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Die Stimme · 1936-02-28 · Heft 527 (28.2.1936) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 527 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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$h. B27 — 28. Februar 1988 DIB tTIMMI Seit® 3 Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpaata und Sie erhalten eich gesunde Zähne bis ins hohe Alter. Kleina Tube 8 —80 Groß* Tube S 1.40 UV uns, hat es sich erwiesen, daß der Regierungskommissär nichts genützt hat. Keine Defizitwirtschaft Der Redner wendete sich sodann den einzelnen Porten des Budget« zu, wobei er zunächst. auf die Lasten liinwic«, die die heutige Gemeind© verwaiUing seinerzeit von ihrer unioiiiistisohen Vorgängerin übennomnien hat. Er sagte: Das Beste vom Guten ifnd die in Gesditnack und Qualität unübertroffenen, erstklassigaltrenommierten SCHMIDL-MAZZOTH welchjg unter streng orthod. Aufsicht des 13S2 PlDl’ DIP3 omnn aran hergestellt erden. Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt I Seit vielen Jahren genießen die „S c h m i d I M a z z o t h" das beste Renommee und werden von allen bevorzugt. Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Schmidl N, B." auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-Grieß wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Mazzoth-Grieß. ZENTRALE; N. BROPETZKY, II. LEOPOLPSG. A3 I Telephon Nr.: A 40-0-90, A 60-2-63 und A 48-4-48 Als die frühere Majorität uns die Gemeinde übergab, fanden wir pro 1931 ein Defizit von 280.675 Schilling, für das Jahr 1932 ein solches von 41.480.49 Schilling vor, daher aus den Zeiten der früheren Majorität einen tatsächlichen Abgang von 322.156.39 Schilling, welchen wir bis Ende des Jahres 1935 auf 84.000 Schilling abgebaut haben. Die Vorjahrsdefizite, die noch bei Ende des letzten Verwaltungsjahres 131.762 Schilling betragen haben, wurden aus den Eingängen des Jahres 1935 um den Betrag von 47.762 Schilling herabgemindert. Wir «ind überzeugt, daß wir bei der ruhigen Art, in der wir die Geschäfte der Gemeinde führen, bei der sachlichen Überlegung, die auch bei der kleinsten Ausgabe angestellt wird, das Jahr 1936 ohne Defizit abschließen werden. Der aufscheinende Fehlbetrag von 200.760 Schilling wird dadurch seine Deckung finden, daß wir bestrebt sein werden, nach Möglichkeit die Einnahmen über die prälhninierten Beträge zu steigern und bei den Ausgaben die größte Sparsamkeit walten zu lassen. Durch die Heran- Jahre« 1934 betrugen 2,404.168 Schilling | träger mit einer Steuervorschreibung von gegen prälLminierte 2,200.000 Schilling. Das! 140.302 Schilling erfaßt haben. Steuerpräliminare für 1936 wurde mit Die Zahl der Steuerrekurse, die im Jahre 2,300.000 erstellt, also um ungefähr 100.000 1934 17.300 betragen hat, ist im Jahre 1935 Schilling weniger als der tatsächliche Ertrag | auf 15.575 zurückgegangen. Die Tatsache, der Steuer im Jahre 1935 betragen hat. j daß bei gleichgebliebener Zahl der Zensiten Wir waren gezwungen, im Jahre 1935; 1800 Steuerträger weniger in diesem Jahre 3748 Steuerkonti zu löschen. Diese Lösehun-; rekurriert haben, straft diejenigen Lüge, die gen finden ihren Grund zum Teile in Todesj behaupten, daß wir auf die Erwerbs- und fällen, in erheblich größerem Umfange aber i Vennögensverhältnisse unserer Steuerträger LACHSTÜRME IM SIMP „KARTE GENÜGT, KOMME SOFORT“ ENGEL — WIESENTHAL ■ in dem wirtschaftlichen Niedergang der Zensiten. Die gelöschten 3748 Konti entsprachen einer Steuervorschreibung von 134.484 Schilling. Wir haben für den Entfall dadurch Ersatz gefunden, daß wir 3466 neue Steuernicht entsprechend Rücksicht nehmen und daß bei unserer Gemeinde mit einem gewissen Sadismus die Steuern eingetrieben werden. Im Zuge der Besprechung der Einzelpasten sagte der Redner weiter: Der Stolz der Gemeinde: die Schulen Ziehung von Beträgen, die wir als Vortrüge auf den verschiedenen Kapiteln aue den Jahren 1934 und 1935 übernommen haben und die im Rechnungsabschluß unter der Bilanz aufecheinen werden, ferner solcher Posten, die heute bereite festetehe-n, aber ziffernmäßig noch nicht erfaßbar sind, wie Anfälle von Legaten und Erbschaften, endlich der im Jahre 1936 freiwerdende Haupt- JßxJki daß die tägliche Körperpflege für Ihre Gesundheit unerläßlich ist. Sorgen Sie für Ihr Wohlbefinden und verwenden Sie für Massage (Einreibungen) sowie zur Mund, und Zahnpflege stets und ständig nur mietzins unsere« Hausbesitzer, werden wir olineweiter« in der Lago rein, den rechnungsmäßig aufscheinenden Fehlbetragzu decken, und wir dürfen Sie ruhigum Ihre Einwilligung bitten, dieser Budget zu genehmigen. Wir haben alle Vorsichten beobachtet, alle Maßnahmen getroffen, alles vorgekehrt, uni zu verhindern, daß wir in jene Defizitwirtschaft zurückgleiten, die bestanden hat, als wir die Geschäfte der Gemeinde übernommen haben. Wir wollen nach wie vor unseren Ehrgeiz darin finden, eine vertrauenswürdige, von jedermann kontrollierbare, ehrliche und übersichtliche Finan?wirtschaft in unserer Gemeinde zu führen. Zu unseren Reserven gohört unter anderem auch jene stille Rücklage, die wir in den für das J:\hr 1986 präliminierten Steuern zu finden glauben. Die Steuereingänge des Ich komme zu der Darstellung eine« Budj getkapitel«, auf welches wir wirklich «tolz «ein können, nämlich zur Besprechung des Kapitels „Schul- und Unterrichtewesen“. sich die Frequenzziffer von 88.698 um 48.588, da« ist um 50 Prozent erhöht. Die Fürsorgetätigkest Im Jahre 1932/33, es war das Jahr, in welchem wir die Majorität erlangten, gab es 21 Gemeindebibelschulen, heute haben wir 34. Damals unterrichteten 25 Lehrer, heute beschäftigen wir 57 Lehrkräfte. Die Beim Kapitel „Fürsorge“ erweist «ich für das laufende Budgetjahr ein Zuschuß von 1,157.000 als notwendig. Ich muß auch hier auf gewisse Presse- Angriffe zurüekkomnien. ln einer Auissendung der „Union“ lese ich folgendes: Zahl der Wochenstunden betrug damals 143, sie hat sich unter unserem Regime verdoppelt und beträgt 282. In den Gemeindebibelschulen nahmen am Unterrichte damals 1880, heute 2735 Schüler und Schülerinnen teil. Neben diesen von der Kultusgemeinde erhaltenen Schulen gibt es noch eine Reihe von Vereinßbibeleclmlen, die zum weitaus größten Teil den Betrieb durch die Subventionierung der Kultusgemeinde aufrechterhalten können. Die Anzahl dieser Schulen beträgt 25. Es wirken an ihnen 48 Lehrkräfte. E« werden derzeit an unseren Gemeindeschulen und an den von uns subventionierten Vereineschulen wöchentlich 900 Stunden Unterricht erteilt. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen an den Gemeindebibelschulen ist von 1744 auf 1856 gestiegen. Im Jahre 1932/33 haben 3132 Schüler einen Ergänzungsunterricht genossen; diese Zahl hat ßich in den Jahren, seitdem wir die Majorität haben, auf 4591 gesteigert. Um annähernd begreiflich zu machen, wae diese Zahl bedeutet, will ich auf folgende« verweisen: ,Es i.st eine bekannte und auch von den jUcfocihnationalen Mitgliedern des Kultusvorstaiades zugegeben« Tatsache, daß die nach Wien zuständigen Juden, fiir die doch das Altersheim (Versorgungis/liaus) von seinen unionistiischen Gründern in erster Linie geschaffen wurde, wenn sie um Aufnahme in da« Altersheim der Kultusgemeiinde ansuchen, sich gegenüber den in Wien nicht bedmatbereclitigteai im wesentlichen Nachteil befinden.' So traurig es ist, eine Debatte über derartige Angriffe abführen zu müssen, so be¬ Alexander Korda, Ren6 Clair und Robert Donat haben den weltberühmten Film Gespenst auf Reisen' („The Ghost Goes West“) geschaffen Burg-Kino I. Rotenturm-Kino I. Ein London-Film dar Unltad-Arttsts bei aaMMMMaa Dr. HauSOI & Co., Qes. m. b. H. m—m—mmm Die Zahl der jüdischen Schulkinder im Alter von 6 bis 14 Jahren, welche im laufenden Schuljahre die Wiener Schule besuchen, beträgt 14.717. Hievon stehen 4591 in unserem Ergänzungsunterricht, d. s. 31.2% der in Betracht kommenden jüdischen Schüler in Wien. Als wir die Majorität erlangten, hat die Frequenzziffer der Jugendgotte«- dienste 88.690 betragen. Im letzten Schuljahre 1934/35 betrug die Frequenzziffer 137.286, da« heißt, in den drei Jahren, seitdem die Zionisten die Majorität haben, hat schämend derartige Erörterungen sind, so ist es doch notwendig, darauf einzugehen. Denn in der von mir verlesenen Aussendung werden weder Ziffern noch konkrete Tatsachen erwähnt. Der Stand der Insassen in unserem Altersheime beträgt nach der im Vorjahre vorgenommenen Erweiterung 447. Von diesen sind 101 in Wien, 97 in Polen und 249 in anderen Ländern geboren. Nach ihrer Heimatsberechtigung sind von den 447 Heimi ■TrmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmKmmmmmmmmmgmmmmmmmmmmmmmmm Nur noch wenige Sonntags-Aufführungen Das Land der Verheißung Sonntag, 1. März, vormitt. 11 Uhr im IMPERIAL-KINO ROTENTURMSTRASSE Im Beiprogramm : Der Luzerner Zionistenkongreß Karten bei: Jüd.Kulturstelle, l.,Franz- Josefs-Kai 3,T. R 28-2-36; Bischerstube Löwit, I., Wollzeile 6, Tel. R 25-4-53; Buchhandlung Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, Tel. B 26-3-33 und an der Bfinokassa, Tel. U 22-1-12 Insassen 257 nach Wien, 68 nach Polen, 98 nach anderen Ländern zuständig, 24 sind staatenlos. Diese Ziffern sprechen gegen alle Vorwürfe, die unberechtigt und bedenkenlos gegen unsere Verwaltung erhoben werden. Um in das Altersheim aufgenommen zu werden, muß man 65 Jahre alt sein, das heißt also, daß jetzt diejenigen Gemeindemitglieder ein Anrecht auf Aufnahme haben, die im Jahre 1870 geboren sind. In diesem Jahre haben auf dem Gebiete des heutigen Bundesstaate« Österreich 40.230 Juden gelebt; jetzt wohnen in Wien 170.000 Juden. Die höchste Einwohnerziffer, die wir bei der vorletzten Volkszählung erreichten, betrug 201.500. tisdierru. gichtischen Beschwerden aller Art sowie Erkältungs- Krankheiten wirkt Togal rasch und sicher. Wenn Tausende von Ärzten Toga! verordnen, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. Ein Versuch überzeugt? Preise 2.40 In allen Apotheken Wedln man mir die Juden, die in Wien geboren sind, in das Altersheim aufnehmen wollte, «o müßte man fünf Sechstel der gegenwärtig lebenden Wiener Juden amescliließen. Sie sehen au« dieser Statistik, daß die Wiener Juden nicht nur nicht benachteiligt «ind, sondern in einem viel höheren Prozentsätze in da« Heim ausgenommen wurden, aLs ihrem Anteile an der Wiener jüdischen Bevölkerung entspricht. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis Der Präsident gingsodann die schier unabsehbare Reihe der Ziffern des Budgetpostens „Fürsorge“ durch (die in unserem Bericht über da« Budget in großen Zügen wiedergegeben waren), nncl kam dann auf ■die Tätigkeit des Verein« für u n e n t g o 1tlichen Arbeitsnachweis zu sprechen, der unter dem Protektorat der Gemeinde «teilt. Er führte aus: „Diese Arbeitsnachweis teile i«t die einzige gut und richtig funktionierende jüdische Arbeitsnachweisstelle und Vermittlung in Wien. Die Zahl der Arbeitsuchenden ißt nach dem Bericht des Vereins im Jahre 1935 sehr stark angeschwollen. Es haben sich 4116 Personen um Arbeit gemeldet. Der Arbeitsnachweis ißt nicht nur mit der Vermittlung von Arbeitsplätzen, sondern auch mit der Berufsberatung für Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren befaßt, hält Sprechstunden getrennt für männliche und weibliche Jugendliche, und es werden bei diesen Stunden die Berufsberatungen durch geschulte Beraterinnen durchgeführt. Der Arbeitsnachweis dient auch der Umschichtung Jugendlicher. Ein Jugendhilfsfonds wird gegründet, der durch Freiplätze die handwerksmäßige Ausbildung jüdischer Jugendlicher an gewerfoh

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