Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 471 (2.8.1935)
- Date
- 1935-08-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054226--5219-3060929- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 DIE STIMME Nr. 47t - 2. August W» MtiffUM Wien ■. iettenstetfengassp fit? XI.. Zentralfriedhot, neben dem i Tot Samstag geschlosst Erkenntnis“), die die Heiligkeit des Soliar leugnen und alles, was mit der Kabbala zusatnmenhängt, aus dem Gottesdienst entfernen wollen. So las ich also weiterhin in der Thora —. und zwar tat ich dies, um mich in ihrer Kenntnis immer mehr zu vervollkommnen — und sammelte das Geld für die Ausstattung der Synagoge, wie die Teppiche, die Vorhänge, die Lampen. da> Ausbessern der Thorarollen; jener aber haf/c die Verwaltung des Geldes, er rief die hont1' zur Thora auf. und alles, was mit dem Amt des Vorstehers zusammenhüllcrt, lauin seiner Hand. So hielten wir es. bis ich Sanaa verließ und nach Palästina auswanderte. PALÄSTINA MELDET Enthüllung des Grabmales für Blalth Am Jahrestage der Beerdigung Ghuim Fachmann Bialiks wurde auf dem Fried hof von Tel-Aviv der Grabstein enthüllt. Das Denkmal, das aus palästinensischem Gestein ausgehauen worden ist. ist von imponierender Größe. Auf dem Denkmal steht nur der Name des Dichters und die Daten seiner Geburt und seines Todes. Eine Anleihe für Jaffa Die Stadtverwaltung von J a f f a hat lm schlossen, eine Anleihe von einer h a 1 b n M i 11 i o n P f u n d aufzunehmen. Der Ertrag soll für den Ausbau und die Entwicklung der Stadt verwendet werden. Diu erwal- . tu Hg hat bei der Pa 1 ä u i r i a - R i * r u n g iuu Genehmigung nachgesueht. Die deutsche Jugend” Alifah Jerusalem (Palcord In den letzten beiden Monaten -Juni un! Juli 1935 wurden 150 Kinder aus Deutschland im Alter von 15 bis 17 Jahren nach Palästina gebracht. Von Anfang Februar am, wo die deutsche Jugend-Alijah nach ‘Palästina begann, sind bisher 650 Kinder Dach Palästina gekommen. Die Kinder werden in den Kwuzoth und Moechw-ej-Owclim mit Hilfe der Abteilung für die deutsche Ju 1-Alijah bei der Abteilung fürdie Ansieuiting deutscher Juden in Palästina untergebracht, ln den Kwuzoth und Mosohwej-Owdim erhalten die Kinder praktische und theoretische Spezialausbildung in der Landwirtschaft. Sie lernen einen halben Tag Hebräisch, Geschichte, Geographie und Landwirtsohaftskunde, die zweite Hälfte des Tages arbeiten sie bei verschiedenen landwirtschaftlichen Arbeiten. Nach Beendigung dieses Kurses werden die Kinder die freie Wahl haben, entweder als Mitglieder in den Kwuzoth zu bleiben, in denen sie ihre Ausbildung erhielten, oder sich irgendwie anders einzuordnen. Die erste Gruppe deutscher Kinder, die nach Ejn-Charod gebracht wurde, beendet ihren Zweijahreskurs bereite in einem halben Jahr. 1500 bucharische Juden nach Palästina Jerusalem (PalcorA Im Gefolge der außerordentlich schweren Lage der bucharißchen Juden, die aus Rußland nach Persien und Afghanistan entflohen sind, hat die Jewish Agency in der letzten Zeit eine gewisse Anzahl von Zertifikaten für diese Flüchtlinge bewilligt, um ihnen die Einwanderung nach Palästina zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit sind beredt« etwa 1500 dieser Flüchtlinge nach Palästina gekommen. Weitere 2000 Flüchtlinge befinden eich noch in Persien und Afghanistan und warten auf die Möglichkeit, nach Palästina einzuwandem. Diese Flüchtlinge haben in Persien und Afghanistan sehr schwere* Verfolgungen aueaustehen, und ihre Lage wird von Tag zu Tag schlechter. Infolgedessen haben die bucharischen Flüchtlinge die Forderung gestellt, 1er bevorstehende Ziomcstenkongreß möge die Lage der bucharischen Juden, die sich m Persien und Afghanistan befinden, berücksichtigen und eine größere Anzahl von Zertifikaten für sie bewilligen. Arbeitslosigkeit in Haifa? In letzter Zeit sind nach Tiberias Arbeiter zurückgekehrt, die vorher, als in Haifa ein Mangel an Arbeitern herrschte, nach Haifa gegangen waren. Auch die Löhne sind ln Haifa höher als in Tiberias. Infolge der in letzter Zeit in Haifa verspürten Symptome von Arbi'iMosia'keif kehren die tiberindisrlum Arbc’ter in ihre Heimatstadt zurück. Inland Warnung vor dem Medizinstudium Die Vereinigung jüdischer Ärzte erläßt einen Aufruf, in welchem vor dem Medizii:"tml:um gewarnt wird. In diesen) Aufruf heißt es unter anderem: ..Die Vereinigung jüdischer Ärzte in Wien, c eicht* seit Jahren ('inen schweren Kampf gegen die Entrechtung mul für die wirtschaftliche Stiitznne: der jii'b-vheii Ärzte führt, sieht sieh im IFwußti-ein ihrer Verantwortung genötigt, die jüdiseheu Abiturienten und ihre Eltern voi der Wahl des Mi-dizinstudhims in der jetzigen Zeit auf das nachdrücklichste zu warnen. Wühlend in früheren Jahren jeder östei roifhisehe Staatsbürger nach seiner Promotion zum Faktor der ge>amten Heilkunde pich einfach in einem beliebigen öiTentliehen Spital zur Praxis, beziehungsweise als Hilfsarzt anmelden konnte, worauf seine Ernennung zum Aspiranten, beziehungsweise* Sekuti lararzt genau turnusmäßig erfolgte, ist seit dem 1. April PJÖo dies nicht mehr der Fall. Weder muß die Anmeldung eine-* aspirierenden Hospitanten entgegengenommon werden noch auch gibt es trotz der in Österreich verfassungsmäßigfestgeiegten G! e i c* f t ho re cd 11 igu ng eine Möglichkeit, die Ernennung oder Beförderung durrhzusrtzen. da «eit dem erwähnten Zeitpunkt jede Persoinländenutg dem .Ministerium für soziale Verwaltung Vorbehalten ist. Die Folge dieser Xeueinfiihnmg ist. daß seit 1. April 1983 bi« auf ganz vereinzelte Ausnahmen keine Ernennungen von jiübscheri Aspiranten und Sekun- •larärzten in d'oi Eon is: pitiilern erfolgten: ülm Helms gijt auch für die städtischen Krankenau'-talten. Für die fernere Praxis ergeben sich aber auch hier Schwierigkeiten. Da angesichts der wiitschaftiiehen Lage der ganzen Bevölkerung die sogenannte Privatpraxi« auf ein Minimum herabgesunken ist und fixbezahlte Kassenstel len in absehbarer Zeit für Juden nieht erreichbar sein werden, bleibt nur die Betätigung in den Kassen mit sogenannter freier Ärzfcewahl. Diese Kassen aber verlangen den Nachweis der Absolvierung einer mindesten« dreijährigen Praxis in einem öffentlichen Krankenhaus. Man sieht also, daß die Aussichten für Juden unter diesen Umständen katastrophal schlecht sind, abgesehen davon, daß auch die allgemeine Lage der Ärzteschaft durch die aus Monarchiezeiten stammende Überzahl titsw. überaus traurig ist. Es mache sich also jeder Jude, der Medizin zu studieren beabsichtigt, damit vertraut, daß ihm Elend. Auswanderung* oder — Umschichtung drohen! Was die Auswanderung anlangt, so sind, namentlich seit der Auswanderung reichsdeutscher jüdischer Ärzte, so ziemlich alle Länder verschlossen und das einzige noch in Betracht kommende Land. Palästina, ist mit Ärzten tiberfüllt und soll in Bälde eine Sperre für ärztliche Zuwanderung erlassen. Man schichte sich also vor und nicht erst nach dem schwierigen, fast aussichtslosen Medizinstudium um!“ Elision Eckstein - Mr Gesellschaftsreise zum Kongreß nach Luzern Die „S t i m m e“ veranstaltet eine Gesellschaftsreise zum Kongreß nach Luzern in einem erstklassigen Autobuß. Programm: 18. August, um 7 Uhr früh, Abreise von Wien. Mittagessen i.n Salzburg. Abendessen und Nächtigung in Innsbruck. 19. August: Frühstück in Innsbruck. Mittagessen in Zürich, Weiterreise nach Luzern. Die Rück reiße erfolgt nach acht Tagen. Während ries Aufenthalte« in Luzern Arrangements im Einvernehmen mit dem Kongreß!) iiro. Der Preis für die Fahrt Wien—Luzern- Wien inklusive Verpflegung (ohne Getränke) bei der Hin- und Rückfahrt beträgt pro Person 120 S. Pro Person darf 1 Coupe kotier mitgenommen werden. Auskünfte, Arrangements, Besorgung von Eintrittskarten zum Kongreß usvv. und Durchführung- Reisebüro City, L, Kohlmarkt 8, Tel. U 26-4-29. tit Kongreßlegitimationen, mittels denen man am Kongreß in Luzern verschiedene Ermäßigungen erhält, sind ira Büro des Zionistischen Landeskomiteee zum Preis von S 1erhälMich. Die Kongreßzeitung kann gleichfalls im Büro de« Zionistischen Landeskomitces gegen Erlag von S 7.20 abonniert werden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Kongreßzeitung diesmal auch in hebräischer Sprache zum gleichen Preis erhältlich ist. KUNSTCHRONIK „Abschied vom Golus“ Eine neue Künstlermappe von Wilhelm Wachtel Demnächst bringt der bekannte jüdische Maler Wilhelm W n c h t e 1 eine großzügig ausupstattete Bildermappo heraus, die etwa 15 Re Produktionen der bekanntesten Werke Wachtels aus der früheren Ära des Künstler« enthalten wird. Diese Bilder, die den jungen Wachtel noelt vor «einer Palästina-Zeit repräsentieren bringen einerseits die Romantik der kleinen Judengassen des Ostens, anderseits Reflexionen über miterlebte Schicksale Pogromgehetz t er. Die neue Künstlermappe Wachtels, die den bezeichnenden Titel „A b s c h i e d vom G oi u s“ führt, soll eine Art retrospektiver Schau über das frühere Schaffen dieses echt jiidi- •ehen Malers abgeben und ist überdies als ein Abschiedsgeschenk des Künstler« vor seiner Übersiedlung nach Palästina an seine zahlreiche Anhängerschaft gedacht. Eine kunstkritische Betrachtungüber das Werk behalten wir uns noch vor. Jüdische Kulturstelle, I.. Franz-Josefs-Kai 3. Telephon R 28-2-36, hat ihre neuen Räume bereits bezogen. Karten für das Theater in der Josefstadt stehen den Mitgliedern zur Verfügung. i 2. bis 8. August 1935 3. bis 9. Aw 5695 Freitag (2.) Sabbath-Elngang. 730 Uhr Samstag (3.) Sabbath-Ausgang.. 8S0 Uhr Wochenabschnitt: Dewarim (Sdiabbath Chason) Donnerstag (8.) Tischa Beaw 2X2 I Die Israelitische Kultiisgemeinde in Alexandrien, welche die Absicht hat, eine moderne Mazzoth-Bäckerei zu errichten, hauptsächlich um ihre bedürftigen Mitglieder alljährlich unentgeltlich mit Mazzoth zu beleilen, ladet jüdische Techniker, speziell jene Glaubensgenossen, welche in der Materie bewandert sind, ein, ihr hinsichtlich der Maschinen und sonstigen Einrichtungen usw. nützliche Anregungen und Ratschläge mitzuteilen. Richtigstellung Herr R. Kurth, Bratislava, ersucht unfi um die Feststellung, daß sein in der Rubrik „Austritte aus dem Judentum“ in der Nummer vom 12. Juli veröffentlichter Austritt auf ein Mißverständnis zurückzuführen ist. Herr R. Kurth legt Wert auf die Feststellung, daß er nicht aus dem Judentum ausgetreten ist. Hebräischkurse für Vorgeschrittene Unter Leitung von Ben-Chaviv beginnen im August neue Kurse des Jüdischen Angestelltenverbandes „Emunah“ für wenig und mehr Vorgeschrittene. Anmeldungen und Auskünfte Montag und Mittwoch von 15 bis 20 Uhr in der Verbandskanzloi, I., Biberstraßo 17, 1. Stock. Stellenvermittlung des Jüdischen Angestelltenverbandea „Emunah“ (L, Biberstraße 17) empfiehlt kostenlos tüchtiges Verkaufs- und Büropersonal sowie manuelle und geistige Arbeiter. Telephon R 24-9-45 ab 15 Uhr. Gartenfest. Samstag, den 3. Angußt, Uhr abends, findet im I. Kaffeehaus, II., Prator Hauptallee, zu Ehren des Rezitators Samuel Schwager anläßlich seiner Abreise nach Erez Israel ein Gartenfest mit anschließendem Tanz statt. Prominente Kunstkräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Karton sind in allen Zionistischen Bezirkßsektionen, im Cafe Neptun, XX., Gaußplatz, in der Bücherstube M Rat h, II., Taborstraße 20 a, sowie bei sämtlichen Komiteemitgliedern erhältlich. Jüdischer Wehrsport- und Sehützenvereln Haganah. Die Übungsabende finden jedon jeden Montag und Donnern tag von 8—10 Uhr abends im Heim, IX., Hörigasse 14, statt. Dio neuerriohteto Schießstätte wird den Mitgliedern in Kürze zur Verfügung stehen. Die Samariterinnengruppo eröffnet ab Dienstag, 3. Soptember 1935, einen neuen Einführungskurs für ..Erste Hilfe“. Anmeldungen werden schon jetzt jeden Montag und Donnerstag zwischen A9 und Li 10 Uhr abends im Vereinsheim entgegengenommen. FILM Heute: „Stimmen der Nacht“ Unheimliche und abenteuerliche Nächte in den verlassenen Steppen Mexikos schildert uns der neue Abenteurerfilm der Fox „Stimmen der Nacht.“ mit Jose Mojiea und Rosita Moreno. Dieser Film, der zu den besten Sensa* ♦ ionsfilmen Hollywoods gehört, erscheint ab heute im Burg- und Kreuz-Kino. „Der Werwolf von London“ Demnächst enseheint im Opern-, Stal'a-, Vofivpark-Kiuo der sensationelle Film „Der Werwolf von London“. „Der falsche Zar“ ‘ Der falsche Zar zieht, durchs Land, bekämpft und umjubelt. Aus der Begegnung mit einem Offizier, der ihm einmal das Leben gerettet, entwickeln sieh die dramatischen Konflikte der Handlung, der eine Novelle Puschkins zugrunde liegt. Die Hauptrolle hat, Albert Prejean nne. Erscheint demnächst. Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO fcTfÄtS Vom 2 bis 8. August 1985 Uraufführung Stimmen der Nacht mit Jose Mlojica Beginn: 4, a/4(i, l/a8, ‘/, 10 Uhr Leopolüstödter VoIHsklno Telephon R^OäJ-If Vom bis .V August 1935 Wochentags 7,6, 7,3, ‘/tlU Ulu, Sonn- und Feiertage ‘A4 Ubr VI., MariahilferstraQe 37 Telephon B 20-203 Vom 2, bis 5. August 1935 Ein Herz ist zu verschenken mit Joan Crawford, Clark Gabi« Beginn: Va4, */*6, V48, VJO Uhr STAFA-KIMO VII., Mariahilferstraße 12Q Telephon B 33-0-68 Vom 2. bis 8. August 1035 Uraufführung 2 x Flitterwochen mit Gary Grant, Elissa Landl Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonn- und Feiertage: 7*4, 'AS, ‘/«8, 0 Ohr Heimat-Kino ^Telepho^1 A°lg8a0-7619 Vom 2. bis 6. August 1935 Die geheimen Sechs von Chikago mit Wallace Beery, Jean Harlow Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonnu. Feiert, ab 3 Uhr Uotlvpork-Kino KTeleph0DnSAri8-a3D-9612 Vom 2. bis 8. August 1935 Uraufführung 2 x Flitterwochen mit Gary Grant, Elissa Landl Beginn: 4, tf/46, ‘/a8, V4IO Uhr Strohwitwer, Achtung! Mittags und abends reichhaltige Menüs im schönen, schattigen Garten dos Restaurants Stefanie II., Taborstraße Nr. 12. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20. ganzjährig S 16.-—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM. 3.— Tschechoslowakei vierteljährlich K£ 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 650. Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20. Rumänien vierteljährlich Lei 120.—. übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 450. Postscheck Konti: Österreich Nummer D 113.546. Polen Nr 191190. Tschechoslowakei Nr 500.230 Jugoslawien Nr 40.879 Eigentümer Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, l.. Marc-Aurel Straße 5 - Verantwortlicher Redakteur: Itnre Kaiser Wien. l„ Marc-Aurel- Straße 5. — Druck* Vernay A G., Wien, IX., Cauisiusgasse 8 -10,