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Die Stimme · 1935-09-27 · Heft 487 (27.9.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 487 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. t>. b, PmU dieser Nummer 20 g Wegen des Rösch - Haschanah * Festes entfällt die Dienstag-Ausgabe. Die nächste Nummer der „Stimme“ erscheint Freitag, den 4* Oktober. JÜDISCHE ZEITUNG SONDERFAHRT NACH PALÄSTINA UND ÄGYPTEN mit dem Luxusexpreßdampfer „CONTE GRANDE" ab Triest 30. September an Haifa 3. Oktober an Alexandrien 4. Oktober AuskOnftet Gcneralagentui*, WI«»», 6 Telephon U 47-5-40 Me». A&*T I Wien <fiv CAMeamltA« «AU<mm I Redaktion und Administration: Wien, I., Msro-Aurel-StraBa 5. | ient 37» Depiemoer Z935 I Tel.: U 22-3-31 Redaktlonssohlull Montag und Mittwoch vorm. (29- Elul 5695) | 8. Jahrgang Völkerbund für verstärkte jüdische Einwanderung nach Palästina Die Wiener Kultusgemeinde gegen die deutschen Judengesetze Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat in seiner Plenarsitzung vom 24. d. die folgende Protestresolution einhellig beschlossen: Die schwere Bedrückung und die unmenschliche, an das tiefste Mittelalter erinnernde Behandlung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland, ihre soziale und politische Ächtung, der gegen sie systematisch geführte wirtschaftliche Vernichtungskampf und die Sanktionierung ihrer Entrechtung durch die Gesetzesbeschlüsse des Nürnberger Reichstages haben in der Wiener jüdischen Bevölkerung Mitgefühl und tiefste Entrüstung ausgelöst. Die Wiener Judenschaft protestiert gegen die zur Begründung der judenfeindlichen Maßnahmen vorgeschützten, unwahren und böswilligen, gegen die gesamte Judenschaft erhobenen Anklagen. Sie richtet an das durch den Vö kerbund repräsentierte Weltgewissen, an alle an der Spitze der Staaten stehenden verantwortlichen Männer den Appell, die gegen die Juden gerichteten deutschen Gesetze, die ihnen zugrundeliegenden Motive und Ziele als den Grundsätzen der Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit und Kultur widerstreite n d, zu verurteilen, und erklärt sich feierlich mit allen Bestrebungen solidarisch, die eine Beseitigung der der gesamten Judenschaft angetanen Schmach herbeiführen wollen. Die Resolution wurde telegraphisch dem Präsidenten der Völkerbundversammlung in .Genf, Minister Dr. Benesch, übermittelt. _iji&öftCuiiS ftEIS'EBÜRO CITY ■ ■ ■ ö R. J . H. K XV RNEH. , ' WIEN I. KOHLMARKT Ä U-26-4'29 Kia k?Ovt&K$ooe.}3c,iatuuQ £ | .Für unsere Leser nur: : Neudegger Fahrschulen Wien, Will., Neudeggerg. 18 Tel. B 46-5-72 und Inxetxdorf (Niöder-Öaterreich) ’ Prüfungserleichterung durch : .!! Laufendes Auto im Lehrsaal!! Empfehlungen der Mandatskommission angenommen Genf, 24. September. Die Vollversammlung des Völkerbundes hat heute die Berichte der Kommissionen verhandelt und erledigt. Unter den zur Kenntnis genommenen Berichten befindet sich auch der Bericht der Manda tskommission, der die Verstärkung der jüdischen Einwanderung als wünschenswert erklärt. Durch die Annahme des Berichtes wird diese „Empfehlung“ zum Beschlüsse des Völkerbundes undQs wird nunmehr Aufgabe der Exekutive sein, über die Ausführung dieses Beschlusses zu wachen. Es versteht sich von selbst, daß die Frage des Gesetzgebenden Rates nunmehr ein anderes Gesicht bekommt. Zwar sind in England Bestrebungen im Gange, die Frage in dem nächsten Monat, nach Rückkehr des Oberkommissars Wauchope durch Oktroi zu lösen und eine vollendete. Tatsache zu schaffen. Ihnen stehen die außenpolitischen Rücksichten Englands gegenüber, die den gegenwärtigen Moment der Unruhe im Orient nicht für geeignet halten, die Situation im Völkerbund noch weiter zu belasten. Eine Änderung der Verfassung Palästinas würde nicht nur zu einem scharfen Protest des gesamten Judentums führen, sondern auch zu einer Erörterung der Verhältnisse seitens des Völkerbundes Anlaß geben, der sich England gegenwärtig nicht aussetzen kann. Minister Eden stellt Verfassungsbrudi in Danzig fest Der Völkerbundrat befaßte sich in seiner am 23. September begonnenen Tagung in Genf mit den von den Minderheiten in Danzig, auch von jüdischen Gruppen, beim Völkerbundskommissär für Danzig, Lester, eingereichten Petitionen, in welchen über den Bruch einer Reihe von Bestimmungen der Danziger Verfassung durch die Regierungsorgane durch Verfolgung der Minderheiten geklagt wird. Der Führer der englischen Delegation beim Völkerbund, Anthony Eden, der den Bericht über die Petitionen erstattete, legte das Material des J uristenausschusses vor, aus dem hervorgeht, daß die Petitionäre mit ihren Klagen vollkommen recht haben, und daß tatsächlich ein Bruch der Verfassung des Danziger Freistaates seitens jener Instanzen vorliegt, deren Aufgabe es ist, über dieBeobachtung der Verfassung zu wachen. Eden wies nach, daß in den Petitionen der Katholiken, Sozialisten und Juden Tatsachen angeführt werden, die als erwiee n gelten können; diese Tatsachen und diese Maßnahmen seien mit den analogen Bestimmungen der Danziger Verfassung in keiner Weiße in Einklang zu bringen. Eden forderte, daß der Rat den Danzinger Senat an weise, die konstitutionellen Freiheiten aller Bevölkerungsteile des Freistaates dem Buchstaben wie dem Geiste nach zu beobachten. Besonders scharf verurteilte Eden die Verfolgung der u d e n des Freistaates durch die nazistisch eingestellten Behörden. Ich halte es, fuhr Eden fort, für besondere NACH POLEN fährt man mindestens einmal im Jahre. Wir erteilen kostenlos alle diesbezüglichen Auskünfte mündlich und telephonisch, besorgen Bahnkiirten nach allen Städten Polens billigst, besondere Arrangements in polnischen Kurorten. Benützen Sie unsere bekannt billigen Gesellschaftsreisen 1 Reisebüro „In die Welt" (Dr. S. Todcer) IX., Liechtensteinstraße 2, Tel. A 14-504 wünschenswert, die Aufmerksamkeit des Senats des Freistaates Danzig auf den Ernst der Lage hinzuweisen, wie er seitens ~ Jurißtenausschusßes im Zusammenhang mit den Klagen der jüdischen Organisation dargestellt wird, wobei in Rücksicht ziehen ißt, daß, seitdem die erste Klage in Behandlung gezogen worden ist, dem Rat von der gleichen Organisation weitere Klagen zugegangen sind. Der Hochkommissar des Völkerbundes für Danzig hat in seinem Schreiben, mit dem er die neue jüdißche Petition dem Völkerbundsrat zuleitete, ausdrücklich festgeetellt, daß die antisemitischen Elemente der nationalsozialistischen Partei in den letzten Monaten eine rege Tätigkeit entfaltet haben, unter anderem auch durch massenhafte Verbreitung von Publikationen, die (Fortsetzung auf Seite 2.) PALÄSTINA Schiftskarten und Geselischaftsführten, Visumbesorgung biiiigst durch Reisebüro »ln die Well« (Dr. S. Tocker) Wien, IX., Liechlensteinstr. 2, Tel. A lb-50t Häuserverwaltungen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Tel. A 48-9. .SENSAL. SS R. TAUBMANN WIEN, II., NORDPOLSTRASSE 8/3 Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest Ins neue Jahr Heute abends gehen die „Tage der Ehr-r furcht“ ein, an denen der jüdische Mensch sich aus dem Alltag hinaus in die reine Sphäre erhebt, in der er, dem Gebote des Glaubens folgend, sich Rechenschaft gibt über Tun und Lassen; in der er mit seinem Gewissen ins Reine kommen soll, eins wer“ den mit seiner Gemeinschaft und ihren Satzungen. Ein neues Jahr leiten diese Tage der tiefsten Andacht ein und sie gipfeln in den guten Wünschen für ganz Israel. Nie, solange diese das Herz ergreifenden und aufwühlenden Tage begangen werden, vergißt der Jude, daß er zu den Kindern Israels gehört, daß er einer ist von diesem Volk, dem der Adel höchsten und tiefsten Menschentums, der Adel höchsten und tiefsten Menschenleids zu Bekenntnis und Schicksal geworden ist. Nie, solange der hallende Klang des Schofar tönt, schwindet dem Juden die Geschichte seines Stammes mit ihren Enttäuschungen und Hoffnungen äuö. der Erinnerung. Stärkste Erkenntnis vom Dasein und seinen Pflichten steigt aus der, Vergangenheit empor, wird zum unzerreißbaren Band zwischen denen, die waren, und denen, die kommen. In Zeiten, wie sie jetzt über uns hinwegziehen, wird uns dies be-:’ wußt: daß wir Glieder einer Kette sind, an die uns Sein und Fühlen bindet und die uns1 das Bewußtsein gibt, daß trotz allem die Fahne unseres Volkes hochfliegt, solange wir auf sie schauen. Der Einkehr in sich! selbst sind diese Tage der Ehrfurcht geweiht und ihr Sinn ist Frieden, Versöhnung und guter Wille. Das erste Wort des Luzemer Zionistenkongresses galt dem Frieden der Menschheit. In den Tagen, da allerorts die Waffen klirren und die, von dem großen Brand des Weltkrieges verursachte Krise in einen noch furchtbareren Krieg auszumünden droht, rief das alte Kulturvolk der Juden den Frieden an. Das ist ein Wagnis in dieser Zeit,’ Die „HEIMHILFE", Wien, XX., Dammstn 27—31, Tel. A 42-0-14, verleiht — ohne Umstände — tadellose Tisch- Küchen-, Bettwäsche und tauscht sie laufend gegen blütenweiße Reinwäsche um. Kostenpunkt: Billiger als efgeneWäschel ü&sasft s, ezial verkehr Gütertransporte, llftvans, Übersiedlungen Ullmann, Rink & Co. Wien, lv Judcnplntz 5 Tel. U 22254

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