Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1935-12-24 · Heft 510 (24.12.1935) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
9 (1935-1936)
Issue
Heft 510 (24.12.1935)
Date
1935-12-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3054243-3054266--5564-3061312
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions (1 not found in this text)

Nr. 510 — 24. Dezember 1035 DIE STIMME Sette 7 Kolonisation der Juden — allerdings in ihren Wohnländern — stand Tolstoi durchaus sympathisch gegenüber. Der Dichter hätte sich gefreut, wenn man diesem „erschöpften Volke“ die Möglichkeit gegeben hätte, sich „von neuem an die alte, von ihm so geschätzte Erdarbeit zu gewöhnen“. Und beute, angesichts der größten Judenmassaker, die die Welt seit dem Mittelalter erlebt hat, hätte er sich nicht wie Gerhart H a u p tniann in die Kunst zurückgezogen, sondern er wäre wie anno 1908 aufgestanden und hätte furchtlos in die Welt sein „Ich kann nicht schweige n!“ hinausgeschrien! JPMSCHER SPORT Fortschritte beim südafrikanischen Makkabi Dr. Hurwitz läuft neuen südafrikanischen Rekord Tn Südafrika hat, vor wenigen Wochen die Leichtathlet.ik-Saison begonnen, und schon hört m;in von Rekordleistungen jüdischer Leichtathleten. Die Makkabi'Bewegung hat durch die grollen Erfolge auf der Makkabia.h starken Auftrieb bekommen. Die vielen ersten Plätze, die sich das kleine jüdische Team holte, hat mit' einem Schlage so manchen jüdischen Athleten, der bisher abseits stand, den Weg zur Makkabi-Bewegung gewiesen. Zu einem nicht, geringen Teil ist dies das Verdienst eines aus der Makkabi-Bewegung in Deutschland hervorgegangenen Mannes, Dr. Ernst Jokl, ehemaliges Mitglied der Kampfmannschaft des Berliner Bar Kochba, der in seiner Eigenschaft als Olympiatrainer der südafrikanischen Leichtathleten den Konnex mit den jüdischen Sportlern aufgenommen hat. Vor kurzer Zeit ist der Makkabi-Weltrekordmann _ im Weitsprung, II e r z s t e i n (früher Berlin), eingetroffen, der gleich mit einer schönen Weitsprungleistung — 6.72 Meter — aufwarten konnte. Von den Makkabi-Siegero sind weiter recht gute Leistungen zu berichten. Die Sprinter haben sich verbessert; so lief der Makkabi- Sie-ger über 100 m diese Strecke in 10.7 Sek., Hy man (Johannesburg) lief die 200 m. in 22 Sek. Ein neuer Stern ist der erst 17jährige Lu-bner (Johannesburg), der diese Strecke in 21.7 Se>k. zurücklegte. Dr. J. Hurwitz, der Doppelsieger auf der Makkabiah, lief über zwei englische Meilen (3.218 m) in 9:44 Min. einen neuen südafrikanischen Rekord heraus 35r gewann ferner den 5000-Meter-Lauf in der guten Zeit von 15:55 Min. Silbormann. allen Berliner Makkabim in bester Erinnerung hat sich weiter verbessert. Er lief die 800 Meter bereits in 1:58.2 Min. P. Smith aus Springs. Makkabiah-Sietrer im Hürdenlaufen, lief ebenfalls glänzende Zeiten auf seiner Spezialst recke. Er gewann die 100 m Hürden in 14.9 Sek. Auch in den technischen Übungen hat .Makkabi Südafrika einige hervorragende Kräfte aufzuweisen. Lurie (Johannesburg) kam. im Stabhochsprung auf 3.62 m und Freedmann auf 3.15 m. Tn den Wurfübungen wäre noch Kaplan zu nennen, der die Kugel 13.04 m weit stieß und im Diskuswerfen 38.10 in erzielte. B. J. Der Jüdische Turnverein Makkabi XV ver anstaltet seine d: es jährige Kinder-Chanukkahfe'er Sonntag, den 29. Dezember 1985, um 144 Uhr nachmittags, im Festsaal des Narodni Dum, XV., Turnevgasse 9. Das reichhaltige Programm, das nebst einigen Akademienummern auch ein Chauukkah - Märchenspiel vorgesehen hat, wird fast durchwegs von den Kindern selbst bestritten. Im Rahmen de>- Feier werden die Buben und Mädchen der .K'nderabteMung Freiübungen turnen. — Jüdische Eltern! Kommt mit euren Kindern zr dieser Feier, die euch und ihnen einige Stun den herzlichen Lachens und guter Unterhai timg verspricht. Karten zu S 1.20 sind im Vereinshaus, XV., Herklotzgasse 21, erhältlich Chamikkah-Kinderbekleidungs-Feier des jüdischen WotUtätigkeitsvoreines „Brüderlichkeit“ linder, Donnerstag, den 26. Dezember, um 10 Uhr. im Festsaale des „M i s r a c h i<;, Wien, II., Praterslraße 60, Mezzanin, statt. Im Rahmen eines reichhaltigen künstlerischen Programmes werden unter Kontrolle der Jüd. Fiirsorgozentrale und des Stiidt. Wohlfahrtsamtes 80 arme Schulkinder bekleidet und bewirtet. Gäste willkommen. Entree frei! Verein „Mathilde“ zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, Wien, II., Grolle Sperlgasse 4t. Der auf dem Gobieto der Kinderfürsorge bestens bekannte Verein veranstaltet wie aUjührlich auch heuer Mittwoch, den 25. Dezember, um 16 Uhr, im Fest saale des Hotel Continental, Wien, II., Taborstraße 4, eine Chanukkah-Feier mit anschließender Bokleidung von 150 armen Schul- und Waisenkindern. Die Festrede hält Herr Rabbiner Dr. Rosenbaum, die Gesänge werden durch Oberkantor Funke mit Chor unter Leitung des Dirigenten Heimann vorgetragen. Das Schiff des Satans. Einer der gewaltigsten amerikanischen Sensationsfilme dieser Saison, der packende Roman eines New-Yorker Gangstormillionftrß, erscheint Anfangs Jänner unt,er dem Titel: „Daa Schiff des Satans“» Literatur * Theater * Kunst Franz Werfel: Sin Dichtet seines \loiUcs Im R. Löwit-Verlag Wien-Jerusalem ist dieser Tage der Roman „u n d er kehrte heim“ von Samuel L e w i n erschienen Zu diesem, das ostjüdische Milieu w'derspiegelnden Roman, hat Franz Werfel das folgende Vorwort geschrieben: Es gehört nicht zu den guten Gewohnheiten um" res zeitgenössischen Geisteslebens, daß man das Wort „Dichter“ verschwenderisch für die Verfasser von Romanen und Geschichten anwendet. Dichter sein heißt etwas anderes als Lebenstatsachen nachbilden, eine gute Fabel erfinden können und die Wirklichkeit in sprachgewandte Wahrscheinlichkeit zu übersetzen. Die Alten wußten genau, warum sie in dem Worte „vates* den Dichter mit dem Seher gleichsetzten, das heißt mit einem Geist, der innere Bilder zu schauen vermag, die nicht aus der Außenwelt in ihn einströmen. Obgleich ich mir dieser Beschränkung und Unterscheidung voll bewußt bin. wage ich es doch mit ruhiger Sicherheit, Samuel Levin einen Dichter zu nennen. Freilich, er ist der Dichter eines kleinen Volkes. eines verfolgten Volkes, das die Bergeslast einer unbegreiflichen Sendung auf den Schultern trägt — des friedlosesten aller Völker, das keine jener notwendigen Bedingungen erfüllt, durch die alle anderen Nationen bestimmt sind. Die Künstler und Dichter des jüdischen Volkes haben es unermeßlich schwer, ’hnen ist keine jener Hilfen geboten, welche die schöpferische Existenz Überall sonst gewährleisten. Auf den kleinsten Raum, in ihrem Herzen, drängt sich die Trauer der Jahrtausende zusammen, eine Welt geheimnisvoller Vergangenheit und ein Nichts von mildernder Gegenwart. Dieses Schicksal wird am deutlichsten, wenn es sich um einen jüdischen Dichter aus dem Osten Europas handelt, ln Polen Und in Büßland besteht eine jüdische Vblksgemeinschaft. Ihr fehlen aber die Eigenschaften und Besitztümer, die sie einer anderen Nation gleichsetzen könnten. Nicht Grund und Boden, nicht Freiheit und Selbstbestimmung bindet sie. sondern eine uralte Lebensform allein, die sie zu ihrer Umgebung in tragischen Widerspruch setzt. Vielleicht ist das Exil an jenen Orten am schmerzlichsten zu tragen, wo sich die V erstreuten am dichtesten zusammengeschlossen haben. Dort leistet die Lebensform den heftigsten Widerstand und der tragische Widerspruch steigert sich zu unauslöschlicher Trauer. Von dieser Trauer singt Levin in seinen Geschichten und Romanen. Er sieht ihr ohne Furcht und ohne billige Verfälschungen und Ablenkungen ins Auge. Er leert den Becher des jüdischen Schicksals und der unerforschlichen Sendung Israels bis zum Grunde Dabei nennt er die hohe Gabe sein eigen, dieses sein Problem nicht mit schriller Stimme, unter Klagen und Anklagen oder mit geschüttelten Fäusten vorzutragen, nein, seine Stimme klingt angenehm leise, seine Hand, die den Leser fest und sicher führt, fühlt sich zart an. Der Roman „Und er kehrte heim“, der hier das erstemal in deutscher Sprache erscheint, kommt aus der Schule der deutschen Erziehungsromane. Manche Kapitel und manche Szenen klingen in ihrer Feinheit und in ihrem Humor an den „Grünen Heinrich“ an. Ich denke da vorzüglich an den Augenblick, wo der Held, der junge Meckel, in die verlumpte Schauspielergesellschaft in Warschau gerät. Wie weit aber entfernt sich dann der junge Meckel vom Grünen Heinrich! Die Last seines Erbteils hetzt ihn durch das Leben Er erreicht zeitweise sein Ziel Aber es ist so als würde ein Urteilsspruch Gottes ihm verbieten, all jene Erfolge, all jene Wonnen, Lüste und Laster, die den anderen vergönnt sind, selbst genießen und ausschöpfen zu dürfen ln diesem Urteilsspruch schwingt ein dunkler Klang nach: Ihr sollt mir ein Volk von Priestern sein. Um die Erfüllung dieses Geheißes ringt der Dichter Lcvin, ohne sich jemals auf die Bibel zu be ifen. Aber seine ganze Seele ist erfüllt von ihr, das ewige Ungenügen, das seinen Helden auszeit i net. der seine irdische Behaglichkeit immer on neuem zerstört, ist die Geißel, die den sehnsüchtigen Menschen ml dm Weg Gottes treibt* Josef Kamen liest in Wien Unter dem Titel „Theater ohne Schminke“ liest Josef Kamen am Donnerstag, den 26. Dezember, 8 Uhr abends, im Offenbachsaal, IV., Treitlstraße 3, Szenen und Akte aus jüdi sehen Dramen und Komödien. Nach einjähriger Abwesenheit weilt der von seiner Tätigkeit alß Mitglied der „Wilnaer- Truppe“ her bestbekannte Schauspieler Joeef Kamen wieder in Wien. Josef Kamen, dessen blendende Schauspielerkarriere durch eine vor zwei Jahren erfolgte schwere Erkrankung und die in der Folge bedingte Amputation eines Beines jäh und tragisch abzubrechen drohte, hat diese schwere Krise physisch und psychisch in geradezu bewundernswerter Weise Uberstanden. Kamen verbrachte eine Zeitlang in Polen, wo der beliebte Künstler den Weg zum produktiven künstlerischen Schaffen und den Glauben an sich wieder fand. Die Abende, die Josef Kamen in Polen'gab, brachten dem Künstler bei Publikum und Presse rauschende Erfolge. Nun ist der beliebte Künstler, den wir zuletzt noch vor drei Jahren in seinem berühmt gewordenen „Herscheie Ostropoler“ bewundern konnten, und dessen auserlesene Kunst uns viele erlebnisreiche Stunden ver mittelte, wieder in Wien, wo er auf Wunsch seiner zahlreichen Freunde einen Abend unter dem Titel „Theater ohne Schminke“ gibt Josef Kamen liest Anski, Asch, Manger, Lei wik, Schalom Alejcbem, Nadir und schließlich, von nichtjüdischen Autoren, Tschechow und Hasek. Die zahlreichen Anhänger und Freunde des Schauspielers und des Menschen Josef Kamen werden es eich sicher nicht entgehen lassen, ihren Wiedersehensgruß und Dank an den wiedergenesenen Josef Kamen durch zahl reichen Bestich seiner Vorlesung abzustatten, r. « Karten für den Josef Kamen-Abend sind erhältlich bei: Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20a (R 45-305), Bikel, VI., Mariahilferstraße lc (B 24-9-64), Herkowitz, I., Fleischmarkt 28 (R 25-2-32). Eine hübsche Makkabäerfeier veranstaltete Samstag abends in ihrem Heim die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Nach Anzünden der Chanukkah-Lichter durch Oberkantor Emanuel F r ä n k e 1 hielt der Obmann der Sektion Dr. Abraham Schmerler die Festrede, ln sehr hübsch aufgebauter, von historischem Wissen getragener Analyse, gab Dr. Schmerler Sinn und Deutung der Makkabäertage mit besonderer Bedachtnahme ihrer ausstrahlenden Wirkungen auf das Leben unserer Tage Der Redner verstand es, einen abgerundeten Abriß jener Geschichtsepoche zu geben und dabei eine Brücke zur heutigen Situation des Judentums zu schlagen. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Festrede brachte der Geiger Heini B r e n d e r, begleitet von Gideon M a y, Achron zu Gehör. Den künstlerischen Höhepunkt der hübschen Feier bildeten die Vorlesungen Dr Prägers. Dr. Präger, als vortrefflicher Interpret jüdischer Schwänke bereits rühmlich bekannt, las diesmal zunächst eine Szene aus dem herrlichen, zu Unrecht vergessenen „Gr.afen von Charolais“ von Richard Beer- Hofmann,_ dem größten heute lebenden jüdischen Dichter Dr. Präger brachte diesen Dialog zwischen dem Grafen und dem Juden durch eindringliche Akzentuierung, insbesondere der tra<rsch-aktuelleo Rede des Juden, zu großer Wirkung. In einigen in jiddischer Sprache gebrachten Schwänken erwies er sieh wieder als det humorvolle, kongeniale Interpret jüdischen Witzes und jüdischer Schwänke. Schließlich brachte die junge „Akiba“-Gruppe noch einen von Lehrer Herzb e i g verfaßten und inszenierten hebräischen Einakter zur Aufführung1, womit die gelungene Makkabäerfeier der Sektion Leopoldstadt ihren Abschluß fand. Jüdische Kulturstelle, I., Kai 3, Tel.: R 28-2-36. Jüdische Filmpremiere: Anläßlich der Sonderauffiihrungen des Palästina - Films „Land der Verheißung“ im Flieger-Kino, IX., Liochtensteinstraße, die Donnerstag, den 26. Dezember, vormittags 10 Uhr 45 und 11 Uhr 45 stattfinden, wird auch der Ropor tage-Tonfilm vom diesjährigen Zionistenkongroß in Luzern erstmalig gezeigt. Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, erhältlich. — Anmeldungen für das Amateur-Studio und die Photosektion bis Ende Dezember — Die Chanukkah-Au&stellung bleibt bis Mitte Jänner geöffnet. — Karten für sämtliche Privat- und Bundestheater, Konzerte sowie für den Palästina Film „Das Land der Verheißung“ in der Jüdischen Kuiturstelle, I., Kai Nr. 3, erhältlich. Jüdische Volkshochschule, Wien, I., Franz- Josoi's-Kai 8. Tel. R 28-2-86. Mit Ausnahme der von Dr. Brüll geleiteten Hebräisehkurse werden in der Zeit von Freitag, den 20. Dezember, bis Dienstag, 7. Jänner, keine Kurse abgehalten. Ein neues, epochales Buch von Josef KASTEIN Herodes Die Geschichte eines fremden Königs SSI/ Seiten Icti Zu den bisherigen Werken von Josef Kastein tritt der „Herodes“ als eine neue Spitzenleistung seines historischen und psychologischen Könnens hinzu. Alte Geschieht« und alte kulturelle Auseinande.Setzungen werden mit einer erstaunlichen Kraft und Meisterschaft zum aktuellen Leben dev Gegenwart in Beziehung gesetzt. Ein Werk voll Spannung, Vertiefung und glanzvoller Diktion. hetnei empfehlen win Uriel da Costa Die Tragödie der Gesinnung. Ar.ifc Am ia’ie V). Seite./, //(.. /„ Bildtafeln 8 12'60 Uriel da Costas Geschichte ist von einer bis heute währenden Aktualität: Idee gegen Wirklichkeit, das schöpferische Ideal gegen das Beharrungsvermögen, Herz gegen Gehirn, der freie Einzelne gegen die gebundene Gesamtheit, der Mensch ^egen d;o Masse. Alles in allem: die Tragödie det Gesinnung. Sabbatai Zewi Der Messias von Ismir. SSo ..eiten mti tc hitiilim-in. S 12H0 Kastein hat ein Werk geschaffen, in dem die Dämonie des 17. Jahrhunderts Gestalt angenommen hat in dieser seltsam bezwingenden, hinreißenden und hingerissenen Gestalt des großen falschen, des großen wahren Propheten. luden In Deutschland tü4 Seilen Leinen. S 1 Xd. kartomen S tt'— Das Schicksal der deutschen Juden wird hier mit aller Entschlossenheit in die allgemeine Geschichte der Juden eingefügt. Durch jede gute Uuchhandluog! &. LÖWIT VERLAG, WIEN ., Fleischmarkt I und Wollzeile 6—8 .illlllllllllllllillllllllltlllllliliilllllllillllllliiltllllllllllllllillllliiiliilllllb Premiere in den Jüdischen Künstlerspielen II., Praterstraße 34. Mittwoch, den 25. Dezember, yt9 Uhr abends, findet in den „Jüdischen Künstlerspielen“ die große Chanukkahpremiere „Tanzt Jüdalech!“ statt. Direktor Goldflies hat diesmal dem Wunsche eines großen Teiles der Theatergäste Rechnung getragen und ein original chassidisches Stück ausgewählt. Die überaus lustige Komödie, in der Sevilla Pastor als Josele^ dem Rebbens Mesinekel, zu sehen sein wird, ist mit reizenden‘jüdischen Volksweisen und original chassidischen Tänzen reich ausgestattet. Die Novität wird vom 25. bis 29. Dezember täglich abends gespielt. Mittwoch, den 25. und Donnerstag, den 26. Dezember, geht nachmittags bei ermäßigten Preisen der große Lachschlager „Getzl Schlimasl“ in Szene. Montag, den 30. Dezember, wird „Der letzte Tanz“ aufgeführt. Sonntag, den 29. Dezember, nachmittags: „Izikl“. „Literatur am Karmelitermarkt“, Unter dieser Devise findet in den „Jüdischen Künstlerspielen“ am 31. Dezember eine sensationelle Silvesterveranstaltung statt, in deren Rahmen zuerst. die dreiaktige musikalische Komödie „Duwidl“ mit Sevilla Pastor in der Titelrolle aufgeführt wird; daraufhin eine Satire „Chatsid im prawen Silvester4' — zueammengestohlen und in Szene gesetzt von Dir. J. Goldflios — und weiteres große« Überraschungsprogramra. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Am. 1. Jänner geht' abends „Tanzt .Jüdalech“ und nachmittags — bei ermäßigten Preisen — „Dem Tatens Sindel“ in Szene. Am 2. Jänner wird „Hochzeit im Asyl“ aufgeführt. Großer Erfolg der jugendlichen Pianistin Ruth Hilde Somer in Mailand. Kürzlich gab Ruth Hilde Somer im königl. Konservatorium in Mailand einen eigenen Klavierabend, der für die jugendliche Pianistin zu einem außerordentlichen Erfolg wurde. Die führenden Mailänder Zeitungen fanden für die jugendliche Wiener Pianistin überaus schmeichelhafte Worte So schließt die Zeitung „Corriere do la Sera“ das Referat über Ruth Hilde Somer mit dem Satze... „Zahlloser und nicht endenwollender Applaus wurde dem unschuldig blonden seraphischen Wesen zuteil..„La Sera“ schreibt: „Die dreizehnjährige Wiener Pianistin Ruth Hilde Somer ist ein wahrhaft Mozartsehes Ge^chöpfchen in ihrer wunderbar kindlichen Erscheinung.“ „Der Zionistenkongreß in Luzern“, eine Tonfilmreportage, wie sie noch nie zu sehen war — die Führer und die markantesten Köpfe des Zionismus, die dramatisch bewerten Sitzungen herrliche Freiaufnahmen auf Luzern erscheinen hier —, bildet von nun ab das Vorprogramm zu dem Palästina-Tonfilm der Fox „Das Land der Verheißung“, über dessen Weit und Bedeutung wohl nichts mehr gesagt werden muß. Die nächsten Vorstellungen finden an beiden Weihnachtsfe'ertagen, Mittwoch, dou 25., und Donnerstag, den 26. De-ember vormittags Y*ll Uhr und H12 Uhr, im Flieger-Kmo, Liechtensteinstraße 37, statt. Karten zu normalen Kinopreisen bei M e j s t r i k, W o 11 z e U e 6, L a n y i, Kärntnerstraßc 44 Jüdische Kuiturstelle, Franz-Josefs-Kai 8. Zion. Landeskouiitee, Marc-Aurel-Straße 5,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.