Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1936-02-04 · Heft 520 (4.2.1936) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 520 (4.2.1936)
Date
1936-02-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3054243-3054276--5648-3061406
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Nr. 520 — 4. Februar 1986 Dil STIMM! Seite 3 Das Jubiläum von Herzls „Judenstaat" Anuchnelden Aufheben OBSELLSCHAPTSREISE der Oeaterreichigoh-Tsohechoslovakiaohea Gesellschaft gemeinsam mit dem offiziellen tachechoslovaklschen Verkehrabtlro {EDOK - WIEN L, Kfirntnergtraße 32 Tel. R 23-4-88 zu den II. Makabi Winterspielen In Bansk& Bystrlca, C. S. R. vom 18. bis 24. Februar 1936 Montan« 17. Febiuari Reise nach Banskö Bystrica; Abendessen, Nitchtigung. Dienstag, 18. Februar bis Montag, 24. Februar: Teilnahme an den Winterspielen laut Programm. Dienstag, 25. Februar: Rückfahrt nach Wien. — Teilnehmerpreis: Kategorie I. Bei Unterbringung in erstklassigen Hotels, bzw. bei voller Hotelbesetzung in Behr guten Privat Wohnungen, inkl, Fahrt hin und zurück sowie Verpflegung S 127*—. Kategorie II. Bei Unterbringung in Gasthöfen, bezw. in nuten Privatwohnungen, sonst wie oben R 10.V--. Kategorie 111. Bei Unterbringung In gemeinsamen Schlafraumcn, sonst wie oben S i8'—. Anmeldung«”» im offiziellen tschechoslowakischen Verkehrsnüro Cedok-Wien, I., Kürntnerstraßo 32, Tel. R 23-4-88. Eisenbahnverbindung: Ab Wlen-Ostbahnhof 14'flO Uhr, an Mnrchegg 15*03 Uhr (Umsteigen). Ab Marohegg 15’ßl Uhr, an Bratislava 16*24 Uhr (Umstaigen). Ab Bratislava 10*53 Uhr, an Novd Zdmky 21*22 Uhr (Umsteigen). Ab Nov6 Zömky 21*26 Uhr, an Zvolen 0*11 Uhr (Umsteigen). Ab Zvolen 0*25 Uhr, an BanskA Bystrica 1*03 Uhr. Ab Wien-Nordbahnhof 17*18 Uhr, an Marohegg 18*40 Uhr (Umsteigen). Motorzugs-Anschluß nach Bratislava (Umsteigon). Weiterer Fahrplan wie oben. Diese Verbindung ist nur bei mindest 60 Personen möglich. Anmeldeschluß 10. Februar 1936. Antokar-Vorblndung. Ab Cedok-Wlen, I., Kflrntnerätraße 82, um 9 Uhr früh. Fahrt über Bratislava (Stadtrundfahrt), Nltra, Levice und Zvolen nach Banskä Bystrica. Anknnft in Banzka Bystrica am Nachmittag. Wieder weniger jüdische Hochschüler in Wien Die Zahl der jüdischen Hochschüler an der Wiener Universität nimmt ständig ab. Nach der neuesten Statistik gab es im Wintersemester 10.831 Hörer. Darunter sind 1825 Juden. Im Studienjahr 1933/34 studierten in Wien 2240 Juden, im Studienjahr 1934/35 1980 Juden. In zwei Jahren hat die Zahl der jüdischen Hörer in Wien also um '415 abgenommen, das sind etwa 18 Prozent. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich die Juden folgendermaßen: Studienjahr 1933/34: 459 Juristen, 1243 Mediziner, 539 Philosophen. Für das nächste Jahr lauteten die entsprechenden Ziffern: 354, 1157, 469, iür das laufende Jahr: 268, 1017 und 540. Die Zahl der jüdischen Juristen ist in zwei Jahren fast um die Hälfte zurückgegangen. Bei den Medizinern beträgt der Rückgang rund ein Sechstel, während bei den Philosophen nach einem Rückgang um 70 vom Jahr 1933/34 auf 1934/35 im laufenden Studienjahr eine Zunahme zu verzeichnen ist, so daß die Ziffer vom Jahr 1933/34 wieder erreicht worden ist. Von den in Wien studierenden Juden sind im laufenden Studienjahr 1334 Inländer und 1825 Ausländer. Die Zahl der Ausländer betrug vor zwei Jahren 565 und im vorigen Jahr 459. Sie stammen zum großen Teil aus Amerika. Dr. J. H. Körner Reisebüro City, Wien, I., Kohlmarkt 8, Telephon U 26-4-29. Ermäßigte Purimreisen auf den Dampfern nach Erez Israel am 19., 21., 26. Februar und 4. März. Tour-retour in der I. Klasse S 596*—, in der Touristenklasse S 351*—. Dr. Czermak Uber jüdische Autonomie In einer Rede beim katholischen Soldatenbund sprach dieser Tage Minister a. D. Dr. Czermak über die Judenfrage. Seiner Rede entnehmen wir nach dem Bericht der „Korr. Austria“ die folgende Stelle: „Jede österreichische Minderheit soll die völlige Freiheit in ihren eigenen Angelegenheiten besitzen. Diese eigenen Angelegenheiten soll sie selbst nach eigenem Gutdünken durch ihre eigenen Führer besorgen. Ich bin also für eine weitgehende Autonomie, ich bin dafür, daß die jüdischen Kinder eigene Kindergärten und Schulen, daß die Juden eigene kulturelle Organisationen und Einrichtungen besitzen natürlich immer unter Respektierung des bekannten gemeinsammen Nenners: Nichts darf geschehen, was den christlichen Charakter des Staates verletzen könnte. Ich bin aber auch dafür, daß der Mehrheit das gleiche Recht zusteht wie der Minderheit,“ Die Hoffnungslosigkeit der deutschen Juden und der Juden in einigen anderen Ländern wäre grenzenlos, gäbe es kein zionistisches Aufbauwerk in Palästina. Theodor Herzl war es, der durch sein Buch „Der Judenstaat“, das in Wien am 14. Feruar 1896 erschienen ist, die moderne zionistische Bewegung ins Leben gerufen hat. Der Zionistische Landesverband für Österreich feiert das vierzigjährige Jubiläum von Herzls Judenstaat durch einen Festabend, der am 11. Februar um präzise H9 Uhr abends, inj Großen Musikvereinssaale stattfinden wird. Dr. Oskar Grünbaum wird über Herzls Buch „Der Judenstaat“ sprechen. Dr. Josef Kastein (Haifa) spricht über das Thema: „Das Geschichtserlebnis des jüdischen Menschen.“ Palästina am Tage der Beisetzung König Georgs V« Aus Jerusalem, 30 Jänner, wird gemeldet: Obwohl der Tag der Beisetzung König Georgs V. nicht als offizieller Trauertag in Palästina proklamiert worden war, wurde er doch von der gesamten palästinensischen Judenheit in ehrfürchtigem Gedenken an den verstorbenen König begangen. Die Schulen und Ämter im ganzen Lande blieben geschlossen. Die Flaggen wehten auf Halbmast. In den Fabriken und sonstigen Arbeitsstätten wurde eine Trauerpause von zwei Minuten eingeschaltet, während der jegliche Arbeit ruhte. In sämtlichen Synagogen des Landes fanden Trauergottesdienste statt. An der Klagemauer wurden besondere Gebete gesprochen. Der Trauergottesdienst in der Churwasynagoge war überfüllt. Rabbi Levi verlas eine Botschaft de« sephnrdischen Oberrabiners Jacob Meir, die der Erwartung Ausdruck gibt, daß die jüdischen Hoffnungen sich unter Eduard VIII. erfüllen werden. Unter dem Vorsitz des Richters am Obersten Gerichtshof Palästinas, G. F r u m k i n, fand in Jerusalem eine Trauerfeier der Bne Brit für König Georg V. von England statt. Dem Gottesdienst in der Großen Synagoge von Tel-Aviv wohnten Präsident Dr. Ohaim Weizmann, Bürgermeister Meir Dizeng o f f und andere hervorragende PersÖnlich- Da die Nachfrage nach Karten sehr rege ist, einige Sitzkategorien bereits ausverkauft sind und Dr. Josef Kastein nur am 11. Fe bruar in Wien sprechen kann, empfehlen wir unseren Lesern und Freunden, die sofortige Besorgung von Karten. Reservierte Karten müssen beim Landeskomitee bis spätestens Donnerstag, den 6. Februar, behoben werden, da sie sonst anderweitig vergeben werden. Restliche Karten sind erhältlich: Zionistisches Landeskomitee, I., Marc- Aurel-Straße 5, Telephon U 22-2-11; sämtliche zionistischen Bezirkssektionen: WIZO, I., Schottenring Nr. 25, A11-6-26; Jüdische Kulturstelle, I., Franz-Josefs-Kal 3, R 28-2-36; Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20a, R 45-3-05; Bücherstube Länyi, I., Kärntnerstraße 44, B 25-6-75, Bücherstube Löwit, I., Wollzeile 6, R 25-4-53, und Kartenbtiro Gronner, I., Graben 29, U 22-4-45. folgte politische Linie die Grundlagen des Jüdischen Nationalheims zu zerstören drohe. Es heißt, Dr. Weizmann habe hinzugefügt, die Jewish Agency würde sich genötigt sehen, den Internationalen Gerichtshofim Haag anzurufen, falls die Palästinaregierung bei ihrer gegenwärtigen Politik verharren sollte. Hin Palästina -'Tonfilm. Obeirabbiner Dr. David Feuchtwang spricht in der FEST- AUFFÜHRUNG v\\\\\\\\\\\\\\\\\\m anläßlich des 40. Gedenktages seit Erscheinen von Herzls »Judenstaat* Sonntag, 9. Februar, vorm. 11 Uhr, im Imperial-Kino, I., Rotenturmstr. Karten bei der Jüdischen Kulturstelle, Franz - Josefs - Kai 3, Tel. R 28-2-36, Bücherstube Löwit, Wollzeile 6, Tel. R 25-4-53, Lanyl, Kärntnerstr. 44, Tel. B 26-3-33 und an der Kinokasse, Tel. U 22-1-12. jeder der Konvention beitretende Staat mittellosen Staatsangehörigen der anderen Unterzeichneten Staaten, die sich auf seinem Gebiet befinden und materieller oder moralischer Hilfe bedürfen, die gleiche Behandlung zuteil werden läßt, wiei seinen eigenen Staatsangehörigen. Der Entwurf sieht die Ausdehnung des Beistandes auch auf staatenlose Flüchtlinge und Personen unbestimmter Nationalität vor. Die Unterzeichneten Staaten verpflichten sich, keinen Ausländer aus ihrem Staatsgebiet nur deshalb zu entfernen, weil er mittellos ist, es sei denn auf dem Wege einer im voraus geregelten Repatriierung. Diese Verpflichtung verhindert jedoch nicht Polizeimaßnahmen, wie z. B. die Ausweisung selbst einer staatlich unterstützten Person, wenn diese Maßnahmen die normale Folge von Vergehen gegen Gesetze öder Verordnungen sind. Die meisten Staaten zeigen wenig guten Willen, eine solche) Konvention zu unterzeichnen. Wenn nun die Experten jetzt sogar mit der Ausarbeitung eines Konventionsprojektes fertig werden, so kann es unter Umständen noch Jahre dauern, bis die Konvention von den verschiedenen Regierungen ratifiziert wird und in Wirksamkeit tritt. Attentat auS Dr. Eliash in Jerusalem Aus Jerusalem meldet ITA.: Dr. Mor-: dechai Eliash, der bekannte Jerusalemer Advokat, wurde am 29. Jänner in der Bezalel-Straße, im Stadtzentrum von Jerusalem, von zwei europäisch gekleideten Männern überfallen, die mit Dolchen auf ihn losstachen und ihn am Hals und an der Brust schwer verletzten. Ein Stich ging gerade an der Lunge vorbei. Die Attentäter konnten unerkannt entkommen. Dr. Eliash wurde in das Hadassah-Höspital überführt. Sein Zustand ist ernst, man hofft trotzdem, ihn am Leben zu erhalten. Dr. Mordechai Eliash hat als Anwalt die jüdisehe Sache vor der Internationalen Klage mauor-Kommission. die am 28. Juni 1980 ihre Sitzungen in Jerusalem begann, vertreten. Er ist Mitglied des Rates für Rechtsstudien, der das Wirken der erlassenen Gesetze kontrolliert. Jüdische Tagungen in Banska Bystrica Während der II. Makkabi-Winterspiele, die vom 18. bis 24. Februar 1936 in Banskä Bystrica, Slowakei, stattfinden, wird in Banskä Bystrica eine Sitzung der Welt-HATO, der obersten turnerischen und sportlichen Instanz des Welt-Makkabi, gleichzeitig* mit einer Sitzung der Wintersport-Referenten der einzelnen Kreise abgehalten werden* König Georgs Proklamation an Palästina Regierung auferlegt wurden, restlos erfüllt werden sollen, und daß meine Regierung beschlossen hat, dieRechtejederRasseundjedes Bekenntnisses unter euch zu respektieren, sowohl in der Zeit bis zur definitiven Bestätigung der Mandatsbestimmungen durch den Völkerbund, als auch in der Zukunft, wenn dieses Mandat verwirklicht werden wird. Euch allen ist bekannt, daß die verbündeten Großmächte beschlossen haben, Maßnahmen zu treffen, die die stufenweise Errichtung eines Nationalheims für das jüdische Volk in Palästina sichern sollen. Diese Maßnahmen werden weder die bürgerlichen und religiösen Rechte der Einwohner beeinträchtigen, noch ihren Wohlstand verringern. Ich bin überzeugt, daß der High Commissioner, den ich zwecks Verwirklichung dieser Prinzipien ernannt habe, seine Aufgabe mit vollster Hingabe erfüllen und m i t Erfolg bemüht sein wird, das Glück aller Stände und Gemeinschaften unter euch zu fördern und sie zu einigen. ten, die der über euch gesetzten keiten bei. Oberrabbiner U s i e 1 hielt die Predigt. Er entbot gleichzeitig dem neuen König die Huldigung der Juden Palästinas und sprach die Hoffnung aus, daß unter der Herrschaft*Eduards VIII. der Aufbau des Jüdischen Nationalheims zu Ende geführt werden würde. Die Trauer Großbritanniens um König Georg V. hat in der arabischen Öffentlichkeit Palästinas wenig Widerhall gefunden. Die arabischen Zeitungen haben die Nachricht vom Tode des Königs nur kurz verzeichnet und den Eindruck geschildert, den der Todesfall auf die jüdische Bevölkerung gieimacht hat. Konvention für Ausländersehutz In Genf tagt jetzt zum zweitenmal ein Expertenkomitoe, welches sieh mit der Frage einer imtornationalen Konvention zwecks Beistands für mittellose Ausländer beschäftigt. An den Arbeiten des Komitees nehmen neben Regierungsexperten aus zehn verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern auch Vortreter von Privatorganisationen teil, u. zw. S. C o h e n, London, als Vertreter der Ständigen Internationalen Konferenz der Privatorganisationen für Auswanderorschutz, und Frl. Ferrifcro vom International Migration Service. Der Konventionsentwurf sieht vor, daß Weizmann ruft den Haager Gerichtshof an? Aus Jerusalem meldet die JTA.: Zu der Unterredung des Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann mit dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope über das geplante Gesetz zur Einschränkung des Bodenverkaufs wird ergänzend mitgeteilt, daß Dr. Weizmann den High Commissioner darauf aufmerksam gemacht habe, daß die ganze von der Regierung in letzter Zeit be- Anläßlich des Todes König Georgs V. hat die hebräische Presse Palästinas das Manifest veröffentlicht, das der verstorbene König an die palästinensische Bevölkerung gerichtet hat, als Sir Herbert Samuel High Commissioner für Palästina war. In dem Manifest hieß es unter anderem: Die verbündeten Großmächte, deren Streitkräfte im Kriege den Sieg davontrugen, haben meiner Regierung das Mandat erteilt, für das Wohl Palästinas zu sorgen und eurem Lande die Entwicklung, den Frieden und das Gedeihen zu sichern, das ihr viele Jahre lang nicht hattet. Mein Herz ist von Stolz erfüllt, wenn ich des bedeutenden Anteiles gedenke, den meine Truppen unter dem Kommando des Oberbefehlshabers Lord A11 e n b y an der Befreiung eures Landes aus der Hand der Türken hatten, und ich werde glücklich sein, wenn ich und mein Volk dazu werden beitragen können, daß euer Land den Segen einer Herrschaft im Geist von Weisheit und Freiheit genießen wird. Ich versichere euch, daß die Pflich-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.