Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 525 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Sfr. 805 — 21. Februar 1085 Ml tTIMMI Seit© 5 Warum verlangen Alle Sdimidl-Mazzoth weil Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt I Seit vielen Jahren genieBen die »Sdimidl-Mazzoth« das beste Renommee und werden von allen bevorzugt! Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Sehmidi N. B." auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besondes aufmerksam gemacht. Auch beim Kauf von Mazzoth-Grieß wahren Sie Ihr eigenes Interesse und verlangen Sie ausschließlich Schmidl-Mazzoth-Grieß. Sdimidl-Mazzoth in Geschmack und Qualität unübertroffen sind! Sdimidl-Mazzoth werden unter streng orthodoxer Aufsicht des ran died arnnn nnn hergestellt TamSiikIai kl II., Leopoldsgasse 43, und in allen besseren Ws einschlägigen Geschäften erhältlich .... Telephon A 40-0-90, A 60-2-63 u. A 48-4-48 Das Begräbnis Dr. Wilhelm Berliners Unter ungeheurer Beteiligung' wurde Donnenstag der verstorbene Generaldirektor der „Phönix“, Dr. Wilhelm Berliner, zu Grabe getragen. Fünfhundert Automobile und sechzig Autobusse hatten die Trauergäste zum Friedhof gebracht. Der Bund jüdischer Frontsoldaten hatte eine Ehrenkompagnie mit Fahne entsendet, ebenso waren Abordnungen des Hedmatschutzee, der Sturmscbaren, des Ringes österreichischer Frontsoldaten und des Freiheitsbundes ausgerückt. Die Regierung war durch Sektionschef Öchsner, Ministerialrat Dr. Skrowanek, Minister. a. D. Juch und Sektionschef Klucky vertreten. Für die niederösterreichische Landesregierung war Landeshauptmann ReitheT erschienen. Vorn diplomatischen Korps war der französische Gesandte Puaux anwesend. Es nahmen an den Trauerfeierlichkedten weiters teil: Präsident Kienböck von der Nationalbank, Präsident Strafella mit mehreren anderen leitenden Herren des Verkehrsbüros, Minister a. D. Schönburg- Hartenstein, Minister a. D. Patzelt, Minister a. D. Heini, der gesamte Verwaltungsrat der „Phönix“ mit Präsident Bundeskanzler a. D. Va/ugoin an der Spitze, Direktoren und Beamte aller europäischen Filialen des „Phönix“, Baron v. Lippe, Vizepräsident Breisach, Direktor Schmidt von der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien, Hofrat Dr. Rottenberg von der Creditanstalt, Präsident Morpurgo, Generaldirektor Suljfino und Direktor Gentili von -der Asseoura- '/Aono Generali in Triest, von der Compass- Bank Direktor Hermann Apter. Die Kulfcusgemeinde war durch ihren gesamten Vorstand mit dem Präsidenten Staaterat Dr. Desider Friedmann, den beiden Vizepräsidenten Oberbaurat Robert Stricker, Rat der Stadt Wien Dr. Jakob Ehrlich und Amtsdirektor Dr. Josef Löwenherz vertreten. Für den zionistischen Landesverband war Dr. F. Pickholz anwesend. Weiters nahmen Vertreter der österreichischen Presse und aller jüdischen Körperschaften und Vereinigungen an den Feierlichkeiten teil. Von ausländischen Teilnehmern waren noch auf dem Friedhof: Exzellenz Kardorfi aus Berlin, Exzellenz Lederer aus Budapest und Sektionsohef Lazarowitsch vom Finanzministerium in Belgrad. Die Trauerrede hielt Oberraibbiner Doktor Feuchtwang. Es war nach dem Willen des Verstorbenen die einzige Rede. Der Oberrabbiner würdigte die Persönlichkeit Rer- Palästinareisen für PURIM besonders reduzierte Preise Touristenklasse: Schiff, tour-retour, ca... S 350"— L Klasse: Schiff, tour-retour, oa... S 595*— Palestlne-u. Orient-Lloyd - Nord. Reisebüro L, Graben 10 — Tel R 24-2-81 liners in tief ergreifenden Worten und sagte, »ein Hinseheiden sei ein unersetzlicher Verlust nicht nur für die unmittelbar betroffene Gesellschaft, sondern auch für den Staat, die Stadt Wien und die Gesellschaft, ein Verlust für das Judentum, aber auch für alle anderen, denen er ohne Unterschied ihrer Zugehörigkeit zu dieser oder jener Menschengruppe stets und in jeder Situation ein hilfreicher Mitmensch gewesen ist. Feier für Professor Dr. Kraus Montag mittags wurde im Festsaal der Kultusgemeinde der 70. Geburtstag des Rektors der Israel-Theologischen Lehranstalt, Prof. Dr. Samuel Kraus, geleiert. Oberra-bbiner Dr. Feuchtwang feierte die umfassende Tätigkeit des Jubilars auf allen Gebieten der Wissenschaft des Judentums, besonders seine Standardwerke philologischer, historischer und archäologischer Art. Staatsrat Präsident Dr. Friedmann überbrachte die Wünsche der Kultusgemeinde, Professor Dr. Aptowitzer außer dem Glückwunsch der Kollegen deren Bitte, der Rektor möge von seiner Absicht abstehen, nunmehr auf sein Amt zu verzichten. Bundeskulturrat Hofrat Doktor Frankfurter teilte mit, daß an der maßgebenden Stelle die Verdienste des Gelehrten gewürdigt werden, was demnächst entsprechend zum Ausdruck kommen wird. In seiner Erwiderung führte Prof. Kraus aus, daß er sich als Angebinde wünsche, daß dsr weitere Bestand der Anstalt, deren Hörer hohe Ämter in der ganzen Welt bekleiden, materiell gesichert werde, was mit dem geringen Betrag von 30.000 Schilling jährlich möglich wäre. Ihr Untergang wäre ein schwerer Verlust für das Judentum und für die Wissenschaft. Diesen Appell beantwortete Präsident Dr. Friedmann mit der Zusage entsprechender Hilfeleistung der Kultusgemeinde. Oberrabbiner Dr. Feuchtwang machte sodann Mitteilung von dem Erscheinen zweier Festschriften zu Ehren des Jubilars, deren eine in Jerusalem erscheint, die zweite in Wien, enthaltend eine Bibliographie der Bücher, Broschüren, Abhandlungen und Aufsätze you Kraus, Die Schweiz und das Dritte Reich Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, in Zukunft eine nationalsozialistische Landesvertretung nicht mehr zu gestatten. Er hat weiters die nationalsozialistischen Wirtschaftsstellen verboten und nimmt Stellung gegen die deutsche nationalsozialistische Studenten- Schaft in der Schweiz, die von Berlin aus instruiert wird und antijtidische Hetze betreibt. Die deutsche Regierung hat darauf mit der Auflösung sämtlicher Schweizer Vereine in Deutschland geantwortet. Die deutsche Presse wirft in gleichlautenden Artikeln der Schweiz vor, daß sie sich in den Dienst jüdischer Bestrebungen gestellt und das Attentat von Davos gutgeheißen habe. Der Student David Frankfurter befindet sich schwer krank im Spital zu Chur. Der Prozeß dürfte im Herbst stattfinden. Ursprungszeugnisse Sür Palästina Die österreichisch-palästinensische Wirtschafts- und Handelskammer teilt mit: Als Folgewirkung der Sanktionen gegen Italien wird von den palästinensischen Zollämtern für alle über Triest verladenen Güter, Gegenstände und Umzugsgüter der Nachweis verlangt, daß diese nicht aus Italien stammen. Für solche Waren ist daher ein Ursprungszeugnis, beziehungsweise eine Handelskammerbestätigung auf den Fakturen beizubringen, widrigenfalls die Zollabfertigung versagt wird und auch die Einlagerung in ein Zollfreilager unmöglich ist. Am Abend fand eine zweite Feier statt, veranstaltet vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur, dessen Präsident Rektor Prof. Kraus ist, und bei der Rabbiner Dr. R o b e n m a n n Kraus als den Klassiker einer ganzen Reihe von Disziplinen und besonders ’als den Begründer der jüdischen „Hilfswissensehaften“ kennzeichnete. Feier im Verein für jüdische Geschichte und Literatur Den vielen Feiern, die aus Anlaß des 70. Geburtstages von Professor Samuel Kraus stattfanden, schloß sich der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, dessen Präsident der Jubilar ist, mit einer Fesfcversammlung iim Lokal des Sportklubs „Hakoah“ an. Die Feier wurde mit einigen herzlichen Worten an den Jubilar und die Ehrengäste seitens des Vizepräsidenten des Vereines, Obermedizinalrates Dr. Heinrich H a a s e, eingeleitefc. Rabbiner Dr. M. Rosenmann feierte in groß angelegter, eindrucksvoller Rede den Jubilar ale Schöpfer und Begründer der jüdischen Hilfswissenschaften, ohne die gegenwärtig ein ernstes wissenschaftliches Arbeiten unmöglich wäre; er nannte dre drei Hauptwerke: „Lehnwörter“, „Tahnudische Archäologie“, „Synagogale Altertümer“ unvergängliche Denkmäler jüdischer Forschung. Das wissenschaftliche Gebiet verlassend, erzählte Dr. Roeenmann eine inteiessante Episode aus dem gemeinsamen Leben beider: Als Rosenmann in der Berliner königlichen Bibliothek sich einst das Spezialiexikon zur Septuaginta von einem Bibliotheksdiener geben ließ, trat auf ihn ein älteier Student herzu und erbat es sich auf einige Zeit. Es war Samuel Kraus. Seit damals verbinde beide eine innige Freundschalt. Seliließlien wurde Professor Kraus eine von Maler Reinhold Po Hak künstlerisch ausgeführte Dankadresse verlesen, vom Vorstand May überreicht, in welcher in sinniger Weise die vier charakteristischen Tätigkeiten des Jubilars bildlich dargestellt sind. Wkmfftlißz 8. bis 14. März IQ3Ö Technische und Landwirtschaftliche Messe bis 15* März BEDEUTENDE FAHRPREISERMÄSSIGUNGEN! Messoausweiso ii 8 C.— bei der Wiener Mcsso-Aktinngesellschnft, Wien, VII., Messepalnst. — Eintrittskarten (zum\einranlifen Ilnsnch der Rotunde oder dos Messepalastes und der Neuen Rur#) h S 9.50 bei «len Kassenschaltern der Messohäuser. Jüdische Künstlerspiele IL, Pratoretraße 34, Telephon R 45-4-94. Die Jüdischen Künstlerspiele wollen ihre Primadonna Erna Siegler veiischadchen. Ausrufutngspreis 3000 Dollar. Die Bewerber worden es aber mit Sevilla Pastor zu tun bekommen, die als Schlosserbub ebenfalls aJfi Konkurrent auftritt. Diesem lustigen Spiel wird man ab Freitag, den 21. d„ bei der Premiere „Liebo zu verkaufen“ beiwohnen können. Auch Samstag, den 22. d., und Sonntag, den 23. d., geht die musikalische Komödie „Liebe zu verkaufen“ in Szene. Sonntag, den 23. d., wird nachmittags bei ermäßigten Preisen der große Lustspielschlager „Verlangt a Cbusen“ mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle gespielt. Der weitere Spielplan lautet: Montag, den 24. d., „Jüdales Barmiizwah“, Dienstag, den 25. d„ „Der letzte Tanz“, Mittwoch, den 26. d., „Verlangt a Ohuisen“, und Donnerstag, den 27. cL, „Hulie Kabtzen“. Vom // Klub Erez Israel" gratis nach Erez Israel ist die vielversprechende Devise, unter der der Start zur diesjährigen Levantemesse nach Tel- Aviv am Samstag, den 14. März, von sämtlichen Sopbiensälen aus den Anfang nimmt. An diesem Abend veranstaltet, wie Sie dies sicher schon gemerkt haben werden, der von seinen großen Veranstaltungen her bestens bekannte Klub „Erez Israel“ seinen diesjährigen Purimball, der unter dem Motto „Eine Nacht in Tel-Aviv“ eines der repräsentativsten jüdischen Ballfeste der letzten Jahre zu werden verspricht. Ganz abgesehen von den diversen vorgesehenen Ballüberraschungen, die dieses Fest zu einem einzigartigen Vergnügungsabend mit erlesenen Darbietungen machen werden — für eine erstrangige Musikkapelle zeichnen Max und Isy Geiger und Elite-Kiddies, Dirigent: Leo Pleslcow, verantwortlich, in einer Mitternaohtsakademie werden Wiens beliebteste Künstler auftreten, u. v. a. erfährt dieser Ball noch eine überaus originelle und für jeden Besucher verheißungsvolle Bereicherung: Es gelangt eine Freifahrt Triest — Haifa — Triest auf einem Lloyd- Dampfer zur Verlosung. Da jede Eintrittskarte mit einer Nummer versehen ist und daher zugleich als Los gilt, hat jeder Besucher die große Ohance, außer dem Vergnügen, in den Sopbiensälen „eine Nacht in Tel-Aviv“ zu verbringen, auch das große Loö zu gewinnen und gratis nach dem wirklichen Tel-Aviv mit seinem herrlichen Mittelmeerstrand zu fahren. Wollen Sie gratis zur Levante-Messe nach' Tel-Aviv fahren, wollen Sie Nächte in Tel-Aviv verbringen, dann beeilen Sie sich und besorgen Sie sich noch heute Ihre Eintrittskarte: bei allen Sektionen und der WIZO. Bei Asthma und Herzkrankheiten, Brust- und Lungenleiden, Skrofulöse und Rachitis, Furunkulose und Ekzemen ist die Regelung der Darmtätigkeit durch zeitweisen Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef“-Bittenvassers von großer Wichtigkeit. Ärztlich empfohlen. G ROSSFLEISCHHAUERE i S8EGM. 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