Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 9 (1935-1936)
- Issue
- Heft 499 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mi dfetcr Nummer SO g V. b. b. II« 4AA I |V]AM a MawaimIia« «ASe I Redaktion und Administration: Wien, in Marc-Aurel-8traBe 6. I/NA isr» 4¥t I ▼neu» IS* fsovemoer 1955 | Tel.: U 22-3-91 RadaktlonsschiuB Montan und Mittwoch vorm. I 1*7 JÜDISCHE ZEITUNG Festpremiere Sonntag, den 24. November 11 Uhr vormittags im Apollo -Theater Cheschvatt 5696) [ 9* Jahrgang Der erste jüdische Staats vertrag Palästina-Exekutive konstituiert Jerusalem. 13. November. Die Palästina-Exekutive der Jewish Agency hat am 11.. d. ihre konstituierende Sitzung abgehalten und die Verteilung der ■Ressorts unter den Mitgliedern vorgenommen. Zum Vorsitzenden der Exekutiv e wurde David Ben Gurion gewählt. Das politische Departement wird wie •bisher von Ben Gurion und Mosche Shertok geleitet werden,.ebenso behält Elieser Kaplan das Amt des Schatzmeisters. Der 'frühere Leiter des IramigTationsdepartments, Jizchak; Grünbaum, hat das Arbeits- "departraept übernommen, während die Ein- ^ndepünjgsabt^luh^ der Leitung Dr. Werner Sep^tpr unterstellt worden ist. Ihm wurden als Amtsleiter der Direktor der Einwänderungsabteilung der Histadruth Haowdim, Elijafru D o b k i n, und als Repräsentant der religiösen Arbeiterschaft der Führer des Hapool Hamisrachi, Mosche S c h ap i r a, beigegeben. Das Industriedepartment wird gemeinsam von Dr. Fisohel Ro tteris tr« ich und Rabbi J. L. F i s c h m a nt, das Organisatiohsdepartmint von Ben Gurion und Jizchak Grün bäum geleitet werden. Die 1000 Vorschufizertifikate Jerusalem, 13.. November. Die 1000 Einwanderung«Zertifikate, die die Exekutive der Jewish Agency von der Palästinaregierung für Rechnung der noch nicht fertiggestellten Sohedule fiir das Halbjahr Oktober 1935 bis März 1936 erhalten hat, wurden wie folgt verteilt: 200 Zertifikate an von Industriellen namentlich angeforderte Fachleute; 100 Zertifikate au nichtnamentlieh angeforderte Fachleute; 200 Zertifikate an nichtqualifizierte Arbeiter. Die restlichen 500 Zertifikate sind, wie bereits gemeldet, für deutsche Chaluzim, die Ihre Hachsobarah in Deutechlaud oder im Ausländ durohgemaoht haben, bestimmt, 50 von ihnen für Fachleute. ■ * Palästina-Touristen als Einwanderer der Kapitalistenkategorie Jerusalem, 13. November. Juden, die als Touristen nach Palästina gekommen sind, und sich um die Bewilligung der dauernden Niederlassung als Einwanderer der Kapitalistenkategorie, für die ein Mindestkapital von 1000 Pfund vorgeschrieben ißt, bewerben, werden in Zukunft in ihre Herkunftsländer zurückkehren und eioh dort das Ein wände Handelsabkommen zwischen Jewish Agency und Schweizer Regierung Krakau, 14. November. (Priv.) Wie der „Nowy Dziennik“ mitteilt, wurde zwischen der Jewish Agency und der Schweiz ein Handelsvertrag unterzeichnet. Für die Schweiz führten die Verhandlungen die Vertreter der „Zentrale für die Entwicklung des Außenhandels“, für die Jewish Agency Herr N. T i s c h b i, der offiziell den Vertrag unterschrieben hat. Soweit bekannt wurde, verpflichtete sich die „Schweizer Zentrale für den Außenhandel“ Waren in Palästina zu kaufen, die mindestens ein Drittel der palästinensischen Bestellungen in der Schweiz ausmächen. Dieser Vertrag wurde für drei Jahre vereinbart. Die Schweiz wird in der ersten Reihe Zollermäßigungen für Cytrusfrüchte bewilligen. Der Import von palästinensischen Cytrusf rächten in die Schweiz ist im Jahre 1934 von 300 auf 13.000 Kisten gestiegen. Die Bedeutung dieses Vertrages ist nicht nur deshalb so groß, weil unsere nationale Repräsentation offiziell anerkannt wird, sondern auch deshalb, weil er neue Möglichkeiten eröffnet, die palästinensische Produktion zu schützen. Wenn die palästinensische Regierung den Standpunkt vertritt, daß sie ap den §18 des Mandates gebunden ist, wonach;,41e .Staaten, die dem Völkerbund angeboren, gleich behandelt werden müssen, wenn die palästinensische Regierung die Tatsache des großen Importes zwecks Ausübung eines Druckes auf manche Staaten zwecks Steigerung des Exportes nicht a u s.n fitzen wird, so wird der jüdische Jischuw darangehen, ähnliche Verträge wie mit. der Schweiz auch mit anderen Staaten abzuschließen. Der Vertrag besitzt auch die praktische Bedeutung, daß die Schweiz ihren palästinensischen Import wird versechsfachen müssen. , . Der Handelsvertrag wurde von der neuen Exekutive nach Beendigung des XIX. Kongresses unterfertigt. In der Vorwoche hat Dr. R o 11 e n s t r e i c h als Leiter des Handelsdepartement der Jewish Agency telegraphisch die Zustimmung der J?wish Agency zur Unterzeichnung des im September dieses Jahres abgeschlossenen Vertrages erteilt. Minderheitenrecht in Oberschlesien Breslau, 13. November. (2. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat der O b e r p r ä s ident der Provinz Oberschlesien in Oppeln in einem Bescheide ausgefühft, daß, soweit das Reichsbürgergesetz und das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre sowie die dazu ergangenen und noch ergehenden Ausführungsvorschriften eine unterschiedliche Behandlung i m S i n n e d e r Minderheitenschutzbestimmungen des Genfer Abkommens enthalten, diese Vorschriften auf die Teile Oberschlesiens, für die das Genfer Abkommen gilt, keine Anwendung finden. In oberschlesischen Zeitungen wird eine Mittei lungderDeutschen Arbeitsfront veröffentlicht, wonach die Gesetzesbestimmungen, nach denen weibliche Hausgehilfen unter 45 Jahren ab 1. Jänner .1936 nicht mehr in jüdischen Haushalten beschäftigt werden dürfen, durch Versehen in Oberschlesien veröffentlicht worden seien. Sie treten im ehemaligen Abstimmungsgebiet nichtinKraft. Der Gesetzgebende Rat iiiiiiiii rungevißum beschaffen müssen, falls sie nicht den Besitz des erforderlichein Kapitals in Palästina selbst einwandfrei nachweisen können. Auf Juden aus Deutschland und der Türkei findet diese Vorschrift keine Anwendung. Jerusalem, 12. November. (2. T. A.) Führende jüdische Kreise haben die Information erhalten, daß der High Commissioner Sir Arthur W a u c h o p e, der in dieser Woche wieder in Jerusalem eintrifft, am Freitag, den ’ 15. November, die Schaffung d e 8 Legislative Council für Palästina proklamieren wird. Der Council soll aus 6 Mohammedanern, 2 Christen und 10 Engländern bestehen. Fiir die Juden sollen 4 Sitze reserviert werden, die jedoch in Hin- Englische Wahlplakate Für die Konservativen hat der Schatzkanzler Neville Chamberlain, für die Arbeiterpartei Major Athlee Erklärungen an die Zionisten gerichtet. In England sind Wahlen und bei Wahlen regnet es immer an schönen Versicherungen und Versprechungen. Der geehrte Wähler, der am Tage nach der Wahl nur mehr ein lästiges Übel ist, wird umworben. Man achtet sorglich auf seine Stimmungen und Hoffnungen und sucht ihn dort zu packen,. wo seine positiven oder negativen Empfindlichkeiten beginnen. Das ist überall so, wo es noch Wählen gibt, und es ist auch in England so. Die Zahl der jüdischeii Stimmen ist in England nichtsehr hoch, aber auch dort kommt es auf jeden Wähler an und so ist auch der Zionismus und die Palästina-Frage zu einem Wahlschlager geworden. Das liegt so im Zug der Zeit. Palästina hat in diesem Zusammenhang eine doppelte Bedeutung. Es ist ein wichtiger Punkt an der englischen Lebensader und es ist ein Ziel der jüdischen Hoffnung geworden. Jüdische Arbeit hat hach Palästina neues Leben getragen, hat aus' einer vernachlässigten, verdorrten Wüste eine bedeutsame Eiünahmsquelle gemacht und der Jude, wo immer er lebt, wie immer er sich zum Zionismus stellt, sieht mit Stolz auf dieses Werk. Will man ihn für diese oder jene Partei interessieren, so muß man von dem heuen Palästina sprechen. Es sind also zwei Erklärungen abgegeben worden, die auf das zionistische Empfinden wirken. Neville Chamberlains Kundgebung besagt, daß es die Politik der Regierung bleibt, das Mandat dem Buchstaben und dem Geiste nach zu verwalten. Sie fährt fort, die Errichtung des Nationalheimes für das jüdische Volk zu fördern. Diese Erklärung bekommt einen gewissen Wert dadurch, daß sie von einem Mitglied der Regierung abgegeben wird. Aber diese Regierung steht, wie ihre Taten zeigen, dem Palästina-Aufbau bestenbllck auf die Ablehnung des Council s durch die Juden unbesetzt bleiben dürften. Der High Commissioner wird als Vorsitzender uneingeschränktes; arbeiten. Vetorecht gegenüber den Beschlüssen des Council haben. Demgegenüber meldet „Doar Hajom“ aus sicherer Quelle, daß das Cplonial Office in London und der High Commissioner Sir Arthur Wauchope gemeinsam beschlossen haben, die Bildung des Legislative Council auf einem geeigneteren Moment zu vertagen. Somit sei die Frage des Legislative Council gegenwärtig nicht aktuell. Laut „Doar Hajom“ wurde gleichzeitig vom Colonial Office beschlossen, einen großzügigen Plan der Entwicklung von Land« Wirtschaft und Industrie in Palästina auszu- CAFE WEGHUBER (hinter dem Deutschen Volkstheater) Heut« Frei eg u. Samstag, Sennu. Feiertag i Konzert, Tons und Stimmungsmusik Beginn 7,9 Uhr abends * Besucherkarte 60 g KAPELLE ISY GEIGER 6309221