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Die Stimme · 1936-06-26 · Heft 559 (26.6.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 559 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ÜStimme JÜDISCHE ZEITUNG Nr« 559 Wien, Freitag, 26« Juni 1936 6« Tamus 5696 9* Jahrgang ^iminÄc3o?W LcRElfZ'KINO DER. SENSATIONELLE J KRIMI N ALEALL MIT . WSSm^fWi An Sonntagen t,Frai1COpOlf,*Sonderfahrten nach Polen und (zernowitz Nächste Abt.. 27. Juni abends: Rückt.: 7. Juli 1936 Poln. Verkebrsbüro „Francopol“ Ul.. Scbwarzenbergplatz 7. Tel. U 16-4-90. „Oedok“, i., Kärntnerstraße 32, R 23-4-88. Gerngroß. VII.. Mariahilferstraße 42. B 38-2-68' Zionistische Konferenz in London London, 22. Juni. (JTA.) Auf Vorschlag Meir Großmans und anderer Mitglieder des Zionistischen Aktionskomitees beschloß die Zionistische Exekutive, für Ende Juni oder Anfang Juli eine Beratung der europäischen Mitglieder des Aktionskomitees einzuberufen. Vom Katheder auf den Wachtposten Jerusalem, 23. Juni. Fritz Bodenheimer, Professor für Entomologie an der Hebrä- .ischen Universität und Schwiegersohn Ussischkins, hat sich als Wächter anwerben lassen und ist auf seinem Wunsch nach Galiläa entsandt worden. Damit hat sich das zweite Mitglied einer Universitätsfakultät in den Verteidigungsdienst gestellt; der erste 'war Dr. Reifenberg, Professor für Biochemie, der jetzt in Arza dient. Ferien- RAIE reisen nach r wbIi billigst und bequem: nlichste Abfahrt 27. Juni lind 5. Juli. Rückfahrt 7. Juli usw. Auskünfte erteilt Dp. S. Tochcr Anmeld, im Reisebürq „In die Well“ (W- N. Renner), - IX., Llechtensteinstr. 2 (beim Schottenring), Tel. A14-504 Der Tod auf der Landstraße Jerusalem, 23. Juni. Heute abends wurde ein von Haifa nach Safad fahrender Autobus zehn Kilometer von Rohs Pina entfernt von Arabern angeschossen, wobei ein Jude namens Abraham M i z r a h i getötet und drei weitere verwundet wurden; sie wurden sämtlich nach Safad ins Spital geschafft. Der getötete Mizrahi war 35 Jahre alt und von Beruf Schuhmacher; er hinterläßt eine Witwe mit sechs Kindern. Polizei und Militär trafen auf der Stelle ein. Nach einer späteren Meldung ist der Zustand der Verwundeten zufriedenstellend Der Autobus fuhr unter Eskorte nach Tiberias. Junger Palästinenser vorübergehend in Wien, von einnehmendem Äußern, Sohn vermögender ehrbarer Leute, in guter stabiler Position mit Eigenvermögen von £ 1200'—, beherrscht die hebr., engl., franz. und ital. Sprache, wünscht, da hier fremd, auf diesem Wege ein hübsches, junges Mädchen im Alter von 20 bis 24 Jahren mit entsprechender Mitgift zwecks Ehe kennen zu lernen. Kenntnis einer der vorgenannten Sprachen erforderlich. Gefl. Zuschr. unter Chiffre „17“ an die Admin. d.Bl. Königsfeier diesmal in Tel-Aviv Jerusalem, 23. Juni. Die Feierlichkeiten anläßlich des Geburtstages des Königs fanden dieses Jahr zum erstenmal in Tel-Aviv statt; bisher wurden die Feiern für beide Städte in Jaffa abgehalten. Im Rathaus fand eine Feier statt, bei der die Konsuln, englische Richter, Regierungsboamto und Vertreter jüdischer Institutionen anwesend waren. Die Stadtverwaltung sandte durch den High Commissioner ein Gratulationstelegramm. Heute abends wird in der Großen Synagoge ein besonderer Gottesdienst stattlinden. Dio Feier in Haifa war gekennzeichnet durch Salutschüsse von den im Hafen liegenden Kriegsschiffen. Für unsere Leser nur:, 33« Fahrschulen Wien, VIII., Neudeggcrg. 18 Tel. B 46-5-72 und'lnxersdorf .(Nleder-Österrelch) Prüfungserleichterung durch; v ' » Laufendes Autolm Lehrtaal jl ■v-tW.'C . Siegen werden die besseren Nerven Warschau, 23. Juni. (JTA.) Auf der Konferenz der Zentralkomitees und Parteiräte aller zionistischen Gruppen ln Polen, die ln Warschau Im Beisein von 290 Parteiratsmitgliedern der Poale Zion, der Allgemeinen Zionisten, des Misrachi, der Hitachduth, des Haschomer Hazalr und der Judenstaatspartei, sowie von etwa 100 eingeladenen zionistischen Führern ln Warschau tagte, hielt der Vorsitzende der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gur io n, ein Referat über die Lage in Palästina« ORBIS billige Reisen nach POLEN Abfahrt: Jeden Sonntag Anmeldungen: Poln. RelsebUro „ORBIS“ I Oesterreich. Verkehrs I., Kärntnerstraße 41, R-21-5-78 Büro I., Frledrlchstr. 7, B-27-500, I., Graben 20, u-29-0-35 „Die Lage ist sehr ernst“ Ich will die ganze Wahrheit sagen, erklärte Ben Gurion: Die ökonomische Lage des jüdischen Palästina ist sehr ernst. Der Umfang des arabischen Aufstandes ist sehr groß und von einer ungeheuren Kraftentfaltung, so daß auch der Jisohuw Riesenkräfte besitzen muß, um der Gefahr standzuhalten. Glücklicherweise ist der Jischuw ökonomisch gut fundiert, dies nicht zuletzt darum, weil wir in den letzten Jahren unsere kolonisatorische Position befestigen konnten. Aber das wirtschaftliche Leben is paralysiert, die Industrie schrumpft zusammen, die Kaufkraft des Jischuw erreicht ein Minimum. Da der Verkehr von einem Punkt zum anderen mit Lebensgefahr verbunden ist, liegt der gesamte Handelsverkehr darnieder. Der Jischuw macht heroische Anstreng u n g e'n, um die Verbindung zwischen den verschiedenen Orten aufrechtzuerhalten. Die jüdischen Chauffeure, die als die Verbindungsoffiziere fungieren, sind wahre Helden; es kam kein einzigesmal vor, daß sich etwa ein Chauffeur geweigert hätte, nach einem bestimmten Punkt zu fahren, mag der Weg noch so gefährlich gewesen sein. . die besseren Nerven haben wir! Der arabische Vernichtungsplan sah auch die Aushungerung des Jischuw vor. Die Fellachen, die gern ihre Produkte in die jüdischen Orte bringen wollen, erliegen dem Terror. Die Felder in den Kolonien werden am Tage bearbeitet und in der IR U T - Ferienreisen nach Polen 11. Czemitz ab 5. Juli. Aufenthalt nach Wunsch. Direkter Schnellzug. — Anmeldung Reisebüro „IRUT“, I., Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79. Nacht durch die gleichen Arbeiter beschützt; ohne diesen Schutz wäre heute der Jischuw eine große Wüste. Aber auch die menschliche Kraft hat Grenzen, und unsere Arbeiter fallen vor Anstrengung um. Wir beorderten zahlreiche jugendliche Kräfte aus den Städten nach den Kolonien. Wir müssen uns an die jüdische Weit um Stütze wenden, damit wir von dem großen Vernichtungsfeuer nicht eingehüllt werden. Mit übermenschlicher moralischer Energie vermeidet es der Jischuw, das Prinzip „Auge um Auge“ anzuwenden. Wir wissen, daß wir allein erfolgreich dem Angriff begegnen könnten, aber unsere nationale Pflicfft sagt uns, daß ein solches Auftreten Erez Israel in ein Schlachtfeld verwandeln könnte. Siegen wird der, der die besseren Nerven hat. Und die haben wir. Wir sind nicht erschrocken, der Zionismus ist stark in seinem Glauben an den Sieg des friedlichen Bauens. Aber auch die Juden in der Diaspora sind nicht erschrocken, täglich kommt jüdische Jugend aus Deutschland und anderen Ländern zu uns. Vielleicht ist die Galuth etwas zu sehr ruhig, so daß es ein wenig schon an Gleichgültigkeit grenzt. Wir vermissen das Aufflackern der Empörung und des Schmerzes. Vielleicht hat euch unser „Sieg“ im englischen Parlament in Sicherheit gewiegt? Verlaßt euch nicht auf diesen Sieg. Nicht dort suchen wir unsere Freunde, die suchen wir im jüdischenVolke. Der Jischuw braucht eure Hilfe, ihr müßt sie ihm geben! Vereinigung der zionistischen Kräfte Nach Ben Gurion sprachen Vertreter aller zionistischen Gruppen, die ihren unerschütterlichen Glauben an den jüdischen Sieg und ihr Vertrauen in die jetzige zionistische Leitung ausspraehen. Alle unterstrichen die dringende Notwendigkeit, die zionistischen Kräfte zu vereinigen und sie um die jetzige oberste zionistischeLeitungzu gruppieren. Der Sprecher der Juden Staatspartei überreichte eine schriftliche Deklaration, in der die Politik der Exekutive kritisiert wird. Er appellierte an Ben Gurion, die Versuche,1 einen Frieden mit den draußenstehenden Zionisten (die Revisionisten) .zu schaffen, wieder aufzunehmen. Palästina-Woche der polnischen Juden Die Versammlung sprach der Exekutive das unbegrenzte Vertrauen aus und proklamierte die „Palästina-Woche der polnischen Juden“ zwecks Schaffung eines speziellen Fonds zur Kräftigung des Jischuw gegen den Terrorismus. Das Unterhaus für das jüdische Palästina Die Unterhausdebatte, die am 19. Juni mit den Erklärungen des Kolonienministers eingeleitet wurde, hat den Beweis erbracht, daß die öffentliche Meinung Englands entschlossen ist, an dem Mandat und seinen Verpflichtungen festzuhalten. Wieder haben die maßgebenden Sprecher der Parteien ihre Sympathien für die jüdische Arbeit erklärt — mit der einzigen Ausnahme des Kommunisten Gallacher, der die Einstellung der jüdischen Einwanderung forderte. Die Aussprache schloß der Kolonienminister ab, der erklärte, die Dritte Internationale habe sich von allem Anfang an mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln der Ansiedlung von Juden in Palästina widersetzt. Die kommunistische Bewegung hat öl in die Flammen gegossen und ist zu einer antienglischen Kraft geworden. Die Untersuchungskommission Aus der Debatte seien noch die folgenden Einzelheiten naohgetragen: Der Kolonienminister Ormsby-Gore teilte über die Untorsuchungskommission mit: Die Kommission werde die bestehende Rechts- und Verwaltungspraxis der Palästina Regierung in FragonwieBodentransaktionen und Bestimmungen über die E i nwanderung nicht nur von Juden, sondern auch von Arabern und anderen, zu prüfen haben. Es wäre unrichtig, vor dem Ergebnis einer solchen unparteiischen Untersuchung den Entscheidungen der Kommission durch Wort oder Tat vorzugreifen. Dio Regierung könne keinerlei Änderung der Politik e r w U g e n, bevor sie nicht den Bericht der Kommission erhalten und über ihn beraten habe. Die Regierung wolle, daß Araber und Juden einsehen, daß sie beide in Palästina eine gesicherte Zukunft haben. Die Balfour-Deklaration Der Minister erwähnte die traditionelle englisch-arabische Freundschaft und sagte dann: Gleichzeitig gebe es das jahrhundertelange Streben der Juden in der ganzen Welt nach einem Zentrum in Palästina. Dieses Streben und dieser Anspruch wurden von der Regierung in der Balfour- Deklaration des Jahres 1917 formell und höchst bestimmt anerkannt. Die Deklaration wurde späterhin in fast demselben Wortlaut von allen übrigen wichtigen alliierten und assoziierten Mächten im Kriege bekräftigt und wurde schließlich in einem Mandat verankert, das Englands Vollmacht für die Herrschaft in Palästina darstellt. Die Balfour-Deklaration macht jedoch klar, daß bei der Errichtung des Jüdischen Nationalheims und der Anerkennung des jüdischen Glaubens nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte. Somit war es klar, daß wir eine doppelte Verpflichtung gegenüber Juden und Arabern hatten. Gegenwärtig herrscht ein Zustand der Befürchtung auf beiden Seiten; die Beunruhigung, die zu diesem Aufruhr führte, ist zur Hälfte psychologischer Art. Die Araber befürchten, daß die Juden das Land vollkommen beherrschen werden, sie haben Angst um die Zukunft ihres Volkstums, um die Zukunft der Heimstätten ihrer Vorfahren und ihrer Kinder. Ebenso sehr befürchtendie Juden, daß die große und wahrlich bemerkenswerte Aufbauarbeit, die sie bereits in Palästina geleistet haben, jäh unterbrochen und das Nationalheim, an das sie ihr Herz gehängt haben, zunichte gemacht werden wird; daß die Araber sie aus Palästina zu vertreiben oder sie auf den inferioren Status bloß geduldeter Fremder herabzudrücken suchen. Ich glaube ehrlich, daß alle diese Befürchtungen grundlos sind; es muß aber auch gezeigt werden, daß sie es sind. Es ist der Wunsch der Regierung, eine Lösung zu Anden, die vereinbar ist mit der grundlegenden Doppelverpflichtung des Mandats. Die Forderungen der Araber unannehmbar Admiral Taylor fragte, ob die Araber ihre Forderungen bereits formuliert hätten. Kolouienminister Ormsby-Gore antwortete, die Araber hätten vollständige Einstellung jeder jüdischen Einwanderung und des Verkaufs von Boden an Juden

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