Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 507 (13.12.1935)
- Date
- 1935-12-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis dieser Nummer 20 g -• ■**>> v- 1 V* JÜDISCHE ZEITUNG V. b. b. NACH PALÄSTINA mit den großen, vorzüglichen Salonschiffen »CALILEA«, »tiERUSALEMME« UND »PALESTlNA« der direkten Eillinie TRIEST—JAFFA—HAIFA Abfahrten jeden Mittwoch und jeden zweiten Frei* tag — Fahrpreis in der ausgezeichneten Touristen* Masse samt vier vorzüglichen Mahlzeiten täglich bloß zirka ö. S 250*-. Zertifikat*Inhaber ge* nießen weitestgehende Ermäßigungen. Auskünfte; Generalagentur, I., Kärntnerrlng6 und alle Reisebüros LLOYD TRI ESTIN O FLOTTE RIUNITE LLOYD TRIEST1HQ-HARITTIMAITAUAHA-S1TMAR Nr. 507 | Wie«, 13. Dezember 1935 | tm”*u<'S2-SSi *<K'd»ii«^Vi.iJpM«Bfeallly^Mh5£^»*wlS: | ( »7- Kislew 5696) | 9- Jahrgang 31/* Millionen Dollan für die luden Mitteleuropas Auswandererhilfsdienst des amerikanisdien Joint Chikago, 11. Dezember. (Z. T. A.) Die vom American Jewish-Joint-Distribution-Comittee für den 8. Dezember nach Chikago einberufene außerordentliche Konferenz zur Einleitung einer N o t h i 1 f eaktion für die Juden Mittel- und Osteuropas hat beschlossen, 3,500.000 Dollar für den Wiederaufbau eines Auswanderungshilfsdienstes für die Juden Mitteleuropas aufzubringen. Mit Ansprachen traten auf der Konferenz der Gouverneur des Staates Illinois, Henry Horner, der Ehrenpräsident des Joint-Distribution-Comittee, Felix M. W a rb u r g, der Vorsitzende der Executive, Paul Baer wa 1 d, J. C. Hy man, S. Loewenstein, A. Kahn und W, Rosenwald hervor. Deutsche Juden nach Italien Befestigung von Haifa Haifa, 11. Dezember. (2. T. A.) Die englischen Militärbehörden haben durch Aufstellung von 39 Geschützen in und bei Haifa den Hafen zu einer befestigten Basis gegen etwaige Angriffe umgestaltet. Sechs Geschütze wurden bei den Eisenbahnwerkstätten aufgestellt, vier bei der Fabrik Schemen, sechs in Bat Galim, vier bei den städtischen Bädern, sechs auf dem Karmel, vier im Bahai-Viertel, acht zwischen Haifa und Akko und zwölf im Hafen von Ras-an-Naquara, nahe der syrischen Grenze. Ferner wurden in Haifa fünf Scheinwerfer-Anlagen errichtet Für wenig Geld das gute Buch WUIWIam Buchhandlung ■ nU I 1 VII., Siebensterngasse 1a Unser Schlager: 5 Romane guter Autoren nach Wahl (Litte gratis) in Kassette zusammen S 8*90 t Großes Jugendschriftenlager l Jerusalemer Wasserleitung in Betrieb Jerusalem, 11. Dezember. (2. T. A.) Nach mehrmonatiger Verzögerung ist die neue Jerusalemer Wasserleitung in Betrieb gesetzt worden. Das erste Wasser aus Ras el Ain erreichte Jerusalem am Sonnabend um 17.45 Uhr. Da die neue Röhrenleitung noch nicht fertiggestellt ist, wird das Wasser vorläufig aus dem ßomema-Reservoir durch die alte Röhrenleitung nach Jerusalem geführt. Es wird erwartet, daß durch die neue Wasserleitung die ständig drohende Gefahr eines Wassermangels in Jerusalem beseitigt werden wird. Im vergangenen Monat mußte der Wasserverbrauch in Jerusalem von 780.000 auf 600.000 Gallonen täglich herabgesetzt werden. Nur . einmal wöchentlich wurde Wasser abgegeben. Heue (MenWmclier zu Clmnukuli ADOLF BÖHM Die zionistische Bewegung Die beste Geschichte des Zionismus 750 Selten, Ganzleinen S 20*— JOSEF KASTEIN H E R O D E S Die Geschichte eines fremden Königs Ein Werk voll Spannung. Vertiefung und glanzvoller Diktion Ganzleinen S 12*— SAMUEL LEWIN Und er kehrte heim Romau Mit einem Vorwort von Franz Werlel 350 Selten, Leinen S 9*— Das jüdisch« Kinderbuch! Mirjam Singer (Daganlah) Bennl Liegt ins gelobte Land 208 Selten mit 4 ferblgon und 61 schwarzen Bildern Stattlicher GesehenUlclnenband S 9*00 Buchhandlung H. LÖWIT Wien, l.,Wollzelle e. Tel, R 25-4-53 In einer Versammlungdes Hilfsvereines der Juden in Deutschland wurde eine Erklärung des italienischen General- Konsulats in Berlin mitgeteilt, wonach die italienische Regierung der Einwanderung deutscher Juden, denen die Mitnahme von je 30.000 Mark in Form von Reichsbankschecks, lautend auf italienische Lire, erlaubt wird, keine Schwierigkeiten in den Weg legen wird. Es handelt sich um deutsche Lire-Guthaben, die ln Italien eingefroren sind und bereits 40 Prozent ihres Goldwertes verloren haben, wobei aber die auswandernden Juden die Lire-Beträge im Goldwerte übernehmen müssen, ohne dann das Kapital aus Italien in ein anderes Land transferieren zu können. Ein Delegierter des Hilfsvereines wird sich in den nächsten Tagen nach Italien begeben, um dort die Niederlassungmöglichkeiten für deutsche Juden zu studieren. Seitens der zentralen italienisch-jüdischen Organisationen liegt ein Bericht vor, daß in Italien für mehrere Tausend deutscher Juden, die Kapital besitzen, Platz wäre. Im Hinblick jedoch auf die italienische Kriegssituation dürften kaum mehr als etwa 1000 deutsche Juden nach Italien auswandern. Wenn jeder im Durchschnitt 20.000 Mark mit sich nimmt, so wird die Gesamtsumme immerhin 20 Millionen Mark betragen. Opfergaben der italienischen Juden Rom, 11. Dezember. (2. T. A.) Der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens hat an die italienischen Juden den Appell gerichtet, Gold, Silber und andere Edelmetalle dem Staat in schwerer Zeit zur Verfügung zu stellen. Der Oberrabbiner von ltom, Dr. Aldo L a 11 e s, wurde in Begleitung* anderer. Mitglieder des rabbinischen Rates vom Generalsekretär der Faschistischen Partei empfangen und übergab ihm den goldenen Schlüssel zu dem Thoraschrein der Synagoge von Rom sowie einen großen silbernen Synagogenleuchter. Der Genfer Expertenausschuß Genf, 9. Dezember. (Z. T. A.) Der vom Völkerbundrat eingesetzte Ausschuß zur Prüfung der Flüchtlingsfrage hat am 9. Dezember seine Arbeiten beendet. Den Vorsitz führte der tschechoslowakische Gesandte in Paris, Dr. Stephan 0 s u s k y. In seinen Entschließungen sprach sich der Ausschuß dahin aus, daß zur Lösung der Fragen der Flüchtlinge eine Zusammenarbeit aller direkt interessierten Staaten notwendig sei. Aber auch eine Mitarbeit der nicht direkt interessierten Staaten zur Lösung des Flüchtlingsproblems durch Aufnahme einer bestimmten Zahl von Flüchtlingen in ihr Staatsgebiet sei zu fordern. Hinsichtlich der Flüchtlinge aus Deutschland wird gefordert, daß für dieselben ein international gültiges Rechtsstatut ausgearbeitet werde. Das Mac Donald-Kommissariat stellt Ende Jänner 1936 seine Tätigkeit ein. Weizmann bei Wauchope Jerusalem, 11. Dezember. (2. T. A.) Der Präsident der Jewish Agency Professor Dr. Chaim Weizmann war am 8. ds. beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope geladen. Die Vorgänge in Polen Die Ausschreitungen an den Hochschulen Polens, schon aus früheren Jahren gewohnte Erscheinungen, sind in diesem Herbst mit besonderer Intensität aufgetreten und haben sehr bald die Unterstützung der Straße und der verschiedenen, unter der Wirkung der Krise besinnungslos gewordenen Schichten gewonnen. Es ist zu schweren Exzessen in Städten und Dörfern gekommen, die sowohl im alten Kongreßgebiet wie auch in Galizien wie ein Sturm über die jüdische Bevölkerung hinweggegangen sind. Zahlreiche jüdische Personen haben das Leben eingebüßt; viele sind schwer verwundet worden. Der Schaden, der an Gebäuden, Wohnungen, Geschäftsläden verübt wurde, ist kaum noch abzuschätzen. Bomben und Handgranaten sind verwendet worden, Brandstiftungen, Friedhofsschändüngen, Angriffe auf Synagogen werden gemeldet. Was an diesen Vorgängen auffällt, ist die Wildheit des Haßausbruclies. Entstanden sind sie, insoweit die inneren Verhältnisse Polens in-Triage kommen, aus der nationaldemokratischen Opposition, die ihre frühere Machtfülle verloren hat und ihre nationalistische Jugend ins erste Treffen schickt. Wie jeder Staa.t leidet auch Polen durch die Nachkriegsentwicklung, die diesem Staat zwar große politische Geltung* gebracht, aber seine Wirtschaft nicht gefördert hat. Und wie in jedem Staat, sind auch in Polen die Juden der Sündenbock, den man mit aller Schuld belastet. Diese drei Millionen Menschen, schon durch die zaristische Verwaltung in eine elende wirtschaftliche Lage ziisammeiigedrängt und in der Hauptsache auf die Städte verteilt, sind das wehrlose Objekt aller fiskalischen Künste. Der Abgeordnete Riibiiistein hat im Sejm festgeetellt, daß die zehn Prozent Juden ein volles Drittel der Staatsausga.ben zu tragen haben, weil sie zu 40 Prozent in Handel, Gewerbe und Handwerk tätig sind. Der Ausschaltungsprozeß, der in Polen unter dem geistigen Einfluß des deutschen Nationalsozialismus mit verdoppeltem Eifer betrieben wird und seine Grundlagen in einer langjährigen Tradition hat, wirft viele Tausende von Juden auf das Pilaster. Das Industriegesetz hat das jüdische Handwerk ruiniert, die Verstaatlichung* der Tabak-, Zündhölzchen- und Alkoholerzeugung hat die jüdischen Unternehmer und Arbeiter brotlos gemacht. Und genau so wie in anderen Staaten, sind dies Erwerbszweige, die vom Juden geschaffen und organisiert wurden. Man versteht es überall glänzend, die Früchte der jüdischen Energie und Arbeit BILLIGE REISEN NACH Polen ii* Czernowitz Abfahrten 19., 22. Dezember 1935, 2., 21. Jänner 1936. — Rückfahrten 22. Dezember 1935, 5., 7. Jänner, 12. Februar 1036. — Auskunft auch Uber Palästinareisen bei Dr. S* Tocker, IX., LIECHTENSTEINSTRASSE 2, - TELEPHON A 14-501 (.Reisebüro «ln die Welt“, W. M. Renner) BESTE QUALITÄTEN ANTHRAZIT KOHLE KOKS BASCH "• ö 43-5-40