Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 500 (19.11.1935)
- Date
- 1935-11-19
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 500 — 19. November 1905 DIE STIMME Seite 15 EoltalcßronHc Zehn Jahre Hilfsverein für russische Juden Der „Kilfsvereln für russische Juden in Wien“, der am 1. Oktober 1925 ins Leben gerufen wurde, feicrto kürzlich sein zehnjähriges Jubiläum. Seit Beginn der Emigration au® Rußland, das heißt seit 1920, entstanden in Wien verschiedene Hilfskomitees und Organisationen für die werte Einnahmequelle für die edlen Zwecke des Hilfsvereines bilden. Einzelne Mitglieder des Vereines haben zum Andenken ihrer verstorbenen Verwandten jährliche Spenden gestiftet, die ebenfalls eine Einnahmequelle für den Hilfsverein darstellen. So von Frau Roealiie Traclvtenberg, von den Herren Alexander Wourgaft, Dir. Simon Laserson. Dr. Wladimir Großmann, Dr. Oswald Glaßberg und B. Feinstein. In der letzen Vorstandseitzung wurde in An- ~ , . . | betracht der schwierigen finanziellen Lage der luwaoben Flüchtlinge, die jedoch nach kurzem Bcsehluß geEaßt, deB Mitgliedern de. Vereines Bestand immer wieder zerfielen, respektive liquidiert wurden. Als zu Beginn des Jahres 1925 der Allgemeinheit klar wurde, daß ein großer Teil jüdischer Emigranten aus Rußland sich in Not befand und eine Hilfe dringend erforderlich war, übernahmen fünf einzelne Personen, und zwar die Herren Isaak Kelber, Dir. Simon Lewkow, Jacob Persky, Wladimir Soyfer und Dr. Ing. Jakob Wourgaft, die Initiative der Schaffung eines Hilfsvereines speziell für notleidende jüdische Flüchtlinge aus Rußland». Erfreulicherweise hat der Gedanke der Schaffung des Hilfsvereines bei der Allgemeinheit Anklang gefundeft, und es gelang anläßlich de: 1925 in Wien stattgefundenen z i o n i s t i sehen Kongresses einem der aktiven Mitarbeiter des Vereines, dein leider inzwischen frühzeitig verstorbenen Herrn Jakob Trachten- Iberg, zusammen mit Herrn Isaak Kelber bei den Kongreßmitgliedern eine Sammlung zugunsten des Hilfsvereines durchzuführen, welche zirka S 3000 ergab, wodurch die finanzielle Grundlage für die junge Organisation geschaffen wurde. Der Aktivität einzelner Mitglieder fies Vorstandes gelang es schon in den ersten Monaten der Tätigkeit des Vereines, mehrere ^Mitglieder für diesen Verein zu werben, die durch freiwillige Spenden und Arbeit beitrugen tlie Grundmauern zu diesem Werk zu legen. ' Am 26. März 1926 wurde in verhältnismäßig kleinem Rahmen der erste Konzertball abgehalten, der einen Reinertrag von S 2177 brachte, per Erfolg des ersten Balles gab Anlaß zur Veranstaltung von alljährlich einmal stattfin- Öenden Bällen des Vereines, die mit einer Akademie verbunden waren und die sieh im Laufe 'der Jahre größter Sympathien der breiten [Öffentlichkeit erfreuten und zu einer bedeutenden Einnahmequelle für den Verein wurden. Schon die ersten Monate des Bestandes des iHilfsvereines brachten den Beweis, wie dringend notwendig die Gründung desselben war. In den ersten lö Monaten sind nicht weniger als S 6335‘99 an die sich m Not befindlichen russischen Juden in Wien ausgezahlt worden, was unbedingt als ein bedeutender Erfolg seinerzeit zu bezeichnen war. Insgesamt wurden im Verlaufe des zehnjährigen Bestandes an Unterstüzungen S 90.703‘22 und an Darlehen S 25.585*95, zusammen also S 116.289*17 ausbezahlt. Ferner wurden für die Organisation „Rußland h i 1 f e“ in den Jahren 1930 bis 1934 insgesamt S 3631*25 zwecks Linderung der Not der in Rußland lebenden Juden übergeben. Die Spenden -betrugen 15 Prozent, die Mitgliedsbeiträge 48 Prozent und die Eingänge aus den Bällen und Veranstaltungen 37 Prozent der Gesamteinnahmen, Der Hilfsverein hat außer den Barunter. Btiitzu-ngen und Darlehen den hungernden und frierenden Schützlingen des Vereines in der .Weise geholfen, daß eine ständige Beldeidungs- Und Bcheizungsaiktion organisiert wurde. Im Laufe der zehn Jahre sind mehr als 500 Portionen auf diese Art beteilt worden; es ist auch in einem Fall gelungen, einem armen Mädchen die Mitgift zu sammeln, um ihr die Heirat zu ermöglichen. Es sind auch mehrfach Kinder unterstiizt worden, für die man das Schulgeld usw. beigetragen hat, um die Erziehung derselben zu erleichtern. Weitors wurdon für Kinder und Erwachsene EiholiMigsrnöglichkoiten geschaffen. Auch bei der weiteren' Emigration nach Palästina usw. stand der Hilfavorein den Notleidenden zur Verfügung und hat auch in dieser Beziehung vieles boigetragen. Schließlich wurde unentgeltlich an die armen russischen Juden medizinische und juridische Hilfe im Notfälle erteilt. Endo dos Jahres 1934 Ist ein ständiger Dainenbeirat ins Leben gerufen worden, der unter andern Brigxle-Veranstaltungen organisierte, welch-o derzeit jeden Donnerstag im Oafö „Freyung“, Wien, I., Renngasse 1, abgo- Jialten werden und e-ino ständige, wenn auch picht sehr große, aber immerhin begrüßens empfehlen, ihre monatlichen Mitgliedsbeiträge, falls irgendwie möglich, um mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Herr Jacob Persky ist iim Jahre 1931 zum Ehrensekretär gewählt worden, welchen Ehren, posten er auch in allen darauffolgenden Jahren bekleidete. Bei der feierlichen Vorstand seit zung anläßlich des zehnjährigen Bestandes des Hilfsvereincs wurden nachstehende Personen wegen besonderer Verdienste um den Hilfsverein zu Ehrenmitgliedern desselben gewählt; Ehrenpräsident Leopold L o u r i 4, Präsident Dr. Samuel Goldstern, Kassier Naum Magasanik, Ehrensekretär Jacob Persky, Vizepräsident (1927—1932) Wladimir Soyfer, Prof. Erich Meller, Frau Fanny Louri4. Es muß überhaupt bemerkt werden, im Laufe der Jahre dem Hilfsverein gelungen ist, sich die Sympathien der breiten Öffentlichkeit zu sichern. Infolge der neuen Welle der R e e m i g r ation der russischen Juden, welche sich sprünglich in Deutschland angesiedelt haben, vergrößerte sieh die Zahl der Notleidenden besonders in den letzten zwei Jahren. Da aber die Mittel des Vereines sehr beschränkt sind, ist es wohl erforderlich, daß alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die menschenfreundlichen Zwecke des Vereines zu unterstützen. Der Vorstand des Hilfsvereines für russische Juden setzt sich derzeit wie folgt zusammen Präsidium: Ehrenpräsident: Leopold Louriä; Präsident: Med. Dr. Samuel Goldstern; Vizepräsidenten: Dr. Simon Laserson, Gregor Trachtenberg; Kassiere: Naum Magasanik,. Boris Feinstein; Ehrensekretär: Jacob. Persky; Sekretäre; Dr. [Wladimir Großma/nn, Saiomon Fainberg. Ausschuß: Eva Feinstem, Isaak’ Ginsburg, Dr. med. Oswald Glaßberg, Kommerzialrat Jules Gourary, M. Grajew, Fanny Harik, Dr. Arnold Hildesheimer, Prof. Julius Isserlis, Kommerzialrat R. Königfest, D. Rapoport, Poline Saflr, Bella Schein, Wladimir Soyfer, Frieda Stock, Ida Traohtenberg, Rosäl-ie Trachtenberg. Mensa academica judaica! Montag, den 21. Oktober d. J., fand in den neu adaptierten Räumen der Mensa academica judaica eine Beviohtigimg des neuen Lokales statt. Es waren i. a. erschienen: Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Staatsrat Dr. Desider Friedmann mit Vizepräsidenten Dr. Josef Löwenherz, die Herren: Bunde® kulturrat Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter, Prof. Dr. Braun, Prof. Dr. Zappert, Hof rat Dr. Werner, Prof. Dr. Elias, Dr. Ornstein, Dozent Dr. Fischer, Dr. Karplus sowie als Vertreter des jüdischen Hochsohulausseliusses der Präsident des Herzl- Klubs Dr. Fritz Ekstein. Der Präsident des Vereines _ Obermedizimalrat Dr. Moritz Laub betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Mensa academica judaica für die jüdische Studentenschaft. In den zehn Jahren des Bestandes des Vereines wurden in der Mensa academica judaica nicht viel weniger als 8000 jüdische Studenten verköstigt, wodurch ihnen die Beendigung ihrer Studien ermöglicht wurde. Der Vertreter des jüdischen Hochechuliausscihus'ses, Abs. iur. Jakob Landau dankte namenia der gesamten jüdischen Studentenschaft dem Kuratorium des Vereines und insbesondere seinem langjährigen Präsidenten, Herrn Obermedizinairat Dr. Laub, für die aufopfernde Tätigkeit zum Wohle der jüdischen Studentenschaft. Al® äußeres Zeichen dieser Dankbarkeit übergab er das Bildnis des Obermedizinalrate® Dr. Laub mit der Bitte an das Kuratorium, das Bild dm Mensalokale anbringen zu dürfen. Es sprachen noch der Präsident der Kultusgemeinde Staatsrat Dr. Desider Fried mann, der die Notwendigkeit der Mensa academica judaica unterstrich und das lebhafte Interesse der Israelitischen Kultusgomeinde an dieser sozialen Institution betonte. Bundeßkulturrat Hofrat Prof. Doktor Frankfurter gab schließlich einen historischen Überblick über die Entwicklung der Mensa academica judaica. österreichisch-palästinensische Wlrtschaftsuml Handelskammer hat Ihre Bureaus nunmehr in Wien, I., Schellinggaese 1, Ted. R 27*4-12. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, L, Kohlmessergasse 4, Tel. U 27-065, sucht dringendst Stellen für: A) Kontoristen, Buchhalter, Handelsh ilf sarbeit er, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarra,ngeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Nachhilfelehrer- und Lehrerinnen für Miktelschulfächer, Musiker für Konzert-, Stimmung«- und Jazzkapellen. B) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art, darunter auch Chemiker, Elektrotechniker, Installateure,( Bau und Maschineniingenenre, Chauffeure, sowie ungelernte Arbeiter. C) Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. — Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für Lageristen und Buchhalter mit Invaliden-Einstellschein, Verkäufer aus der Delikatessenbranche, Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntn/i® so für In- und Ausland, geschultes Ilatispersonal jeder Art, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (auch Heimarbeit), diverse Stellen für deutsche Emlgram JÜDISCHER SPORT Vorentscheidung In der Ringer-Mannschaftsmeisterschaft. Durch die Niederlage der Polizeisportvereinigang gegen Simmering ist die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen wieder eine offene Angelegenheit geworden. Ein Kampf, der für die endgültige Entscheidung höchßte Bedeutung besitzt, findet am Dienstag, den 19. d. M., um 20 Uhr, im „Bayrischen Hof“, IL, Taborstraße, statt. Ee treten die Mannschaften des Simmeringer A. C. und der Halcoah gegeneinander an und würde, falls die Hakoah diesen Kampf gewinnt, die Entscheidung um die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zwischen der Polizeisportvereinigung und der Hakoah in der nächsten Runde der Meisterschaft aiusgetragen werden. In beiden Mannschaften kämpfen einige mehrfache österreichische Meister und ißt hervorragender Sport zu erwarten. — Die Eintrittspreise wunden mit 1 bis 2 Schilling amgeeetzt. Wochenspielplan der Wiener Theater Staatsoper: Dienstag, 19. November, 7 Uhr, bei aufgeho-. benem Abonnement: „Tannhäuser“. Mittwoch, 20. November, H8 Uhr, 1m Abonnement, erste Gruppe: „Tosca“. Donnerstag, 21. November, Uhr, Theatergemeinde, Serie E, gelbe Mitgliedskarten: „Das Rheingold“. Freitag, 22. November, $£8 UhT, Jra Abonnement, erste Gruppe: „Orpheus“. Samstag, 23. November, 7 UhT, bei aufgeh'obenen Abonnement, beschränkter Kartenverkauf:;,Die Zauberflöbe“. Sonntag, 24. November, Wl Uhr: „Die [Walküre“, Burgtheater: Dienstag, 19. November, #8 Uhr, Theatergemeinde, Serie B, blaue Mitgliedskarten: „Der Lügner“. Mittwoch, 20. November, 8 Uhr, 1m Schülerabonnemeut, zweiter Zyklus B, beschränkter Kartenverkauf: „Tobias Wunderlich.“ — %8 Uhr, im Abonnement, erste Gruppe: „Elisabeth und Es-sex“. Donnerstag, 21. November, rK8 Uhr, im Abonnement, zweite Gruppe, neu einstudiert: „Antonius und Kleopatra“. Freitag, 22. November, %8 Uhr,' im Freitagsabonnement und Theatergemeinde Urania: "'*'' Lügner“. Samstag, 23. November, %8 Uhr: „Antonius und Kleopatra“. Sonntag, 24. November, 3 Uhr: „Der Kanzler von Tirol“. — %8 Uhr: „Der Lügner“, Akademietheater. Dienstag, 19. November, 8 Uhr: „Maria Baschkirtzeff“. Mittwoch, 20. November, 8 Uhr, im Abonnement, dritte Gruppe: „Hofjagd in Steineich.“ Donnerstag, 21. November, 8 Uhr, im Abonnement, vierte Gruppe: „Hofjagd in Steineich.“ Freitag, 22. November, 8 Uhr, kein Kartenverkauf: „Christa, ich erwarte dich“. Samstag, 23. November, 8 Uhr: „Dajs lebenslängliche Kind“. Sonntag, 24. November, 4 Uhr: „Christa, ich erwarte dich“. — 8 Uhr: „Maria Baschkirtzeff“. Deutsches Volkstheater: Dienstag, 19. November, Uhr, Max und Moritz-Bühne: „Peter“. — 8 Uhr, im Abonnement, Serie B, blaue Karten: „Gentlernen“. Mittwoch, 20. November, HS Uhr, Max und Moritz-Bühne: „Peter“. —- H5 Uhr, Theater der Jugend, beschränkter Kartenverkauf „Weh* dem, der lügt“. — 8 Uhr: „Die Stützen der Gesellschaft“. Donnerstag, 21. November, Uhr, Max und Moritz-Bühne: „Peter“. — 8 Uhr, im Abonnement, Serie D, weiße Karben: „Gentleman“. Freitag, 22. November, H5 Uhr, Max und Moribz-Btihne: „Peter“. — 8 Uhr, Festvorstellung zugunsten der Aktion „Weihnacht der Heimat“, Uraufführung: „Reiternttaoke“. Eine unhistorische Komödie in ß Akten von Friedrich Schreyvogl. Samstag, 23. November, %3 UhT, Max und Moritz-Bühne: „Peter“. — H5 Uhr, Theater der Jugend: „Die Stützen der Gesellschaft“. — Uhr: „Reiterattao-ke“. Sonntag, 24. November, Y, 3 Uhr, Max und Moritz-Bühne: „Peter“. — Hö Uhr: „Juristen“. — 8 Uhr: „Gemtlemen“. Jüdische Künstlersplele (Theater Reklame), II., Praterstraße 84: Gastspiel Sevilla Pastor, Erna Siegler. Theater In der Josefstadt; Dienstag, 19. November, 8 Uhr, zum^ erstem mal: „Liebe ist nicht so einfach“ von Fodor. Ab Donnerstag, 21. November, täglich 8 Uhri „Liebe ist nicht so einfach“. Volksoper: Dienstag, 19. November, 8 Uhr: „Tosca“. Mittwowi, 20. November, 8 Uhr: „Kuhreigen“. Donnerstag, 21. November, 8 Uhr: „Rigo* letto“. Freitag, 22. November, 8 Ubr, zum erstenmal: „Theodora“. Samstag, 23. November, 4 Uhr: „Torquato Tasso“. — 8 Uhr: „Theodora“. Sonntag, 24. November: 2 Uhr: „Schneewittchen“. — y35 Uhr: „Tosca“. — 8 Uhr: „Theodora“. Montag, 25. November, 8 Uhr: „Theodora“. Scala: Dienstag, 19. November, 8 Uhr: „Der Mustergatte“. Mittwoch, 20, NovembeT. 8 Uhr, zum erstenmal: „Der selige Toupiner. Donnerstag, 21. November, 8 Uhr: „Der selige Toupinel“. Freitag, 22. November, 8 Uhr: „Der Mustergatte“. Samstag, 23. November, 8 Uhr: „Der selige Toupinel“. Sonntag, 24. November, 4 Uhr: „Der Mustergatte“. — 8 Uhr: „Der selige Toupinel“. Theater an der Wien: Ab Montag, 18. November, täglich 8 Uhr: „Maya“. Jüdisches Kulturtheater. Am 20. November d. J. wird in Wien das „Jüdisches Kulturtheater“ eröffnet. Als erstes Stück gelangt das Schauspiel „Höre Israel!“ von Ossnp Dymaw, von E. Jubal, dem künstlerischen Leiter de« Kulturtheiaters, inszeniert, zur Erstaufführung. „Das Jüdische Kulturtheater“, dessen Bart eben fertiggestellt wurde, befindet sich auf dem Franz-Josefs-Kai 3 und soll für die anderen Theater absolut keine Konkurrenz darstellen. Das „Jüdische Kulturtheater“ will vor allem die Pflege jüdischer Literatur in deutscher Sprache, um eie jenem Publikum zu vermitteln, das die jüdische Sprache nic-ht beherrscht. Das Ensemble des Theaters besteht ersten Kräften, die mit Begeisterung und Liebq am Werk sind. Konzert Regina Scfieftf. Regina Schein, eine junge, jüdische, söfijf begabte Cellistin, aus dar Meisterschule Joachim S tute che w sk'y, konzertiert ahl 19. November im Mittleren Konzerfebaussast| mit einem auserlesenen Programm. Die Kiteet* lerin entstammt einer russisch-jüdischen Fa* milie und verbrachte die . letzten fünf Jahre Leiterin der Cellokla&se dee Konservatorium und konzertierende Cellistin in Manila. konzertierte auch in China und Japan, NaoS abschließendem Studium bei Stutechewsky Wien, absolviert Regina Schein und ihre arsira Tournee in Europa. Neben dem klassischen und modernen Cellorepertoir bringt sie fite&S Werke jüdischer Musik zum Vortrag. A-ucK das < Wiener Programm enthält da® bekannt# Violiinstüok „Nigun“ (Baal-Schern) von Ennesfl Bloch und „Kinah“ (Klagelied) von Stufe* schewsky. Kartenverkauf an den Kassen de* Konzertdirektion Dr. Hohenberg und bei de* jüdischen Kunststelle. In einem Volksliederabend lm Konzerthaus, lernte man die holländische Jüdische DLseusa Liesbet Sanders, eine in Westeuropa schön! namhafte und angesehene Künstlerin, kennen. Den Höhepunkt des gelungenen Abends bildeten die jiddischen Volkslieder, kleine Kunstwerke, von der Sänigerin zu unerhörter Wirkung gebracht. Jao. v. d. Griend war ihjfl ausgezeichneter Begleiter. Ein Duo-Abend des früher In Deutschland sehr bekannten, jetzt in Amsterdam lebendes Geigers Alex. Feinland und seiner Frau, den holländischen Cellistin Bep Feinland* brachte den beiden ernsten Künstlern wohlverdienten Erfolg. Ada Golds chmid war ihnen am Klavier eine anschmiegsame Partnerin. Die dreizehnjährige Ruth Hilde Somer gibt* wie aus Mailand berichtet wird, dort am 26. d. im Saale des Konservatoriums einen eigened Klavierabend. Zu diesem Konzert wurde die jugendliche Pianistin auf Grund ihrer erfolg* reichen Mitwirkung bei den Ema-Sack-Konzerten während der diesjährigen Salzburger Festspiele eingeladen. Ruth Somer bringt bei diesem Konzert Werke von Mozart, Bach, Couperin, Beethoven, Mendelssohn, Chopin, Respighi, Pick-Mangiagalli, sowie eine Gruppei zeitgenössischer österreichischer Komponisten, und zwar Marx, Lafite, Gal und Komgodd, Linz: Jüdischer Liederabend c Am 9. November veranstaltete die Kulturkommission der Jüdischen Kultusgemeinde —- eine vom Gemeindevorstand im Einvernehmen mit allen jüdischen Organisationen in Linz geschaffene Einrichtung zur Verbreitung kultureller jüdischer Werte — ein Konzert des Wiener Sängers J. Segal-Rosenbach,i Der Künstler erwies sich als vollendeter Interpret hebräischer und jiddlsoher Kunst- und Volkslieder. Es gelang ihm, dem begeisterten Publikum den Rhythmus de« Lebens Erez Israels einzuprägen, wie auch die Gefühlswelt des jüdischen Liedes und Lebens im Osten zu erschließen. Der stimmlich vorzüglich begabte Sänger versteht es, insbesondere das Charakteristische in der Melodik der jüdischen Lieder verschiedener Länder und Epochen hevauszuarbeiten, so daß auch Zuhörer, welche die Sprache dor Lieder nicht kennen, einen starken Eindruck erhalten,