Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 478 (27.8.1935)
- Date
- 1935-08-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Rette 9 Df« ftllMMI Nr. 478 - 27. XugiMrS 1985 1 Das ist das Land LETZTE NACHRICHTEN Zusammenstoß zwischen Arabern und Juden bei Kfar Tabun Jerusalem, 28. August. (2. T. A.) Die Polizei veröffentlicht ein Communique über einen Zusammenstoß zwischen Arabern und Juden bei Kfar Tabun in der Nähe von Hartiyah, dem zu entnehmen ist, daß jüdische Arbeiter, die dort am frühen Morgen auf den Feldern pflügten, von A r abern durch Steinwürfe und Stocks eh läge angegriffen wurden. Es entstand ein Geplänkel, in dessen Verlauf auch Schüsse fielen. Ein Araber wurde durch einen Schuß getötet. Die Polizei verhaftete zwei Juden. Die Juden arbeiteten auf diesem Boden bereits seit einem Monat. Die Leitung des Jüdischen Kulturbundes Berlin, 23. August. (2. T. A.) Das offizielle DNB. meldet: Im Einvernehmen mit der geheimen Staatspolizei hat die zuständige Stelle im Reichsmiuisterium für Volksaufklärung und Propaganda als den verantwortlichen Leiter des Reich6verban- 'des jüdischer Kulturbünde den früheren Intendanten Dr. Kurt Singer und als Generalsekretär dieser jüdischen Organisationen den ehemaligen Handelsjournalisten Dr. Wem er Levie genehmigt. Unter dieser verantwortlichen Leitung haben sich bis 15. September sämtliche künstlerisch und kulturell tätigen jüdischen Verbände dem Reichsverband einzugliedern. KUNSTCHRONIK Konzert Erna Sach — Ruth Hüde Somer Am 10. August 1. J. fand im vollbesetzten Saale des Mozarteums in Salzburg das Konzert Erna S a o k statt. Die Künstlerin holte sich mit Arien von Rossini, Mozart und Donizetti sowie mit Liedern von Blech, Reger, Taubert und dem Frühlingsstimmenwalzer von 'J. Strauß begeisterten Applaus. Frau Sack mußte einige Zugaben bringen, welche ihr immer wieder große Ovationen verschafften. Die große Überraschung dieses Konzertabends war die 13jährige Pianistin Ruth Hilde Somer. Mit tiefem Verständnis spielte die jugendliche Künstlerin Werke von Schubert, Brahms und Liszt. In modernen Stücken von Korngold, Respighi und Pick-Mangiagalli zeigte sie erstaunliche Technik, Rhythmus und glitzerndes Passagenspiel. Die herzige Kleine erntete wärmsten Beifall und lauteste Anerkennung. — Ruth Hilde Somer ist Schülerin der Meisterpädagogin Anka Bernstein-Landau. LOKALCHRONIK Minjan an den hohen Feiertagen. Herr Rabbiner Saloinan Friedmann veranstaltet zu den hohen Feiertagen ein Minjan in den Sälen des Misraobilandesverbandes Wien, II., Praterstraße 60. Sitzplätze sind ab 1. September d. J. täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends dortselbst (II., Praterstraße 60) erhältlich. Allgemein-Zionistischer Handwerkerverband ,,Baaie Mikzoah“, Wien, I., Marc-Aurel-Str. 5. Amtsstunden: Dienstag und Donnerstag von 1 bis 2 Uhr mittags. Die Bebräisohkurse für Anfänger und Vorgeschrittene beginnen. Dienstag, den 27. d., um 8 Uhr abends, im Lokale, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5. Leiter des Kurses: A. B a d 1 e r. Sterbefall. Am 21. d. ist in Baden Rabbiner Dr. Bernhard Templer im 70. Lebensjahre gestorben. Er bat mehr als 30 Jahre beim Bethausverein in der Erdbergerstraße verdienstlich gewirkt. Das Begräbnis hat am Freitag in Baden unter zahlreicher Beteiligung stattgefunden. Der „Jüdische Klub der Jugend (J. K. J.)u veranstaltet am 81. d. im Kaffee-Restaurant „Augarten“ (Eingang Obere Augarteostraße, vis-ä-vis Rembrandtstraße) ein Gartenfest unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Es spielt die Havannaband, Dekoration' und Ausstattung: J. Taubmann und M. Rosner. Karten im Vorverkauf, Tischbesteilungen und Auskünfte täglich auf d m Tennisplätzen „Augarten“, II., Taborstraße (Tel. A 40-0-44) und im Cafe ,.Franz-Josefs-Kai“, I., Kai 45 (Tel. U 25-303). Jüdischer Pächter gesucht. Die Hakooh sucht zur Bewirtschaftung ihres neuen Sohutzhauses auf dem Semmering einen jüdischen Pächter, der schon einmal eine ähnliche Stellung ausgefüllt hat. Kaution erforderlich. Auskünfte im Sekretariat der Hakoah, I., JVdesingerstraßa 11. 50 Jahre Palästina in Wort und Bild Aga-Tonfilm (Palästina). Der propagandistische Wert de® Tonfilms für die Verbreitung des Palästina-Gedankens versteht sich von selbst. Bei dem heutigen Umschwung dar jüdischen Bevölkerung zugunsten des werdenden Staatsweeens in Palästina war es zu bedauern, daß in dieser Hinsicht ein fühlbarer Mangel herrschte. Es wurden bereits Versuche gemacht, um ihm abzuhelfen. Palästina-Filme wiesen aber bisher einen Fehler auf: eie zeigten nämlich nur einzelne Episoden aus dem Leben des Jiechuws, ohne uns ein Gesamtbild zu veranschaulichen. Erst dem Regisseur B. Agadati gelang es, ein Filmwerk zu schaffen, das ein vollständiges Bild von dem Palästina von heute gibt. Dieser Film ist aus dem wirklichen Leben des jüdischen Landes geschnitten. Im Film werke „Das ist das Land“ werden die Emenerungöbestrebungen des jüdischen Volkes, das wahre Antlitz des Pioniers, dessen kühne Entschlossenheit ungekünstelt gezeigt. Trotzdem ist das Werk keine photofilmische, rein mechanische Aneinanderreihung von Bildern. Nicht nur die Materie, auch die Seele wirkt hier mit — die Seele des Landes, der Menschen, des Volkes. Vor den Augen des Zuschauers rollen die Geschehnisse der letzten 50 Jahre ab. Wir sehen die Pioniere aus der Bilu-Zeit (um 1880), die in zermürbenden Kämpfen gegen die Ungunst der Terrain- und klimatischen Verhältnisse ihr Leben aaifs Spiel setzen. Die Schwierigkeiten sind groß, aber der ,rewige Jude“ will endlich auf eögenem Boden Wurzel fassen. Bei der Grundsteinlegung der Stadt Tel-Aviv (1909) meinte der Bürgermeister Dizengoff, er hoffe, noch eine Stadt von 20.000 Seelen zu erleben. Das Wachstum des Jischuw aber hat an Schnelligkeit alle Hoffnungen übertroffen. Die geliebte Stadt Dizengoffs hat bereits die Zahl von 130.000 Einwohnern überschritten. Besonders hervorzuheben wären die einmaligen Originalaufnahmen: Die Eröffnung der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg (Jerusalem 1925), wobei Lord Balfour, der Schöpfer der nach ihm benannten Deklaration, die Festrede hält, die Jüdische Legion im Weltkrieg, MakkaJbia-Sportfeste usw. Der Kameramann belauscht die Chaluzim bei der Arbeit dort, wo der Rhythmus Am Sonntag konnte die Hakoah auf ihrem Sportplatz in der Krieau den Gast aus Budweis, F. C. Budejovice, 4:2 (2:0) schlagen. Die Blau-Weißen waren fast die ganze Spielzeit überlegen und hätten bei größerer Ausnützung ihrer Schußgelegenheiten einen weit höheren Sieg erreichen müssen. Ihre besten Leute waren der Tormann L ö w y sowie der Verteidiger Donnenfeld. Die Läuferreihe, in der Platschek am besten gefallen konnte, kam erst nach der Pause in Schwung. Im Angriff waren Zwiebel und Mausner die treibenden Kräfte. Bei den Budweisern stellten die Verteidigung Michalek, Ebhart und der rechte Verbindungsstürmer Reinl die besten Leute dar. Die Tore der Krieauer erzielten Zwiebel (2), Mausner und Reich. Für Budweis waren Reindl und Prus erfolgreich. 1000 Zuschauer. Schiedsrichter Dr. Kolbe. Auf dem Nicholson-Platz siegte der F. C. Wien gegen Favoritner A. C. 2:1 (0:0) durch Treffer von Riegler und ein Eigentor der Gegner. Das einzige Tor der Favoritner schoß Zopp. Schiedsrichter Messinger. 1000 Zuschauer, Das Hakodh-Schwimmfest Der Schwimmklub Hakoah brachte am Sonntag im Stadionbad vor einer überaus roßen Zuschauerzahl sein internes chwimmfest zur Durchführung, bei dem sehr gute Leistungen erreicht wurden. So schwamm Judith Deutsch die 100 Meter Rücken in 1:28,8, welche Zeit einen neuen Rekord darstellen würde, wenn die erforderliche Zahl offizieller Zeitnehmer vorhanden gewesen wäre. Die wichtigsten Ergebnisse waren: 100 Meter Rücken für Damen: Deutsch 1:28,8, besser als österreichischer Rekord; 100 Meter Crawl, Herren: Kulka 1:05.5; 100 Meter Brust, Herren: E1 b o g e n 1:26; 100 Meter Brust, Damen: Winter 1:46.5; 100 Meter Rücken, Herren: Goldschmidt 1:23; 100 Meter Crawl, Damen: Langer 1 i XIfit Staffel 4 X 50 Meter; Hakoah 0:2; 16,6. des neuen Lebens pulsiert. Er führt uns in die Kwuzoth (kollektive Siedlungen), aber auch in die Städte, in die Stätten der Wissenschaft, des Verkehrs, der Industrie und des Sportes. Der Gegensatz zwi&ohen Alt- und Neu-PaJästnna, zwischen dem melancholisch-sterilen Gestern und dem pulsierend-dynamischen Heute, wird hier besonders unterstrichen. Moderne jüdische Großbauten, wie die Hebräische Universität, die Gebäude des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod, wechseln mit Wüstenlandechaft, die von der jüdischen Arbeit noch unberührt ist, ab. Dieser Film, der in Tel-Aviv durch viele Wochen vor ausverkaiuften Häusern aufgeführt wurde, wird zweifellos auch bei der Wiener Judensohaft das richtige Verständnis finden. An ihm haben mitgewirkt: B. Agadati als Regisseur und Kameramann, ferner Avigdor H a m e i r i als Autor des Dialog®, die Sängerin H. K i p n i s und der Sänger J. G o 1 a n d (Lieder von J. H a r u s s i, A. Penn und Z e i r a). Die musikalischen Kompositionen stammen von L e v a n o n. Die hebräische Sprache wurde, wie übrigens der ganze Film in Wort und Lied, an Ort und Stelle aufgenommen. Die Begleitmusik ergänzt die Origin aiaufnahmen und ist dem Rhythmus des Lebens angepaßt. Der Regisseur Agadati hält sich nicht an Fümtradition, sondern er schafft aus Eigenem. Es gelingt ihm die Dynamik des Aufbaues, auch abseits vom propagandistischen Gedanken, künstlerisch zu gestalten. besonders hervorzuheben sind die Überkopierungsbilder und Filmmontagen, wie sie besonders im Sehlußteil dee Films (Gegenwart von Stadt und Land) gezeigt werden. Agadati will uns das Pionierleben, die Lebensweise der Siedler und deren gesellschaftliche Struktur zeigen. Dies ist ihm vollauf gelungen. Wir sehen leibhaftig und greifbar, wie der jüdische Mensch in der Wildnis von Sumpf, Sand und Gebirge schafft und lebt. Palästina, als historisches und geistiges Zentrum, Palästina, das die Fesseln der Galubh abstreift, tritt vor unsere Augen, hier werden die schöpferischen Kräfte des Judentums zu neuem Leben erweckt. Sothhiha'arez — Das ist das Land! Dieser Film ist mehr als ein gewöhnlicher Film — er ist ein Erlebnis und ein ergreifendes Kunstwerk. FILM Morgen Apollo-Premiere; „Das leuchtende Ziel“. Morgen, Mittwoch, den 28. d., findet im Apollo die Premiere des Gesangfilms „Das leuchtende Ziel“ (One night of Love) mit Grace Moore, dem Star der New Yorker Metropolitan Opera, in der Hauptrolle statt. Sie singt in diesem Film, der in englischer Originalfassung mit einkopierten deutschen Fußtitel gezeigt wird, Partien aus den Opern „Carmen“, Madame Butterfly“ und „Martha“, außerdem einige italienische Volkslieder, wie das bekannte Chiri-biri und andere mehr. Schauplatz der teils in der amerikanischen und europäischen Theaterwelt spielenden Handlung ist die Metropolitan Opera in New York und die Staatsoper in Wien. Auf der Bühne: Resua-Sisters, internationale Rollschuhsensation; musikalische Leitung: Kapellmeister Fritz Zeillinger. Heute« Gala-Premiere Im Schweden-Kino. Das Sahwenden-Kino eröffnet die neue Saison mit einem Filmwerk, das auf der ganzen Welt einzigartige Triumphe feiern konnte. Shirley Tempi«, das 6jährige Hollywoodwunder, erscheint heute Dienstag, den 27. d. M., in ihrem neuesten GroßfiLm „Lachende Augen“. Shirley ist heute die größte Zugnummer auf dem internationalen Filmmarkt. Der Erfolg dieses Kindes ist eine Sensation, wie sie bisher in der Geschichte der Kinematographie noch niemals verzeichnet wurde. Eddi Cantor als Millionenerbe. Geld allein macht nicht glücklich, man muß es auch haben... Diese Erfahrung macht Eddie Oantor in seinem neuen Großlustspiel „Die Millioneaerbschaft“, denn die Schwierigkeiten und! Komplikationen, in die er bei der Übernahme einer Millionenerbschaft gerät, bilden den’ lustigen Inhalt des Filme, der im Burg, und! Rotenturm-Kino erscheint. Kay Francis und Leopoldine Constantia. In’ dem neuen Metrofilm „Schwarzrote Kirschen“, welcher Freitag im Opern-, Stafa- und Votivpark-Kino erscheint, spielt Kay Francis diel Rolle der Irina, welche in der Aufführung de® gleichnamigen Stücke« im Theater i. d. Josefstadt von Leopoldine Constantin kreiert wurde. Ihre Partner sind Walter Huston und Nüs Asfiher. Der Film erscheint in englischer; Originalfassung. Kommt Wallace Beery nach Wien? Die Frage, ob Wallace Beery, der sich augenblicklich bekantiieh in Europa befindet, auch Wien besuchen wird, ist keineswegs geklärt. Sicher ist, daß kommenden Freitag im Kreuz-Kino der Wallace-Beery-Filra „Das graue Haus“ in Uraufführung erscheint. Kinoprogramme derWothe KREUZ-KINO itf«,*.!: Vom 27. bis 20. Äugest 1936 UrauffUlxrung JMMGST mit Warner Baxter Beginn: 4, ®/»6, Va8, ‘/*10 Uhr Leopoldstfldter VolksKino Te'Iephon Bff*49^23 Vom 27. bis 20 August 1035 Großes Schlagerprogramm Wochentags 7,6, 7*8, 7*10 Uhr, Sonn- und Feiertage 7,4 Ubf Schweden Kino Uraufführung: Lachende Augen mit Shirley Tempie _7*4, V86, %8, %10 fCHÄFFER-KlüO VTefephonIfBr20?20331i Vom 27. bis 20. AuguBt 1035 Beginn: «M, ‘/„6, 7*8, 7*10 Ubr PTnCfl HINvil., Mariahllferstraße 120 jlHift" IlinU Telephon B 33-0-68 Vom 27. bis 20. August 1035 Uraufführung MISSISSIPPI Wochentags: 5, 7, 0 Uhr Sonn- und Feiertage: 7,4. '/*6, 7*8, 0 Ohr Heimat-Kino ^T elepbon* A°18-0-76*^ Vom'27. bis 29. August 1035 Uru. Allelnetuff tllirung Das ist das Land (SO Jahre Palästina) Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonnu. Feiert, ab 3 Uhr Votliprk-Kino KTeMtODnSAri8-a^9612 Vom 27. bis 29. AuguBt 1035 Uraufführung MISSISSIPPI Beginn: 4, V*6, Va8, ‘/*10 Uhr Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20. ganzjährig S 16.—, Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM. 3.— Tschechoslowakei vierteljährlich Kd 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6 50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20. Rumänien viertel^ jährlich Lei 120.—. übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 450. Postscheck Konti; Österreich Nummer D 113.546. Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugoslawien Nr 40.879 Eigentümer. Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, 1., Marc-Aurel Straße 5. — Verantwortlicher Redakteur: Imre Kaiser. Wien. 1„ Marc-Aurel« Straße 5. — Druck: Vernay A. G., Wien, JX., OaoifiitisgasQQ S—IQ, Dr. F. Pick holz. IRDISCHER SPORT Hakoah schlägt Budweis 4 2 Deo Abschluß bildete ein Wasserball- >s p i e 1 zweier kombinierter Teams, bei dem als Gast der Prager Wasserballer Beck mitwirkte.