Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1936-05-19 · Heft 549 (19.5.1936) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 549 (19.5.1936)
Date
1936-05-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054243-3054305--5897-3061684
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die SdtewMlU-HuMnec dec „Stimme? erscheint am Dienstag, 26. Mai, im, verstärktem Umfang. Sie enthält neben dem aktuellen Teil eine Reihe von Beiträgen zum Scheumoth-Fest ttnd auch außerdem reichen Lesestoff. Die Ausgabe der ,ßtimme“ vom 22. Mai kann wegen des christlichen Feiertages (Donnerstag) von der Druckerei erst Freitag früh fertlggeslettt werden, so daß unsere Abonnenten sie nicht mM der Frühpost, sondern erst Rachmittag erhalten. muuinininuuiiuniiiniunitiiiiuiiiiuiiiuuuuiiuiiuiiiuiiimiuiuuiiiiiuuuiiiiuiiiutiiniinnHmi» Hatte, hatte, (riet Radis lecuseUem! A. Meiseis neue Revue in den Künstlerspielen mit Musik von M. Resler und M. Lubetzky Nur in der Dichtung liegt Wahrheit. Das Leben setzt sich ms einer Fülle verwirrender, widerspruchsvoller Dinge zusammen, die seinen Sinn verdunkeln. Der Dichter greift heraus, ums das Wesentliche ist und das Gestaltende. Das ist dann, die Wahrheit. Damm ergreift uns mir das „Erfundene“. Es ist komprimiertes Leben. A. Meiseis hat das Schicksal der Juden ebnes polnischen Dorfes gedichtet. Vielfältig ist das Leben der Juden, aber wahr ist es so, wie Meiseis es hier sieht, ln dem polnischen Dorf spielt sich der Judenhaß icnkompliziert bnkal ab, in „zivilisierten“ Gegenden gebraucht er Ausreden. Das ist der ganze Unterschied. Der Dichter, der das Wesentliche sieht, negiert ihn. Die vertriebenen Juden gehßn nach Palästina. Im Emek Israel sehen wir sie wieder. Chaluzim auf der Wacht: „Nwna Emek, erez tiferet, mm Vcha mischmereth...“ Die neue jüdische Wahrheit! Der Jude, wie er wirklich ist, wenn mm ihn sein läßt, wie er ist. Bestes Menschentum, Hingabe an die Nation, am die Arbeit, em Mensch, -der stolz ist, so zu sein, wie er ist... * Ein Tendenzstück? Bravo, Meiseis, daß Sie wieder ein Tendenzstück geschrieben haben! Es gibt zu wenig jüdische Tendenzlileratur. Es gibt zu wenig Juden, die die jüdische Tendenz dichterisch zu gestalten vermögen. Es ist Tendenz, reim Tendenz, was in dieser Revue geboten wb'd. Das ist ihr größter Wert. Tendenz in Kunst gegossen, Tendenz, die einzige wirkliche Wahrheit! Gibt es Dichtung ohne Tendenz? Warum gebraucht man das Wort gewöhnlich tadelnd? Was ohne Tendenz ist, ist uninteressant. $ Prächtig ist auch die „Tendenz“ der Aufführung. Man spürt es, die spielen gar nicht, die erleben es selbst, was ihnen zu spielen vorgeschrieb&n ist. Sie stürzen sich förmlich auf die Tendenz, daß mir kein Wort, keine Geste verloren gehe. Bravo, Sevilla Pastor, entzückender Dorfschegec, prächtiger Chaluz, fescher „PölizUmt“ von Tel-Aviv, bravo, Dolly N achbar, tragischer, unverwüstlicher, lustiger, alter Jude, bravo Erna Siegler, Rosa Siegler, Sophie Kosofsky, M. Pastor, E. Schorr, B. Sigcd, M. Krüger. A. Bell und sie, Trude Roth, der blonde Gastt in der Praterstraße! Es klappt alles wunderbar unter Herrn M. Pastors Regie. Ungeheuer viel Mühe wurde in diese Aufführung investiert. Der Erfolg rechtfertigt sie. Man hält, wie das in 1 bis 2 unmöblierte Wohnräume zur Unterbringung von ungefähr 30 bis 50 Personen in den Bezirken I., II., III., IX. und XX. werden per sofort dringend zu mieten gesucht. Genaue Detailangaben erwunsdht unter „DAUER- MIETE“ an die Redaktion der „Stimme“ l Erklärungen des ungarischen Innenministers Budapest, 17. Mai (I. T. A.). Im ungarischen Abgeordnetenhaus richtete das Mitglied der Regierungspartei Gergelyffy an den Innenminister K o z m a in Angelegenheit der jüngsten kommunistischen Bewegung in einigen Mittelschulen und der angeblichen Teilnahme zionistisch gesinnter Schüler an derselben eine Anfrage, die der Minister ausführlich beantwortete. Gergelyffy erklärte einleitend, „daß die überwiegende Mehrheit der beteiligten Jugendlichen jüdischer Konfession sind und der Jugendorganisation des Zionistischen Landesverbandes angehören“. Er sprach von „verborgenen Zusammenhängen zwischen der unterirdischen Kommunistischen Partei und dem Zionistenverband“, von „Methoden der Vergiftung der jugendlichen Seelen, sowie dem inneren Aufbau der verschiedenen Glieder der Zionistischen Jugendorganisationen“, wobei er die „ernsten und religiös gesinnten Gruppen“ von den „radikal politischen Gebilden“ unterschied. Er forderte vom Unterrichtsminister „radikale Verfügungen gegen die kommunistisch gefärbten zionistischen Organisationen.“ Auf die Interpellation gab Innenminister Kozma u. a. folgende Antwort: Natürlich bin ich nicht geneigt, dieser Bewegung allzu große Bedeutung beizutnessen, allein man darf sie auch nicht unterschätzen. Es ist zweifellos, daß es sich hier um eine extremste linksseitige Organisation handelt, die vollständig auf kommunistischer Grundlage steht. Es wurde festgestellt, daß diese Leute durch Kuriere mit den im Ausland bestehenden Zentralen in Verbindung standen. Was nun den Zionistenbund betrifft, so ist dieser natürlich mit ministerieller Erlaubnis tätig, und es liegt gar keine Notwendigkeit vor, daß ich ihm diese Erlaubnis entziehe, well festgestellt werden konnte, daß die Organisationen, die in den Reihen der Jugend eine kommunistische Agitation betrieben, tatsächlich nur Deckorganisationen waren* weil sie nur dem Namen nach mit der Zionistischen Organisation in Zusammenhang standen. Mit dieser Frage muß man sich beschäftigen, denn die kommunistische Agitation paßt sich der Situation an und meldet sich in den verschiedensten Formen. Die Kommunisten schleichen sich bei uns in zwei Formen ein. In der einen treten sie in gewisse Organisationen oder Vereine ein; die andere Form ist die Auswahl von Deckorganisationen, wie diese Im gegenwärtigen Falle mit den Zionisten geschehen ist. Die Polizei steht auf der Höhe ihrer Aufgabe und sie wird ihre Pflicht erfüllen. Die Antwort des Innenministers wurde zur Kenntnis genommen. diesem Theater schon üblich geworden ist, die todmüden Schauspieler nach Schluß des Stückes noch eine Viertelstunde auf der Bühne zurück. Man kamt sich nicht saMhören an diesen Melodien, man kann sich nicht trennen von Sevilla Pastor und Dolly Nachbar und Erna Siegler und ... siehe oben. Man wird auch bestimmt wiederkommen. —ei— Konzerte jüdischer Musik Knapp vor Torschluß hörte man erfreulicherweise einige Male Werke jüdischer Musik verschiedener Gattung, und ... verschiedener Qualität. In den Räumern der B’nai-B'rith-Vereinigungen veranstaltete der unermüdliche Pionier jüdischer Musik, Joachim S tu tschewsky, einen Abend mit auserlesenem Programm, wobei er selbst, wie immer, mit völliger Hingabe an das Werk und Versunkenheit in den Inhalt desselben ein „Hebräisches Lied“ von Achren und eine seiner kürzlich im Ibneh-Verlag erschienenen „Trois piöces hebrai'ques“, „Frelacbs“, vortrug. Eine ausführlichere Besprechung dieser wertvollen Arbeit Stutschewskys soll an anderer Stelle demnächst kommen; es sei vorderhand festgestellt, daß dieses überaus dankbare Stück einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Sega 1-Rosenb a o h, den man in der letzten Zeit öfter hörte, hat sich unleugbar viel Mühe gegeben, tun eine große Anzahl von Liedern mit hebräischem und jiddischem Text herauszufinden. Bei derartigem Suchen ist es manchmal unvermeidlich, daß hie und da etwas weniger authentisches oder wertvolles sich einschleicht. Das Volkslied „Jafim hdejsot“ und „Der goldene Pfau“ von Engel, auf Worte von Bialitk, waren die schönsten Nummern, die von dem strebsamen und stimmibegabtem Sänger mit sonorer, gesunder Stimme vorgetragen wuiden. Der bekannte Pianist Robert Walter Spitz spielte hochmuaikalisch und mit fein ausgefeilter Technik einige Stücke von Stutschewsky und ein Wiegenlied von mir. Einige Tage darauf absolvierte der jüdische Gesangverein sein zweites Konzert im Festsaal des Industriehauses. Ein überaus interessantes Werk von Moussorgski, „Josua“ (wobei die Mitglieder Grete Körner und Isidor G1 ü o k die Solopartien sangen), eröffinete das Programm. Es folgten Mendelssohns 42. Psalm, in dem die strahlende und innerlich beseelte Stimme der Frau Gisa Blüh-Smetana in Solostellon emporleuchtete, das ergreifend schöne „Babylonische Lied“ und „Selicha Welse“ in kunstvoller Bearbeitung dies ehemaligen Dirigenten des jüdischen Gesangvereines, Prof. Leo Erdstoin, ein PassaMied, von Engel und ein effektvolles, kurzes Lied, „Mama“, von Rothmüllor (das wiederholt wurde) und schließlich ein Volkslied, „Der Fodiim“, von L j o w. In diesem Lied hörte man wiederum Frl. Grete Körnor, die mit ihrem ergreifenden Vortrag dieses erschütternden Dramas einer unglücklichen Weißnäherin einen Sondererfolg erzielte. Dr. Kurt P a h 1 e n hat es vermocht, in der kurzen Zeit das Niveau der Darbietungen des jüdischen Gesangvereines beträchtlich zu heben, die Stimmen klingen immer strammer und freier und sind immer mehr gegeneinander abschattiert. Die einzige instrumentale Solistin des Abends war die bekannte und beliebte kleine Pianistin Evi Wächter, über die bereits vieles allerorts geschrieben wurde. Es steht mir als ihrem Lehrer begreiflicherweise nicht zu, über ihre Leistungen ein Urteil zu fällen, und ich muß mich lediglich auf die Feststellung eines enthusiastischen Erfolges beim Publikum beschränken. Sonntag abends fand im Müliner-Tempel ein Tempelkonzert statt. Sulzers „Ma tau/wu“ und „Haleluja“ bildeten den Anfang und Schluß des Programms, wobei die in schönsten Farben leuchtende Tenorstiinme des Oherkantoiv Pos to low eine wahre akustische Freude bereitete. Oberkantor Müller trat gleichzeitig als Komponist hervor. Von seinen von ii'h-m selbst mit profundem Können und beseelter Hingabe voigetragenen „Ribono schel olom“, „Omar raibi Elosor“ und „An: maamim“ scheint mir das Letztere als Komposition das Wertvollste zu sein (wenn es auch fraglich ist, ob man den Text eines Gebetes, das sozusagen für sieh' selbst bestimmt ist, als Vortragsstück vertonen soll), Engels „Adagio Mysterioso“ •und Shitomirskis „Melodie des Rabbi“, beides für Violine, Cello und Harfe, sowie der Nigun aus der Baal-Sebem-Suite von Bloch, bildeten den instrumentalen Teil des Programms. Prof. Z i m b 1 e r bewährte sich wie immer als geschätzter und hoehmusdkaliischer Geiger, die Orgel meisterte Prof. Ig. Feinsinger, am Harmonium begleitete der junge und schon so verdienstvolle Kapellmeister Kurt F u c h s- SS.l.b. , , ■ . Jul. Wolfsohn. Der jüdische Weg Unter diesem Titel veröffentlicht Doktor Robert S erebrenik, der Oberrdbbiner von Luxemburg, im Verlag P. Linden (Luxemburg) drei Vorträge: „Orientierung„Tomismus“ und „Von unserer Jugend“. Der Vortrag „Orientierung“, im Jahre 1933 gehalten, ist eine ausgezeichnete Darstellung der Irrwege der Assimilation. Serebremk zeigt, wie die sogenannte Emanzipation den Juden als Nation alles verweigerte, ihnen aber als Menschen alles gab. Die Juden wollten nicht sehen, daß ihre Befreier es nur darauf angelegt hatten, ihre Vermischung mM der christlichen Bevölkerung zu fördern. Das habe Napoleon deutlich kundgegeben, als er einen Numerus clausus für Judenehen als ein Mittel des Schutzes und als ein Zeichen der Ehre für das jüdische Volk“ in der Weise verlangte, daß auf zwei rein jüdische Verbindungen eine Mischehe kotnmen sollte. Serebrenik zeigt die Vernichtung des Judentums durch die Assimilation auf, warnt vor unfruchtbarem Heroismus und erklärt, nur der Heroismus sei fruchtbar und aktiv, der auf dem nationalen ErneuertmgswUlen aufbaut, also palästinozentrisch gerichtet ist. Das sei die einzig möglich Orientierung des jüdischen Volkes. Der zweite Vortrag» „T oraismus“, von ntisrachistischer WeUauffassung getragen, verlangt die Rückkehr zu den Lehren und dem Geist der Tora. Die Rückkehr zur hebräischen Sprache und das Betonen nur der nationalen Momente edlem genüge nicht. Man könne nicht gegen die Assimilation wettern, wenn man selbst der ideologischen und poHtisohien Assimilation verfallen sei. Die Siedlung in Erez Israel allein genüge nicht, es müsse die SchecMm über ihr schweben. Der dritte Vortrag „Von unserer Jugend' warnt vor Oberflächlichkeit und Schlagworten. Die bedeutende Rolle der Jugend im Aufbauwerk wird unterstrichen und von der Vernachlässigung der überlieferten Formen gewarnt. Die jüdische Jugend müsse sich zur Totalität jüdischen Lebens und Seins entschließen, ohne Kotnpromisse ihren Weg gehen, sich mit Gott und seiner Lehre konfrontieren. Diese Konfrontierung ist Weg und Ziel zugleich, ln der Heimat vollbracht und unaufhörlich wiederholt, wird sie zu einer mächtig fließenden Schöpferkraft werden und Me Simhaftigkeit Israels verbürgen. ' Serebrenrks Sammelschrift ist von der Glut wirklicher Überzeugung getragen und frei von schwülstiger Rhetorik. In unserer Zeit jagen sich die Ereignisse und ungezählte Juden klammern sich an Schlagworte des Tages. Die seelische Erschütterung des Jahres 1933 macht neuen, gefährlichen Assimilationsversuchen Platz, ln einer solchen Zeit ist Serebremks „Der Jüdische Weg" eine dankenswerte En scheinung, ein Mahnruf, den niemand überhören sollte. Generalversammlung der Orts* gruppe Klagenfurt Die Zionitsische Ortsgruppe Klagenfurt veranstaltete am 18. ds. ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung und Neuwahl des Ausschusses, worüber uns folgender Bericht zugrag: Aus dem Tätigkeitsbericht über das verflossene Jahr ist hervorzuheben, daß es der Ortsgruppe gelungen ist, an den zweimal wöchentlich gemeinsam mit der WIZO Klagenfurt im Heim stattftndenden Abenden wirkliche monistische Aufbauarbeit zu leisten, welche sich sowohl in einer Konsolidierung und Vergrößerung beider Ortsgruppen, als auch insbesondere in einer vorbildlichen Arbeit für die Fonds zum Ausdruck brachte.. Weiters wurden viele Vorträge über zionistische und jüdische Themen gehalten. An besonderen Veranstaltungen, die im abgelaufenen Jahr im Heim stattfanden, seien kurz erwähnt: Ein Vortrag des Herrn Pollak, Gen.-Sekretär des K. K.; eine Purim* feier unter Mitwirkung des Herrn Hof-Wefcenhoff aus Wien, welche einen namhaften Reinertrag zugunsten des K. K. ergab; ein Herzl* Vortrag Dr. Oskar Grünbamms. einen Liederabend der Frau Dulitakaja; eine glänzend verlaufene Makkabäer-Feier, die wieder einen bedeutenden Reinertrag für den K. K. erlbrachte; der den Klagenfurter Glaubensgenossen unvergeßlich bleibende Vortrag Dr. Kastedns über „Abasveros“; weiters die Aufführung des Palästina-Films „Das Land der Verheißung“, die für alle Zuschauer ein Ereignis war; endlich die erst vor kurzem abgehaltene heurige Purim-Veranetaltung, die in der Aufführung eines kleinen hebräischen Stückes gipfelte, das von der hiesigen Jugend unter der hervorragenden Anleitung des Herrn Rabb. Dr. .Babad einfach glänzend gespielt wunde und wieder einen beachtenswerten Reinertrag für die lokale Fürsorge ergab. Weiters haben an verschiedenen Abenden die Herren Dr. Babad über Rambam, Mendele Mooher Sfurim. und andere aktuelle jüdische Themen, Ing. Schiller in einem Seminar über die Ergebnisse des Luzerner Kongresses, Herr Dickstem über Maimanädes usm referiert. Sämtliche Albende wurden gemeinsam mit der hiesigen WTZO-Oxtsgruppe veranstaltet,- und es haben zum Gelingen derselben die Damen der WIZO immer ganz wesentlich beigetragen. Ferner ist noch aus der Arbeit des vergangenen Jahres zu erwähnen, daß die Zion. Ortsgruppe unter nicht geringen finanziellen Opfern im Sommerlager des Ohajes-Gymnasiium am Knutsohachersee für die hiesige Jugend eine Hütte errichtet bat, und die Mittel für die Alijah eines hiesigen jungen Gg. dem durch die unermüdlichen Bemühungen der Ortsgruppen- und WIZO-Leitung nach jahrelangem Warten endlich ein Zertifikat verschafft werden konnte, auf gebracht hat. Auf dieses Zertifikat wurde auch die Frau des Chaluz nach Erez Israel gebracht., und es kann mit Freude festgestellt werden, daß sich die beiden Einwanderer gut in Erez eingeordnet haben. Endlich wurde auch im abgelaufenen Jahr eine Bibliothek der Ortsgruppe angelegt, die sich des größten Zuspruches der Mitglieder erfreut und. weiter ausgebaut werden wird. Die Neuwahl in den Ausschuß ergab folgendes Ergebnis: zum Obmann wurde wieder einstimmig Herr Isidor W e i n r e b, zu seinem Stellvertreter Herr Ing. Schiller und als Ausschußmitglieder die Herren Jonas Fiscbbaeh, Nandor Lustig, Erich Röger, Norbert Rud-nik und Dir. Adolf Terner gewählt. //Nicht nur die Juden geht es an" Das Buch Bruno Heiligs, das zwanzig Aufsätze zum Judenprobiem enthält, hat in jüdischen und nichtjüdisbhen Kreisen große Beachtung gefunden. Auch im Ausland wird diese wichtige Publikation entsprechend gewürdigt. So schreibt die halbamtliche „Prager Presse“: „Bruno Heilig wird in dem Geleitwort des Oberrabbiners von Wien Dr. David Feuchtwamg als ein tapferer Kämpfer für Kultur, Recht, Menschlichkeit und Wahrheit gekennzeichnet. Der Leitsatz seiner Aufsätze lautet: ,Das Menschenrecht ist unteilbar.1 Von dieser Erkenntnis ausgehend, hat er in Wiener Blättern das Schicksal der Juden mit Würde und einem Freimut erörtert, dem man auf diesem Gebiet heute selten begegnet. So ist die vorliegende Schrift entstanden, die mit dem Antisemitismus so sachlich dbrechnet, daß man ihre Lektüre vor allem den Nichtjuden empfehlen möchte.“ (Das Buch ist im Verlag der Victoria- Druckerei, Wien, IV., Schäffergasse 18 a, erschienen.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.