Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 514 (14.1.1936)
- Date
- 1936-01-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Dil IYIMMI Nr. 514 — 14. Jänner 1986 Der Bericht der Mandatskommission Der Bericht über die 28. Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes ist soeben veröffentlicht worden. Aus ihm geht hervor, daß die Kommission den Voölkerbundsrat aufgefordert hat, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob die Bestimmung über die wirtschaftliche Gleichberechtigung in Mandatsgebieten auch für Japan und Deutschland weiterhin in Kraft bleiben soll. In ihrem vorausgegangenen Bericht an den Völkerbundsrat hatte die Mandatskommission angefragt, warum Waren eines Staates, der dem Völkerbund nicht mehr angehört, bei der Einfuhr nach Palästina Waren von Völkerbundstaaten gleichgestellt seinen sollen. Zu dieser Bemerkung erklärte der Vertreter Japans, Nobttmi Ito (der an dieser Tagung als Vertreter der von Japan trotz seines Austrittes aus dem Völkerbund weiter verwalteten „C“-Mandats-Inselgruppe im Stillen Ozean teilgenommen hat), der Mandatskommission, daß Japan auch als Nichtmitglied des Völkerbundes auf wirtschaftliche Gleichstellung in den Mandatsgebieten bestehe. Der Bericht der Mandatskommission gibt diese Erklärung ohne Kommentar wieder. In ihrem Bericht an den Rat bemerkt die Kommission, daß sie „mit Rücksicht a,uf die Art und Bedeutung dieser Erklärung es*.-nicht als angezeigt erachtet hat, über sie zu debattieren, ohne hierzu vom Rat aufgefordert worden zu eein“. Der neue Oberrabbiner von Jerusalem Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Ohne vorherige Verständigung mit den •Jüdischen Vertretungskörperschaften haben die Jerusalemer Rabbiner Rabbi Zwi Pesach Frank als Nachfolger von Rabbi Kook zum Oberrabbiner gewählt. Die jüdischen Institutionen weigern sich jedoch, Rabbi Frank als Oberrabbiner anzuerkennen. Die historische Synagoge in Grodno in Brand gesteckt Unerkannt gebliebene Banditen haben in der Nacht zum 7. dß. die alte, historisch denkwürdige Synagoge von Grodno m Brand gesetzt. Da das Feuer rechtzeitig bemerkt wurde und der Brandherd, einige Haufen mit Benzol getränkter Lumpen, unschädlich gemacht werden konnte, ist ein größerer Schaden nicht entstanden. Bei dem Bombenwurf in Wilna, durch den die große Musikalien- und Radio- Handlung „Universal“ zerstört wurde, ist die Inhaberin, die 46jährige Lea Hajntechneider, an den Augen, die beiden weiblichen Angestellten, die 22jährige Raja Micholos und die 24jährige Sara Magelnik, an Gesicht, Händen und Füßen schwer verletzt worden. ,r Familien-Nadiriditen Eheschließungen: Walter und Lilly iCzuczka, Wien XXI; Artur Thausz und Camilla E i c h n e r in Linz am 12 Jänner. Barmizwah; Ernst Sch ick ler, Sohn des Dir. Schickler s. A. und seiner Frau Ricky, geh. Klein, am 11. Jänner. Todesfälle: Ferdinand Mandl, langjähriger Präsident der Kultusgemeinde, Groß- Enzersdorf; Frau Rosa Neubauer, Gattin des Oberkantors von Krems. Gesangsäbend Hilda Duittzkaja in Klagenfurt Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungen der zionistischen Ortsgruppe und der „WIZO“ in Klagenfurt fand, anfangs Dezember im zionistischen Heim ein überaus gelungener jüdischer Liederabend statt. Nach Eröffnung des Abends durch Obmann Isidor W e i n r e b, der ein überaus zahlreiches Publikum aus ganz Kärnten begrüßen konnte, würdigte Herr Rabbiner Dr. Josef Babad die Bedeutung des jüdischen Volksliedes als besonderen Kulturfaktor in der Renaissance des Judentums. Der Gast des Abends war die Sängerin und Meisterin des jiddisch-hebräisohen Volksliedes, Frau Hilda Dulitzkaja aus Wien. Jedes ihrer Lieder riß das Publikum immer aufs Neue zu begeisterndem Beifallsstürmen hin. In der anschließenden gemütlichen Unterhaltung zeichneten sich insbesondere die Herren Ing. H. Schiller sowie der als Gast weilende Obmann des zionistischen Volksvere-ines Marienbads Dr. Sylvio S t ö ß 1 aus. Zum Gelingen des Abends haben in erster Reihe die Pianistin Frau Grete R e i t m a n n, Leoben, die mit feinem Verständnis die Begleitung besorgte, ferner die Vorstandsdamen der „WIZO“ erheblich beitragen. Jüdisches Kulturtheater Sonntag, den 19. Jänner, 11.30 Uhr, findet im Jüdischen Kulturtheater, I., Kai 3, eine Vortrags-Matinee Lothar R e w a 11 s, Mitglied der Kamraerspiele, statt. Der Künstler liest: Aus der Bibel, Dichtungen von Scholera Alejchem, Schalom Asch, Be r-Hofmann, Bialik, Perez, M. Roeenfeld, Zuckermann u. v. a. Karten bei Gronner, L, Graben, und in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3. Jüdische Kulturstelle. Donnerstag, 16. Jänner, Y\8 Uhr, liest Ernst L i s s a u e r aus teilweise noch unveröffentlichten biblischen Dichtungen. Die einleitenden Worte spricht Doktor Alfred Werner. Karten in der Jüdischen Kultureteüe, 1, Bez. Kai 3, Tel. R 28*2*36, Gesamtverband jüdischer Hochschüler Österreichs „Judäa“. Dienstag, den 14. Jänner, findet um 19.30 Uhr ein Vortrag dee bekannten Psychoanalytikers Dr. J. S a d g e r über das Thema „Vom unbewußten Schuldgefühl“ statt. Jüdische Kulturstelle. Führung: Sonntag, 12. Jänner: österr. Museum, I., Stubenring 3. Im Rahmen des Führungszyklüs ,;KüfisL geschieht« des Möbelbaues“. Leitung: Hügo Friedmann. Treffpunkt: ^11 Uhr vormittags vor dem österr. Museum. — Die Chanükkah- Ausstellung bleibt nur mehr wenige Tage geöffnet. Karten für sämtliche Privat- und Btindestheater sowie Konzerte in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, erhältlich. Makkabäerfeier. Die Zionistische Bezirkssektion und Frauengruppe und der Klub junger Zionisten Mariahilf-Neubau veranstalteten am 28. Dezember im Großen Saale, Königseggasse 10, ihre diesjährige Makkabäerfeier. Emgeleitet durch Vorträge hebräischer Lieder durch die Künstlerkapelle Max Geiger und einen Kammerohor des Wiener Jüdischen Gesangsvereines, fand <üe Feier ihren Höhepunkt in der vom Präsidenten des L. K., Dr. Oskar Grünbaum, gehaltenen Festrede, welche begeisterten Widerhall fand. Die anschließende Künstlerakademie wurde durch Rezitationen von Jehuda E h r eckranz gekrönt. Besonderen. Beifall fand auch die Tanzsoubrette Lisi Weinberger, welche in herzerfreuender Weise zionistische Propaganda mit Kunst verband. Violinsolovorträge des Prof. Max Geiger, u. a. das Lied „Schofarblasen“, fanden stürmischen Applaus. Jüdische Volkskunstschule „Watin“, VI., Gumpendorferstraße 66. Unterricht täglich von, 6 bis 8 Uhr abends, außer Freitag und Sonntag. Akad. Verein jüd. Mediziner, IX., Alserstraße 26. Mittwoch, den 15. Jänner, findet um 8 Uhr abends ein Vortrag des Herrn Prim. Dr. J. B o r a k über „Moderne Raasenprobleme“ statt. Gäste willkommen! — Samstag, den 8. Februar, veranstaltet unser Verein seinen großen GeseUscbaftsabend mit Mitternachtsakademie (Sima Adlersberg, Volksoper, Fritz Grünbäum u. ä. m.) in den Festsälen des Hotel Metropole. Erstklassige Jazz. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah“. Zu dem Bericht über die Chanukkahfeier der „Emunah“ ist noch nachzutragen, daß Segall-Rosenbach ostjüdische und palästinensische Lieder vortrug, und Lilly R i e g 1 e r ihn auf dem Klavier begleitete. Die Darbietungen aller Künstler fanden stürmischen Beifall. Ständige Adresse des bekannten neuhebräisch-palästin. - ostjüdischen LiedersängerB J. Segal-Rosenbach, Wfen, IX., Hahngasse 8/27, Tel. A 10-4-75. Talmud-Thora-Verein für den 4. und 5. Bez., Wiedner Hauptstr. 83. Mitte Jänner beginnt in unserer Sprach* und Bibelschule bei genügender Teünehmerzah' ein spezieller Chumasch-Raschi und Talmudkurs für Jugendliche. Anmeldungen am Montag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 19 und 20 Uhr beim Lehrer unserer Schule, V., Siebenbrunnengasse la (Twttpelgehäude)* I Jüdische Vdlkshochschule. Studienrat Prof. 1 Dr. E. Kohn: Wirtschaftsgeographie Palästinas. Montag 19 bis 20 Uhr. F. Jonas: Englisch für Anfänger. Montag, 20 bis 21 Uhr. Dr. H. Weinstein: Hebräisch für Anfänger. Montag, 19 bis 21 Uhr. Dr. L. Brüll: Hebräisch für Anfänger; Dienstag, 19 bis 21 Uhr. Prof. Dr. H. Glückemann: Jüdische Schauspieler. Dienetag, 19 bis 20 Uhr. Dr. S. Finkeistein: Mendele Mecher Sforzim. Dienstag, 20 bis 21 Uhr. Rabbiner Dr. S. Rosenmann: Jüdisches Schrifttum der Bibel und des Talmud. Dienstag, 19 bis 20 Uhr. Dr. L. Brüll: Hebräisch für Vorgeschrittene. Mittwoch, 19 bis 21 Uhr. Oberkantor R. Fränkl: Entwicklung des Synagogengesanges. Mittwoc-h, 19 bie 20 Uhr. Prof. Dr. A. Weißkopf: Bilder aus der Geschichte dee jüdischen Volkes. Mittwoch, 19 bis 20 Uhr. Prof. Dr. M. Papo: Biblisches Hebräisch. Mittwoch, 20 bis 21 Uhr. Dir. Prof. Dr. V. Kellner (Chajes- Gymnasium): Wie erziehe ich mein Kind jüdisch. Donnerstag, 19 bis 21 Uhr. Prof. Dr. K. Kupfer: Religion und Alltag. Donnerstag, 19 bis 20 Uhr. Dr. E. Lehmann: Bücher der Zeit (Besprechung von Neuerscheinungen über Juden uud Judentum). Donnerstag, 20 bis 21 Uhr. Jüdisches Volksbildungsheim „Bialik“ Montag, den 13. Jänner 1936, 8 Uhr abends: Heilige. Schriften, Buch Ijob. Vortragender Dr. Benjamin Klar. — Dienstag, den 14. Jänner 1036, 8 Uhr abends: Vortrag Dr. Sigismund Finkeistein über Moses Mendelsohn zum 150. Todestag. — Donnerstag, den 16. Jänner, Y>8 Uhr abends: Talmudvortrag Traktat Bawa- Mezia. Vortragender Dr. O. J. Glaser. —• Hebräisohkurse für Erwachsene und Jugendliche (Anfänger) jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag; für Fortgeschrittene jeden Dienstag und Donnerstag. Der Vorstand des Frauen-Wohltätigkeits« Vereines zur Unterstützung armer jüdischer Bräute unter Leitung der Präsidentin Frau Mina Rosenberg veranstaltet am 25. Jänner 1936 einen Tanzabend mit Akademie. NEUE FILME Der neue Gaal-Film. Der erat kürzlich in Wien fertiggestellte neue Franziska-Gaal-Film „Katharina die Letzte“ erlebt bereits in allernächster Zeit seine Wiener Premiere. „Es geschah ln einer Nacht« mit Clark Gable. Freitag, den 17. d., gelangt im Opem- und Votivpark-Kino die englische Originalfassung der amerikanischen Filmkomödie „Es geschah in einer Nacht“ (It happend one night),, mit Clark Gable und Claudette Colbert in den Hauptrollen, zur Erstaufführung. Im Stafa-Kino wird die deutsche Fassung gezeigt. Ronacher-Premiere. Das Variete Ronacher hat das neue Jahr gut angefangen. Es bringt ein sehenswertes Programm, in dem jeder das Seine finden kann. Die lettische Tänzerin Myra Tirul im Mimodrama „Die Hand“ steht im Mittelpunkt der Darbietungen; A. E. Licho lind Harry Nestor bestreiten die anderen Rollen des »Sketches. Ausgezeichnet auch Felicia Wlodek, die „Polnische Nachtigall“. Aber auch der Rest des Programms ist amüsant: das Raimonda-Ballett ebenso wie der Kartenkünstler Baizar. Kinderkrankheiten. In den Kinderkliniken wird das natürliche „Franz-Josef«-Bitterwasser schon bei den kleinen, meistens zäh verstopften Kranken mit recht wohltuendem Resultat, augewendet. Kinoprogramme KINO KERN im Prater OJp. Kern & Perlmann — Telephon R 40-0-49 vom 14. bis 16. Jänner Erstu. Alleinaufführung für Prater u. Leopoldstadt KREUZ- KINO iütSSil URAUFFÜHRUNG Spencer Tracy, Claire Trevor in Das Schiff des Satans (DANTES INFERNO) Beginn: 4, */*6, 7,8, 7,10 Uhr R0TEHTQRN Uraufführung Merle Oberon, Maurice Chevalier Tolles Bergfre (Die Nach« vor dem Ultimo) Beginn: 7*4, 7*6, ‘/*8, ‘/»IO BELA LUGOSI in Das Zeichen des Vampyrs Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonntags: 2, 8/*4, 7A 7*8, 740 Uhr KINO TEGETTHOFF Im Planetarium am Praterstern Telephon R 41-0-26 Ent- Dill Allelnaotfliiirans llr Prater und Leopoldstadt Robert Hontgomery, Joan Crawford, Franchot Tone SclüHfimltdetiFrinien Wochentags: 5, 7, 9 Uhr. Sonntags: 2, V,4. V,6, y,8, ‘/«lO Uhr SCHAFFER-KINO Tefepbon W B 20-2033^ Voranzeige! Ab Freitag Charles Laughton in Opem-Klno '-’m'“«3 URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CAUENTE (Die Stadt der Freude) Beginn: 4, 8/*6, ‘/,8. 9*° Leopoldsfädfer Volkskino ll„ Rotensterngasae 7a Telephon R 40-0-21- Voranzeige Hans Jaray, Irene Agay in Hohen tanzt (Salzer Woohentags 7,6» */*8, 7*10 Uhr, Sonn- und Feiertage 7»4 Uhr KRYSTALL-K I N O l„ Frater, StraBa daa 1. Mai Nr. 40 Telephon R 48-2-75 Annabella und Harry Baur in Moskauer flüchte Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonn- und Feiertags: ®/*4. 7A 7.8, 740 Uhr Schweden - Kino URAUFFÜHRUNG Ginger Rogeri, Fred Astalre in LUSTIGE SCHEIDUNG . Beginn; VA VA VA VUQ W» rin (Le$ Miserables) Beginn: 7*4, 7,6, VA VoIO Uhr fTflE/l. VINn VII., Mariabilferstraße 120 41 Aiii lUIlU Telephon. B 33-0-68 URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CALIENTE (Oie Stadt der Freude) Beginn: 7*4, 7*6, 7, 9 Uhr Votlopork-Kino K?eSphon,8Ari.8^9612 URAUFFÜHRUNG DOLORES DEL RIO CALIENTE (Die Stadt der Freude) Beginn: 4, %6, 7,8, 7,10 Uhr Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20. ganzjährig S 16.—. Für das Ausland; Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich K6 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40. -, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—» übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Kontl: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 6. — Verantwortlicher Redakteur: Alfred Oswald Rosegg, Wien, L, Marc-Aurel Straße 5. — Druck: Vernay A G* Kien, IX., Gaaiojuegaut 8—10,