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Die Stimme · 1936-01-03 · Heft 512 (3.1.1936) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 512 (3.1.1936)
Date
1936-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis dieser Nummer 20 g V.t».*. Wegen des Feiertages erscheint die nächste Ausgabe der „Stimme“ am Donnerstag, den 9. Jänner. JÜDISCHE ZEITUNG Gütertransporte und Übersiedlungen ULLMANN RINK & CO. Wien, I., Judenplatz 5, Tel. U 22-2-54 Frachtvertretung derPalestineShippingCo. Ltd.D. „Tel Aviv und der „Atid Navigation Co/7 ^wTJ^W|e^^änne^I936^ Redaktion und Adminlatratlon: Wien, I* Mare-Aursl-StraB* 5. Tal.: U 22-3-91 RodaktloneeehluB Montag und Mlttwoeh vorm. | (9. Tebeth 5696) | 9. Jahrgang An das jüdische Volk! Die Zionistische Exekutive erläßt den folgenden Aufruf: Der letzte Zionistenkongreß war die größte jüdische Versammlung in der Diaspora-Geschichte des jüdischen Volkes. Auf diesem Kongreß waren Vertreter einer Million Schekelzahler aus allen Teilen der Welt versammelt. Sie proklamierten vor der ganzen Welt ihre Entschlossenheit, das Ringen um den Wiederaufbau der alt-neuen Heimat und um die Wiederauferstehung und Befreiung des jüdischen Volkes fortzusetzen und zu verstärken, weil es der einzige Ausweg aus der bis zur Unerträglichkeit angewachsenen Not der Diaspora ist., Der Kongreß trat in einem kritischen Augenblick zusammen, wie es solche selbst in der Geschichte unseres leidgeprüften Volkes wenige gab. In den Stiefvaterländern der Diaspora reicht uns das Wasser bereits bis zum Hals, in Palästina aber, das für Zehntausende eine blühende Zufluchtsstätte geworden ist, hat sich der Himmel mit Wolken bedeckt. In der klaren, tiefen Erkenntnis, daß unserem Volke in den Ländern der Zerstreuung der Untergang droht, in dem festen Willen, dem Unheil, das sich im Lande unserer Wiederauferstehung ankündigt, zu begegnen, stellte der Kongreß die Forderung auf, d i e innere Geschlossenheit der zionistischen Bewegung und Organisation wiederherzustellen, die Disziplin zu festigen und die Aktionsfähigkeit der Organisation sorgsam zu wahren. Diese Forderung ist zur rechten Zeit erhoben worden. Unmittelbar nach dem Kongreß wurden über die bereits zwei Jahre schwer geprüften deutschen Juden die Schandgesetze von Nürnberg verhängt. Gegen die Gefangenen des Nationalsozialismus wurde ein Vernichtungskrieg proklamiert. Aber auch in den anderen Diasporaländern nehmen die Angriffe auf unsere Rechte zu, verdrängt man uns mehr und mehr aus allen Positionen, werden die Grundlagen unserer Existenz und Sicherheit erschüttert, wächst die materielle und geistige Verarmung der jüdischen Massen. Alle früheren Einwanderungsländer sind heute verriegelt. Auf dem weiten Erdenrund gibt es für unsere verfolgten, gequälten, vertriebenen Brüder keine Zufluchtsstätte. Das Wandervolk der Juden hat heute nur eine einzige, letzte Hoffnung: die alte, verödete Heimat. Auch diese Hoffnung aber ist seit dem Kongreß schwer bedroht. Die Uranfänge und die schöpferischen Leistungen der tapferen Pioniere zweier Generationen haben das Land unserer Vergangenheit erneut zu einer sicheren Zufluchtsstätte für das Wandervolk der Juden gemacht. Zehntausende von Einwanderern sind in den letzten Jahren vom Lande absorbiert worden, und ihre Zahl ist ständig gewachsen. Die politische Tätigkeit der Zionistischen Organisation und ihrer Vertreter hat dem jüdischen Volke die Anerkennung der Nationen für seinen historischen Anspruch auf die Rückkehr in sein Land und dessen Wiederaufbau auf der Grundlage des Rechtes, nicht der Duldung, verschafft, und das mächtige Britannien, das diese Anerkennung als erstes Land proklamierte, wurde vom Völkerbund damit beauftragt, dem jüdischen Volke bei der Errichtung seiner nationalen Heimstätte behilflich zu sein. Diese Mandatsregierung, die die Ver*>v : pflichtung übernahm, die Rückkehr der Juden in ihr Heimatland zu fördern, ist jetzt im Begriff, die Grundlage unseres historischen Anspruches anzutasten und in Palästina ein Regierungssystem einzuführen, das geeignet ist, die Freiheit unserer Entwicklung, Einwanderung und Kolonisation in Palästina zu gefährden, wenn nicht gar zu erschüttern. Die zionistische Bewegung, die für unser Volk alle die politischen und kolonisatorischen Erfolge im Lande unserer Vergangenheit und Zukunft errungen hat, ist aus dem letzten Kongreß gefestigt und geeint, wie nie zuvor, hervorgegangen. Ihre Bemühungen und Anstrengungen sind jedoch nach dem Kongreß auf schwere Hindernisse und Angriffe gestoßen, und sie steht heute vor der Notwendigkeit, sofort alle ihre Kräfte zu mobilisieren, um die Angriffe auf unseren im Mandat anerkannten historischen Status zurückzuschlagen, jeden Versuch, unsere Handlungs- und Entwicklungsfreiheit in Palästina einzuschränken, zunichte zu machen, die Zahl ihrer Kämpfer für die Erweiterung der Einwanderung und Kolonisation zu erhöhen und den Aufbau Palästinas so zu beschleunigen, wie es heute notwendig ist, um die jüdischen Massen in den Ländern der Bedrückung vor dem Untergänge zu retten. Vor 38 Jahren schuf Theodor Herzl die Zionistische Organisation als das staatliche Instrument des jüdischen Volkes für seine politische Wiederauferstehung. Diese Organisation steht heute vor dem Gebot, die Massen des jüdischen Volkes, die nach Erlösung dürsten, in ihre Reihen einzugliedern, um die Kraft und die Fähigkeit zu besitzen, auf der Wacht zu stehen und ihre Erfolge zu sichern, auszudehnen und zu festigen. Die Million Schekelzahler, die sich am letzten Kongreß beteiligt haben, müssen heute erneut und sofort mobilisiert werden, damit sich um unsere einzige und letzte Hoffnung , eine Schutzmauer, ein unüberwindbarer Wall erhebe. Diesmal soll der Schekel des Zionismus nicht ein Wahlrechts-Schekel sein, diesmal soll das Dokument des zionistischen Bürgerrechtes nicht dem inneren Ringen / der Parteien dienen. Der Schekel, den diesmal eine Million Zionisten zahlen sollen,! soll ein Schekel des Schutzes; und derEr heb ungfüf denkämp-; f e n d e n?ioni s m u s sein. Durch die Mobilisierung einer Million , Schekelzahler wird die Zionistische. Organisation ihren tiefen Glauben an die Zukunft des jüdischen Volkes, ihren festen Willen, unsere Rechte zu wahren, ihren Glauben an die Richtigkeit unseres Standpunktes, ihre Billige Reisen nach polenilczerhooitz Abfahrt 5., 21. Jänner 1936. Rückfahrt 5. Jänner, 12. Februar 1936 mit D-Zug in gehinat-u Pullmannwagen unter bewährter Führung. „Francopol“, III. Rennweg I, Tel. U 16-4-90 furchtlose Entschlossenheit demonstrieren, gegen alle Hindernisse und Hemmnisse das Werk der Wiederauferstehung bis zum endgültigen Siege fortzusetzen und zu verstärken. Eine Million Schekelzahler wird unseren Feinden und Bedrängern in der Diaspora sowie denen, die unsere Arbeit, in Palästina stören, eine entschlossene Antwort geben, die Antwort eines Volkes, das. an seine Selbstbefreiung glaubt. Exekutive der Zionistischen Organisation: Chaitn W e i z m a n n, Präsident der Zionistischen’ Organisation; D..Ben- Gurion, S. Brodetsky, I. Grünbaum, , J. L. Fischmann, E. Kaplan, F. Rottenstreich, M. Schertok. Jerusalem, Ghanukkah 5696. Gemeinsame Palästinakundgebung Am 8. Jänner veranstalten der Zionistische Landesverband für Österreich, die Zionistische Organisation „Binjan Haaretz“, der Verband der Judenstaatszionisten Österreichs, der Verband Radikaler Zionisten Österreichs und der Verband Misrachi Österreichs eine gemeinsame Palästina-Kundgebung. Es sprechen zur gegenwärtigen Lage in Erez Israel Dr. Oskar Grünbaum, Oberbaurat Stricker, Rabbiner S. F r i ei dmann, Dr. Leopold Plaschkes und Dr. Sokal. Die Versammlung beginnt um 8 Uhr abends. Juden, erscheint in Massen! Dizengoff — wieder Bürgermeister von Tel-fiviv Wie die ITA aus Tel-Aviv meldet, hat der am 15. Dezember neugewählte Stadtrat von Tel-Aviv am 30. Dezember seine konstituierende Sitzung gehalten. Zum Bürgermeister wurde Meir Dizengoff wiedergewählt. Dizengoff bekleidet das Amt bekanntlich seit der Gründung der Stadt. Gegen den Gesetzgebenden Rat Berlin, 80. Dezember. (Z. T. A.) Im Gemeindeblatt, dem Organ der Berliner Jüdischen Gemeinde, wird im Anschluß an die Meldungen über die Ankündigung des Legislative Council für Palästina erklärt: Es besteht kein Zweifel, daß die Haltung der jüdischen Delegation und die der palästinensischen Judenheit überall ungeteilte Unterstützung finden wird. Angesichts dessen darf doch gehofft worden, daß der Plan solange zurückgestellt wird, bis über seine Bestimmungen im Wege von Verhandlungen ein Übereinkommen mit den Vertretern der Juden erzielt ist. Die Zertifikate Jerusalem, 31. Dezember. (Z. T. A.) In der „Official Gazette“ ist heute die Schedule für das Halbjahr Oktober 1935— März 1936 mit 4350 Arbeiter-Einwanderungszertifikaten offiziell verläutbart worden. Bekanntlich gedenkt die Jevish Agency gegen diese Schedule Einspruch zu erheben. BESTE QUALITÄTEN ANTHRAZIT KOHLE KOKS BASCH ,v'ame"™ebs,,pe^II«-H0| TANZINSTITUT RABENSTEINER Tanzkurs für Anfänger Beginn 14. Jänner 1936, 7 Uhr ebends (sämtl. alte und moderne Tänze) Kursdauer 3 Monate, 2mal wöchentlich, Dienstag und Donnerstag, je 2 Stunden Honorar f. Kursdauer S12.-, Einschrcibgeb. S 2.- Studenten und Studentinnen Ermäßigung Den geehrten Vereinen und Gesellschaften stehen unter obiger Adresse fttr Nachmittags- und Abendveranstaltungen sohöne geräumige Säle (Fassungsraum 350 Personen) gegen mäßiges Entgelt, mit oder ohne Musikbeigabe, zur Verfügung I., Parkring 16 (Eingang Hegelg. 3) Telephon R 21-8-29 Tanzkurs für Fortgeschrittene Kursbeginn Freitag, 17. Jänner 1936 Kursdauer 3 Monate (u. a. Englischer Turnierstil) Honorar f. Kursdauer S 6.-, Einschrcibgeb. S 2.-

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