86/87 Bekämpfung des Nationalsozialismus im Elsaß Paris, 5. August. (JTA.) Dieser Tage weilte in Paris eine elsäßische Delegation unter Führung des Bürgermeisters von Sultz und seines Stellvertreters Edgar Bloch. Sie wurde vom französischen Untersfcaafcssekretär de Tessau empfangen, mit dem sie die Formen der Bekämpfung der antisemitischen Propaganda im Elsaß beisprach. Do Tessan gab die Versicherung ab, claß die Regierung der Volksfront Antisemitismus und Rassenhaß verdammt. Der Präfekt der Provinz Oberrhoin erklärte, er werde die antisemitischen' Aktionen in seinem Verwaltungsbezirk energisch unterdrücken. Es wurde dabei darauf hingewiesen, daß die antisemitischen Propagandisten vom Dritten Reich her instruiert und unterstützt werden. HOR AUF, MEIN KIND, UND DEINE MUTTER WIRD DICH SEGNEN! DIE HEILUNG VON DER HASARD¬ LEIDENSCHAFT DURCH EIN BUCH PREIS S 2-92 IN ALLEN BUCHHANDLUNGEN VERLAG ZUR WAHRUNfi DER MENSCHEN¬ WÜRDE, WIEN, OBERE D0NAUSTR. 79/7