Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 523 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIB STIMMB Nr. 523 — 11 Februar 11)86 Billige Reisen der ORBIS - POLEN Abfahrt: Alle 14 Tage Reisebüro ORBIS, I., Kärntnerstr. 51, Tel. R ^1-5-78 Österr. Verkehrsbüro, I.,Friedrichstr. 7, Tel. B 27-600 und I.,Graben 20.Tel.U 29-0-35 Reisebüro IRUT, l.,Karlsplatzi,Tel.U 44-5-79 Jüdischer Nationalrat gegen das Bodengesetz Mitteilung des Zionistischen Landesverbandes Am 12. Februar fand eine Versammlung der Obmänner sämtlicher Bezirkssektionen, der allgemein-zionistischen Delegierten des Landesverbandes und der allgemein-zionistischen Mitglieder der Bezirkskommissionen der Kultusgemeinde statt, die einhellig folgende Be Schlüsse faßten: 1. Die Versammlung drUckt dem Klub der zionistischen Kultusmandatare des Kultusvor Standes Dank und Vertrauen aus. 2. Die Versammlung begrüßt die Ernennung des Herrn Dr. Josef Löwenherz zum Amtsdirek tor und ersten Sekretär der Kultusgemeinde, beglückwünscht ihn zu dieser Ernennung und beschließt, ihn in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen für die jüdische Gemeinde neuerlich in das goldene Buch des Keren Kaje meth einzutragen. Aus Jerusalem meldet Paleor: Der W a a d Leu in i veröffentlicht eine Erklärung, in welcher gesagt wird: Dio in Aussicht genommenen Bodenverkaufsbestimmungen seieu unvereinbar mit dem Mandat und den in MaeDonalde Brief an Weizmann enthaltenen Zusicherungen. Die Regierung wird dringend gebeten, ihre Pläne nochmals zu erwägen und weitere Beschränkungen in der Einwanderung zu vermeiden. Einwanderung nach Palästina sei d i o e i n z i g e Hoffnung für die verzweifelten jüdischen Massen in der Diaspora. Der Jisclmw werde mit aller Macht gegen alle einwanderungsfeindlichen Verordnungen opponieren. Der Wand Leumi ruft den Jischuw auf, eine vereinigte Fron t zu bilden. *««“««• 95rebfauet betlange 3imt 92eht SauerBntmt Erklärung des Klubs der zlo nfstischen Mandatare Im Kultusvorstand Die Union österreichischer Juden hat an die Mitglieder der Gemeinde eine Flugschrift ver sendet, die nach Schreibweise und Inhalt sich als ein Exzeß entarteter Parteileidenschaft dar stellt. Dieses Pamphlet werden wir nicht unbeant wortet lassen. Allerdings wollen wir hiebei nicht auf das von der Union in ihrer Aussendung bezogene Niveau herabsteigen. Wir werden vielmehr an der Hand des konkreten, von jedermann überprüfbaren Tatsachenmaterials in ruhiger und sachlicher Weise die Haltlosigkeit der gegen uns mit beispielloser Skrupellosigkeit vorgebrachten Anwürfe erweisen. G. SzelinskI &Co. Buchhandlung u. Antiquariat Wien, 1. Bezirk, Schottengasse Nr. 9 bietet dem interessierten Leser reichste Auswahl in- und ausländischer Literatur. Stiftung Johann Kremenezky Der vor einem Jahre den Erben des verewigten Johann Kremenezky seitens des österreichischen Keren Kajemeth gemachte Vorschlag, einen Wohltätigkeits- und Kulturzwecken zugedachten Betrag des Nachlasses, dem KKL. als Stiftungskapital zu übergeben, gegen die Verpflichtung des KKL., dauernde Zinsen für die Stiftungszwecke zu zahlen, ist in den letzten Tagen verwirklicht worden. Die Erben haben sich mit der Verpflichtung des KKL. begnügt, bloß durch 30 Jahre diese Zinsen zu entrichten. Um das Zustandekommen dieser neuen Form der Anlage von Stiftungsgeldern in Verbindung mit dem KKL. haben sich der Leiter des österreichischen KKL., Dr. Chaim Tartakower, und Dr. David Rothblum verdient gemacht. Die WIZO-Gruppe XX veranstaltete am 8. d. eine Charnisc-hab - Asaar-Feier, die sich eines ausgezeichneten Besuches erfreute. Naeh einer kurzen Begrüßung durch die Gruppenleiterin Frau Regina Glaser hielt Prof. Dr. Menczer die 14. März 1936 AUCH IM WIENER RATHAUSKELLER STOBERLPREISE Alt-Wien tm Grinzinger Keller. Täglich Musik der Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz, Stimmung. Mifwir. kend: Stimmungssänger Hans Blaschek und Violinvirtuose R. Ohlenschläger Weizmanns Europareise Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency Dr. Oliaim Weizmann tritt am 14. d. die Reise nach London an, um in England die aktive Führung der Gegenbewegung gegen die geplante Änderung der englischen Palästina- Politik zu übernehmen. Dr. Weizmann wird in London mit den Führern der neuen Rettungsaktion zugunsten der deutschen Juden, Sir Herbert S amuel mit Viscount Bearsted (Simon Marks bleibt bekanntlich noch einige Zeit in den Vereinigten Staaten), nac-h deren Rückkehr aus Amerika Zusammentreffen und mit ihnen über den Anteil Palästinas an der Aktion zur Herausnahme von 100.000 Juden aus Deutschland verhandeln. Das. Gelingen dieser Aktion hängt bekanntlich sehr davon ab, wie weit die Tore Palästinas den aus J Deutschland kommenden Juden offen stehen. Zwischen den beiden Aufgaben, die Weizmann in England dnrehzuführen hat, besteht omit ein ursächlicher Zusammenhang. Es" wird:. 'angenommen, daß Weidmann andere europäische Länder besiiöhefi- Die antijüdische Unruhe in Polen auch wird. Die Geltungsdauer der VerwandtenzertiSikate Die aus Palästina jetzt einlangenden Verwandtenzertifikate der Kategorie D sind nur vier Monate gültig, vom Tage der Ausstellung in Palästina an gerechnet. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer eines solchen Zertifikats durch die englische Paßstelle in Wien ist n i c h t möglich. Personen, für die die Familienangehörigen in Palästina um ein Verwandtenzertifikat der Kategorie D bei der Palästinaregierung angesucht haben, müssen bei Erteilung des Zertifikats sich auf ihre baldige Ausreise vorbereiten. Das Palästinaamt empfiehlt den Zertifi katsempfängem der Kategorie D, sich betreffs Erledigung der Reiseformalitäten mit dem Palästinaamt ins Einvernehmen zu setzen. Der neue Flüchtlings- Kommissär Aus Genf wird gemeldet: Genoralmajor Sir Neil Malcolm, der während der letzten Tagung des Völkerbundrates als der aussichtsreichste Kandidat für die Übernahme des nunmehr dem Völkerbund direkt unterstellten Oberkommissariats für die deutschen Flüchtlinge genannt wurde, hat bereits mit dem Generalsekretär des Völkerbundes, A v e n o 1, Fühlung genommen. Von gut informierter Seite wird mitgeteilt, daß Sir Neil sich grundsätzlich bereit erklärt habe, die Leitung der Angelegenheiten der Flüchtlinge aus Deutschland zunächst bis zu der im Herbst stattfindenden Völkerbundversammlung zu übernehmen. Der voraus- Festrede, in der er in formvollendeter Weise die Bedeutung der! Cbamischah-Asaar-b'schwath- Fest.es erläuterte. Anschließend wickelte sich unter der technischen Leitung Otto Knollers das künstlerische Programm ab. Von den Darbietungen wären besonders zu erwähnen die arabischen und jiddischen Gesangsvorträge von Zw'i Sofer aus Palästina, das Trio der Brüder Knollor, die Violinvorträge des Mitgliedes der Wiener Philharmoniker Geringer und die jiddischen humoristischen Lieder des kleinen siebenjährigen Murnli Hausknecht, die stürmischen Applaus auslöston. Die_ Klavierbegleitung' besorgte bei allen musikalischen Darbietungen Otto. Knoiler, Purimball Aue Warschau, 10. d., wird gemeldet: An dem letzten Markttag ist es in dem Städtchen Goetyn im Kreise Posen zu ernsten judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Als die jüdischen Marktfahrer ihre Waren auslegten, wurden sie von einer Bande Exzedenten überfallen, die die Stände zu plündern begann. Der Polizei setzten die Aufrührer Widerstand entgegen. Zwei Polizisten und ein Gendarm wurden getötet. Auch in anderen Ortschaften, insbesondere in der Gegend von Czenstochau, fan den judenfeindliche Ausschreitungen statt Die Untersuchung der Vorfälle in Trusko 1 as hat zu der Verhaftung eines Mannes geführt, der in die dortige Synagoge eine Bombe geworfen hatte. Außerdem wurden siebzehn Nationaldemokraten verhaftet. Vier Nationaldemokraten wurden festgenommen weil sie, als sie von den Unruhen in Trusko las erfuhren, an dem gleichen Tage juden feindliche Ausschreitungen in KI o b u c k jisrvprriefen. . . , Während der p o g r o m a r t i g e n , A u s schreitungen in Pszystan bei Czenstöchau wurden der Händler Herechel Szumbrowicz und die Händlerin Rachel Rubin von Huligans niedergeschlagen und erheblich verletzt, ihre Stände wurden zer stört. Auch die Stände anderer jüdischer Händler wurden teils zerstört, teils ausge . raubt. Die Polizei verhaftete 21 Personen, die beim Wareuraub ertappt wurden. Die Huligans zogen durch die Straßen und schlugen die Fenster in den jüdischen Häusern ein. In Z a g o r o w bei Lodz fiel die von Agitatoren aufgehetzte Bauernschaft während des Jahrmarkts über die Juden her und miß handelte mehrere von ihnen. Die Exzedenten plünderten alle jüdischen Geschäftsläden aus. Die Polizei verfolgte die Plünderer in die umliegenden Ortschaften. Im Dorf Szetlewek wurde die Polizei aus dem Hinterhalte von einer großen Bauernmenge angegriffen, die versuchte, verhaftete Plünderer zu befreien. Die Polizisten sahen eich gezwungen, von der Schuß waffe Gebrauch zu machen. Drei der Angreifer wurden getötot, acht verletzt. In S o c h a c z o w (Kreis Warschau) wurde der Laden von Mendel Walfisch durch Born b e n w u r f vollkommen zerstört. Schiffskarten für olle Linien via Triest und Conitanxa nach Palästina und allen anderenOrienthäien tu niedrigen Örigfnalpreiscn Im Reisebüro „IRUT", I., Karisplatz 1 Tel. U 44-5-79 Erbitterung der gesamten polnischen Judenheit wegen des versuchten Attentats auf ihre Gewissensfreiheit und auf ihr physisches Wohlergehen Ausdruck. Vizeminister Gezybo wski erklärte der Abordnung, er habe vom Ministerpräsidenten Auftrag, sie zu empfangen, und werde demselben das ihm überreichte Memorandum unterbreiten. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Maz u r fand eine gemeinsame Sitzung des Vorstands der Jüdischen Gemeinde mit Vertretern anderer jüdischer Gemeinden und der Rabbinerschaft statt. Rabbi Guczo wie« darauf hin, daß die polnische Regierung sich bei der deutschen Regierung für die Schächtfreiheit in Deutsch Oberschlesien eingesetzt hat. Es wuirde eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß die Schcehita eino der Grundgebote der jüdischen Religion sei; daß ein Verbot der polnischen Verfassung direkt widersprechen würde; daß die Unmöglichkeit für clie drei Millionen Juden in Polen, sich Koscherfleisch zu beschaffen, zum schnellen physischen Verfall dieser Menschen führen müsse. Aus Z a g o r o w wird gemeldet, daß die Judenschaft mit dem Rabbiner an der Spitze den Ort verlassen hat, weil weitere Unruhen befürchtet werden. Eine lebhafte judenfeindliche Propaganda geht auch in der Gegond von Wilna vor sich. Schächtverbot in Polen? Warschau, 10. Februar. (Z. T. A.) Die von zahlreichen Sejmdoputierton unter Führung der Gattin des Sejmmarschalls, P r y s t o r, geführte Propaganda zwecks Annahme eines Gesetzes, das das Schlachten nach jüdischem Ritus verbietet, hat die Bei Neurasthenikern, deren Schwäche auf Unterleibsstörungeu beruht, bewirkt das natürliche ,,Franz-Josef“-Bitterwasser — täglich mehrmals einige Eßlöffel voll genommen — oft wahrhaft überraschende Resultate. „UIegalen“-Prozeß in Lodz Wie aus Warschau berichtet wird, bat in Lodz ein Prozeß gegen eine Reibe von Personen begonnen, die beschuldigt sind, einen systematischen Schmuggel illegaler Einwanderer nach Palästina organisiert zu haben. Die Angeklagten sind zum größten Teil Revisionisten, unter ihnen befindet sich auch der aus dem Arlosoroff- Prozeß bekannte Abraham Stavsky. In der Anklageschrift wird den Beschuldigten vorgeworfen, sie hätten von über vierzig Juden größere Geldsummen unter dem Versprechen entgegengenommen, die Betreffenden nach Palästina zu bringen. Die Auswanderer wurden zunächst nach dem polnischen Hafen Gdingen und dann auf das kleine Motorschiff „Wanda“ gebracht. Nach dreitägigem. Manövrieren in den Ktistengewässern kehrte das für eine längere Seereise untaugliche Schiff jedoch nach Gdingen zurück. Zu dem Prozeß, der voraussichtlich acht Tage dauern wird, sind ungefähr hundert Zeugen geladen. Das Urteil Aus London wird vom 12. d. noch gemeldet: Chasanovicz wurde zu drei J a h r c n Gefängnis verurteilt, Stavsky wurde frei gesprochen. Die ZionistischeBezirkssektionundWIZO Prater gratulieren Herrn Samuel und Frau Antonie Locker anläßlich der Feier ihrer silbernen Hochzeit aufs herzlichste sichtliche neue 67. Lebensjahre. Oberkommissär steht im Hur Akademl Tvrl (des Gesamtvorbandee Uldi-scner Hochschüler Österreichs „Judäa“). Freitag, den 14. <L. M., spricht im Chajessaale, IX., Alsersfcraßo 26, um 8 Uhr abends, Kollege Glenn über „Das Geschehene in Davos“, Gäste willkommen! Eine Kocht inTel-Avlv Jüdisches Volksbiidungshelm Blallk. Montag, den 17. Februar, um 8 Uhr abends: Semina/rvortrag Heilige Schriften, Buch Ijob. Referent Dr. Benjamin Klar. — Donnerstag, den 20. Februar, um 7.30 Uhr abends: Somimirvortrag Talmud Traktat, Bawa Mozia, Referent Dr. O. J. Glaser. — Donnerstag, den 20. Februar, um 8.30 Uhr abonds: Vortrag über Ethik in Bibel und Talmud“. Roferent Doktor Benjamin Doll. — II o b r ä i s c h k u r s e: Montag, 6.30 Uhr abends, für Erwachsen« (Anfänger); Mittwoch, 4.30 Uhr nachmittags, für Kinder (Anfänger); Donnorstag, 7 Uhr abonds, für Erwachsene; Dienstag, 6.30 Uhr abends, für Fortgeschrittene; Donnerstag, 8 Uhr abends, für Fortgeschrittene. — Freitag, 8 Uhr abends, Onegg Sabbatb mit Vortrag. — Samstag, 6 Uhr abends, Versammlung der Jugend. Judenheit in Polen in tiefe Unruhe versetzt. Sämtliche jüdisch on Deputierton und Senatoren erschienen im Ministerratspräsidktm und gaben der tiefe n Sofiensäle