Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 518 (28.1.1936)
- Date
- 1936-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gelte 0 Oll STIMME Nr. 518 - 28. Jänner 1938 JÜDISCHER SPORT Rückblick und Zukunftschancen II. Wir wollen heule Arbeit, Leistungen und Ergebnisse unserer Damen-Leichtathletika-hteihing betrachten. Und so merkwürdig es klingt, müssen wir da zuerst einmal die Verdienste eines Mannes würdigen. Herrn Kar) Kohns, der diese Abteilung seit einer Reihe von Jahren leitet. Die Dameuriege in ihrer heutigeu Form besteht erst seit fünf Jahren und es war vor allem wichtig, einen gewiesen Grundstock leistungsfähiger Athletinnen zu schaffen. Und das ist Herrn Kohn voll und ganz gelungen. Die Hakoah hat heute die zahlenmäßig stärkste Damenabteilung, die auch sportlich bereits auf einem gewissen Niveau steht: ein Meisterschaftseieg und der dritte Platz in der Vereinemeisterschaft sind der Beweis dafür. Die gleiche Spitzenstellung, die bei den Herren König einnimmt, hat bei den Damen Frl. Gretl Neumann inne. Sie ist die zweitbeste österreichische Läuferin über 200 und 800 m und steht auc-h über 100 m in der ereten Reihe, über 800 m wurde sie eogar Wiener Meisterin, doch konnte sie diesen Erfolg bei den Staatsmeisterschaften nicht wiederholen, eie war i nervös angetreten und hielt das schwere Rennen seelisch nicht aue. Aber das macht nichts, | denn nächstes Jahr wird’s bestimmt besser gehen und Meisterschaft und Rekord an sie fallen. Auch die anderen Läuferinnen, Fischer, Laub, Braunwald und Ivanyi, erreichten beachtliches Niveau, was sich auch in den guten Placierungen unserer Staffeln aiiswirkte. Von diesen dürften Laub und Braunwald nächstes Jahr etwas besser als ihre Konkurrentinnen sein, besonders Laub ist außerordentlich verbesserungsfähig. Aber auch die jungen Mädeln haben beachtliche Fortschritte gemacht und wir können sogar eine bedeutende Leistungssteigerung in den technischen Disziplinen feststeilen. Galanfcai. Liban, Sternberg und Reinhold waren die Besten. Der große Grundstock tüchtiger Athletinnen, den, wie schon erwähnt, Herr Kohn geschaffen hat, ist die beste Gewähr dafür, daß der Fortschritt auch nächstes Jahr anhalten und noch größere Erfolge bringen wird. Fritz A. Präger. kanntlic-h zu den besten der Tschechoslowakei gehören, werden sich auch durch diese neue Aktion in ihrer Haltung keinesfalls irritieren lassen und nicht an der unter dem Protektorate Hitlers und Goebbels veranstalteten Olympiade teilnehmen. Tn der Lemberger „Chwila“ veröffentlichen die j ü d i s c h n a t i o n a 1 e n Sportler Polens die Erklärung, daß sie sich entschieden weigern, vor Hitler in Berlin zu defilieren. RINGEN Filme, die «vir empfehle*» Auch Helene Mayer in Deutschlands Olympiateam Wir brachten vor einigen Wochen die Meldung, daß sich dar Führer des deutschen olympischen Komitees Tschammer-Osten an die Fechterin Helene May e r, die gegenwärtig in Kalifornien lebt, gewendet hat, um sie zu einer Beteiligung an der Olympiade einzuladen. Helene Mayer hat diese Einladung angenommen, schifft sich Ende Jänner nach Europa ein und wird als Mitglied des jüdischen F e c htklub s Schild', Frankfurt, an den Olympia-Vorbereitungskursen teilnehmen. Helene Mayer, die sechsmal deutsche Meisterin war, wurde bei den olympischen Spielen in Amsterdam Siegerin im Florett und besetzte in Los Angeles den 5. Platz. Sie ist die Tochter eines jüdischen Arztes in Offenbach, wurde früh getauft, meldete sich aber nach dem „Umbruch", obwohl sie in Amerika lebte, bei dem oben erwähnten Fechtklub Schild als Mitglied an. Das deutsche olympische Komitee können wir sehr gut verstehen. Trotzdem das Fechten in der letzten Zeit von den betreffenden Staatssteüen nachdrücklichst gefördert wurde, ist eher eine Senkung des sportlichen Niveaus festzustellen. Bei keinem internatiorüden Turnier konnten sich die deutschen Vertreterinnen durchsetzen. Und da haben sie eben wieder einmal auf die Jüdin zurückgegriffen. Helene Mayer ist, wie bemerkt, getauft und hat nie als Jüdin gelten wollen. Sie gehört zu Hitler. Jüdische Sportler gehen nicht zur Olympiade Wie die „Selbstwehr“ meldet, erhielten alle hervorragenden jüdischen Schwimmer in der Tschechoslowakei vom Präsidium des tschechoslowakischen Schwimmverbandes die Aufforderung, ihm bis spätestens 31. d. M. die b i ndende Erklärung zukommen zu lassen, daß sie sich an der Olympiade in Berlin beteiligen werden. Die Aufforderung ist in einem strengen, fast diktatorischen Ton gehalten. Die jüdischnationalen Schwimmer, die be- Dio Mannschaftsmeisterschaft, im Ringen, die heuer erstmalig in einer Frühjahrs- und Herbstrunde ausgekämp'ft wurde, ist jetzt abge schlossen. Die Hakoah steht hinter Polizei an zweiter Stelle der Tabelle. Sie benötigte den Kämpfen insgesamt 21 Ringer, von denen Finczus mit dreizehn Starts und ebensoviel Siegen der Erfolgreichste war. Dieses Ergebnii ist überhaupt das beste, das in der ganzen Konkurrenz erzielt wurde. Dann folgt. Birnbaum mit zwölf Siegen und keiner Niederlage und Müller mit elf Siegen und zwei Niederlagen. TISCH-TENNIS Der Tiechtennisverband veranstaltete vergangenen Sonntag eine Begegnung „Gegenwart“ gegen „Zukunft“, die von Vierermannschaften bestritten wurde. Von jüdischen Spielern wirkten für die „Gegenwart“ Flußmann, Weiß, Feher und Kohn, und für die „Zukunft“ Bergmann und Pfefferbaum mit. Die beiden Hakoahner Flußmann und Weiß kämpften ziemlich unglücklich, Flußmann verlor alle seine Kämpfe ganz knapp, da er nicht genügend scharf angriff, und Weiß schlug zwar Hartinger und Bergmann, strauchelte aber dann an Pfefferbaum 15:21 22:20, 21:17, obwohl er im zweiten Satz schon 19:17 geführt hatte. Um 12 Uhr nachts mußte er dann noch gegen Göbel spielen, nahm diesen Kampf aber nicht mehr ganz ernst und gab beide Spiele ohne nennenswerte Gegenwehr ab. Wir stellen hier ein für allemal fest, daß ein jüdischer Sportler, der für die Hakoah, im Namen und im Zeichen des Judentums, kämpft, das Judentum schädigt, wenn er sich unfair benimmt. W'eiß hätte diev Pflicht gehabt, seinen Kampf gegen Göbel genau so ernst zu nehmen, wie seine vorigen Spiele. Hakoah schlug Inzersdorf in der Meisterschaft 9:2. Der Jüdische Turnverein Makkabi XV. veranstaltet heuer, wie alljährlich, eine große Festakademie am Sonntag, den 2. Februar, um 8 Uhr abends, in Hübners Parkhotel, Schönbrunn. Das Programm wird von Jakob Feldhammer. Fritz Grünbaum, Kurt Karsten, GisJ und Karl Lenk bestritten Anschließend Geräte- und Freiübungsßchautumen der Damen- und Herrenabteilung. Zum Schluß Tanz, wobei die Jazzkapelle S. Geiger spielt. Karten zu S 2.50 bei sämtlichen Mitgliedern und im Vereinshaus, XV., Herklotzgasse 21. S. C Hakoah, Sektion West. Klubheim: VH., Kaiserstraße 30. Telephon B 37-100-U. Klubabende: Mittwoch ab 7. Sonntag ab 5 Uhr. Die diesjährige außerordentliche Vollversammlung findet Mittwoch, den 29. d., statt. Ab. Mittwoch, den 22. d., finden jeden Mittwoch von 7 biß 8 Uhr, jeden Sonntag von 5 bis 6 Englischkurse für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Regiebeitrag S 4.— pro Monat. „Es geschah In einer Nacht“ mit Claudette Colbert und Clarke Gable. „Oie Nacht vor dem Ultimo“ mit Chevalier und Merle Oberon. „Katharina, die Letzte“ mit Franziska Gaal, Regie H. Kostertitz. „Die klugen Frauen“ Regie Jacques Feyder. „Lustige Scheidung“ Tanzfilm mit Astaire und Ginger Roger». „Bezaubernde Augen“ Buch von Walter Reisch, mit Philip Holmes und Martha Eggerth. „Hoheit tanzt Walzer“ mit Jaray. „Schluß mit den Frauen“ mit Montgomery und Joan Grawford. „Lady für einen Tag“ mit May Rob&on. „Sequoia“ ein Urwaldfilm. „Les Miserables“ mit Laugthon und Fredric March. „Caliente“ mit Dolores de! Rio. „Welt ohne Geld“ von King Vidor. „Episode“ mit Paula Wessely. „Tagebuch der Geliebten“ mit Lili Darvas und Hans Jaray. „G-Men“ Gansterfism. NEUE FILME Ein neuer Annabella-Film. Unter dem Titel „Fräulein Josetfo — meine Frau“ erscheint in einigen Tagen in Wien eine Filmkomödie, deren Hauptrolle Annabella spielt. Ihr Partner ist Jean Murat, der in dem heiteren Film den Scheingatten der schönen Joeette spielt. Das Stück kennt man in Wien von der Bühne her, es stammt von Paul Gevault und Robert Charvay und wurde mit. großem Erfolg in der Josefstarit, gespielt. Premiere in Wien in der französischen Originalfassung und in deutscher Version ab 7. Februar. Darmträgheit Ärzte von Weltruf preisen die vorzüglichen Dienste, die das natürliche ,Franz-Josef“-Bitterwasser besonders blutreichen. korpulenten Personen, Gichfcikera und Hämorrhoidalkranken leistet. Orbls-Refsen nach Polen. Wie wir erfahren, veranstaltet daß Polnische Reisebureau Orbis , I., Kämt-nerstraße 41, im Jahre 1936 besonders billige Reisen nach Polen. Abfahrt allo 14 Tage! Kinoprogramme vom 28. bis 30. Jänner KREUZ-KINO fcrrs&S URAUFFÜHRUNG WARNER ÖLAND in In den Opiumkellern von Shanghai Beginn: 4, */»6, 7,8, 7*10 Uhr KINO KERN im Frater Dir. Kern & Perlmann — Telephon K 40-0-49 Uraufführung Charlie Chan*s neuestes Abenteuer „In den Opiumkellern von Shanghai" mit WARNER OLAND Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonntags: 2, 3/*4, 7a6* 7,8, 7*10 Uhr ROTEHTURN URAUFFÜHRUNG Merle Oberon, Maurice Chevalier Falles Bergtre (Die Nacht vor dem Ultimo) Beginn: 7*4, 7*6, 7*8, 7»10 l„ Elisabetbstr. 3 Tel. B 27-4-47 Attekdoie Die Hockeymannschaft des W. A. C., in der einige Juden spielen, fährt nach Budapest, um dort gegen einen der besten Vereine ein Spiel auszutragen. Da ihnen aber drei Leute fehlen, wendet man sich vertrauensvoll an die Hakoah; Dr. Rosenfeld, der Kapitän des jüdischen Klubs, und zwei andere machen die Reise mit. Nach dem Spiel, das mit einem Erfolg der Wiener endet, fragt der Witzbold Rosenfeld den ungarischen Kapitän: „Sog einmal, worum spielt ir nicht auch einmal gegen flokor?“ Sagt der biedere Ungar, den der magyarische Akzent Rosenfelds rührte: “Weil Hokor ist jüdische Klub und spieln wir nur gegen Christen!" Darauf Dr. Rosenfeld lächelnd: „Wirst dich kränkn, Hebe Freund, wirst dich serr kränkn, hobt ihr nümmlich heit verloren gegen ocht Juden" Opem-KIno URAUFFÜHRUNG Clark Gable, Claudette Colbert ES GESCHAH IN EINER NACHT (It happened one night) Beginn: 4, 7*6, 7,8, 9*° KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Praterstern Telephon R 41-0-26 PAULA ROBSON Lady für einen Tag Wochentags: 6, 7, 0 Ohr. Sonntage: 2, */t4, V,6, V,8, V.10 [Jhr KRYSTALL-K I N O U Prater, StraBe des 1. Mal Nr. 40 Telephon R 48-2-75 Premiere im Prater und II. Bezirk! Spencer Tracy, Claire Trevor in Das Schiff des Satans (DANTES INFERNO) Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonn- und Feiertags: 7*4, 7,6, 7*8, 7*10 Uhr rTflEn-KINn VII* MariahilferstraQe 12Q J1 HlA UlllU Telephon B 33-0-68 URAUFFÜHRUNG Clark Gable, Claudette Colbert ES GESCHAH IN EINER NACHT (It happened one night) in deutscher Sprache Beginn: 7,4, 7*6, 7, 9 Uhr Sch weden - Kino URAUFFÜHRUNG Cary Grant in Das letzte Fort (Last Outpost) Beginn : ‘/,4, */,6, 7,8, V,10 Uhr ■“ - — - ix„ WähringerstraBe 12 Telephon A 18-3-96 URAUFFÜHRUNG Clark Gable, Claudette Colbert ES GESCHAH IN EINER NACHT (It happened one night) Beginn: 4. ®/»6. 7,8. 7,10 Uhr Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50* vierteljährlich S 4.20. ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.-, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich, Wien, I., Mare-Aurel-Straße '5. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, L, Marc-Aurel Straße 5. — Druck: Vernay A G, Wien, IX.. Canieiusgasse 8—10. Spendet für unsere Chaluzim! undTelenf, mittel Verschafft ihnen ArbeitI Telephonische Auskünfte: #Gr Landeskomitee U 22-2-11