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Die Stimme · 1936-02-11 · Heft 522 (11.2.1936) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 522 (11.2.1936)
Date
1936-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit« 6 Dil STIMMI Nr. 522 - 11. Februar 1986 m imuüÜHfy (üdiscUu Volkskunst Von Dr. Alfred Werner Das „Volk der Schrift“, das jüdische Volk, ■wird auch der Bestwillige kaum ein Volk der bildenden Künste nennen dürfen. Woher rührt dieser offenkundige Mangel? Sicherlich nur zu geringem Teil aus dem Bilderverbot des Dekalogs, das ja nie streng gehandhabt wurde und bloß Schutzmaßnahme gegen den Götzendienst war — übrigens kennt auch der Islam dieses Verbot, und doch haben Araber und Türken in ihren Glanzperioden unvergängliche Kunstwerke auf allen Gebieten geschaffen. Ebenso wenig darf man behaupten, den Juden mangle 'künstlerische Begabung — aus dem Judentum , gingen besonders seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Künstler hervor, die zwar weder mit den Größten der nichtjüdischen Kunst wetteifern können, noch es an Genialität mit jüdischen Produzenten anderer Gebiete, etwa der Literatur, aber auch der Musik aufnehme® können, immerhin aber in der traditionsannen jüdischen Kunst einen bemerkenswerten Anfang bilden und vor allem auf die Entwicklung der modernen Malerei starken Einfluß hatten und haben. Es ist ein Verdienst Alexander W a t i n s, eines russisch-jüdischen Malers, der im Jahre 1925 in Dresden unter großen persönlichen Opfern eine Zeichen- und Malschule für Werktätige gegründet hatte, die jedoch trotz ihrer Welterfolge und trotz des Protestes seiner nach Tausenden zählenden, aber ohnmächtigen nichtjüdischen Schützlinge 1933 von den Nationalsozialisten als das Kulturwerk eines „Fremdrassigen“ geschlossen wurde, daß er, Gefühlszionist seit jeher, die Forderung ausgesprochen hat, dem neuen Judentum in Erez Israel den bislang verschütteten Zugang zu künstlerischer Entfaltung freizubahnen. Dazu sind allerdings neue Methoden erforderlich, die Watin in fast zehnjähriger Lehrtätigkeit an seiner Dresdner Volkskunstschule, die unter dem Protektorat GerhartHauptmanns stand, sich erworben hat. Menschen ohne Vorkenntnissen, Schlossern, Schmieden, Tischlern, Maurern, Bauarbeitern, Anstreichern, zumeist Jugendlichen, hat er die Liebe zur Kunst eingeimpft, er hat sie sehen gelehrt, indem er ihnen die Zeichenkunst beibrachte. Er legte niemals darauf Gewicht, die Werktätigen, denen zumeist aus materiellen Gründen die Möglichkeit, sich autodidaktisch zu bilden, erschwert ist, zu Künstlern zu erziehen und so vielleicht, wie es ihm Übelwollende vorwerfen könnten, das Künstlerproletariat zu vermehren. Er meint vielmehr, es könne nur derjenige die Schönheit eines Werkes der bildenden Kunst richtig genießen, der imstande ist, wenigstens teilweise den Werdegang eines solchen Kunstwerkes mitzudenken — gleich wie die Beherrschung eines Musikinstrumentes dem Hörer ernster Musik deren Verständnis wesentlich erleichtert! In einem Aufsatz hat Watin seine Meinung darüber ungefähr mit diesen Worten formuliert: Das ungeheure Fortschreiten der wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften hat unsere ethisch-ideologische Verarmung nicht verhindern können. Namentlich die werktätige Masse mußte durch den Zwang, in der manuellen Arbeit die einzige Quelle aller irdischen Werte zu sehen, ihre ganze Energie in lebenslänglichem Kampf für die Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Ziele vergeuden. Die nähere Berührung mit dem Schöngeistigen, die künstlerischen Erregungen würden dem arbeitenden Menschen verhelfen, seiner bisherigen kulturellen Armut, der Inhaltlosigkeit seines mechanisierten Daseins gewahr zu werden. Das Mysterium des künstlerischen Nacherlebens und der künstlerischen Schöpfertätigkeit wurde seine Seele mit einem neuen Inhalt füllen. Der Plan Watins, in Palästina eine jüdische Volkskunstschule zu errichten, müßte vom gesamten Jisohuw mit Begeisterung aufgenommen werden. Das Judentum Palästinas ist bereits ein ganz arideres als das der Galuth. Härter, geschlossener, erdnäber, mit manueller Arbeit innig vertraut. Das ist vor allem ein Verdienst A. D. Gordons, der, gleichfalls Ostjude, lebte er heute noch, sicherlich ein starker Förderer der Ideen Watins gewesen wäre. Denn er kämpfte zeitlebens für jene lebendige jüdische Kultur, die das ganze Leben umfaßt: „Alles, was das Lehes gm des Lebens willen schafft, ist Kultur... jede Arbeit, jedes Werk, jede Tat ist Kultur, das heißt die Basis der Kultur, ihre Materie... Alles, was die Tuenden zur Zeit und außer der Zeit ihres Tuns fühlen, denken und erleben, und die Beziehungen, die aus alledem in Verbindung mit der in allen lebenden Natur entstehen, machen den Geist der Kultur aus. Aus ihm speist sich die höchste Kultur — die Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Poesie, Ethik, Religion. Diese höchste, sublimierteste Kultur, die diejenigen im Auge haben, die bei uns von Kultur sprechen, stellt nur den Rahm der Kultur dar, die Kultur im weiteren Sinne. Aber kann man Rahm ohne Milch herstellen? Oder ist es möglich, aus fremder Milch eigenen Rahm zu gewinnen?“ Diese „eigene Milch“ will Watin gewinnen, die Basis für die neue jüdische Kultur, die genau so wie bei den übrigen Völkern die bildende Kunst umfassen muß. Watin will dem ohne Hände geborenen Rafael Juda— der dennoch ein großer Maler ist — zu seinen Händen verhelfen. Das ist der Sinn der Mission Alexander Watins! Rektor Professor Dr. Krauß ein Siebziger Dieser Tage begeht der Rektor der Wiener Israelitisch-theologischen Lehranstalt, der bekannte Archäologe und Historiker Professor Dr. Samuel Krauß, seinen siebzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlaß wird der Forscher in den jüdisch-literarischen Kreisen Gegenstand besonderer Ehrungen sein. Die Monatsschrift für Wissenschaft und Geschichte des Judentums widmet ihr Februarheft als Festschrift dem Jubilar. Auch die junge palästinensische Wissenschaft wird dem hervorragenden Gelehrten, der sich unsterbliche Verdienste auch als Hebraist und Ethymologe durch seine „Kadmonioth ha-Talmud (Talmudische Archäologie), die bahnbrechend wirkte, und die Neuausgabe des „Aruch“-Lexikons erworben bat und bereits wiederholt als Gast der hebräischen Universität in Jerusalem weilte, in entsprechender Weise huldigen. Krauß wurde am 18. Februar 1866 in Ukk (Ungarn) geboren und studierte in Budapest und Berlin, Er wurde zuerst Professor für Hebräisch am jüdischen Lehrerseminar in Budapest. Im Jahre 1906 wurde er als Dozent für jüdische Geschichte und Bibelexegese an die israelitisch-theologische Lehranstalt berufen, die er seit dem Ableben des unvergeßlichen H. R. Schwarz gemeinsam mit dem hervorragenden Talmudforscber Prof. Dr. V. Aptowitzer leitet. In Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der byzantinischen Zeit verlieh die griechische Regierung im Jahre 1929 dem Gelehrten den Titel eines „Kommandeurs des griechischen Phönixordens“. Von den Arbeiten des Jubilars seien noch erwähnt: „Die Wiener Gesera“, welche die Katastrophe des Jahres 1421 für die Geschichte der Juden in Wien quellenmäßig behandelt, ferner die ,.griechischen und lateinischen Lehnwörter im Talmud, Midrasch und Targum“, die „synagogalen Altertümer“, seine „Geschichte der jüdischen Ärzte“. Als Präsident des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur ist Prof. Krauß bestrebt, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zum Nutzen des Judentums den jüdischen Massen in gemeinverständlicher Weise zugänglich zu machen. Auch das Wiener Beth ha-Midrasch kennt den berühmten Historiker vom Vortragspult. Dr. I. Babad, Klagenfurt. Sevilla Pastors Lausbub Jankale Mas und Moriz und alle ihre Kollegen aus der gesamten Lausbubenliteratur sind Musterkinder ml Sittennote 1 vrn Vergleich zu dem Jankale, den Sevilla Pastor in der Praterstraße spielt. Man hat das Stück neu inszeniert, aber diese Neuinszenierung ist tatsächlich die älteste Inszenierung. So ist Jankale vor zehn Jahren m Warschau herausgebracht worden, wie er jetzt wieder in Wien vor das Publikum kommt. Der Erfolg hat die Richtigkeit der Idee bestätigt. Freilich: Das Wesentliche bei allem, was um Sevilla Pastor herum geschieht, bleibt doch, wie sie selbst sich in Szene setzt. Sie tut es diesmal wieder so, daß ein Stück, das normal bis halb 11 Uhr dauern dürfte, erst gegen Mitternacht zu Ende ist. Die Leute lassen sie einfach nicht los. Sie hätten sich „Jankales Lied“, den Katarrh und das Moschiach-Lied auch noch stundenlang angehört. Das ist eine Kunst und eine Komik von wirklicher Einmaligkeit. Sevilla Pastor darf sich alles leisten. Die gewagtesten Passagen bringt. <üs mü Scharm^ Ob ei* boshaft ob sic gerührt ist, ob sic Schnupfen kriegt. ob sie grotesk wird, ob sie die Handlung des Scder stört: Man ist und bleibt verliebt in den Lausbuben und versteht, daß er der Liebling der ganzen Welt ist (außer der Stiefmutter). Eine etwas überholte Entdeckung? Diese lüdische Künstlerin kann man gar nicht oft genug entdecken. Ihr Publikum jedenfalls entdeckt sie jeden Abend neu. ,Jankale“ ist ein Starstück. Aber in diesem Theater sind so viel künstlerische Individual) tülen versammelt, daß alles doch wieder zum Ensemblespiel wird. Sb sind alle — was soll man besseres sagen — würdige Partner des Jankale: Erna Siegler, Ella Sieber, M. Pastor (der auch die Regie führt), Mösche Siegler, Hermann Kosowsky, aber mich die anderen bis zum letzten Chorbuben. Direktor Goldfließ darf zufrieden sein. Er hat ein gutes Theater aufgebaut, dessen weiteren Leistungen man neugierig entgegensieht. —ei— Jüdische Kulturstelle Donnerstag, 13. Februar, 19 Uhr 15, findet im Jüdischen Kulturtheater (I., Kai 3), ein Heine-Abend statt. Aus Werken des Dichters lesen Olga Fuchs (ehern. Dresden) und Martin Berossi. Einleitende Worte: Dr. Alfred Werner. * Jüdische Volkshochschule, Wien, I., Franz- Josefs-Kai 3, Tel. R 28-2-36. In der Jüdischen Volkshochschule beginnt das Sommerseraester Montag, den 17. Februar 1936. Einschreibungen und Auskünfte täglich in der Jüdischen Volkshochschule (I., Kai 3). Ermäßigte Karben für sämtlich© Privat- und Bundestheater, Konzerte, sowie den Palästina- Film „Land der Verheißung“ in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, Tel, R 28-2-36. * Die neue Ausstellung in der Jüdischen Kunsthalle (I., Kai 3), ist ganztägig geöffnet und frei zugänglich. Jüdisches Kulturtheater. E. J u b a 1, der künstlerische Leiter des Jüdischen Kulturtheaters, bringt als nächstes Stück das von ihm inszenierte Schauspiel „Die goldene Kette“ von Leib Jizchok Perez, dem klassisch-jiddischen Dichter, i-n deutscher Übersetzung heraus. Die Proben haben bereits begonnen. „Das Land der Verheißung“ Die Aufführung des großen Palästina-Tonfilms „Das Land der Verheißung“, die im Imperial-Kino am vorigen Sonntag stattfand, war, wie alle bisherigen Vorstellungen, wieder gänzlich ausverkauft. Hunderte von Besuchern konnten keinen Einlaß mehr erhalten. Die Ansprache, die Oberrabbiner Dr. Feuchtwang an das Publikum hielt, veröffentlichen wir auszugsweise an anderer Stelle. Die Rede wurde mit begeisterten Akklamationen aufgenommen. Die nächste Aufführung des Films findet Sonntag, den 16. d., vormittags 11 Uhr, im Kolosseum-Kino, IX., Nußdorferstraße, statt. Auch für diese Vorstellung ist mit der Mitwirkung eincß hervorragenden Redners zu rechnen. Da es sich immer wieder zeigt, daß die Vorstellungen von „Land der Verheißung“ l restlos ausverkauft sind, empfiehlt es sich unbedingt, Karten im Vorverkauf zu besorgen. Propagandaabend der Zionistischen Bezirkssektion XX. Sonntag, den 2. Februar, veranstalteten die Zionistische Bezirkssektion und Wizo XX Ln der Toymbeehalle einen Propafandaabend. Diese Veranstaltung, die bei volleeetztem Saale stattfand, ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Nach einer Ansprache des Lehrers Wittler über die zionistische Arbeit im Bezirke gelangte eine Akademie zur Vorführung, die von namhaften Künstlern bestritten wurde. Es wirkten folgende Künstler mit: Max Bartfeld, Mandolinen vortrüge; Oberkantor D. Bohomilny, kantorale Gesänge; Klaviervirtuoßin Paula Dermer; Wolf lebt, hebräische Lieder; Max Lustig, Rezitationen; das bekannte heitere Quartett des jüdischen Gesangvereines; Violinvirtuose Prof. Dr. Josef Zimblor, begleitet von Frau Raab. Die Konference hatte Herr Samuel Weintraub über. Jüdisch-akademischer Juristenverein. Anläßlich dos 100. Geburtstages des großen jüdisohen Gelehrten Cesare Lombroso spricht Donnerstag, den 13. Februar, um 20 Uhr, Univ.-Dozent Dr. J. Fischer über „Lombroso als Begründer der Kriminalanthropologie“. Ort: IX., Alserstraße 26. Gäste willkommen. Jüdisches Volksbildungsheim „Blalik“. Wochenprogramm vom 9. bis 15. Februar 1936. Seminarvorträge: Montag, den 10. Februar, 8 Uhr abends: Heilige Schriften, Buch 1, Job. Vortragender Dr. Benjamin Klar. —• Donnerstag, 13. Februar, 7.30 Uhr abends: Talmudvortrag, Traktat Bawa Mezia. Vortragender: Dr. 0. J. Glaser. — Donnerstag, den 13. Februar, 8.30 Ubr abends: Vortrag über „Die heutige Lage des Judentums. Referent: Dr. Salamon Wolf. — Hebräisohkurse: Montag, 6.30 Uhr abends, für Erwachsene (Anfänger). Mittwoch, 4.30 Uhr nachmittags, für Kinder (Anfänger). Donnerstag. 7 Uhr abends, für Erwachsene (Anfänger). Dienstag, 6.80 Uhr abends, für Fortgeschrittene. Donnerstag, 8 Uhr abends, für Fortgeschrittene. — Freitag, 8 Uhr abends, Oneeg Sabbath mit Vortrag. — Samstag, den 15. Februar, 8 Ubr abends: Unterbaltungsabend der Jugend, — Englisch- und Französisohkurs in Vorbereitung. Ein neues Heim der Zion. Sektion und WIZO, Prater Da« Heim ist, der Stolz der hier vereinigten großen jüdischen Gemeinschaft des Bezirke«. l)ae Präsidium der Sektion, der WIZO und das Veranstaltungskomitee unter Leitung von Dr. N. Frey sowie die Mitglieder, durchdrungen von jüdischem Geist, sind bestrebt, im Geiste de« Zionismus den breiten jüdischen Massen jüdische Wissenschaft, Literatur und Kirnet zu vermitteln. In diesem Sinn werden regelmäßig wissenschaftliche Vorträgo von prominenten Persönlichkeiten gehalten. Außerdem sind verschiedene Kurse vorgesehen, wie Hebräisch, jüdische Geschichte. Literatur. Es liegen auch Zeitschriften — jüdisch, hebräisch, deutsch — auf, so daß das neue Heim jedem Juden geistige und kulturelle Zerstreuung bieten kann. Die zionistische Sektion und WIZO Prater, veranstalten .alle 14 Tage Geselligkeitsabende mit erstklassigem künstlerischem Programm. In diesem Rahmen fand auch am 11. Jänner ein bunter jüdischer Abend statt. Der Abend wurde von Frau Prof. Rosenblüth geleitet, die weiten jüdischen Kreisen durch ihr geschmackvolles Arrangieren jüdischer Veranstaltungen, die immer ein hohes künstlerisches Niveau haben, bekannt ist. Die Darbietungen der Herren Doli Nachbar, Sc-gall-Rosenbach, Presser, Grauer, König, de« Frl, Rosl Saphir fanden großen Anklang. Die meisterhaften Variationen über das jüdische Lied sowie di© Tauzillustration der Tikwa von Prof. Rosenblüth. ausgeführt von cler kleinon L. Zeisei, fanden ein verständnisvolles Publikum. Der zweite Abend der Sektion am 1. Februar im Saal des neuen Heime« hat ebenfalls einen großen gesellschaftlichen und künstlerischen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Unter den Anwesenden konnto man viele Persönlichkeiten eehen, wie den Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes von Österreich Dr. Oskar Grünbaum, Dr. Josef Löwenherz, Univ.-Prof. Dr. Braun, Dozent Dr. Blau, Generalstabsarzt Dr. Raschkes u. a. Die Mitwirkenden waren: Prof. Zimbler. begleitet von Frau Raab, die 13jährige Klaviervirtuosin Hertha Kramm, die meisterhaft mehrere Stücke zum Vortrag brachte, Max Neubert, Rolly, Frau Dulickaya und das heitere jüdische Männerquartett. „Hachnusas Kalu“ (Obmann S. Buchsbaum) veranstaltet zugunsten armer Waisenbräute Dienstag, den 11. Februar 1. J., im Theater Reklame, II., Praterstraße 34, eine Wohltätigkeitsvorstellung, bei welcher „Barmizwah“ mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle zur Aufführung gelangt. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zewc-k wird gebeten, durch zahlreichen Besuch diese Veranstaltung zu unterstützen. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur wählte folgende Herren wieder in den Vorstand: Prof. Dr. Samuel Krauß (Präsident), Rabbiner Dr. Moses Rosenmann, Ober- Medizinalrat Dr. Heinrich Haase (Vizepräsidenten) und Kommerzialrat Theodor Ebrenstein, Dozent Dr. Isklor Fischer, Direktor Joab Friedmann, Hofrat Dr. Siegniund Fuchs, Alfred May, Sandor Wolf zu Vorstandsmitglieder und Dr. Ernst Pins, Hans Heller zu Revisoren. Kurse für Gesundheitsboxer Der Makkabi IX., der bekanntlich als einziger jüdischer Verein in Österreich eine Abteilung für Kampfboxen unterhält, in den letzten Jahren auch mehrere Meister und Internationale für Auswahlteams gestellt hat, geht nunmehr daran, ermutigt durch die sportlich© und vor allem zahlenmäßige Entwicklung der tetzten Zeit, einen eigenen Kurs für Gesundheitsboxen unter fachmännischer Leitung ins Leben zu rufen. Wie kein anderer Sport ist die Boxgymnastik besonders geoignet, eine vollständig gleichmäßige Leistungsfähigkeit aller inneren und äußeren Organe herbeizuführen und so Schäden, die durch ein© einseitig© Lebensweise hervorgerufen worden, auszugloichen. Es ist daher kein Zufall, daß fast alle Spitzensportler Boxgymnastik als Konditionstraining betreiben. Die Kurse haben am 6. Februar 1936 unter der Leitung des bekannten Professionalboxers und staatlich geprüften Sportlehrers Franz Krausz begonnen und finden jeden Montag und Donnerstag von K6 bis 7 Uhr abends im Trainingslokal des Makkabi, IX., Liechtcnsteinetraßo 20, statt. Anmeldungen schriftlich oder persönlich jeden Montag und Donnerstag ab 146 Uhr. Den Kursteilnehmern stehen sämtliche Boxgeräte (Sandsack, Birne, Plattfonnball, Springsehnüro, Boxhandschuhe, Ring usw.), geheizte Umklcideräume, warm© Brausen, auf Wunsch Massage zur Verfügung. Preis des Kurses monatlich 5 Schilling. Die 1870 begründete landwirtschaftliche Schule Mikweh Israel der Alliance Israölito Universelle, di© bekannteste landwirtschaftliche Schule Palästinas, vier Kilometer von JaiTa- Tel-Aviv entfernt, in herrlicher Umgebung, auf einem 2600 Dunam großen Golände gelegen, vermittelt ihren Schülern theoretisch und praktisch eine gründliche Ausbildung in allen Zweigen d©r palästinensischen Landwirtschaft. Der Lehrgang dauert drei Jahre, das nächste Unterrichbsjahr beginnt am 1. November 1936. Schüler mit der entsprechenden Schulbildung (Absolvierung einer achtklassigon Volksschule oder fünf Klassen einer Mittelschule), zwisohou 16 bis 18 Jahren können Aufnahmo finden. Zertifikate werden durch die Schule besorgt. Die Anmeldung muß bis zum 30. Juni vollzogen sein.

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