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Die Stimme · 1936-05-29 · Heft 552 (29.5.1936) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 552 (29.5.1936)
Date
1936-05-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 552 — 20. Mai 1936 Oll STIMME Seit« 7 liehe Versuchsstation in Itechoboth zugewandt hat. Ein Riesenrelief des Emek — beinah „von Beth Alfa bis Nahalal“, wie es im Liede heißt —, in dem kein Weg, keine Feklecke und kein Hügel fehlt, führt den Betrachter in die Natur, die vor wenigen Jahrzehnten öde und malariaverscuoht war, .aber durch Fleiß, harte Arbeit und festen Zielwillen so segenspeudend wurde. GroRbritannUn Beginnen wir die Wanderung durch die einzelnen Auslandspavillons. Großbritannien, das schon lango vor der Messe mit einer intensiven Buy British-Propaganda einsetzte, zeigt vor allem Maschinen aller Art, mit der „Enzykiopädia Britanniea“ auch Kulturelles, mit herrlichen Photos und einigen Modellen und Plänen der Imperial Airways geradezu „Himmlisches“ und mit dem Stand der „I. C. I.“ gewissermaßen Ziobistisches, denn der Initiator der „Imperial Chemical Industries“ war Lord Melchett sen. und sein Sohn, der Makkabi-Ehrenprä- »ident, ist einer ihrer Hauptaktionäre. Die „I. C. I.“ importieren nach Palästina vor allem Kunstdünger, verschiedene chemische Zusatzprodukte, Motorräder und in einem gewissen Grade auch Munition; wie die Dinge bei uns liegen und knallen, wurde das Jaffaer I. C. I.-Munitionslager von der Polizei zu Beginn der gegenwärtigen Unruheperiode erstmal beschlagnahmt. Frankreich, Belgien und die Schweiz Am Eingang der französischen Halle, die kleiner, aber auch den palästinensischen Bedürfnissen angepaßter ist als die Frankreichschau der Levantemesse von 1934, warten auf weichen Teppichen drei Renault- Wagen. (Ihre Konkurrenz steht in einer speziellen Autoschau; auch ein englischer Leyland-Doppeldecker-Autobus ißt dort zu bewundern und zu besteigen: ein Vergnügen, dais sich nur wenige Messebesucher entgehen lassen, jeder muß da mal Probesitzen.) Frankreich zeigt weiter , alle; möglichen industriellen und metallurgischen Produkte, Erzeugnisse der Rue de Ia Paix, Textilien, Paritim« erster Häuser. ..Da« ..„Centre ..National du Tourisme et du Giimatisme“ wirbt mit Photos für die französische Landschaft, eine kleine Ausstellung des französischen Buches, in der allerdings im wesentlichen nur die Verlage Larousse, Hachette und Nathan vertreten sind, für französisches Geistesgut. Wie anders wirkt der Didot- Bottin auf uns ein. Dies Handelsbuch hat doch wirklich Hand und Fuß und allerhand Gewicht. Daß es Palästina in seiner neuesten Auflage zum erstenmal eine gründliche Beschreibung widmet, beweist, daß es jetzt auch‘für die anspruohvollsten der Kaufanannsgottheiten. handelshoffähig geworden ist. Und mit Belgien stehen wir schon lange auf geschäftsfreundlichen Duzfüßen. Schließlich ist ja auch der Bürgermeister Dizengoff unser belgischer Ehrenkonsul, und der belgische Pavillon so würdig, repräsentativ und reich beschickt, wie sich’s unter •olohen Umständen gehört. Sogar eine Fahrstuhlfirma drückt uns ihre Prospekte in die Hand, und da man jetzt in Jerusalem schon sieben- und achtstöckig baut, ist dieses hochfahrende Wesen gewiß ein ebenso wichtiger Artikel wie der Inkubator für 64Ö0 Eier, den man in „Belgien“ aufgestellt hat. Von Brüsslerzu Alpenepitzen. Der Anteil der Schweiz an der Landwirtßchaftsschau, die die VII. Levantemesse gleichfalls umfaßt, war sogar lebend: Schweizer Zuchtvieh trottete an und wurde wahrscheinlich auch preisgekrönt, wer könnte mit solch odlem Oohsentum konkurrieren. Aber weit spannt sich Teils Bogen: vom Vieh zur •Schokolade, zur Uhr und zum Präzisions- Werkzeug, und mit dem Pfeil muß auf die schönen, einladenden Reiseplakate des beng- und seenreichen Bundesstaates hingewieson werden. Auch Jugoslawien, das sloh das billigste Land der Welt nennt, macht mit den Schönheiten, die es anzubieton hat, in seinem schmucken Pavillon Reklame. Bin solider Völkerbund Wir können jetzt nur auMblen, wo wir lango erzählen müßten. In unserer Erinnerung wird deutlich: im tschechoslowakischen Pavillon die Sammlung von Altrohlauer Porzellan, böhmischen Thermalwassern und Heilsalzen, Zucker, Zigarre^ Keramik* Orangenpapier, Cadborundum, Skoda-Produkten ... und der Hinweis darauf, daß; dieses Land in der Orangensaison 1934/35 90.000 Kisten Zitrusfrüchte von uns kaufte, gern aber auch palästinensisches Frühgemüso bezöge. Im holländischen Pavillon der schöne Amsterdamplan von Fre Cohen, die Luftfahrtausstellung der K. L. M„ die wichtig ist, da ihre Maschinen von oder nach Nied'örländisoh-Iridien zweimal wöchentlich Palästina überfliegen, sowie dio große Warensammlung .vom Eierkognak bis zu den Holzpantinen. Im norwegischen Pavillon das Übergewicht der frischen und getrockneten Fische, bei deren Betrachtung der Journalist hinwiederum die Nachricht fängt-, daß die norwegische Regierung demnächst einen: dauernden Handelsattache nach dem Nahen Osten delegierten will. In „Österreich“ die Liebenswürdigkeit der Aussteller, die mit guten Worten gute Waren anpreisen und; sogar mit hoffentlich guten Backpulvern; hoffentlich gut Kuchen backen. In „Rumänien“ und „Bulgarien“ die besonders künstlerische Anordnung der Warenschau. In der Türkei das Bemühen, den kommerziellen Aufschwung des Landes unter der Regierung Atta Türks anschaulich zu machen. In „Polen“ eine reiche Sammlung industrieller Produkte, in „Finnland“ ein Weekendhaus (auf der palästinensischen Bauausstelhing leider ein etwas nachlässig gebautes.... In „Zypern“ Wein, Gemüse, Handarbeiten und vor allem Reiseprospekte, denn man wünscht die palästinensischen Touristen, deren Geld wir hinwiederum gar nicht so gern aus dem Lande lassen, und wenn dieses Geld ins nächste Ausland getragen wird. Besonders nett wollte noch ein anderes Nachbarland vertreten sein: Libanon — aber leider waren in den ersten zwei Wochen nichts anderes als Prospekte eingetroffen und zur Aussteh; lung gelangt, mit den libanesischen Waren haben’a die arabischen Zöllner wohl nicht so eilig. Der Präsident der Libanon-Republik war so charaktervoll, der Levantemesse zur Eröffnung eine Glückwunschbotschaft zu schicken; es läßt sich denken, wa§ er dafür in der arabischen Presse für Hammelfett bekommen hat. t;Ntigel auf den Weg gestreut — wie;es in einem Gedicht fieltys beinahe, heißt. aber da« Kind wird dennoch wachsen und das Kamel, das fleißige Symboltier der Levantemesse, trotzdem fliegen. Zionistische Bezirkssektion Vill/IX, Währingerstraße 6-8 (Eingang Hörigass« 2), Samstag, 30. Mai 1936, */,9 Uhr abds„ Amtsdirektor Dr. Josef Löwenherz: »Die Vorgänge in Palästina und die Aufgaben der Zionistisdien Organisation« Abisch Meiseis Es lebt in Wien ein Dichter, ein jüdischer Dichter, der im Verborgenen schafft — für das jüdische Theater. Dieses Theater wird in der Tiegel von der jüdischen Intelligenz gemieden, weil es seit seiner Entstehung der Unterhaltung dienen sollte. Es glich seiner inneren Natur nach der „Jar- 'gon"-Literatur, die, soweit sie „modern", sich zur Hintertreppenliteratur entwickelte. Während es aber Mendeli, Schalom Alejchem und, Perez gelang, diese „Jargonliteratur" zur jüdischen zu erheben, mißglückten die ernsten Versuche, diese jüdische Bühne zu einer ernsten Anstalt zu machen. Die Folge war, daß auch die urwüchsigen, prächtigen Talente dieser Bühne auf Abwege gerieten: sie meinten, fürchterlich übertreiben zu müssen, um zu wirken, um das Theater füllen zu können. Tn diesem Milieu wirkt der Dichter Abisch Meiseis. Man muß einem dieser gewöhnlichen Stücke beigewohnt haben, bei denen auch von Natur aus fähige, ja, sehr fähige Schauspieler zu Hanswursten werden, und bei dieser Gelegenheit Abisch Meiscls beobachtet haben, um zu begreifen, was ein ehrlicher Künstler, der sein Volk und dessen Kunst liebt, leidet. Aus diesen Leiden heraus rafft er sich in seiner Verzweiflung und seiner physischen Not auf, um in einem Wurf ein Stück zu schaffen, welches die jüdische Bühne erlöst und die Schauspieler innerlich befreit, weil es ihnen durch einen echten Volksdichter plötzlich ermöglicht wird, aus Hanswursten wieder wahre Volkskünstler zu werden. Man sieht es den Schauspielern bei solchen Stücken an, daß sie nicht mehr Gritnassen machen müssen, um auf die Lachmuskeln der Zuhörer zu wirken, da sie Stoff genug haben, um lebendige Gestalten darzusteUen, und vielleicht sogar erzieherisch zu wirken; dies dller- <$ingsnur dann,, 'wenn solche. Aufführungen Episoden blieben. iSö hat Abisch Meiseis im vorigen Jahr seine Revue „Ohne Zertifikat nach Palästina" geschaffen, welche auf jeden Zuschauer erfri- Unzec JUttsd-WeMewetß 1. Preis: Eine Reise Triest—Haifa—Triest. I Wien. 4. Preis: Ein Radioapparat. Ferner 2. Preis: Eine Reise Triest—Ragusa—Triest, werden für richtige Lösungen 25 Bücher ver- 3. Preis: Donaureise Wien—Engelhartszell—' teilt - Ausschneiden 14. Kreuzworträtsel 1 2 4 5 jö 7 ■ 8 9 io 11 J12 . ■ 14 pl 15 | ■ 16 ■ 17 ■ ■ 19 20 21 22 ■ 83!■ 24 25 26 ■ 27 28 129 ■ 30 31 32 ■ 33 | ■ 34 35 Waagrecht: 1. Papagei. 4. Präsident der USA. (f). 8 Ich (lat.). 11. Geliebte des Simeon. 13. Jüdischer Prophet. 15. Das heutige Merkwort. 16. Abk. für „in Evidenz“. 17. Abk. für österreichische Nachrichtenzentrale. 18. Geistesgestört. 19. Zu (lat.). 21. Fußballlroffor. 24. Span. Provinzhauptstadt. 26. Teil eines Bühnenwerkos. 27. Nährequisit. 30. Stabsoffizier (Abk.). 34. Teilzahlung;. 33. Polartior. 84. Mohammedanischer Geistlicher. 35. Morgenländer. Senkrecht: 1. Abk. f. „außer Dienst“. 2. Erzmuttor. 3. Engl. Getränk. 4. Baumstraßen. 5. österr. Feldherr (f). 6. Röm. Zahl für 1601. 7. Auf dio Religion bezüglich (Frdw.). 8. Artikel. 9. Statthalter Judas. 10. Abk. für oleum. 12. Vorname eines bek. russ. modernen Komponisten. 14. Empfludungslcitor. 16. Fluß in Bayoru. 20. Verdauungsorgan. 22. Männl. Vorname. 23. Paradies. 25. Biene. 28. Franz. Flächenmaß. 29. Vorsilbe. 32. Fürwort. 34. Ital. Artikel. M. Kr. Die Serie umfaßt 19 Räteei. In jedem Rätsel ist ein Merkwort enthalten. Liest man die Merk Wörter in der Reihenfolge des Erscheinens, so ergibt «ich eine markante Stelle au« einem berühmten zionistischen Werk. Die Diagramme sind auszufüllen, auszuschneiden, aufzubewahren und am Schlüsse der Serie gesammelt an die .. utwf rB uiü J Redaktion der „Stimme“ zu senden. Die Zuteilung der außgesetzten Preise erfolgt durch »Restaurants und Banken Bowie viele Ämter zu das Lqs unter Ausschluß jedes Rechtsweges, Nähere« wird rechtzeitig mitgeteUt* 1 ihren Kunden zählt*, sehend wirkte, und es ist kein Wunder, daß sie viele begeisterte Aufführungen erlebte. Auch heuer hat unser Meiseis — wir nennen ihn unser, weil er ein echter Zionist ist, der sich nicht nur „bekennt", sondern in ewiger Unruhe lebt, weil unsere Leistungen gegenüber den Erfordernissen so klein sind — eine glänzende Revue produziert: „Hallo, hallo, hier Radio Jerusalem", die innerlich einheitlicher ist als die vorjährige. Wenn man den Aufführungen von Stücken Meiseis beiwohnt, muß man daran denken: was könnte er leisten, wenn er nicht ewig um seine Existenz kämpfen müßte und wenn für die jüdische Bühne besseres Verständnis vorhanden Allenfalls, das Stück und der Autor verdienen es voll und ganz, daß der Ehrenabend für den Autor am 3. Juni zu einem vollen Erfolg werde. Dr. Cham T art akow er. PENSION EC jCTElIHfflIlllill Schülerkonzert des- Chajesrealgymnasiums Welch ein Kwnsttrieb doch in diesen Kindern steckt! Was doch mit Lust und Liebe und mitreißendem Beispiel aus ihnen hervorzuholen geht! — Mit diesem beglückenden Gefühl verließen die zahlreichen Freunde der Schule sowie Eltern und Lehrer der Anstalt das Schülerkonzert, zu dem das CMjes- Realgymnasium vorige Woche in. den Großen Saal des Ingenieur- und Architektenvereins geladen halte. Da sang ein schon äußerlich herzgewinnender, Kinderchor unter Leitung des Gesmgfehrers der Anstalt, Dr. Berthold Löwenfeld, vielstimmige Kanone und hebräische Lieder mit Stmmbegobung, frische des Ausdrucks imd be• merkenswerter Reinheit, Da spielte < liches Schülerorchester unter d seines Schöpfers und Dirigenten, Kapellmeister. Siegtnund Löwenherz, schöne, alle Streich* musik von Mozart und Bach, soude moderne Kompositionen des hochbegabten jüdischest Komponisten Hugo Kauder, mit so viel begeisterter Spielfrewüe, Klangschönheit und Präzision, daß es ein Genuß zu hören — und zu sehen war. Das zahlreich erschienene Publikum sowie Lehrer und. Elternschaft dankten mit aufrichtigem Beifall für die durch hin* gebende musikalische Arbeit mit der Jugend er* zielte Leistung, deren erzieherischer Wert nicht hoch genug einzuschätzen ist. Oie Arbeit des Keren Kajemeth Die Junileerung findet ab Sonntag, den 24. Mai, bis inklusive 14. Juni statt. Die Büchsenleerer sind mit einer gelben Legitimation versehen, die nur für die Junileerung 1936 gi 11 und auf den Leerungslisten aufgeklebt ist. Personen, die die Leerungslisten des KKL., auf der die Namen und Adressen der Büchseninhaber eingetragen sind, und die auf ihnen aufgeblähten Legitimationen nicht vorweisen, sind absolut abzuweisen. Büchsenaufsfellungsaktion im XIV. und XV. Bezirke. Der KK. führt in diesen Bezirken, in welchen aus Mangel an Mitarbeitern die Pessaoh- Aktion nicht durebgeftthrt wurde, eine Bdohs-enaufst-ellungsak tion durch. Die jüdischen Bewohner dieser Bezirke werden gebeten, ihre Verbundenheit mnt unserem Werke durch Entgegennahme der KKL.-Büohse und durph Entwurf der ersten Spende bei der Übernahme der Büchse zu bekunden, Festvorstellung der Revue „Hallo! Hallo! Hier Radio Jerusalem!“ Zu Ehren de« Gg, Abisch Meiseis, des Autoi‘3 dieser. Revue, der auch die mit so großem Erfolge im vorigen Jahre an Wien und anderswo aufgoführten Revue: „Ohne Zertifikat nach Palästina“ geschaffen hat, findet am Mittwöch, den 3. Juni, in den Künstlerspielen eine Festvorstellung statt. Der KK. macht alle seine Freunde auf diese Festvorstellung ganz besonders aufmerksam, da Gg. Abisch Meiseis zu den ergebensten Fördororn des KKL. gehört. Doppeljubiläum. Das Zejtungsbureau L ag- 1 e r, I., Kumpfgasso 5, feierte dieser Tage das Jubiläum des 35jährigen Geschäfts bestände*. Durch rastlose Arbeit und reolle Gebarung haben die Inhaber, Herr Franz und Frau The* resia La gl er, das anfangs kleine Geschäft zu seiner heutigen bedeutenden Größe gebracht, so daß es die molßten großen Cafes,

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